24.06.2015 - Dass es beim Norway Chess 2015 wirklich noch spannend werden würde, darauf haben nicht viele gewettet. Zu überlegen schien Veselin Topalov, doch in der heutigen Runde 8 entglitt ihm ein nahezu ausgeglichenes Endspiel gegen Anish Giri zur ersten Niederlage im Wettbewerb. Das gab Viswanathan Anand und Hikaru Nakakmura die unverhoffte Gelegenheit doch noch zur Jagd auf den Bulgaren zu blasen. Vishy hatte mit Jon Ludvig Hammer den scheinbar leichteren Gegner und wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Bauer um Bauer des Norwegers verschwand ersatzlos vom Brett, als es derer drei waren, hatte Hammer genug. Naka bekam gegen Maxime Vachier-Lagrave eine angenehme Stellung gegen dessen Najdorf-Sizi und hatte den Franzosen fast schon am Wickel, aber dann wehrte sich dieser nach einer ausgelassenen Chance ausgezeichnet und entkam ins Remis. Den dritten Sieg des Tages erzielte ein diesmal glücklicher Magnus Carlsen gegen Levon Aronian. Nach einem verschmähten Qualitätsgewinn hätte der Weltmeister sogar in Verlustgefahr geraten können, aber stattdessen griff Aronian schwer fehl und verlor. Alle restlichen Partien endeten ohne Sieger. Somit kommt es in der morgigen Schlussrunde ab 16 Uhr zum Showdown zwischen Topalov als Weißer und Anand um den Turniersieg. Topi hat noch einen halben Zähler mehr, aber vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere Fan an eine ganz bestimmte WM-Partie, in welcher der Inder mit Schwarz groß auftrumpfte... Klar ist bei dieser Konstellation, dass das Turnier morgen in der normalen Spielzeit entschieden wird - einen Tiebreak kann es nicht mehr geben. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
23.06.2015 - Erstmal endeten beim Norway Chess 2015 alle Partien einer Runde ohne Sieger. Im siebten Umlauf war es erstaunlicherweise ausgerechnet Magnus Carlsen, der nach extrem eigenwilliger Eröffnung als Schwarzer gegen Maxime Vachier-Lagrave mehr oder weniger ins Remis einwilligen musste. Nur 14 Züge waren gespielt, da sahen sich beide Seiten genötigt, die Stellung drei Mal zu wiederholen. Nach nur 20 Zügen einigten sich wenig später auch Levon Aronian und Viswanathan Anand darauf, die Friedenspfeife zu schmauchen. Der Armenier fand keinen motivierenden Weg, auf mehr zu spielen, und Vishy war auch nicht unglücklich über ein leichtes Remis mit Schwarz. Länger hielten da schon die sechs anderen Spieler durch, aber ernsthaft das Gleichgewicht gestört wurde nur zwischen Jon Ludvig Hammer und Anish Giri. Dabei war es der Norweger, der ein besseres Turmendspiel herbeiführen konnte und den Niederländer eine Weil knetete. Damit hat sich am Tabellenstand natürlich nichts geändert - es führt weiterhin Veselin Topalov mit 1,5 Zählern Vorsprung auf Naka und Vishy. Aber die Chancen auf den Turniersieg sind bei noch zwei ausstehenden Runden für den Bulgaren (Unstopalov) beträchtlich gestiegen. Allerdings steht in der Schlussrunde noch das geschichtsschwangere Duell gegen Anand an - da war doch mal was... Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
22.06.2015 - Gut möglich, dass sich der eine oder andere Topstar Gedanken macht, ob er nicht auch mal einfach ein halbes Jahr pausiert, um neue Kräfte zu sammeln, jedenfalls hat dies Veselin Topalov sehr gut getan. Ohne wirkliche Probleme überspielte der Bulgare in der heutigen 6. Runde des Norway Chess 2015 mit Schwarz Alexander Grischuk und hat nun drei Runden vor dem Ende 1,5 Punkte Vorsprung auf die nächsten Verfolger. Zu diesen zählt Viswanathan Anand, welcher über einen völlig überforderten Maxime Vachier-Lagrave herfiel und diesen wie schon zuvor Magnus Carlsen im Königsangriff erledigte. Damit liegt der Inder ebenso bei +2 wie auch Hikaru Nakamura, der heute nach fast 100 Zügen ein Schwarzremis von Carlsen bekam. Auch die anderen Partien endeten unentschieden, so dass am Tabellenende weiterhin Hammer und Carlsen rangieren, allerdings hat sich noch Grischuk nach zwei Niederlagen in Serie hinzugesellt. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
