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Post vom Hessenschach 2013 Nr. 7
Aktuell, informativ und direkt - Alles Wissenswerte rund ums Schach in Hessen
04.04.2013 - Ganz viele kleine und große Hessenmeister hat der März hervorgebracht, und wie es sich gehört, berichtet unser Hans-Dieter Post in seinem jüngsten Newsletter wieder ausführlich. Den Anfang mach die 67. Hessische Einzelmeisterschaft, die zum zweiten Mal in Folge von IM Hagen Poetsch gewonnen wurde. Parallel trafen sich rund 260 Kinder und Jugendliche zur Einzelmeisterschaft der Hessischen Schachjugend in Bad Homburg und ließen die Püppchen tanzen. Was uns im April an Turnieren erwartet, weiß Post natürlich auch. Am letzten Montag im April startet dann auch die Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft, in welcher GM Igor Khenkin nur zu gerne das Triple schaffen möchte. Doch ein weiterer starker GM hat sich angemeldet! Wer das ist, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen.

Homepage "Schach in Hessen"

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Newsletter Hessenschach Nr. 7/2013

Alter und neuer Hessenmeister: IM Hagen Poetsch

Nachdem sich für ihn im vergangenen Jahr in Offenbach ein totes Rennen um den Titel ergab, setzte sich in diesem Jahr im nordhessischen Korbach der Internationale Meister Hagen Poetsch (Bild) nach sieben Runden alleine an die Spitze und gewann damit die 67. Hessische Einzelmeisterschaft.

Er deklassierte dabei die Verfolgerelf um einen ganzen Punkt und ließ auch die beiden Großmeister hinter sich.

Der für Hansa Dortmund startende GM Schmittdiel blieb wie der Hessenmeister ungeschlagen und setzte sich dank besserer Wertung auf Platz 2 fest - vor seinem GM-Kollegen und dreifachen Hessenmeister Vitaly Kunin vom Odenwaldclub Mörlenbach/Birkenau.

Von den Schachfreunden Korbach waren der Ungar Daniel Iszo und Christopher Kearns am Start.

Iszo holte wie die GMs 4,5 Punkte, landete aber mit schlechterer Zweitwertung auf Platz 4.

Kearns schonte sich wohl während dieses Turniers für das Mitternachtsblitz, wo er dann groß aufspielte und Zweiter wurde, punktgleich mit GM Kunin und Hessenmeister Poetsch und vor weiteren 19 Teilnehmern.

27 Spieler bildeten das Feld für das A-Turnier, so dass sich 3 Spieler eine Qualifikation für die Teilnahme am nächsten Meisterturnier sichern konnten.

Thomas Neumark von den Sfr. Battenberg gewann schließlich ungeschlagen das Turnier mit 6 Punkten aus 7 Partien, und distanzierte den Zweiten, Hanna Sorial vom NRW Klub Brakel-Bad Driburg um einen halben, sowie Lokalmatador Mark Zatschek von den hiesigen Schachfreunden um einen ganzen Punkt. Die Spielstärke in diesem Subturnier reichte von FM Niveau bis knapp über 1800 DWZ.

Der Spielort außen...

...und innen

Fast zwei Drittel der insgesamt 101 Teilnehmer an der HEM nahmen am B- Turnier teil, nämlich 62.

Von knapp 1850 bis zu ohne Wertungszahl erstreckt sich hier die Leistungsskala, und mit Wolfgang Kies vom SC Marsberg setzte sich ein Teilnehmer durch, der nicht einem Hessenklub angehört. Zusammen mit Marco Rolf (Bad Homburg), Volker Henkel (Beckum) und Emil Ackermann (Arolsen) qualifizierte er sich für das kommende A-Turnier. Korbach liegt zwar fernab von jeder Autobahn, ist aber gut an das Bahnnetz angeschlossen. Zudem ist man in dieser Region technisch auf hohem Niveau: gefühlte 20 Kamerasäulen von Marburg bis zum Bürgerhaus sorgen für schöne Urlaubserinnerungen, wenn man es mit dem Auto eilig haben sollte.

Die Stadt der Gastgeber ist mittlerweile auf der deutschen Schach- Landkarte gut bekannt. Das Open im Herbst, welches auch in diesem Jahr wieder stattfinden wird und das auch schon während der HEM beworben wurde, hat mit zuletzt gut 200 Teilnehmern seinen Anteil daran.

