Alexandra Kosteniuk FiNet Chess960-Simultan an 20 Brettern
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06. August 2010, 16:00 Uhr - Mainz, Goldsaal Hilton
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Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft mit Rekord-Preisfonds
Organisator Hans-Dieter Post im exklusiven Chess Tigers-Interview

20.01.2011 - Die Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft 2011 wird etwas ganz Besonderes, das steht bereits jetzt fest. Zum exakt 25. Mal wird Hans-Dieter Post in seiner Eigenschaft als Turnierleiter des hessischen Bezirks 5 das Championat der Mainmetropole organisieren und leiten und mit einem Preisfonds von mehr als 3.600,- Euro hat sich dieser im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt! Das bedeutet nicht nur höhere sondern auch mehr Preise, so dass eigentlich jeder Teilnehmer eine reelle Chance auf einen Gewinn hat. Zudem wird es ein B-Turnier geben für Spieler mit einer DWZ von 1500 oder weniger, aus 4 Ratinggruppen werden 9, und ein professioneller Caterer wird vor Ort für das leibliche Wohl sorgen, um die wichtigsten Neuerungen zu nennen. Stattfinden wird die Stadtmeisterschaft vom 02. Mai bis 14. Juni immer montags – lediglich die letzte Runde muss ausnahmsweise an einem Dienstag gespielt werden. Ausgetragen werden 7 Runden Schweizer System mit der Bedenkzeit 2 Stunden für 40 Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie. Wer sich bis zum 27. April per Überweisung des Startgeldes anmeldet, zahlt sehr moderate 15,- Euro (GM/IM frei, FM & Jugendliche 5,-), danach muss man schon 10,- Euro mehr berappen. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie am besten direkt der offiziellen Veranstaltungsseite, und dann denke ich, sehen wir uns Anfang Mai in Frankfurt-Kalbach. Damit Sie wissen, in welche Hände Sie sich im Laufe dieses Turniers begeben werden, haben wir Turnierleiter Hans-Dieter Post zum Gespräch gebeten und das Interview mit dem Jubilar für Sie in der Folge online gestellt.


Hans-Dieter Post

Wenn Hans-Dieter Post den Raum betritt, dann fällt er auf. Das liegt nicht nur an seiner gelegentlichen Vorliebe für farbenfrohe Hemden, sondern auch an seiner stattlichen Körperlänge, die nicht selten den oberen Balken eines Türrahmens zu seinem größten Feind macht. Ein Mann wie ein Baum, in dessen Schatten man sich an einem heißen Sommertag abkühlen könnte, doch wer Post näher kennen lernt, wird feststellen, dass Müßiggang für ihn ein Fremdwort ist. Der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter ist der Prototyp dessen, was der Schachsport braucht, um sich in der Gesellschaft zu etablieren und sich zugleich weiter zu entwickeln. Dies zu leugnen, ist Teil seiner ihm eigenen Bescheidenheit, die er jedoch ad absurdum führt, wenn man sich mit ihm über seine nunmehr 25 Jahre andauernde Tätigkeit als Turnierleiter in Hessen und im Besonderen im Bezirk Frankfurt am Main unterhält. Obwohl es ihm nicht immer gebührend gedankt wurde, war und ist er einer DER AktivPOSTen im hessischen Schach, der nicht nur seinen Job erledigt, sondern immer wieder aufs Neue nach Innovationen und Fortschritt strebt. Wo viele nur das Ganze sehen, hat Post das Auge für Details, an denen man stets noch feilen kann, und das Wichtigste ist, er hat auch ausgezeichnete Ohren. Er hört die Wünsche der zahlenden Teilnehmer eines Turniers und hat nicht allein das Wohl der Meister im Kopf. Nur so konnte er zum Turnierleiter der Chess Classic Mainz werden und einen erheblichen Anteil dazu beitragen, dass diese Veranstaltung zur größten ihrer Art auf der Welt wurde. Im Laufe der Jahre perfektionierte er die Abwicklung des riesigen Schnellschach Opens derart, dass es von Außen nach einem Spaziergang aussieht. Dass es tatsächlich so ist, liegt jedoch an einer unermüdlichen Vorbereitung mit vielen – bestimmt ungezählten – Stunden am PC; der reibungslose Ablauf eines Turniers mit über 700 Teilnehmern ist dann lediglich der verdiente Lohn. Doch lassen wir den Jubilar einfach mal selbst zu Wort kommen.


Mike Rosa: Seit 25 Jahren sind Sie nun schon der Turnierleiter im hessischen Bezirk 5 (Frankfurt). Herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum! Können Sie sich noch an Ihr erstes Turnier erinnern, welches Sie je geleitet haben?