21.06.2015 - In der ersten Runde gab es zur Begrüßung von Magnus Carlsen persönlich einen ganzen Punkt, und in der heutigen fünften Runde des Norway Chess gab es nochmals einen halben mehr als "verdient" von Norweger Nr. 2. Jon Ludvig Hammer spielte wirklich eine tolle Partie, lieferte sich eine echte Schlacht mit dem Tabellenführer, lehnte die Möglichkeit zu einem Remis ab, opferte eine Figur für drei Bauern und erreichte dann nach kritischer Zwischenphase mit genauem Spiel eine Remisstellung. Nun musste nur noch der letzte gegnerische Bauer vom Brett, aber statt das einzügig zu erzwingen, stellte er mit einem Zug gleich beide Bauern am Königsflügel ein. Mit seinem vierten Siegen baut Topalov seine Führung weiter aus, während der Carlsen und Levon Aronian ihre ersten vollen Punkte notieren durften. Der Weltmeister trickste Alexander Grischuk in einer ausgeglichenen Stellung gekonnt aus, als sich dieser mal wieder in schlimmer Zeitnot befand. Aronian stellte Fabiano Caruana ebenfalls im Endspiel eine kleine Falle, auf die der Italiener tatsächlich hereinfiel. Die beiden restlichen Duelle endeten ohne Sieger, wobei der Kampf zwischen Hikaru Nakamura und Viswanathan Anand deutlich packender war, als die Nullnummer zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Anish Giri. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
19.06.2015 - Drei Weißsiege und zwei Remis sah die heutige vierte Runde des Norway Chess 2015 und brachte ordentlich Bewegung in die Tabelle. Denn diese führt nun erstmals nur noch ein Spieler an - nämlich Veselin Topalov. Das unglaubliche Glück in Runde 1 scheint den Wenigspieler aus Bulgarien beflügelt zu haben, jedenfalls schlug er heute auch Levon Aronian und liegt nun bei +3. Mit +2 folgt Hikaru Nakamura, der eine lange Partie gegen Anish Giri remisierte, der wiederum mit +1 auf dem dritten Rang folgt. Diesen allerdings muss er sich mit Viswanathan Anand teilen. Der Inder überspielte Magnus Carlsen als Weißer nach allen Regeln der Schachkunst und stürzte die norwegische Fangemeinde in ein Jammertal. Das i-Tüpfelchen setzte dann auch noch Alexander Grischuk mit seinem Sieg gegen Norweger Nr. 2 Jon Ludvig Hammer. Topalov mit einer Performance jenseits der 3100, der amtierende Weltmeister mit 0,5/4, was ihm zuletzt vor exakt 10 Jahren in Gausdal als Vierzehnjähriger passiert ist - das Norway Chess 2015 bietet allerlei Diskussionsstoff. Sicherlich auch morgen, obwohl sich die Spieler schonen dürfen, denn es wird ein Ruhetag eingelegt. Am Sonntag um 16 Uhr geht es dann weiter. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
18.06.2015 - Nach dem geschenkten Sieg in Runde 1 holte sich Veselin Topalov heute mit starkem Spiel den vollen Zähler von Maxime Vachier-Lagrave zur - wie es lange Zeit aussah - alleinigen Führung nach 3 Runden beim Norway Chess 2015. Doch ein Spieler hatte etwas dagegen, und das war ... Fabiano Caruana. Der bald wieder für die USA startende Italiener hatte sich gegen Landsmann Hikaru Nakamura ein bequemes Turmendspiel aufgebaut, welches nur mit einem Remis enden konnte, aber aus noch ungeklärten Gründen brachte er sich mit einem wirklichen Anfängerfehler (40...g5?? - siehe Diagramm) in eine Verluststellung und verhalf Naka damit zur geteilten Tabellenführung. Alle weiteren Partien endeten ohne Sieger, wurden aber bravourös ausgekämpft und lieferten eine Menge Analysestoff. Richtig ernsthaft gestört wurde das Gleichgewicht allerdings nur zwischen Magnus Carlsen und Anish Giri. Der bisher so glücklose Norweger erspielte sich eine Gewinnstellung, doch dann verpasste er eine Computerlösung zum sofortigen Sieg und übersah dann eine starke Verteidigung des Niederländers. Somit muss der Weltmeister auch nach der dritten Runde die rote Laterne hochhalten. Morgen wird er Schwarz gegen Viswanathan Anand haben, der bisher als einziger Spieler alle Partien remisiert hat, aber dafür auch behaupten kann, als einziger bisher niemals auf Verlust gestanden zu haben. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
17.06.2015 - Gestern verlor Magnus Carlsen bekannt unglücklich die längste Partie des Tages, in Runde 2 heute folgte die kürzeste Partie mit gleichem Ergebnis. Doch dieses Mal wurde er auf dem Brett geschlagen und zwar von Fabiano Caruana. Die Nr. 2 der Weltrangliste kannte sich in der speziellen Stellung des Berliner Endspiels als Weißer schlicht besser aus und nutzte eiskalt die Ungenauigkeiten des Weltmeisters. Für die Statistiker unter Ihnen: Carlsen verlor zuletzt in Bilbao 2010 die ersten beiden Partien eines Turniers - damals gegen Vladimir Kramnik und Viswanathan Anand. Dieser kolossale Fehlstart ist natürlich auch aus norwegischer Sicht bitter, zumal auch Jon Ludvig Hammer heute einen halben Punkt vergeudete. Norwegens Nr. 2 hatte Maxime Vachier-Lagrave am Rande der Niederlage, aber nach einer norwegischen Ungenauigkeit rettete sich der Franzose noch in das berühmte "Falscher Läufer-Endspiel". Auch alle weiteren Duelle endeten heute friedlich. Damit führen aktuell gleich fünf Spieler die Tabelle an, und alleiniger Letzter mit leerem Punktekonto ist Carlsen. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
16.06.2015 - Heute fand die erste Runde des Norway Chess 2015 statt, nachdem gestern Maxime Vachier-Lagrave das Blitzturnier um die Startplätze gewonnen hatte. Für das erste Ergebnis im Hauptturnier sorgten Viswanathan Anand und Fabiano Caruana mit einem völlig gerechten Remis. Danach jedoch floss eine Menge Blut. Den Anfang machte Anish Giri mit seinem Sieg gegen Alexander Grischuk, Hikaru Nakamura legte gegen den zweiten Norweger im Feld Jon Ludvig Hammer nach, und bald darauf musste sich Levon Aronian dem Blitzchampion von gestern beugen. Die längste Partie spielten Magnus Carlsen und Veselin Topalov, und es sollte ein wahres Drama werden. Der Norweger eroberte einen Bauern und knetete seinen Gegner in der Folge mal wieder nach allen Regeln der Kunst, bis er den Sieg in der Tasche hatte. Aber dann, im 61. Zug, ließ sich Carlsen ungewöhnlich viel Zeit, den Gewinnzug 61.Lc4+ auszuführen, die Sekunden tickten herunter, und dann trat der Schiedsrichter ans Brett und unterrichtete den Champion darüber, dass er auf Zeit verloren hatte. Dem absoluten Entsetzen folgte rasch die Erkenntnis, dass es ab dem 61. Zug keine Extrazeit gibt. Auf dem kleinen Bildchen oben sieht man, dass selbst Topalov es nicht fassen konnte, was soeben geschehen war. Im vergangenen Jahr an gleicher Stätte wäre Carlsen nichts passiert, doch die diesjährige Bedenkzeit sieht 2 Stunden für 40 Züge vor und dann 1 Stunde plus 30 Sekunden pro Zug für den Rest der Partie. Da diese Bedenkzeit offenbar laut vor dem Start der Runde nochmals angesagt wurde, muss sich Carlsen selbst die Schuld geben, denn er kam zu spät! Allerdings ist es eine Tatsache, dass es bei dem ständigen Wechseln der Bedenkzeiten irgendwann zu so einem Zwischenfall kommen musste. Ergebnisse, Tabelle, Bilder & Partien... Turnierseite