Die jetzige Anzahl von 101 Teilnehmern der Hessischen Einzelmeisterschaften, davon etwa 70, die einem Klub in Hessen angehören, die sich trotz der Bemühungen wieder mehr an dem Negativrekord von Gladenbach von vor 2 Jahren orientierten und den kleinen Offenbacher Aufschwung vom letzten Jahr vergessen machten, können und dürfen nicht jeden zufrieden stimmen.

Andererseits: im angenehmen Ambiente des Bürgerhauses der Stadt Korbach ließ es sich so gut spielen.

Aus der vor etwa 10 Jahren geborenen Idee, was denn in 2007 und erst recht 2008 auch noch gut funktionierte, die Landesmeisterschaften nach dem Vorbild der Deutschen Amateurmeisterschaften auszurichten, allerdings mit einem zusätzlichen, normenfähigen Meisterturnier darüber, ist nicht mehr geblieben als ein Open nach A-, B-, C-Muster, das sich im Kalender nun mit Deutschlands größtem Open gleichen Formats messen muss.

Aber lernen kann man selbst beim Neckar-Open noch von der Hessenmeisterschaft: während man dort im Ländle viel zu liberal mit den Berichterstattern vor Ort umgeht, werden bei der hessischen Landesmeisterschaft schon wenige Minuten nach Turnierbeginn, und noch bevor alle Teilnehmer ihren Platz eingenommen haben, die störenden Fotografen des Saales verwiesen. Souveränität ist eben doch anderes.

Wer sich ein Bild von den Veranstaltungen in Korbach machen möchte, findet Tabellen, Ergebnisse, teils bebilderte Scorecards und einige wenige Fotos hier:

HEM 2013 bei schach-chroniken.net


Hessische Jugend-Einzelmeisterschaften

Auf einem anerkannt hohen Niveau veranstaltet die Hessische Schachjugend ihre Einzelmeisterschaften, das Zentrale Lager.

Soweit man das im Internet verfolgen konnte, waren alle sieben Turniergruppen gut ausgebucht und mit ungefähr 260 Teilnehmern war denn auch die Jugendherberge in Bad Homburg als Spielort gut ausgebucht. Wenn diese Meisterschaften nicht gerade parallel zu den "regulären" Hessischen Einzelmeisterschaften ausgetragen werden würden, könnte man einfach den großen Adapter herausholen und Turnierleitung und -ort einfach für, na, nennen wir es mal höhere Aufgaben, engagieren.

Der Sieger der allgemeinen Gruppe U18, im alten Jahrtausend nannte man das noch A-Jugend, wird denn auch als DER Hessische Jugendmeister apostrophiert, und das wurde in diesem Jahr Tom Elliot Hebbering vom SC Butzbach 2000, also ein Verein der ebenfalls noch recht jung ist. Teilnehmerinnen bis zur U18 spielen in einer gemeinsamen Altersklasse um einen Titel der weiblichen Jugend, und der Master ging hier an Carolin Diener von den Friedberger Schachfreunden.

Alle weiteren Informationen über die anderen Sieger in den Altergsgruppen, und wer davon am schnellsten Blitzen kann, gibt es auf den Seiten der Hessischen Schachjugend.


Turniere und Entscheidungen im April

Während die Bretter, Figuren und Uhren der Chess Tigers beim größten offenen Turnier auf deutschem Boden, dem Neckar Open in Deizisau, von der spannenden Schlussrunde noch nicht ganz abgekühlt waren, wurden sie schon für das nächste Event wieder aufgebaut: dem 1. Hofheimer Frühjahrsopen (2. bis 6. April).

Man konnte schon etwas skeptisch sein, ob zusätzlich zu Neckar-Open, Jugendmeisterschaft, der hessischen Landesmeisterschaft und denen einiger anderer Schachbünde noch ein weiteres Open in Hessen seine Teilnehmerliste wird füllen können; zumal auch noch eine Bundesliga-Runde den Terminplan der Hofheimer kreuzt.

Von den 250 erhofften Spielern kamen denn auch nur etwa 160 in das neue Bürgerhaus im Ortsteil Marxheim, aber für einen absoluten Neustart ist das kein schlechter, sondern eher akzeptabler Wert. In drei Gruppen A, B, C gehts um die jeweiligen Turniersiege.

Offizielle Turnierseite.


Während in Hofheim noch zu spielen sein wird, beginnt am Freitag im kurfürstlichen Ambiente im Schloss Schwetzingen die zentrale Endrunde aller 16 Bundesliga Teams. An der erneuten Deutschen Meisterschaft der OSG Baden-Baden gibt es keine berechtigten Zweifel, so wenig wie am Klassenerhalt der Wiesbadener, aber leider auch dem Abstieg der Griesheimer.

