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Fischers Besuchergambit: Abgelehnt.
Japanischer Gefängnis-Chef blockt Besucher aus Island
04.03.2005 - Ryann Connell berichtet in der japanischen Zeitung Mainichi Daily News vom 2. März 2005 exklusiv über die neuesten Entwicklungen um den inhaftierten Ex-Schach-WM Bobby Fischer. Jetzt wurde der Besuch von Bobby Fischers langjährigem Freund aus Island ohne Angabe von Gründen abgelehnt.

Watai (links) und Palsson (rechts) Foto:Mainichi Shimbun

Japans Gefängnisbürokraten waren wieder einmal erfolgreich. Als Bobby Fischers Verlobte, die Präsidentin des Japanischen Schachverbands zusammen mit Saemundur Palsson aus Island am vergangenen Mittwoch ihm einen Besuch im Ushiku-Gefängnis abstatten wollten, griffen die Behörden zu einem Blockademittel, wie es sattsam in der Schachtheorie bekannt ist. "Ein vorgerückter Freibauer ist mit allen Mitteln zu blockieren und somit ins Gefängnis zu werfen", so hatte schon der legendäre Aron Nimzowitsch in seinem Buch "Mein System" postuliert. Es ist nicht bekannt, ob die Gefängnisleitung in Japan diese Grundsätze der Schachtheorie kennen, eher haben sie sich an die altbewährten Rituale der Gefangenen-Einschüchterung angelehnt und den geplanten Besuch des prominenten Insassen erst einmal blockiert.

Dabei gab es keinerlei Anzeichen, dass die japanischen Behörden zu einer solch dramatischen Maßnahme greifen würden, denn Fischers Verlobte hatte ihn in seit seiner Verhaftung im Juli 2004 nahezu täglich besucht, ohne dass ein einziger Besuch abgelehnt worden wäre.

Wieder einmal mussten "Sicherheitsbedenken" als Ablehnungsgrund herhalten, obwohl Besucher im Ushiku-Gefängnis mit den dort inhaftierten Insassen durch eine dicke Glaswand getrennt sind. Saemundur Pallson aus Island ist ein 68jähriger ehemaliger Polizei-Offizier, der Bobby Fischer während dessen legendären Schach-Weltmeisterschaftsmatch 1972 in Reykjavik (Island) kennenlernte und der bis heute als einer der engsten Freunde Fischers gilt.

Nachdem die Besucher nahezu 40 Minuten warten mussten, liess der Leiter des Gefängnisses, Yasushi Takayama, mitteilen, dass die Besuchsrechte für heute ausser Kraft gesetzt wären.

Palsson hatte am gleichen Tag die Botschafts Island in Tokyo besucht, um sich über den aktuellen Stand von Bobby Fischers Reisepass zu orientieren. Island hatte trotz enormer Einflussnahme der USA entschieden, einen speziellen Ausländer-Reisepass für Bobby Fischer auszustellen, damit er der endlich aus Japan ausreisen kann und in Island Asyl bekommen kann.

Bobby Fischer wurde unter dem Vorwand eines ungültigen US-Reisepasses im Juli 2004 auf dem Narita-Flughafen in Tokio verhaftet und sitzt seither im Gefängnis. Er soll aufgrund früherer Verstösse gegen das UN-Embargo gegen Jugoslawien im Zusammenhang mit seinem WM-Rematch gegen Boris Spassky in die USA abgeschoben werden, wo ihm Geldstrafen und eine 10-jährige Haft drohen. Bobby Fischer hat sich seither mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Abschiebung gewehrt.

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Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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