26.04.2015 - Nach einem bösen Schnitzer durfte das Geburtstagskind Rauf Mamedov als Erster seinem Gegner Magnus Carlsen zum Turniersieg beim Gashimov Memorial 2015 gratulieren. Vor der Schlussrunde hatte der amtierende Weltmeister einen halben Punkt Vorsprung auf den einzigen Verfolger Viswanathan Anand, welcher kurz nach dem Sieg Carlsens mit Fabiano Caruana den Punkt teilte. Mit +5 und einer Performance von 2980 hat der Norweger mal wieder seine Extraklasse bewiesen, aber erinnern wir uns auch an die erste Runde, wo er beinahe gegen Vishy verloren hätte. Der indische Ehrentiger spielte mit +3 und einer 2891-Performance ein sehr starkes Turnier und ist der einzige Spieler, der in keiner Partie in Verlustgefahr geriet. Dritter wurde Wesley So, der das Turnier wie die Feuerwehr begann, aber in der zweiten Hälfte schwächelte. Zum Abschluss gab es ein Remis gegen Maxime Vachier-Lagrave. Doch den Bronzerang muss er sich mit Fabiano Caruana teilen, der sein Turnier mit einem Doppelschlag in den Runden 6 und 7 rettete. Alle anderen sechs Spieler müssen mit einem negativen Score und einigen ELO-Verlusten leben. Am Ende des Berichts finden Sie noch das jüngste Video von Vijay Kumar mit Kommentaren der Spieler - u.a. Anand und Carlsen. Zahlen, Fakten, Partien, Bilder & Video... Offizielle Turnierseite
25.04.2015 - Mit seinem zweiten Sieg in Serie und dem dritten im laufenden Wettbewerb hat sich Viswanathan Anand heute nicht nur auf +3 gehoben, er hat vor der morgigen Schlussrunde sogar noch die Chance, das Gashimov Memorial zu gewinnen. Wieder war es (unter anderem) ein starkes Qualitätsopfer, welches Vishy gegen Shakhriyar Mamedyarov denn vollen Punkt einbrachte, während Carlsen gegen Wesley So nicht über ein Remis hinauskam. Das Sahnehäubchen auf die heutige Runde ist die Tatsache, dass Anand nunmehr virtuell wieder über ELO 2800 ist. Schaut man auf die Paarungen der morgigen Schlussrunde, hat Carlsen mit Weiß gegen Geburtstagskind Rauf Mamedov die deutlich lösbarere Aufgabe, denn Vishy trifft mit Schwarz auf Fabiano Caruana. Zu seinem ersten Sieg im Turnier kam heute Michael Adams gegen Anish Giri, und auch Vladimir Kramnik konnte nach seinen zuletzt drei Nullen in Folge dennoch wieder lachen, denn er hatte leichtes Spiel mit Maxime Vachier-Lagrave. Caruana musste sich trotz zwischenzeitlich bester Aussichten mit einem Remis gegen Mamedov begnügen. Die finale Runde beginnt am Sonntag bereits um 11 Uhr! Zahlen, Fakten, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
24.04.2015 - Bis zum heutigen Tag hatten Magnus Carlsen und Vladimir Kramnik einen ausgeglichenen Score gegeneinander, aber nach der 7. Runde des Gashimov Memorials führt der norwegische Weltmeister nicht nur in der Tabelle, sondern auch gegen Russlands Nr. 1. Kramnik seinerseits musste zum ersten Mal in seiner phantastischen Karriere in einem klassischen Turnier drei Niederlagen in Folge hinnehmen - hinlänglich als "lange Rochade" bekannt. Carlsen liegt mit +4 weiterhin in Führung, und der direkte Verfolger musste heute zudem Federn lassen. Wesley So unterlag Fabiano Caruana und muss sich nun mit diesem den dritten Rang teilen. Zweiter ist nämlich nach einer neuerlichen Glanzleistung Viswanathan Anand. Für Michael Adams hatte Vishy ein interessantes Qualitätsopfer in petto, welches ihm lang anhaltende Initiative und zahlreiche taktische Möglichkeiten bot. Zunächst verteidigte sich der Brite