Hans-Dieter Post: Nein, das ist sicherlich ein Vereinsturnier gewesen, und wenn ich in meinen Unterlagen nachschaue, wird das sicherlich ein Blitzturnier gewesen sein.

Aber was ich noch in Erinnerung habe, ist meine erste Frankfurter Stadtmeisterschaft, die ich organisieren durfte. Weil mich mein damaliger Freund und Förderer Werner Falck während der Runden als Schiedsrichter vertrat, konnte ich sogar mitspielen und erreichte immerhin 5 Punkte und einen Platz unter den ersten Zehn. Ausgelost wurde mit Schweizer System-Karten, die man tatsächlich mal kaufen konnte. Einen PC hatte ich damals nicht, und mir war auch nicht bekannt, dass es Software für so etwas gab. Insofern bleibt es mir vielfach in Erinnerung, auch wenn damals schon der Werner vom Tode gezeichnet war. Er ermöglichte mir aber das Mitspielen auch noch im Folgejahr, verstarb aber leider wenige Monate später.

MR: Vom Leiten von Turnieren kann man wohl kaum leben. Was machen Sie beruflich?

HDP: Seit etwa 25 Jahren bin ich in der IT-Branche tätig, wo ich als Technical Support meine ersten Erfahrungen in der großen, weiten Welt der Bits and Bytes sammelte. Über einige vertriebsnahe Positionen gelang mir der Einstieg in die IT-Beratung. Mein Spezialgebiet der letzten 15 Jahren ist dabei die elektronische Archivierung von Dokumenten geworden.

Gestatten, Familie Post bei der Chess Classic Mainz 2009

MR: Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen guten Turnierleiter aus? Kennen Sie sämtliche Regeln auswendig?

HDP: Oh, an der Fragestellung erkenne ich doch sogleich eines der größten Missverständnisse hinter der dem Turnierleiter obliegenden Aufgaben. Der Turnierleiter ist nicht zwangsläufig ein Schiedsrichter, umgekehrt gilt das auch und vielleicht erst recht! Das mag die Aufgabe mit sich bringen, wenn keiner zum Richten bereit ist, es selbst mit zu tun. Oder wenn es sicherlich keinen Sinn macht, bei kleinen Turnieren wie im Verein, mit einem Turnierleiter und einem Schiedsrichter zu agieren. Es hilft also schon mal, in ein Regelwerk hineingeschaut zu haben, wenn man Turnierleiter ist.

Im Ernst, ein Turnierleiter ist immer ein Organisator, der sich mitunter den oder die Schiedsrichter beschafft, wenn er sie denn braucht. Die Organisation beginnt schon mit der Idee des Turniers, oder bei traditionellen Veranstaltungen, mit dem Ende der letzten Veranstaltung. Der Turnierleiter ist also eigentlich ein Zampano, aber bestimmt nicht wie bei Fellini negativ bedacht, sondern im positiven Sinne für die Veranstaltung.

MR: Eines Ihrer Lieblingsturniere ist die jährlich ausgetragene Frankfurter Stadtmeisterschaft, welche Sie in diesem Frühjahr zum 25. Mal organisieren und natürlich auch leiten werden. Wird es zum Jubiläum etwas Besonderes geben?

HDP: In den letzten 5 Jahren musste ich ernsthaft immer mal wieder nachrechnen, ob es denn wirklich stimmt. Aber es ist so, die Jahre sind so schnell vergangen, das ich tatsächlich zum 25. Mal in Folge dieses Turnier leiten darf.

Ganz besonders freut es mich dabei, dass ich in diesem Jahr erneut die Chance habe, einen Teilnehmerrekord zu brechen. Ein doppelt so hoher Preisfonds, eine wieder mögliche gemachte Versorgung mit Speisen und Getränken direkt am Spielort, die dem Spielbetrieb entgegenkommt, und wie es Teilnehmer formulierten, der Kultstatus dieses Turniers, lassen mich optimistisch, um nicht zu sagen euphorisch werden.

Hans-Dieter Post bei seinem Lieblingsturnier - der Frankfurter Stadtmeisterschaft

MR: Spielen Sie eigentlich auch noch selbst, oder lassen Sie nur noch spielen?

HDP: Leider kann ich die Frankfurter Stadtmeisterschaft nicht mehr selbst mitspielen, was sich von selbst versteht. Die Mannschaftskämpfe sind noch ein Muss, vielleicht auch mal einen Pokal-Wettkampf oder ein Blitz- oder Schnellturnier.