Homepage Schachbundesliga.


Eine Woche später biegt dann die Oberliga Ost und die 2. Bundesliga auf die Zielgerade ein, leider ohne zentrale Austragung.

Wieder eine Woche weiter - am 20.April - werden in Gladenbach die Hessischen Blitzmannschaftsmeisterschaften ausgetragen, und zeitgleich beginnen auch die Hessischen Seniorenmeisterschaften in Bad Sooden-Allendorf, die jetzt schon über 200 Teilnehmer ausweisen und den Leiter der Veranstaltung, Seniorenwart Helmut Escher, freudig strahlen lassen.

Homepage Seniorenschach in Hessen.


Ebenfalls an diesem Wochenende findet die 8. Runde der Team-Wettkämpfe des Verbandes statt, und auch einige Bezirke tragen ihre Vorschlussrunde aus.


In memoriam Walter Jäger: die FSM 2013

Wie immer, oder überwiegend in den letzten Jahrzehnten, beginnt am letzten Montag im April die Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft. Ganz oben auf der Teilnehmerliste findet sich, wie in den letzten beiden Jahren, der Internationale Großmeister Igor Khenkin, dem diesmal starke Konkurrenz aus dem GM- Lager droht: aus dem nicht viel weiter entfernten Mainz reist Leonid Milov an, der versuchen wird, den Titel Hattrick des Bundesligaspielers an sieben Montagabenden zu verhindern.

Aber auch viele weitere starke lokale Schachgrößen werden den beiden Favoriten versuchen den einen oder anderen Punkt streitig zu machen, allen voran IM Sven Telljohann von den Schönecker Schachfreunden, der zuletzt den Hessischen Einzelpokal Goldener Springer gewinnen konnte.

Für insgesamt 10 Ratingklassen, 3 Sondergruppen (Frauen, Jugendliche, Senioren) und mehrere Teamwertungen werden weitere Geldpreise neben den Hauptpreisen ausgeschüttet, sodass eigentlich jeder in einem der beiden Turniere, allgemeine Gruppe oder B- Turnier, eine Chance bekommt.

In 2013 wird die Stadtmeisterschaft in Gedenken an den großen Walter Jäger (Bild) ausgetragen, der in diesem Jahr einhundert Jahre alt geworden wäre. Eine Galerie mit Fotos aus dem Leben dieses ehemaligen Meisters von Deutschland wird während der Runden zu sehen sein, der insgesamt, neben vielen anderen Turniererfolgen, auch fünfmal die Frankfurter Stadtmeisterschaft gewinnen konnte.

Der damalige Wanderpreis, ein Ende der zwanziger Jahre von der Stadt Frankfurt in Auftrag gegebenes künstlerisches Schachspiel und vom in der Region geschätzten Bildhauer Harold Winter aus Holz geschnitzt, galt lange als verschollen, ging aber nachweislich 1950 mit dem 5.Turniersieg noch in den entgültigen Besitz des populären Spielers über. Sofern es die Platzverhältnisse erlauben, wird es im Original im Turniersaal zu sehen sein.

Wenn die Frankfurter Eintracht zu recht stolz auf ihren treuen Charly Körbel oder den ewigen Oka Nikolov ist, können es die Frankfurter Schachfreunde von 1921 auf Walter Jäger sein: nur wenige konnten in den sechziger Jahren dem Werben der Frankfurter Königsspringer widerstehen, die die stärksten Spieler nicht nur aus Frankfurt um sich scharten. In schwierigen Zeiten übernahm Walter Jäger auch Verantwortung und das Amt des Turnierleiters, später wurde er sogar deren 1.Vorsitzender. Aus solchem Vereinsholz sind nicht mehr viele geschnitzt.

Anmeldungen zur FSM 2013 können wie stets über die Turnierseite im Internet vorgenommen werden, oder auch formlos per Mail.

Der Frankfurter Bezirk freut sich auf die Teilnehmer der Region und wünscht allen recht viel Erfolg bei diesem offenen Turnier.

Homepage Frankfurter Stadtmeisterschaft.


Gruß

Euer
Hans D. Post


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Hans-Dieter Post ist seit über 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet.

Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren.

Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie die neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.

Homepage "Schach in Hessen"

Interview mit Hans-Dieter Post vom 20.01.2011



Hans-Dieter Post

Published by Mike Rosa

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