präzise, aber nach und nach gewann der indische Monsterläufer an Stärke und entschied die Partie letztlich zu Gunsten des 15. Weltmeisters. Die beiden anderen Begegnungen endeten ohne Sieger. Shakhriyar Mamedyarov hatte seinen Landsmann Rauf Mamedov zwar fast schon auf der Rolle, doch dann trickste ihn sein Gegner nett ins Remis. Zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Anish Giri wurde das Gleichgewicht nie ernstlich gestört, und bald nach dem 40. Zug reichte man sich die Hände. Runde 7 beginnt am Samstag um 12 Uhr mit den Duellen: So vs. Carlsen, Anand vs. Mamedyarov, Mamedov vs. Caruana, Kramnik vs. Vachier-Lagrave & Adams vs. Giri Zahlen, Fakten, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
23.04.2015 - Die 6. Runde des Gashimov Memorials brachte keine Änderungen an der Spitze der Tabelle hervor. Magnus Carlsen verteidigte seine Führung in einer 37-zügigen Schnellschachpartie gegen Anish Giri. Beide Spieler holzten in der Ragosin-Verteidigung in Windeseile so viel Material wie möglich vom Brett und waren nach etwas mehr als einer Stunde jeweils einen halben Punkt reicher. Extrem solide ging auch Rauf Mamedov gegen Viswanathan Anands Caro-Kann zu Werke. Der Aseri begnügte sich damit, seinen schmalen Eröffnungsvorteil zu verwalten und wurde mit dem ersehnten Remis belohnt. Den nächsten Friedensschluss sah das Duell zwischen Wesley So und Shakhriyar Mamedyarov. Zunächst schien es, als könne der Amerikaner eine gefährliche Initiative entwickeln, doch um Zug 25 herum konnte Shak das Gleichgewicht wieder herstellen. Nach etwas mehr als 3 Stunden Spielzeit wurde das Remis unterzeichnet. Als sich dann noch abzeichnete (und letztlich bewahrheitete), dass Michael Adams trotz Mehrbauer nicht gegen Maxime Vachier-Lagrave würde gewinnen können, schlug die Stunde von Fabiano Caruana. Bisher muss der Italiener ein gebrauchtes Schachjahr 2015 konstatieren, aber zum Gewinnen ist es ja nie zu spät. Heute begann er damit, indem er eiskalt und mit einen starken Qualitätsopfer einen Mittelspiellapsus von Vladimir Kramnik bestrafte und sich somit zumindest auf 50 Prozent hievte. Ob dies die Kehrtwende für Caruana war, sehen wir vielleicht schon morgen. Für Kramnik jedenfalls war es die zweite Niederlage in Serie, was der gemeine Schachspieler als "kurze Rochade" bezeichnet. 3 Runden mit vielen spannenden Begegnungen stehen noch aus. Runde 7 beginnt am Freitag wie gewohnt um 12 Uhr. Zahlen, Fakten, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
21.04.2015 - Es war das erste Mal, dass Viswanathan Anand und Wesley So in ihrer Karriere die Klingen kreuzten, und die 5. Runde des Gashimov Memorials wird der junge Wahl-Ami bestimmt nicht vergessen. Der indische Superstar bot seinem Gegner überraschend einen Springer zum Fraß an, den dieser schließlich auch nahm. Dies war bestimmt nicht der Grund der Niederlage, denn So erreichte immerhin ein Damenendspiel, welches zunächst haltbar schien. Doch Vishy, dem man jüngst seitens einiger "Experten" Schwächen im Endspiel attestiert hatte, zeigte, wie man ein Damenendspiel mit gleicher Bauernzahl dennoch gewinnen kann. Parallel ereignete sich zwischen Magnus Carlsen und Maxime Vachier-Lagrave auch Historisches. Unglaublich, aber wahr, der Norweger hatte zuletzt vor zehn(!) Jahren gegen den Franzosen eine klassische Partie gewonnen, heute jedoch ließ er diesem nach kuriosem Eröffnungsverlauf keine Chance. Den dritten Sieg des Tages errang Shakhriyar Mamedyarov gegen Vladimir Kramnik. Er zwang den Russen in ein schlechtes Endspiel, und nach mehrmaligem Nachfassen erzielte der Aserbaidschaner