Insofern freue ich mich über Entwicklungen wie die des Chess Tigers Training Centers in Bad Soden am Taunus, die ich von Anfang an beobachten konnte. Neben Training und Live-Kommentierungen von bedeutenden Schach-Events wird dort nun auch regelmäßig montags und mittwochs Schach unter Turnierbedingungen in Form von Schnellschach-Turnieren angeboten. Da ich kein Freund von Internetschach bin, kommt mir das sehr entgegen, und eine bessere Atmosphäre zum Schachspielen kann man kaum finden!

Hans-Dieter Post gegen Hausherr IM Erik Zude bei der
1. B9 Chess960 Rally im Chess Tigers Training Center

MR: Seit 2002 sind Sie neben Ihrer Verbandstätigkeit auch der Turnierleiter der Chess Classic Mainz und haben damit regelmäßig das größte Schnellschach-Open der Welt geleitet. Macht die Masse an Spielern für Sie einen Unterschied, oder ist das auch nur ein Turnier von vielen?

HDP: Eigentlich gehöre ich seit 1994 zu diesem Event dazu, fühle mich zumindest verbunden, habe aber nur für diese allerersten Jahre ein ganz kleines Rädchen gedreht. Meinen Vorgänger in der Turnierleitung versorgte ich stets mit einem Stapel Disketten, so dass er aus aktuellen Zahlen die Startrangliste erstellen konnte. Anschließend lieferte ich die Berechnung der Wertungszahlen ab. Aber ich denke, diese vielen kleinen Helfer, wie auch ich einer war, haben dazu beigetragen, das aus dem sicherlich schon in der 1. Auflage großartigen Event Chess Classic eine Veranstaltung von Weltformat wurde.

Neben der Tatsache, dass man bei einer Schachweltmeisterschaft, also einem Duell oder einem der großen Turniere über Kategorie 20, mit der Weltspitze in Berührung kommt, reizt mich aus organisatorischer Sicht an diesen Events nichts! Insofern macht die Masse einen bedeutenden Unterschied für mich aus. Und wenn man die Chance bekommt, bei einem solchen Mega-Event an einer für einen Turnierorganisator vordersten Front um den Erfolg zu kämpfen, dann kann das kein Turnier von vielen sein.

Ganz klar herausstellen möchte ich aber an dieser Stelle, dass ich das Turnier nicht in Gänze geleitet habe, sondern lediglich verantwortlich war für die sicherlich nicht unwichtige technische Realisierung; also alles was im Zusammenhang mit Spielerdaten, Paarungsermittlung und letztlich auch am Turnierende mit der Preisberechnung steht.

MR: Speziell für die Chess Classic haben Sie eine „Open-Maschine“ entwickelt, welche die Abwicklung selbst von großen Turnieren enorm erleichtert. Erzählen Sie uns bitte, was die Open-Maschine ist und welche Vorteile sie bietet!

HDP: Als mich der eigentliche Turnier-Zampano Hans-Walter Schmitt im Jahre 2002 bat, größer einzusteigen, sagte ich, wenn ich mich recht erinnere, ohne viel Zögern zu.

Mir fielen im ersten Jahr viele kleine organisatorische Schwächen auf, die ich in den Folgejahren mit Erfahrung und Technik versuchte auszugleichen. Das wurde dann sehr effizient. Die Open-Maschine ist eigentlich ein Begriff, der geprägt wurde, weil der Betrieb des Opens in Mainz „wie eine Maschine abläuft“. Ich glaube, das stand sogar mal so oder ähnlich in der New in Chess.

Das technische Problem bei einem so großen Event ist, dass es leicht zu Fehlern kommen kann, die sich unschön auf den Betrieb und die Stimmung der Teilnehmer auswirken können. Doppelt oder gar nicht erfasste Teilnehmer zu Beginn, falsch übertragene Ergebnisse, Unmassen an Papier die bedruckt werden müssen und nicht zuletzt ein Zeitplan einer Gesamtveranstaltung, der eingehalten werden muss. Hier kann man mit Konzentration viel ausgleichen, aber eben nicht alles.

Hans-Dieter Post erklärt den Schiedsrichtern und Ergebniserfassern
bei der Chess Classic seine komplett digitale Open-Maschine

Während es ein Stück Software zu kaufen gibt, mit dem man wunderbar und höllisch schnell FIDE-gerecht Paarungen ermitteln kann, fehlte es an den geeigneten Ausgabe- und Präsentationsmöglichkeiten. Und nicht zuletzt musste an der Erfassung der Ergebnisse gearbeitet werden, hier war das größte Potential für Verbesserungen gegeben. Das einzige Mal, dass bei der Chess Classic im Turnierverlauf ein Stift benutzt wird, ist, wenn der Spieler sein Anmeldeformular zur Registrierung ausfüllt. Danach werden diese Daten elektronisch erfasst und bis zur Erstellung der Liste der Preisträger nur noch elektronisch weiterverarbeitet. Dazu hilft eine Serie von Programmen, die jeweils ihre Aufgabe fehlerfrei erledigen.

