08.11.2010 - Würde man behaupten, die Stars beim Tal Memorial 2010 hätten sich bei den fünf Unentschieden in der vierten Runde einen vorzeitigen Ruhetag gegönnt, dann müsste man lügen. An allen Brettern wurde nach Kräften gekämpft, wobei Hikaru Nakamura mit Weiß gegen Vladimir Kramnik dem Sieg nahe schien, aber im Dschungel der taktischen Möglichkeiten traute sich der Amerikaner nicht, aufs Ganze zu gehen. Bei Twitter schreibt der Chess960-Weltmeister von einer wahnsinnigen Partie und einer (aus)lachenden Rybka. Auch zwischen Boris Gelfand und Alexander Grischuk geriet die Partie zu Gunsten des Russen ins Ungleichgewicht, doch der Israeli fand den schmalen Weg ins Remis. Somit führt weiterhin Levon Aronian das Feld mit einem halben Zähler Vorsprung an. Morgen wird in Moskau zum Gedenken an den Geburtstag von Mikhail Tal - der achte Weltmeister wäre 74 geworden - geruht. Am Mittwoch steht dann die fünfte Runde an. Ergebnisse, Tabelle & Partien... Turnierseite Live Video Stream
07.11.2010 - Mit einem feinen Sieg über Boris Gelfand in der dritten Runde des Tal Memorial 2010 hat Levon Aronian die alleinige Führung in der Tabelle übernommen und auch seine ELO von über 2800 weiter ausgebaut. Sogar die Führung in der Weltrangliste kommt für den Armenier nun so langsam in Frage! Während bei Sergey Karjakin gegen Hikaru Nakamura (nach hartem Kampf) und Alexander Grischuk gegen Wang Hao (nach nur 22 Zügen) der Punkt geteilt wurde, konnten Vladimir Kramnik gegen Pavel Eljanov und Shakhriyar Mamedyarov gegen Alexei Shirov jeweils ihren ersten Sieg im laufenden Wettbewerb feiern. Damit haben Shirov und Eljanov nach drei Runden desolate null Punkte auf dem Konto, was in der Schachsprache auch gerne mal süffisant als "lange Rochade" bezeichnet wird. Was man nach vier Niederlagen in Serie sagt, weiß ich nicht, aber wünschen wir den beiden einfach mal, dass ich mir nichts ausdenken muss! Morgen geht es in Moskau mit Runde 4 weiter. Update: Ich wurde von verschiedenen Quellen daran erinnert, dass vier Niederlagen in Folge als "Audi" bezeichnet werden! Ergebnisse, Tabelle & Partien... Turnierseite Live Video Stream
07.11.2010 - Ab sofort können Sie sich die vierten Lektionen der drei neuen Kurse der Chess Tigers Universität herunterladen. Im Kurs "Nachspielen, Verstehen, Anwenden" von GM Klaus Bischoff und IM Erik Zude fordert Sie letzterer auf, in die Rolle von Alexei Shirov und Sergei Tiviakov zu schlüpfen und nicht nur Ihre Kenntnisse um die Skandinavische Verteidigung unter Beweis zu stellen. Der Kurs "Strategie - Theorie & Praxis" von FM Uwe Kersten setzt das Thema der dritten Lektion "Gleichfarbige Läufer" fort. Zunächst bringt Sie der Meister auf den neuesten Wissensstand, danach hält er insgesamt sechs Aufgaben für Sie bereit, mit welchen Sie das Gelernte sogleich testen können. Der dritte Kurs im Bunde der Neuerscheinungen ist "Kombinationen der modernen Praxis" von Mike Rosa. Es erwarten Sie wieder zehn Aufgaben mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad, die auch erfahrene Turnierspieler fordern werden. Apropos Kombinationen, wie schon im vergangenen Studienjahr erhalten Sie jedes Mal, wenn neue Lektionen veröffentlicht werden, die Kombination der Woche, welche Sie gleich am Bildschirm lösen können. Auch hier wird der Schwierigkeitsgrad von "Das ist ja einfach!" bis "Das Diagramm muss falsch sein!" reichen. Da wir bereits bei den vierten Lektionen sind, haben wir für Sie heute auch gleich vier Kombinationen. Viel Erfolg und Freude beim Lösen und Studieren der neuesten Lektionen! Zu den Kombinationen der Woche Nr. 1 - 4... Chess Tigers Universität - Überblick Chess Tigers Universität - Jahrgang 2010 Chess Tigers Universität - Probelektionen Ich will Chess Tiger werden! Mitgliederbereich
