Nachrichten Post vom Hessenschach 2013 Nr. 14 Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
20.08.2013 - In seinem jüngsten Newsletter berichtet unser Hans-Dieter Post von zwei hessischen Verbandsturnieren. Den Anfang macht die Internationale Offene Hessische Schnellschach-Meisterschaft, welche zum zweiten Mal Beute von Schnellschach-Monster FM Igor Zuyev wurde. Das Turnier, welches einst zum Gedenken an Werner Adolar Falck ins Leben gerufen wurde, zeigt zwar eine aufsteigende Tendenz in Sachen Teilnehmer, aber wie unser Autor darlegt und in einem offenen Brief an Falck(!) untermauert, ist in Sachen Organisation noch reichlich Luft nach oben. Trauriger ist gar der Zustand der Blitz-Einzelmeisterschaften des Hessischen Schachverbandes. Magere 20 Teilnehmer, Unbeholfenheit(?) beim Ankündigen und Ausrichten sowie eine fast nicht vorhandene Nachbearbeitung hinterlassen einen traurigen Gesamteindruck. Ach ja, es gewann zum fünften Mal IM Sven Telljohann. Eine starke Organisation erwarten darf man ab dem 22. August beim ausverkauften 25. Schlosspark-Open in Wiesbaden. Weitere Termine im Erntemonat erhalten Sie im Text.
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Newsletter Hessenschach Nr. 14/2013
FM Igor Zuyev zum 2. Male Hessischer Schnellschachmeister
Wenn er teilnimmt, wird's eng für die Konkurrenz! Sieger 2009, Co-Sieger 2010, für seine Verhältnisse abgeschlagener 3. Platz 2011, und 2013 heißt es wieder: Hessischer Schnellschachmeister FM Igor Zuyev!
Nur 69 weitere Teilnehmer musste er dabei im Auge behalten, unter ihnen GM Leonid Milov (Platz 2, Sieger 2005 und 2010), IM Grabarczyk (3), und die IMs Alexander und Anatoli Donchenko (Sieger 2004) auf den Plätzen 4 und 5. Letztere wurden sogleich bester Jugendlicher bzw. bester Senior im Classement. Julia Schlein wurde einmal mehr Beste in der Frauenwertung.
Zuyev beobachtete übrigens so genau, dass er am Ende ungeschlagen blieb. Auch das ist eines seiner Markenzeichen: Er kann sich eben auch sehr gut verteidigen!
Der Ehrenpreis des Namensgebers des Turniers ging, wie soll es im Jubiläumsjahr anders sein, an einen Spieler des SV Oberursel: Thomas Falk.
Obwohl die Teilnehmerzahl dieser Meisterschaft noch über der des Vorjahres lag, kann man nur bedingt von einem Erfolg sprechen. Nur mehr neidisch könnte der Verband nach Darmstadt schielen, wo unter gleichen Rahmenbedingungen (2 Tage Schnellschach) ein wesentlich besserer Job gemacht wird und auch etwa doppelt so viele Teilnehmer kommen.
Und das, obwohl der Verbands- Preisfonds wesentlich höher ist, und immerhin zwei Qualifikationsplätze für eine Deutsche Meisterschaft ausgespielt werden.
Das diese Teilnehmerzahlen auch beim Werner-Adolar-Falck-Gedenkturnier gehen, beweist ein Blick in die Ewige Bestenliste, wo übrigens Patrick Chandler einsam an der Spitze steht. Konstanz gepaart mit Können ist eben auch hier ein erfolgversprechender Faktor!
25 Jahre HSSM: ein offener Brief an Werner Adolar Falck
Lieber Werner,
obwohl ich mir nicht so sicher bin, dass das Internet wirklich so weit reicht, gehe ich mal davon aus, dass Du einen Mail Account und eine Flatrate bei der Himmel-kom besitzt und fleißig mitliest.
Aus Anlass der 25. Hessischen Schnellschachmeisterschaften, die immerhin in Deinem Namen durch den Verband veranstaltet werden, gibt es aber doch ein paar Details zu berichten, die ansonsten nicht bekannt würden. Womit mal wieder bewiesen ist, dass zu viel Barriere- Freiheit nicht weniger hürdenreich sein muss. Aber das ist ein anderes Thema!
Nun, es gibt ein paar große Persönlichkeiten im hessischen Schach, die haben es auf weit weniger gebracht als Du. Das werden die mit ihrer Himmel-kom-Flatrate jetzt sicher weniger gern lesen wollen, deshalb lieber gleich der Zusatz, das damit natürlich zuvorderst ein Gedenken an eine bestimmte Person gemeint ist; hier natürlich in Form eines weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannten Schnellschach-Turnieres.