den ersten, erlösenden Heimsieg. Eine wundersame Rettung erfuhr Anish Giri, der gegen Fabiano Caruana eigentlich schon in der Eröffnung überspielt wurde, doch dieses Mal schaffte der Niederländer das Remis. Die geringste Aufregung kam zwischen Rauf Mamedov und Michael Adams auf. Das Gleichgewicht wurde nicht wesentlich gestört und der Punkt folgerichtig geteilt. Damit führt nun Magnus Carlsen, der mit Wesley So an der Spitze rochierte. Mit +1 folgt Vishy auf Rang 3 vor Kramnik und Mamedyarov mit jeweils 50 Prozent. O-Töne zur 5. Runde liefert das aktuelle Video von Vijay Kumar am Ende des Berichts. Morgen dürfen sich alle Spieler von den bisherigen Strapazen erholen, bevor am Donnerstag ab 12 Uhr Runde 6 ansteht. Zahlen, Fakten, Partien, Bilder & Video... Offizielle Turnierseite
20.04.2015 - Mit einem Doppelschlag in den Runden 3 und 4 hat Wesley So die alleinige Führung beim Gashimov Memorial in Shamkir übernommen. Gestern musste sich Nachrücker Michael Adams dem jungen Amerikaner geschlagen geben, und heute legte dieser gegen Rauf Mamedov nochmals nach. Das ist sogar etwas zu schnell für Magnus Carlsen. Der Weltmeister besiegte erst Fabiano Caruana, doch Adams konnte er heute nicht bezwingen. Alle weiteren Begegnungen der 3. und 4. Runde endeten ohne Sieger, so dass So mit +3 und einer Performance von 3080 vor Carlsen (+2) und Vladimir Kramnik (+1) führt. In Lauerstellung befinden sich Viswanathan Anand und Maxime Vachier-Lagrave mit 50 Prozent und hundertprozentiger Remisquote. Mit seinem bisherigen Turnier hat So übrigens seine schlimmen Verluste von der US-Meisterschaft wieder egalisiert und kann sich erneut auf den Weg gen 2800 machen. Doch wenn es nach uns geht, kann er dieses Vorhaben am Dienstag gegen Vishy Anand gerne eine Runde lang auf Eis legen. Gestartet wird wie immer exakt "high noon". Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
18.04.2015 - Die zweite Runde des Gashimov Memorials in Shamkir war ganz nach dem Gusto von Magnus Carlsen. In unter 30 Zügen wischte er mit Weiß Shakhriyar Mamedyarov vom Brett und konnte danach entspannt verfolgen, wie alle anderen Duelle ins Remis versandeten. So sieht die Tabelle nun mit dem amtierenden Weltmeister, dem 14. Weltmeister Vladimir Kramnik und der aktuellen Nr. 8 der Weltrangliste, Wesley So, drei Führende. Am Sonntag trifft Carlsen als Schwarzer mit Fabiano Caruana auf die Nr. 2 der Weltrangliste, die ihn zuletzt gerne mal geärgert hat. Kramnik wird trotz Schwarz versuchen, gegen Rauf Mamedov zu punkten, während es zwischen Viswanathan Anand und Anish Giri zum Duell der Generationen kommen wird. Selbiges gilt auch für die Partie So gegen Michael Adams. Aber natürlich verspricht Mamedyarov gegen Maxime Vachier-Lagrave ebenfalls, eine spannende Angelegenheit zu werden, falls Shak beispielsweise auf Biegen und Brechen im eigenen Land glänzen will. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
17.04.2015 - Vladimir Kramnik und Wesley So sind die Helden der Auftaktrunde des Gashimov Memorials in Shamkir. Kramnik hatte es mit Nachrücker Michael Adams zu tun, der den Grund für seine Niederlage aber nicht auf die mangelnde Vorbereitung schieben wollte. Er sei Profi und stets bereit, Schach zu spielen. Nahezu keine Chance ließ So seinem Gegenüber Anish Giri. Der Wahl-Amerikaner begann mit 1.c4 und 2.e4 recht ungewöhnlich, erwischte damit den Niederländer völlig auf dem falschen Fuß und siegte folgerichtig. Ganz knapp an einem Sieg vorbei schrammten derweil Viswanathan Anand und auch Shakhriyar Mamedyarov. Vishy gewann im Spanier gegen Magnus Carlsens Marshall-Angriff