Die größte Kritik, die in den letzten Jahren dann an diesem technischen Betrieb geäußert wurde war die, das es zwischen den Runden zu wenig Pause gibt. Mission erfüllt!

Ansonsten fühlten sich 700 Spieler plus Zuschauer und Journalisten stets gut informiert im Turniersaal zurecht - von den Interessierten an ihren Browsern überall in der Welt mal ganz abgesehen. Aber in aller Demut und Bescheidenheit muss ich diese Technik nur als einen Teil von dem ansehen, was ansonsten durch eine großartige Mannschaft zusammen geleistet wurde. Auch ein Formel1-Bolide ist nur so gut wie der Fahrer, aber auch der kleinste Schrauber trägt seinen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg.

Mission erfüllt - rund 700 Teilnehmer haben ihr Brett gefunden

MR: In Mainz haben Sie nahezu jeden Weltklassespieler kennen gelernt. Wer hat Sie besonders beeindruckt? Von wem waren Sie möglicherweise enttäuscht?

HDP: Einzelne möchte ich gar nicht so sehr hervorheben, insbesondere hat mich persönlich keiner enttäuscht. Aber als einer, der selbst nur ungern verliert, ist es für mich beeindruckend festzustellen, wie scheinbar leicht die Weltspitze Niederlagen gegen Schwächere, und das sind ja immerhin fast alle, nach Außen hin verkraftet.

MR: Wer so viele Turniere geleitet hat, hat sicherlich auch eine Menge Kuriositäten erlebt. Was oder wer ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

HDP: Am Kuriosesten war sicherlich die einzige Neuauslosung einer Runde während meiner „Amtszeit“ bei den Chess Classic. Gleich im ersten Jahr kam es durch einen Übertragungsfehler bei der Ergebniseingabe der sechsten Runde zu einem Zwischenfall: Weil der statt mit Remis durch einen Siegeintrag übervorteilte GM nun eine halbe Punkgruppe nach oben gelost wurde, und dort auf die Nummer 19 der Setzliste traf. Sein Kontrahent aus der Runde davor, auch ein GM, wurde durch den Protest angelockt und bestand nun ebenfalls auf Neuauslosung, weil ihm sein Gegner durch das Herunterlosen zu schwach war.

Ich also schnell zu meinem PC, Ergebnis korrigiert, neu ausgelost, neu ausgedruckt, alle Leute neu hinsetzen lassen. Das alles war natürlich mit einem Zeitverlust verbunden, der nicht wieder eingeholt werden konnte, und entsprechend gut war die Laune von Hans-Walter Schmitt, der kurz darauf im Turniersaal erschien. Natürlich wollte er die Umstände erklärt haben, warum die 7. Runde so spät beginnt und ich erklärte ihm, dass ein GM durch eine falsche Ergebniseingabe einen zu starken Gegner erhalten hätte. Worauf er den Platz des GM im Turniergewühl suchte, schließlich fand, und mich unerwartet anblaffte: „Und Du meinst, jetzt ist er zufrieden?!“ Ihm gegenüber saß nun nämlich Peter Svidler, die Nummer 1 der Setzliste, späterer Turniersieger und mit zwei Niederlagen aus dem ersten Tag ins Turnier gegangene Super-Großmeister, der sich gerade langsam nach vorne kämpfte und natürlich diese Partie leicht und locker gewann.

Hans-Walter Schmitt mit seinem Turnierleiter bei der Chess Classic Mainz 2009

MR: Im Hessischen Schachverband sind Sie neben Ihrer ausgezeichneten Arbeit auch dafür bekannt, den Finger in die Wunde zu legen und das Wort zu ergreifen, wenn Ihnen Missstände auffallen. Damit macht man sich natürlich nicht nur Freunde. Ist das auch der Grund, warum es mittlerweile neben der offiziellen Webseite des HSV auch eine von Ihnen geführte Seite gibt, auf welcher man über das hessische Schach auf dem Laufenden gehalten wird?

HDP: Im Hessischen Schachverband war ich fast zwei Jahrzehnte aktiv an der Vorstandsarbeit beteiligt; seit 2008 nicht mehr, in keiner Form.