06.11.2010 - Auch in der zweiten Rundes des Tal Memorial 2010 wurde aufopferungsvoll gekämpft, aber außer Hikaru Nakamura und Boris Gelfand vermochte keiner der Superstars, die Remisbreite in seiner Partie entscheidend zu überschreiten. Der Amerikaner besiegte mit den weißen Steinen Pavel Eljanov, während Gelfand nach langem Kampf im Turmendspiel gegen Alexei Shirov gewann. Eljanov und Shirov hatten schon in der ersten Runde verloren und so zieren sie nun gemeinsam das Ende der Tabelle, während sich an der Spitze ein Quintett versammelt hat. Ein echtes Highlight des laufenden Wettbewerbs ist der Live Video Stream, denn man in ausgezeichneter Bildqualität im Internet verfolgen kann. Zum Leidwesen der vielen Fans weltweit gibt es dazu nur russischen Live-Kommentar, aber die ständig wechselnden Kameraeinstellungen sorgen dafür, dass das Zuschauen auch nach Stunden nicht langweilig wird. In dieser Qualität wurde bis heute noch kein Turnier live übertragen! Einziges Manko ist nicht zum ersten Mal die Tatsache, dass eine Turnierleitung auf russischem Boden nicht bereit ist, eine englischsprachige Turnierseite einzurichten und nur in der Landessprache auftritt. Morgen geht es in Moskau mit Runde 3 weiter. Ergebnisse, Tabelle & Partien... Turnierseite Live Video Stream
05.11.2010 - Die Schlagzeile des Tages ist zweifelsohne die, dass Magnus Carlsen in einem Schreiben an die FIDE verkündet hat, dass er aus dem laufenden Zyklus der Schachweltmeisterschaft aussteigt. Dafür führt er mehrere Gründe an, aber tut er sich damit wirklich einen Gefallen? Das Ziel, der jüngste Weltmeister der Geschichte zu werden, könnte in weite Ferne rücken. Derweil wird in Moskau das gewohnt stark besetzte Tal Memorial 2010 ausgetragen. Heute wurde die erste Runde gespielt, und gleich zu Beginn floss das Blut der Profis in Strömen. Vier der fünf Partien fanden einen Sieger. Zum Abschluss haben wir für Sie noch die Paarungen der zweiten Runde der laufenden Offenen Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft und die Partien der ersten Runde zum Download. Zu den aktuellen News...
04.11.2010 - Montags hatte Thomas Meisegeier noch im Chess Tigers Training Center, welches er eigenhändig mit errichtet hat, mit eingeschaltetem Handy die erste Runde der Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft gespielt, bereit jederzeit zu seiner hochschwangeren Frau Jessica zu eilen, aber der offenbar jetzt schon wohl erzogene Filius wartete artig noch einen Tag, bis er das Licht der Welt erblickte. Exakt um 21:03 Uhr am 02.11.2010 wurde Jonas Meisegeier geboren, Mutter und Kind sind wohlauf, und der stolze Papa lieferte gleich auch schon die ersten Schnappschüsse. Nach der chinesischen Astrologie befinden wir uns derzeit im Jahr des Tigers, was bedeutet, dass in dieser Zeit Geborene als besonders verwegen gelten. Keine schlechte Charaktereigenschaft für einen möglichen Schachspieler, und da man ja auch sagt, dass Talent immer eine Generation überspringt, freuen wir uns schon jetzt auf den verwegenen Meisterspieler Jonas Meisegeier! Mehr hier...
