Nachrichten Post vom Hessenschach Aktuell, informativ und direkt...
07.09.2011 - ...so wendet sich künftig Hans-Dieter Post auch über die Webseite der Chess Tigers an Sie, um mit Ihnen alles Wissenswerte rund um den Schachsport in Hessen zu teilen. Wo eigentlich die offizielle Homepage des Hessischen Schachverbandes gefragt wäre, werden die Chess Tigers nun endgültig in die Bresche springen und dafür sorgen, dass sich die vielen guten und natürlich auch die wenigen nicht so erfreulichen Nachrichten über die Landesgrenzen hinaus verbreiten. Das machen wir gerne, doch warum es nötig ist und noch mehr, erfahren Sie in der Folge von Post persönlich. Die Themen seines aktuellen Newsletters lauten: IM Hagen Poetsch gewinnt Schloßpark-Open ++ SC 1961 König Nied neuer Hessischer Pokal-Champion ++ GM Vitaly Kunin triumphiert in Bensheim ++ TSG Nieder-Erlenbach: Aller Anfang ist schwer... ++ Bad Vilbel: ein Jahr nach dem Silberturnier ++ "Hessen vorn!" setzt schon wieder neue Maßstäbe
Hans-Dieter Post ist seit exakt 25 Jahren Turnierleiter des Schachbezirks Frankfurt und war jahrelanger Turnierleiter der Chess Classic Mainz. Der IT-Experte entwickelte für das größte Schnellschachturnier der Welt eigens eine digitale "Open-Maschine", welche weltweit bei Turnierorganisatoren Aufmerksamkeit erregte. Immer mehr hessische Turniere rüsten mit Turnierleiter Post auf und wurden stets mit einem merklichen Plus an Teilnehmern - sowohl in der Spitze als auch in der Breite - gesegnet. Was genau das Postsche System zu bieten hat, können Sie einem in diesem Jahr geführten Interview (siehe unten) mit Hans-Dieter Post entnehmen. Seine Hingabe sowohl für das traditionelle Schach wie auch für Chess960, aber auch seine regionale Verbundenheit, spornen den Chess Tiger zudem immer wieder an, mit seiner eigenen Webseite nebst regelmäßigem Email-Newsletter aktuell, informativ und direkt über die aktuellen Ereignisse im hessischen Schach zu berichten und die Werbetrommel für kommende Turniere zu rühren. Und nun wird er dies auch über die Webseite der Chess Tigers tun. Noch schneller erhalten Sie den neuesten hessischen Schach-Nachrichten nur, wenn Sie den kostenlosen Newsletter direkt bestellen.
Mit einer starken Leistung trumpfte Hessens große Hoffnung IM Hagen Poetsch bei seinem neuen Klub, dem SV Wiesbaden 1885 auf, und verwies die teilnehmenden Großmeister auf die Plätze. In einer Top-Fünfergruppe mit je sechs Punkten errechnete die Turnierleitung nach 7 Runden die beste Zweitwertung für das Aushängeschild des Hessischen Leistungskaders, dem er allerdings schon seit gut 2 Jahren entwachsen ist.
GM Viesturs Meijers, zweifacher Hessischer Schnellschachmeister und bekannt von vielen Open-Teilnahmen, nicht nur in Deutschland, rechtfertigte die Berücksichtigung des Schloßpark-Opens in seinem Turnierkalender mit Platz 2 in der Endabrechnung. Er verwies seinen Titelkollegen Thomas Luther aus Erfurt, immerhin dreifacher Deutscher Meister, ganz knapp auf den dritten Platz; wenn man die Anzahl der Siege mit hinzunimmt, da beide die gleiche Feinwertung aufweisen. FM Michael Stockmann musste denn auch in der Schlußrunde nicht lange auf sein Turnierende warten, denn ein Remis in der letzten Partie sicherte seinem Gegner IM Poetsch den Platz ganz oben, und ihm selbst Rang 4, was ja nun nicht das Schlechteste ist! Beide konnten dann zuschauen, wie sich fünf weitere Spieler des Gastgebers in den Top Ten einnisteten, wofür es ja immerhin noch Preisgeld gab! Samuel Minor, Bernhard Nagel, Felix Kayser, Jens Gottschalk und FM Julian Geske, der nächste hessische Hoffnungsträger, belegten die Folgeplatzierungen, ließen aber den Oberurseler FM Daniel Malek noch auf Platz 9 eintauchen.
