Zu den Youth Classic bitte hier klicken...
Zur DSEM Chess960 bitte hier klicken...
Zu den Youth Classic Simultans...
Zum Geburtstagsvideo Vishy Anand...
Top Turniere
TopTurniere
Hintergrund 2. Partie: Anand erzwingt den Ausgleich
Komplexes, damenloses Mittelspiel wird nach 15.Da3 meisterhaft vorgeführt - nach 27.Lf3 sprachen Experten von einer Gewinnstellung
27.04.2010 - "Wie haben Sie letzte Nacht geschlafen" fragte GM und Journalist Jan Rogers. "Ich habe es versucht, aber ich konnte nicht schlafen, Sie werden das nachvollziehen können. Stabilisierung, die innere Mitte wieder finden war das Notwendige", gab der Inder preis. Offensichtlich hat der Weltmeister Viswanathan Anand aus dem Mutterland des Schachs sich auf den "Fall der Fälle" in mannigfaltiger Hinsicht intensiv vorbereitet. Auch für den Fall, dass er früh in Rückstand geraten könnte, zeigte er sich gewappnet. In der 2.Partie lieferte er ein Beispiel der ganz besonderer Art von "Unaufgeregtheit" indem er wieder einmal mit 1.d4 - genauso wie im WM-Kampf 2008 in Bonn gegen seinen russischen Gegner und Vorgänger Vladimir Kramnik - auf seinen gewohnten und obendrein als härtesten Aufschlag bekannten Eröffnungszug 1.e4 zu verzichten. Die ruhig-strategische Ausrichtung, der jetzt schon im frühen Stadium des WM-Matchs sehr wichtigen Partie, mit der Katalanischen Partie zu beginnen und dazu noch den Abtausch der stärksten Figur auf a3 im frühen Partiestadium zuzulassen, zeigt alles in allem betrachtet seine ganz große Meisterschaft. Vielleicht half es ihm in dieser Situation bei seiner Entscheidung 1.d4 oder 1.e4 zu wählen im Besonderen, dass sein Gegner Veselin Topalov beiläufig seinen größten Vorteil darin sah, dass er fünf Jahre jünger ist. Anand dagegen mit seinen fünf Jahren mehr Erfahrung, besonders in Zweikämpfen, die große Bandbreite seines Repertoires zur Anwendung zum Vorteil zu bringen, um nicht Gleiches mit Gleichem vergelten zu müssen. Hart "Draufhauen" ist ihm nicht fremd, aber diffizil Vorteile summieren in der Partie bis zum Sieg scheint erfolgreicher zu sein. Die Einschätzung dieser Strategie wurde von Experten als clever, tiefgründig, listig, weltmeisterlich, strategisch, glücklich oder gar kräftig mithilfeverdächtig ganz unterschiedlich bewertet. In einem Punkt waren sich allerdings alle Fachleute und seine Fans einig: "Sie war richtig".

Heut' zu Tage glauben viele Klein- und Großmeister mit großer Selbstverständlichkeit an die Weisheit der brutal-starken und schnellen "Blechtrottel", wie es oft viele der übriggebliebenen Schach-Puritaner bemängeln. Die schnellen Computer mit den allzu gescheiten Schachprogrammen wie Fritz, Rybka und viele andere mehr, ziehen auf der einen Seite die Amateure, genauso wie auf der anderen, die Profis in ihren Bann. Allerdings in ganz unterschiedlicher Hinsicht. Die Amateure können sich ohne Weiteres zu Hause bei der Live-Übertragung scheinbar auf die Ebene der Besten der Welt begeben. Ja sogar auf der fachlichen Ebene des Weltmeisters sich fühlend, verlieren Sie allen Respekt vor der menschlichen Leistung der beiden Protagonisten auf der höchsten Weltschachbühne hier am Brett in Sofia. In Wahrheit ist es allerdings so, dass einzelne Züge oder gar ganze Zugfolgen verstanden werden, aber die Tiefe der Meisterschaft der "wahren" Meister nur schwer für uns Laien transparent wird. Für die vielen Profis im Schach - Internationale Großmeister oder Internationale Meister -, ist das Arbeiten mit dem Computer und den neuesten Schachprogrammen sowie Datenbanken ein absolutes "Muss", um die Flut von Informationen, Ideen und deren Anwendung zu sichten, zu filtern und zu speichern auf der technologischen, aber auch der menschlichen Festplatte, - graue Zellen genannt, - von höchster Überlebensqualität. Die allerhöchste schachliche Herausforderung an Mensch und Maschine stellt die Auseinandersetzung in WM-Zweikämpfen und deren höchstintensiven Vorbereitungen, immer schon und zurzeit, dar! Was die entscheidenden Merkmale für den Erfolg der ganz großen Schachmeister auf der Bühne darstellt bleibt unverändert und ist abschließend nur schwer exakt und wissenschaftlich zu bewerten. Ein Element scheint jedoch ganz neu hinzugekommen zu sein: "Was denkt das Computerprogramm des Gegners über gewisse Positionen oder gar ganzer Systeme und zeigt er die Stellungsbewertung mit Minusbauern d4, Doppelbauern a2 und a3 und "Pfahl im Fleisch auf e3" richtig an. Die menschliche Überprüfung der Computerbeurteilung scheint zunehmend Konjunktur zu bekommen und am Ende bleibt uns allen die Hoffnung oder gar Gewissheit, dass der menschliche Meister Recht behält und das Schach "ewig" spannend und im großen Ganzen unerforscht lebendig bleibt. Waren die ersten zwei WM-Partien nicht gute Beispiele für die These, dass der "Chess Human Factor" mit seiner ganzen Prägnanz "Meisterschaft und Fehlbarkeit" das Wichtigste bleibt?

Wussten sie eigentlich, dass seit 1962 kein WM-Auftakt mit zwei gespielten und entschiedenen Partien begann, dass seit 1927 sich zum ersten Mal zwei nichtrussischen Gegner am WM-Brett treffen und gleichermaßen der Weltmeister antritt, seinen Titel im Lande des Herausforderers zu verteidigen - aber Cuba ist nicht Bulgarien.

Die Auswahl der Tür der Alexander Newski Kathedrale zeigt die "offene" Eingangstür - der Seiteneingang neben dem Hauptportal hat etwas Majestätisches, oder? Der Weltmeister kommt zurück ins Match.

Impressionen vom WM-Match in Sofia und Umgebung

Die zweite der zwölf Türen in der Alexander Newski-Kathedrale

2.Partie: Vishy Anand führt die weißen Steine ...

Vishy Anand bei der Pressekonferenz nach der zweiten Partie

Eine Skulpturengruppe auf halbem Wege zwischen Military Club Sofia und der Sweti Alexander Newski Kathedrale hat schon etwas Symbolisches im Bezug auf beide Teams?

Eine andere Skulpturengruppe
Gilt für beide Teams: Wer muss hier wen tragen ...?

Der Military Club Sofia im Hintergrund
Ein ganz bedeutender Kopf im Vordergrund - der bedeutende bulgarische Politiker Stefan Stambolov, einer der Anführer des Aufstandes vom 11.April 1873 und Vorsitzender des Parlaments nach der Befreiung von den Türken, Innenminister und Premierminister Bulgariens von 1874 bis 1894. Gleichzeitig war er ein bedeutender Wissenschaftler.

Chess Tigers

Published by Chess Tigers on Tour

Dieser Artikel wurde 2403 Mal aufgerufen.


Impressum     Datenschutz
Copyright © 2026 - Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. / CT