Nachrichten Aktuelles Tagesschach 57/10 - Anand Nr. 1 der Weltrangliste Nachtrag aus Nanjing *** Lagrave gewinnt in Hoogeveen *** Carlsen hat eine neue Webseite *** Ivanchuk gewinnt in Cap d'Agde *** Erste Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft gestartet
02.11.2010 - Weltmeister Viswanathan Anand hat die Führung in der Weltrangliste der FIDE vor Magnus Carlsen übernommen. Dritter und erstmals mit einer ELO über 2800 ist Levon Aronian. Allerdings wurde das am Samstag beendete Nanjing Pearl Spring Chess Tournament, welches Carlsen souverän gewann, nicht einbezogen. Wir liefern ihnen die Fakten und Partien zur Schlussrunde in China hiermit nach. Ebenso wie die Ergebnisse der Kroongroep beim 14. Univé Schaaktoernooi 2010, welche der Franzose Maxime Vachier-Lagrave dominierte und gewann. Seit Kurzem gibt es eine neue interessante Webseite - nämlich die von Magnus Carlsen höchstpersönlich! Wurde aber auch Zeit, oder? Deweil hat Vassily Ivanchuk in Frankreich das Schnellschachturnier 9th Cap d'Agde International 2010 gewonnen. Er besiegte im Finale den zuvor übermächtigen Hikaru Nakamura - seines Zeichens Chess960-Weltmeister. Was für eine geniale Überleitung zum letzten Punkt dieses Tagesschachs, denn in Bad Soden am Taunus ist am Montag mit (vorerst) 18 Teilnehmern die erste Offene Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft gestartet. Alle Ergebnisse und ein paar Impressionen finden Sie im weiteren Text. Zu den aktuellen News...
31.10.2010 - Mit dem heutigen Tag beginnt der bereits sechste Jahrgang der Chess Tigers Universität. Ab sofort können Sie sich nicht nur die bereits bestehenden Kurse der vergangenen Jahre, sondern auch drei brandneue Kurse bestellen. Damit haben wir nun exakt 40 hochwertige Schachkurse mit 1.600 Lektionen für sämtliche Spielstärken bis DWZ 2100 in unserem Portfolio, aus denen Sie sich das für Sie passende Trainingsmaterial zusammenstellen können, um Ihre Spielstärke weiter zu steigern. Eine besondere Qualität der Chess Tigers Lektionen ist die Tatsache, dass sie sich nicht nur zum Selbsttraining eignen, Sie können diese auch hervorragend für das Training im Verein und in einer Schach AG verwenden. Die neuen Kurse des Jahrgangs 2010 stellen wir Ihnen in der Folge genauer vor. Ferner haben wir für Sie ein weiteres Trainingsinstrument namens "Partiesimulator" entwickelt, der es Ihnen erlaubt, ganz einfach über Ihren Internet-Browser Ihr Schach zu verbessern. Sogar der amtierende Weltmeister hat sich schon daran versucht und war begeistert! Lesen Sie weiter...
29.10.2010 - Die Entscheidung über den Turniersieg beim Nanjing Pearl Spring Chess Tournament 2010 ist gefallen. Magnus Carlsen gewann in der neunten Runde durch einen Blackout seines bulgarischen Gegners. Veselin Topalov übersah eine einfache Taktik und musste kurz darauf die Segel streichen. Parallel kamen Viswanathan Anand gegen Vugar Gashimov und Etienne Bacrot gegen Wang Yue nicht über einen halben Zähler hinaus, und so darf sich Carlsen eine Runde vor dem Ende über seine erfolgreiche Titelverteidigung in Nanjing freuen. In der Schlussrunde wird es zwischen Anand und Bacrot zum Duell um Platz 2 kommen, Carlsen trifft auf Gashimov und Wang Yue auf Topalov. Wer die letzte Runde live verfolgen möchte, muss bereits um 4 Uhr morgens am Rechner sein! Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