Blick in den Turniersaal
Neben dem runderneuerten Vereinshaus am Biebricher Schlosspark bot der SV Wiesbaden auch eine komplett neugestaltete Turnierseite an, die nicht nur während der Anmeldung wunschgemäß strapaziert wurde. 158 Teilnehmer fanden dann zur 1.Runde auch alle ein geräumiges Plätzchen in einem als klassisch schön zu bezeichnenden Turniersaal. In der 23. Auflage seit 1981 hat es nur drei Turniere in dieser Halle gegeben, die besser besucht waren; und somit konnte der Vorstand des SV Wiesbaden natürlich sehr zufrieden mit dem Restart dieses Traditionsturnieres sein.
So wurde denn auch vor der Siegerehrung bereits das SPO Nr.24 für das kommende Jahr versprochen, und der eine oder andere, GMs inklusive, sagten sofort das Wiederkommen zu.
Zur Zeit werden noch die Partien erfasst, die schon während der Veranstaltung an den Top-Brettern zur Analyse angeboten wurden. Diese Daten, nebst Ergebnissen, Tabellen, Fotos und nicht zuletzt ein umfangreiches Eventarchiv gibt es unter:
SC 1961 König Nied neuer Hessischer Pokal-Champion
Im 50.Jahr seit Gründung gelang dem SC 1961 König Nied erstmals ein schöner Titelerfolg bei den Mannschaften in Hessen, denn man gewann den Hessischen Vereinspokal.
Wer den Weg der neuen Pokalsieger in die Siegerliste verfolgen möchte, und wie verschiedene Generationen von Meistern aus dem Frankfurter Westen hier eine Erfolgsstory schrieben, findet eine Zusammenfassung des Wettbewerbs der Ereignisse genau hier.
v.l.n.r. IM Ilja Schneider (3.), GM Vitaly Kunin (1.) & FM Igor Zuyev (2.)
Seit Jahren schon ist der Beginn der neuen Saison im Terminkalender auch mit der Austragung des Bensheimer ActiveChess-Opens verknüpft. Erstmalig konnte Vitaly Kunin von den Freibauern Mörlenbach sich als Großmeister in die Siegerliste eintragen, nachdem er vor 8 Jahren schon einmal als Internationaler Meister das Turnier gewinnen konnte. Mit knapp 100 Teilnehmern, darunter 13 Titelträger, konnte das Niveau quantitativ und qualitativ im Vergleich zu den Vorjahren gehalten werden. Mittlerweile findet man auch das Endergebnis nebst Bildern auf der Turnierseite der SG Bensheim:
Während die SG Bensheim schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist man mit der Schachabteilung der TSG Nieder Erlenbach im Frankfurter Nordosten noch ein Frischling. Und dennoch: um die Bekanntheit zu steigern hat man sich entschlossen ebenfalls ein Schnellschachturnier auf die Schiene zu bringen und lädt daher für kommenden Sonntag ab 14 Uhr zu 9 Runden in den Großen Saal des Bürgerhauses Nieder Erlenbach ein.
Turnierleiter Hans-Dieter Post hat sich als Geburtshelfer für den neuen kleinen Turnierfratz zur Verfügung gestellt und hofft wie die Nieder-Erlenbacher, das er kräftig gedeihen möge.
Wer sich frühzeitig anmeldet, spart auch ein klein wenig am Startgeld ein.
Noch älter als Bensheim mit bereits 26 Auflagen kommt die Bad Vilbeler Stadtmeisterschaft daher: Im Kurhaus wird eine Woche nach Nieder Erlenbach die nächste Gelegenheit geboten, sich ein wenig auf die eine weitere Woche später beginnenden Mannschaftskämpfe vorzubereiten.