mit leichter Hand einen Bauern, doch die Verwertung war nicht trivial. Schließlich klappte der Gewinnversuch des Inders nicht, und der norwegische Weltmeister erhielt den Bauern zurück und dadurch auch das Remis. Auch für Mamedyarov sah es gegen Fabiano Caruana sehr gut aus, doch der Italiener opferte stark eine Figur und hielt letztlich das Endspiel Turm plus Läufer gegen Turm remis. Die einzige Partie ohne allzu große Schwankungen lieferten Maxime Vachier-Lagrave und Rauf Mamedov ab. Sie trennten sich absolut gerechtfertigt unentschieden. Runde 2 beginnt am Samstag um 12 Uhr gleich mit einem Spitzenduell, denn Kramnik wird mit Weiß auf So treffen. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite
16.04.2015 - Nach der heutigen Eröffnungsfeier beginnt morgen offiziell der Spielbetrieb beim Shamkir Chess 2015, welches auch als Gashimov Memorial bekannt ist. Am 14. Januar 2014 verstarb mit nur 27 Jahren der aserbaidschanische Großmeister und Weltklassespieler Vugar Gashimov (Bild) an einem Hirntumor und hinterließ in der Schachwelt eine nicht zu füllende Lücke. Ihm zu Ehren wurde noch im gleichen Jahr in Shamkir ein Weltklasseturnier veranstaltet, welches in diesem Jahr seine zweite Auflage erfährt. Am Start sind die Weltmeister Carlsen, Anand und Kramnik sowie die Topspieler Caruana, Giri, So, Vachier-Lagrave, Mamedyarov, Mamedov und Adams. Letzterer ersetzt den erkrankten Radjabov. Mit einem ELO-Schnitt von 2773 wird hauchdünn die Turnierkategorie 22 um 3 lächerliche Pünktchen verpasst. Der Preisfonds ist mit 100.000,- Euro sehr gut gefüllt. Gespielt wird jeweils ab 12 Uhr. Zum Auftakt kommt es gleich zur Spitzenpaarung Anand versus Carlsen - mit Weiß für den Erstgenannten. In der Folge finden Sie weitere Informationen zum Turnier und zu den Spielern sowie alle Paarungen und einige Bilder der Eröffnungsfeier. Alle Paarungen & erste Bilder... Offizielle Turnierseite
09.04.2015 - Die 19. Ausgabe des Neckar-Opens hielt alles, was die vorherigen 18 Vorgänger versprochen hatten. Rund 750 Teilnehmer pilgerten zu Ostern nach Deizisau, um von Gründonnerstag bis Ostermontag um die vielen Preise und das Aufpolieren der Rating zu kämpfen. Der Beste aller Anwesenden war der ELO-Favorit Li Chao aus China. Der 25-jährige gewährte lediglich Vorjahressieger Arkadij Naiditsch in Runde 6 ein Remis, alle anderen Gegner sahen kein Land. Mit einem respektvollem Punkt Abstand landete der deutsche IM Andreas Heimann mit 7,5 Punkten auf dem Silberrang. Er schlug in der Schlussrunde Naiditsch und verwies diesen damit auf Rang 3. Der dritte 2700er im Feld wurde Vierter, aber damit kann Etienne Bacrot schon besser leben als mit Rang 39 im Vorjahr. Das B-Open gewann mit 8 aus 9 Birger Boyens vom Husumer SV, während der scheinbar vereinslose Tim Krieglstein mit der gleichen Punktzahl das C-Open rockte. Der Termin für das 20. Int. Neckar-Open steht auch schon fest: 24. bis 28. März 2016 Tabellen, Partien & Bilder... Turnierseite
21.02.2015 - Richtigstellung: Wie Sie unten nachlesen können, gaben wir dem Sponsor der 4. Zürich Chess Challenge, Oleg Skvortsov, die Schuld an dem unsäglichen Armageddon-Tiebreak. Wie wir mittlerweile erfahren haben, war es jedoch nicht der Unterstützer, sondern der Veranstalter, der seinem Geldgeber einen Gefallen tun wollte. Man wollte Oleg Skvortsov schlicht mehr Show bieten, um welche er allerdings nie gebeten hatte. Daher gilt unsere Entschuldigung für ungerechtfertigte Sponsorenschelte Oleg Skvortsov. Die berechtigte Veranstalterschelte für das Nicht-Einhalten von Verträgen und kurzfristige Ändern der Regeln bleibt bestehen.
