Nachrichten WM 2010 - Umsichtiger Weltmeister führt 4:3 Siebte Partie endet remis
03.05.2010 - Bisher hat noch jede Partie der laufenden Schachweltmeisterschaft ein neues Szenario gesehen und die heutige siebte stellt keine Ausnahme dar. Zum ersten Mal in diesem Match war es der Herausforderer, der mit einer vorbereiteten Variante aufwarten konnte und so Viswanathan Anand trotz der weißen Steine zum langen Nachdenken zwang. Wie weit dem Weltmeister die Opfervariante von Veselin Topalov in dem Dameninder bekannt war, wird wohl noch einige Zeit sein Geheimnis bleiben, aber er gab sich auch beim "Selberrechnen" keine Blöße und fand reihenweise die besten Züge. Während Topalov die ersten zwanzig Züge in rund vier Minuten aufs Brett donnerte, nahm sich Anand viel Zeit und ließ sich auch von seiner Mehrfigur nicht blenden. Obwohl ihn der Bulgare ein ums andere Mal vor sehr schwere Entscheidungen stellte und Anand zwischenzeitlich eine Stunde weniger Bedenkzeit auf der Uhr hatte, verlor der Inder nie die Übersicht und ließ es sich in wahrscheinlich ausgeglichener Lage sogar nicht nehmen, die gegnerische Offerte zu einer dreimaligen Stellungswiederholung abzulehnen. An der Punktteilung konnte der amtierende Champion zwar letztlich auch nicht entscheidend rütteln, aber so stellte er unter Beweis, dass sein Siegeswille keineswegs geringer ist, als der seines Gegners. Morgen darf Topalov zum ersten Mal in der zweiten Matchhälfte mit Weiß aufschlagen. Wer diese Partie in einmaliger Live-Atmosphäre miterleben möchte, kann dies zusammen mit dem bekannten Schach-Kommentator GM Klaus Bischoff ab 14 Uhr im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus tun.