Während sich kleine und große Vereine erfolgreich bemühen, einen qualitativ hochwertigen Spielbetrieb auf die Beine zu stellen, schlafen im Hessischen Schachverband so langsam die Turniere ein. Und obwohl die Kritik an einem schlecht gepflegten Internet-Auftritt immer lauter wird, scheint das bei den Verantwortlichen kaum jemand zu interessieren.
Schon lange dümpeln die gleichen trostlosen Meldungen auf der Leitseite des Verbandes dahin, und während sich Klubs über ihre ersten hessischen Turniererfolge zum Ausklang einer gelungenen Saison freuen, nimmt das in der Chefetage niemand zur Kenntnis. Haben da etwa die Falschen gewonnen?
Schon seit einigen Jahren leidet die Qualität der Veröffentlichung, weil eben nichts von selbst geschieht und Kontinuität auch Kraft kostet sowie Zeit erfordert. Nicht jeder kann und möchte da aus dem Vollen schöpfen. Für wen denn auch?
Obwohl sich der Verband drei Vorsitzende leistet, die allesamt völlig ausgelastet zu sein scheinen, bleiben wichtige Ressorts unbeaufsichtigt; und Alle der trügerischen Annahme unterworfen, das keiner der Drei daran seine Verantwortung trägt.
Um das Schlimmste zu verhüten, hat denn ein einst Geschasster, nun Breiten- und Freizeitsportreferent des Verbandes, die Kohlen bei der Hessischen Schnellschachmeisterschaft im Juli aus dem Feuer geholt, und die Arbeit Anderer übernommen.
Die Hessenmeisterschaft davor war schon eine Katastrophe, über den sich auch andere Landesverbände kopfschüttelnd wunderten. Angeblich soll nun eine neue Reform der Austragungsmodalitäten dazu führen, diesen Betrieb wieder anzukurbeln. Seltsam, das eine Deutsche Amateurmeisterschaft mit genau solchen, angeblich verbesserungswürdigen Veranstaltungsparametern boomt!
Die Reform muss wohl doch eher an anderer Stelle ansetzen! Der Hessische Einzelpokal, seit 1946 reglmäßig ausgetragen und seither mit festem Platz im Turnierkalender, hat sich klammheimlich verkrümmelt. Vor wenigen Jahren noch war der Hessische Pokalsieger auch der auf nationaler Ebene. Heute? Keine Ausschreibung, keine Aktivitäten erkennbar, Nichts! Sehen so die neuesten "Hessen-vorn!"-Reformen aus?
Hier werden Qualifikationsturniere, eigentlich die Kronjuwelen eines Landesverbandes, geradezu verheizt!
Ein Organisationsdebakel kündigte sich vor dem Beginn der Mannschaftskämpfe an, was der Turnierausschuß auf Antrag eines Vereines gerade noch korrigieren konnte. Nun haben wir zwei Runden mehr in der Landesklasse Süd, aber kaum einer findet Hinweise über das Wann und Wo oder Warum.
"Konkurrenz belebt das Geschäft" und unter diesem Motto wachsen seit Jahren Hessens Open-Turniere in immer neuere Teilnehmerrekorde. Kassel, Korbach, Bad Homburg, Frankfurt, Ffm-Griesheim, Wiesbaden, Einhausen (Ried): Fast alle haben Kapazitätsprobleme; und engagierte Teams, die die Veranstaltungen ermöglichen!
Bezeichnend, das die großen Erfolge im Mannschaftssport, der SV Griesheim in der 1. Bundesliga, und nun der SV Wiesbaden als Staffelfavorit in der 2. Liga West(!) dort am Tor kratzend, nicht gerade auf eine intensive Landesverbandszuarbeit zurückzuführen sind.
Das Schlimme ist nur, aus einem Denkfehler hervorgehend, einem angeblichen Mangel an Alternativen nachhängend, es werden genau die Leute, die maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der letzten Jahre haben, beinah einstimmig wiedergewählt.
Oder ist das so eine Art Bestrafung? Wenn ja, für wen?