Aus meiner Sicht sieht das in punkto Webseite so aus: Als das Thema Internet Ende der neunziger Jahren Niemanden im Vorstand interessierte, habe ich aus einem rein privaten Antrieb angefangen die Ergebnisse der Mannschaftskämpfe zu veröffentlichen. Das hatte ich etwa zwei Jahre zuvor schon im Bezirk Frankfurt angefangen, denn irgendwie war die Technologie reif auch für einen so kleinen Kreis an Interessierten eingesetzt zu werden.

Aus den Veröffentlichungen der Mannschaftskämpfe wurde dann der Bogen über alle Wettkämpfe gespannt, Ausnahmen bildeten hier die Sparten des Frauen, Senioren- und Jugendschachs.

Mit einem Newsletter, der auch Ende der neunziger Jahre erstmals erschien, habe ich die wichtigsten Änderungen auf der Seite angekündigt. Mit fadenscheinigen Begründungen sollte mir der Weiterbetrieb der Seite durch den Verband verboten werden, was aber nicht klappte. Jetzt war man aber verbandsseitig gezwungen, eine eigene Webseite zu installieren und zu betreiben, was dann in 2009 auch geschah.

MR: Wie erklären Sie sich beispielsweise, dass sämtliche Hessische Meisterschaften an teils drastischem Teilnehmerschwund leiden, während Sie in Frankfurt ständig neue Rekorde aufstellen?

HDP: Das ehrt mich jetzt aber, dass nur mir Teilnehmerrekorde unterstellt werden, was aber so nicht stimmt! Andere Turnierveranstalter in ganz Hessen sind ebenso in der Lage, mit einer für den Spieler interessanten Veranstaltung aufzuwarten. Würden sich diese Veranstalter für den Verband engagieren, wie sie es teilweise auch gemacht haben, dann würden die Verbandsturniere nicht unter sinkenden Teilnehmerzahlen leiden.

Der einzelne Spieler merkt es, wenn ein Turnier mit Leidenschaft für den eigentlichen Zweck oder nur deshalb durchgeführt wird, weil es in irgendeiner Turnierordnung eben so drin steht.

Und die mangelnde Bereitschaft, sich überhaupt bei Vorstandswahlen um einen Posten zu bewerben, lässt dann die funktionelle Qualität des Amtsinhabers weiter sinken. Das mag bei einem Beisitzer noch gehen, aber bei einer Schlüsselfunktion wie dem Turnierleiter ist das fatal.

„Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken.“ Und wer möchte sich in so ein Umfeld begeben oder bleiben? Also engagiert sich der geeignete Schachfreund innerhalb seines eigenen Vereins oder Bezirks und leistet dort wiederum für den Einzelnen Hervorragendes.

Chess Tiger Hans-Dieter Post ist ein Mann klarer Worte

MR: Als Turnierleiter der 1. Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft sowohl im Schnellschach als auch mit langer Bedenkzeit können Sie kaum leugnen, dass Sie das „neue Schach“ fasziniert. Was macht für Sie den Reiz von Chess960 aus?

HDP: Bei mir hat es „Klick“ gemacht, als ein namhafter GM bei den Chess Classic mit einer gewissen Arroganz in den Anfangsrunden viel zu spät an seinem Brett erschien. Er hatte weniger als zwei Minuten auf der Uhr und dachte nun, er könnte durch schnelles Ziehen diese Zeit leicht aufholen. Nach etwa drei(!) Zügen hatte er eine Qualität weniger auf dem Brett, nach 10 Zügen gab er gegen einen Spieler auf, den er jederzeit mit 1 gegen 5 Minuten oder sogar Figurenvorgabe im Blitz geschlagen hätte. Aber eben nicht im Chess960. Und das festzustellen, war beeindruckend und erklärt doch schon den Reiz! Eröffnungstheorie ist doch nichts anderes, als den unbekannten Pfad in bekanntes Gewässer umzuleiten. Damit verliert Schach einen Teil seiner Denksportaufgabe, denn wer 20 Züge runterrattert, kann nicht mehr von Denksport reden. Das ist grundsätzlich anders im Chess960 und ich kann es jedem daher nur empfehlen, es auch mal zu versuchen!

Ab und an darf der Turnierleiter auch seinem Interviewer einen Preis
überreichen, wie hier bei der 1. Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft 2010

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Mike Rosa (Chess Tigers)


Ausschreibung Frankfurter Stadtmeisterschaft 2011

Alle Frankfurter Stadtmeister(schaften) auf einen Blick

Schach in Hessen-Seite von Hans-Dieter Post


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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