28.10.2010 - In der achten Runde des Nanjing Pearl Spring Chess Tournament endeten sämtliche Duelle unentschieden, wobei deren Zustandekommen fast nicht unterschiedlicher hätte ausfallen können. Eine ziemliche Enttäuschung war die Partie zwischen Etienne Bacrot und Vugar Gashimov. Trotz der so genannten Sofia-Regel war die Begegnung nach nur 14 Zügen wegen dreifacher Stellungswiederholung vorbei. Den nächsten friedlichen Handshake gab es zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und Veselin Topalov, doch in dieser Partie flogen ordentlich die Fetzen. In einem erneuten Katalanisch-Disput knallte der mit Schwarz spielende Bulgare seinem Gegner einen Springer auf f2 'rein, doch erneut schien er Anand damit nicht überrascht zu haben. Der Inder gab die Figur alsbald zurück, worauf Topalov wiederum eine Qualität ins Geschäft steckte. Möglich, dass Anand in der Folge einen Weg verpasste, etwas Vorteil zu behalten, aber unter dem Strich steht ein für beide Seiten verdientes Remis durch Dauerschach. Nur wenige Augenblicke später teilten auch Wang Yue und Magnus Carlsen den Punkt. Der Chinese demonstrierte, wie man als Weißer spielen muss, wenn man nicht mehr als einen halben Zähler haben möchte, und der Norweger war dieses Mal nicht in der Lage, Komplikationen herauf zu beschwören. Somit ändert sich natürlich nichts an der Tabelle, und die Titelverteidigung Carlsens wird immer wahrscheinlicher. Allerdings hat er morgen erneut Schwarz - dieses Mal gegen Topalov. Ebenfalls mit Schwarz muss Anand gegen Gashimov 'ran, und Bacrot hat Weiß gegen Wang Yue. Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
27.10.2010 - Nach drei von sechs Runden führen Alexei Shirov und Maxime Vachier-Lagrave (Bild) die Kroengroop beim 14. Univé Schaaktoernooi 2010 an. Beide erzielten ihren bisher einzigen Sieg jeweils gegen Sergei Tiviakov. Von Anfang bis Mitte November ist Moskau wieder der Austragungsort für das bärenstarke Tal Memorial. Kurz danach findet an gleicher Stätte auch die Weltmeisterschaft im Blitzschach statt. Wir stellen die Teilnehmer beider Turniere vor. Für die zahlreichen Fans von Chess Tiger Artur Jussupow gibt es ein kurzes Video-Interview, welches dieser am Rande der Jugendweltmeisterschaften in Griechenland gab. Und last but not least hat GM Alik Gershon vor rund einer Woche einen neuen Weltrekord im Simultanschach aufgestellt. Zu den aktuellen News...
27.10.2010 - In der heutigen siebten Runde des Nanjing Pearl Spring Chess Tournament kam es zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und Magnus Carlsen. Es hätte die entscheidende Partie des Turniers werden können, wenn der mit Weiß spielende Norweger eine positionelle Glanzleistung zum Sieg hätte führen können. Doch an mehreren Stellen offenbarte Carlsen völlig ungewohnte Schwächen in der taktischen Verwertung und urplötzlich sprangen sämtliche Engines von -4 auf 0.00. Da ließ sich auch Anand nicht lange bitten und schnappte sich den geschenkten halben Punkt. Besonders bitter für Carlsen ist, dass er mit einem Erfolg so gut wie sicher der Turniersieger gewesen wäre, da die unmittelbare Konkurrenz zeitgleich strauchelte. Eigentlich war für Etienne Bacrot als Schwarzer gegen Veselin Topalov die Welt nach der Eröffnung völlig in Ordnung gewesen, aber im Mittelspiel übersah der Franzose eine petite combinaison und musste zusehen, wie der Gegner zwei Figuren für einen Turm erhaschte. In der offenen Stellung war an Rettung nicht mehr zu denken, und so durfte sich Topalov über den ersten und dringend benötigten Sieg im laufenden Wettbewerb freuen. Völlig von Caissa verlassen muss sich in diesen Tagen Wang Yue vorkommen. Möglich, dass der Druck vor heimischer Kulisse sein Übriges beiträgt, jedenfalls scheint dem Chinesen das Pech förmlich an den Händen zu kleben. Heute gelang es ihm gegen Vugar Gashimov als Schwarzspieler, einen klaren Vorteil zu erzielen, aber diesen stellte er sang- und klanglos auch wieder ein und musste gar noch um das Remis bangen. Doch wenigstens dies gelang ihm nach 67 Zügen. Morgen hat Wang Yue Weiß gegen Carlsen, wie auch Anand gegen Topalov und Bacrot gegen Gashimov. Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