Du hast Dich wahrscheinlich schon gewundert, ob die da oben...oh je, jetzt wird's kompliziert: aus Deiner Sicht natürlich "da unten", aber eben nicht so weit unten, wie die meisten von uns. Eher so ein Farm-der-Tiere-Ding, also ein wenig gleicher als der Rest vielleicht. Na ja, Du weißt ja, wer gemeint ist!
Also noch mal: Du hast Dich wahrscheinlich schon gewundert, ob diejenigen, die sich solange für Dich sooo ins Zeug gelegt haben, damit auch jedes Jahr an Dich gedacht wird, es vielleicht für dieses Jahr vergessen haben könnten.
Nein! Obwohl andere eine andere Meinung dazu haben werden, warum erst vier Wochen vor dem Turnierbeginn eine Ausschreibung erschien, ist es wohl mehr so ein Wissenschaftsding. Etwa so: "Wie wenig Aufwand und Vorarbeit muss man betreiben, sodass doch noch Jemand zu einem Turnier kommt?"
Gut, durch ein paar Störmanöver, da ja doch einige Informationen zu Deinem Turnier durchgesickert sind, wurden noch einige mehr darüber in Kenntnis gesetzt, dass es auch im August 2013 eine Hessische Schnellschachmeisterschaft geben wird. Vielleicht muss man jetzt ja durch diese Verunreinigung in der Versuchsanordnung das Experiment im nächsten Jahr wiederholen…
Der Ort, wo es stattfinden würde, hätte den einen oder anderen Insider mal kurz zusammenzucken lassen können, denn ein Gedenken an Dich mit Oberursel und Kalbach als Veranstaltungsort ist perfekt; aber auch die SG Nordwest/Oberursel war ja lange Jahre Dein Zuhause. Also ein angemessener äußerer Rahmen. Allerdings kann ich, und muss es auch, Dir versichern, dass die Wahl des Bürgerhauses Nordwest mehr oder weniger Zufall war. Oder hast Du da oben etwa...
Nun gut, 70 haben denn den Weg in das Frankfurter Einkaufszentrum gefunden und den Kampf um den eigentlich recht hübschen und mit der Zeit auch wertvollen Pokal aufgenommen. Das ist natürlich etwas weit weg von dem, was der Preisfonds und die Historie so vorgibt, aber die Wissenschaft geht eben vor!
Unter den Gemeldeten, und ziemlich zum Schluss der Anmeldung eintreffend, war Marc Holger Hartmann vom Schachforum Darmstadt. OK, Adolar, der wird sich Dir jetzt nicht über die letzten 25 Jahre ins Gedächtnis gefressen haben, weil er auch noch nie teilnahm. Ja und?
Das ist der 1.000 Teilnehmer am Werner-Adolar-Falck-Gedenkturnier. Haste nich' gewusst, ne?!
Dein größter Fan unter diesem Kilo ist übrigens Patrick Chandler, der fast alle diese Meisterschaften mitgespielt hat, nämlich 22, und mit großem Vorsprung die Ewige Bestenliste des Turniers anführt. Obwohl er hier nie hat gewinnen können!
Ist übrigens auch so ein Phänomen: es gibt 21 verschiedene Sieger dieser Meisterschaft, was nichts anderes heißt, als dass es nur wenigen gelang, ihren Erfolg zu wiederholen. In Serie schon gar nicht!
Ein zweites Mal hatten es zuvor bereits die Großmeister Khenkin, Meijers und Milov geschafft, aber der diesjährige Sieger, der sich ebenfalls nun zu diesen dazugesellt, hätte Dir so richtig gefallen: FM Igor Zuyev vom SC Heusenstamm. GM Milov, den Schachprinzen Alexander nebst Vater IM Donchenko und auch IM Grabarczyk, alle hat er hinter sich gelassen und mit einem halben Punkt Vorsprung gewonnen. Er blieb als einziger ungeschlagen!
Trotzdem versaut man sich mit so einem Ergebnis natürlich den Sieg in der eigentlich wichtigsten Kategorie des Turniers: Den Ehrenpreis für den remisfreudigsten und dann erst erfolgreichsten Spieler des Turniers!
Auch so eine Randgeschichte im Rahmen der Historie dieses Turniers: In diesem Jahr ging er ausgerechnet an den, und auch noch (erstmals?) mit einem Geldpreis ausgestattet, der, als er selbst die Verantwortung zur Durchführung trug, auf die "ordentliche" Vergabe des Ehrenpreises, d. h. mit wenigstens einer Urkunde ausgestattet, verzichtete. War wohl damals auch der falsche, den es dann zu ehren galt.