Um endgültig einen Strich unter die Ereignisse in Zürich zu ziehen, hat sich Anand jüngst selbst auf Twitter geäußert. Dies drucken wir in der Folge unbearbeitet nach:
"Nice to b back after a good event. I was quite surprised 2 know that people on social media & websites have implied that I was unhappy with the tiebreak or the interpretation of rules. I would just like to say I was never dissatisfied with the tiebreak. The only thing I was angry was my own play in the rapid. I am quite surprised that people have been spreading rumors on various
forums without checking the actual facts. As a sportsperson we play according to the rules of the game and accept the results. The rules in this case were fair. Personally I was very happy that I was able to play good chess in Zurich. and this would not have been possible if the conditions of play were not excellent. Now for some humpty dumpty time with akhil!"
Bis zum heutigen Tag durfte man über die 4. Zürich Chess Classic nur Gutes berichten, was Organisation und Präsentation betrifft. Doch das abschließende Schnellturnier heute und dessen Folgen muss zumindest kritisch hinterfragt werden. Das erste Problem zeigte sich im Verlauf des Turniers, als die Turnierseite (selbst jetzt nach Beendigung) so gut wie gar nicht funktionierte. Okay, der Livestream hielt halbwegs, doch auf frische Bilder müssen Sie bei diesem Bericht leider verzichten, weil das Laden der Photo-Seite unerträglich langsam dauert oder gar nicht klappt. Na ja, es gibt Schlimmeres, denken Sie? Recht haben Sie, es kam schlimmer! Am Ende des Schnellturniers hatte Hikaru Nakamura den Rückstand auf Viswanathan Anand vom Hauptturnier aufgeholt und war punktgleich mit dem Inder. Offenbar sollte für diesen Fall die Sonneborn-Berger-Wertung entscheiden, die Anand vorne gesehen hätte, aber laut den deutschsprachigen Kommentatoren bestand Sponsor Oleg Skvortsov (Bild) auf einen Entscheid im Blitzschach. Es sollten zunächst zwei Blitzpartien und bei Gleichstand eine Armageddon gespielt werden. Schließlich "zwang" man den 15. Weltmeister zu einer einzigen Armageddon-Partie, welche Vishy sang- und klanglos verlor. Verstehen Sie nicht falsch! Nichts spricht gegen eine Tiebreak-Regelung bis zum bitteren Ende, aber zumindest auf dem höchsten Niveau der Welt darf man als Spieler doch erwarten, dass die Regeln nicht mal eben en passant geändert werden, oder? Ist es das Recht des Sponsors, mehr Show für sein Geld zu bekommen, als zuvor vereinbart? Hätte Nakamura solidarisch mit Vishy sein und den Überraschungs-Tiebreak verweigern sollen? Aus unseren Zeiten der Chess Classic in Frankfurt und Mainz ist der Spagat zwischen den Wünschen des Geldgebers und denen der Topspieler bekannt, aber mit etwas Voraussicht und Fingerspitzengefühl kann man den Akt sehr wohl überstehen, ohne sich zu zerreißen. Ach ja, das Schnellturnier gewann übrigens ... Vladimir Kramnik! Beinahe hätte der russische Hüne noch für einen Dreier in Sachen Tiebreak gesorgt. Ergebnisse, Tabelle & Partien Offizielle Turnierseite
18.02.2015 - Mit drei Unentschieden endete die letzte Runde des Hauptturniers der Zürich Chess Challenge, welches somit von Viswanathan Anand gewonnen wurde. Ziemlich zeitig hatten zunächst Hikaru Nakamura und Levon Aronian alle Klötzchen abgetauscht und ein totes Bauernendspiel erreicht. Einige Zeit später folgten Fabiano Caruana und Vladimir Kramnik, die nur 28 Züge spielten, aber dennoch keine weitere Schnellpartie austragen brauchten. Der Turniersieger erlebte einige Auf und Abs gegen Sergey Karjakin, doch letztlich wurde auch hier die Remisbreite nie wirklich überschritten. Da die Punkte des Hauptturniers mit denen des morgigen Schnellschachturniers addiert werden, steht der endgültige Sieger in Zürich noch nicht fest. Und weil die Punkte des Hauptturniers doppelt gezählt werden, startet Anand morgen quasi mit einem Punkt Vorsprung. Beim Schnellschach werden die Punkte nämlich normal gezählt. Beginnen wird das Turnier um 13 Uhr. Für die Paarungen werden im Vergleich zum Hauptturnier einfach die Farben getauscht. Ergebnisse, Tabelle, Partien & Bilder... Offizielle Turnierseite