Ist es Dir übrigens auch aufgefallen? Bei der diesjährigen Siegerehrung wurde wieder(?) kein Pokal überreicht, und wenn man mal zurückblickt, gibt es 2008 den letzten Fotobeweis, dass der Pott überhaupt mal existierte. 2009, als man Dein Grab auf dem Friedhof in Kalbach einebnete, hat man wohl das Gleiche mit dem Pokal gemacht...
Auf die nächsten 25, Ado!
Gruß
Hans D Post
IM Sven Telljohann zum 5. Male Hessischer Blitzmeister
Der Hessische Blitzmeister der kommenden Saison steht übrigens schon in diesem Jahr fest, denn wenn er einmal gewinnt, und das war bisher viermal der Fall, dann kommt im nächsten Jahr ein weiterer Titel hinzu.
Seinen 5. Titel als Hessischer Blitzmeister sicherte sich IM Sven Telljohann von den Schönecker Schachfreunden, und obwohl diese Landesmeisterschaft bereits am 10. August ausgetragen wurde, ist lediglich der Vizemeister noch bekannt: der Vorjahressieger IM Hagen Poetsch tauschte mit Telljohann die Plätze des Vorjahres.
Statt nun mehr über den sportlichen Verlauf schreiben zu können, bleibt nur (mal wieder) das Folgende:
Erneut enttäuscht der Verband sowohl im Vorfeld, wie im Nachgang bei einem seiner Turniere.
Wurde es im letzten Jahr noch vergessen, die Meisterschaft auf einen früheren Zeitpunkt zu terminieren, woran der Amtswechsel mit Schuld haben sollte, ist die Wiederholung dieser Strategie in diesem Jahr wohl irgendwie erneut zum Tragen gekommen.
Keine frühzeitige, eigentlich rechtzeitige Ausschreibung, sondern hektisch, damit ohne Übersicht. Die Konsequenz: man landet in den Ferien, und zudem am gleichen Wochenende wie der Hessische Viererpokal.
Die seltsame Vergabepraxis bezüglich von Freiplätzen, die es für Spieler mittlerer Spielstärke fast schon absurd werden lässt, sich an den Bezirksqualifikationen zu beteiligen, trägt nichts zur Transparenz und Vertrauen in die Aktivitäten des Verbandes bei.
Bis heute, über eine Woche nach dem Turnier, hat der zuständige Turnierleiter noch nicht einmal den Sieger und neuen Meister bekannt gegeben.
Wer möchte, und vor Ort war, kann mir gerne eine Tabelle zukommen lassen und ich werde sie umgehend veröffentlichen.
Anmerkung der CT-Redaktion: Mittlerweile gibt es sowas wie einen Bericht auf der HSV-Seite, der vom TL in Teilen und offenbar ungefragt schlicht aus einem Bericht von Hagen Poetsch kopiert wurde.
Ferner ist auch die Tabelle aufgetaucht, die unser Autor wie versprochen sofort auf seine Seite gebracht hat:
22. - 25. August: In wenigen Tagen beginnt in Wiesbaden das 25. Schlosspark Open, es wird mit 185 Spielern einen neuen Teilnehmerrekord aufstellen, und zudem ausverkauft sein.
Die zu erwartenden sommerlichen Temperaturen wird die Klimaanlage locker abfedern, den resultierenden Durst wird der Biergarten auf dem Gelände löschen, für Spannung sorgen die Teilnehmer selbst. Es wird keine Live-Partien geben, aber die Notationen der Top-Bretter werden rundengenau erfasst und wie die Ergebnisse und Tabellen zeitnah auf der Turnierseite veröffentlicht.
Am Freitag vor diesem Wochenende startet in Braunfels die 17. Offene Stadtmeisterschaft als Jubiläumsturnier: 50 Jahre Schachfreunde Braunfels, wobei etwa alle 2 - 3 Wochen eine weitere Runde folgt.
30. August: Eine Woche später startet in Wetzlar die Stadtmeisterschaft nach ähnlichem Muster, also 2 - 3 wöchiger Versatz der Runden.
Wohingegen der in Eschborn ortsansässige Klub an 3 aufeinanderfolgenden Tagen sein fünfrundiges Open veranstaltet; zum 10. Male bereits. Quasi als Jubiläumsgeschenk wurde die Vereins- und Turnier-Webseite gehacked, aber alle Informationen bezüglich des Turniers sind online erreichbar.
Alle weiterführenden Information zu diesen Turnieren, und auch die der Folgemonate, soweit bekannt, sind auf den Seiten des Veranstaltungskalenders der Schach-Chroniken.net abrufbar:
Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.
Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.
Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie die neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.