26.10.2010 - In der sechsten Runde des Nanjing Pearl Spring Chess Tournament konnte der amtierende Weltmeister einen halben Zähler auf die Spitze gutmachen. In einer ziemlich einseitigen Partie dominierte Viswanathan Anand seinen mit Weiß spielenden Gegner Wang Yue aus der Eröffnung heraus, kassierte alsbald einen Bauern und verwertete diesen ohne Probleme. Da im Spitzenduell zwischen Magnus Carlsen und Etienne Bacrot kein Sieger ermittelt wurde, ist der Inder nun wieder in Schlagdistanz zum weiterhin führenden Norweger. Dieser wird allerdings zugeben müssen, dass er seinem französischen Gegner heute nur haarscharf entkommen ist. Im Endspiel verfügte letzterer über das vorteilhafte Läuferpaar gegen das Springerpaar bei gleicher Bauernanzahl, aber mit viel Geschick und ausreichend Fortune hielt Carlsen den Laden zusammen. Zwischen Vugar Gashimov und Veselin Topalov wurde das Gleichgewicht der Partie zu keiner Weise derart verletzt, dass eine Seite klare Gewinnchancen gehabt hätte. So steht unter dem Strich ein gerechtes Remis nach 43 Zügen, welches natürlich keinem der beiden Spieler wirklich etwas nutzte. In der siebten Runde könnte eine Vorentscheidung fallen, denn Carlsen trifft mit Weiß auf Anand. Bacrot hat Schwarz gegen Topalov und Gashimov Weiß gegen Schlusslicht Wang Yue. Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
25.10.2010 - Vom 14. bis 30. Januar findet das Tata Steel Chess Tournament in Wijk aan Zee statt, und nun sind auch nahezu alle teilnehmenden Meisterspieler bekannt. Ein toller Mix aus absoluter Weltklasse, jungen Talenten und natürlich zahlreichen niederländischen Spielern garantiert wieder zwei Wochen Schach der absoluten Extraklasse.Im niederländischen Hoogeveen ist das 14. Univé Schaaktoernooi 2010 gestartet. Na ja, eigentlich schon am 22. Oktober, aber heute hat auch die Kroongroep ihren Spielbetrieb aufgenommen. Besonders aufregend war der Auftakt aber leider nicht. Bereits gekürt sind die Sieger beim European Club Cup im bulgarischen Plovdiv. Gold ging bei den Männern an Economist-SGSEU-1, und bei den Frauen triumphierte Cercle d'Echecs de Monte Carlo denkbar knapp. Zu den aktuellen News...
24.10.2010 - Im vergangenen Jahr startete Magnus Carlsen in China seine Karriere als 2800er, heute ist er zurück, um sich beim Nanjing Pearl Spring Chess Tournament gesund zu stoßen. Kurzzeitig lief er mal Gefahr, die 2800 zu verlieren, doch spätestens nach der fünften Runde geht der Trend eindeutig wieder nach oben. Scheinbar mit Leichtigkeit schob Carlsen heute Veselin Topalov in 31 Zügen zusammen und führt zur Halbzeit weiterhin die Tabelle an. Folgen kann dem Norweger derzeit nur Etienne Bacrot. Mit seinem dritten Gewinn in Folge - dieses Mal gegen Wang Yue - schaffte er einen lupenreinen Hattrick und liegt mit einem halben Zähler Rückstand auf dem zweiten Rang. Zwischen Viswanathan Anand und Vugar Gashimov wurde die bisher kürzeste Partie des Turniers gespielt. Der Weltmeister sah früh keine Chance mehr, dem mit Schwarz spielenden Azeri weitere Probleme zu bereiten und bot die Zugwiederholung an, welche dieser gerne zum Remis nach 25 Zügen akzeptierte. Morgen dürfen sich die Spieler erholen, bevor es am Dienstag mit vertauschten Farben in die Rückrunde geht. Demnach kommt es in der sechsten Runde zum Spitzenduell zwischen Carlsen und Bacrot, wobei letzterer Weiß hat. Anand hat Schwarz gegen Wang Yue, ebenso wie Topalov gegen Gashimov. Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
23.10.2010 - Nach seiner Auftaktniederlage gegen Carlsen hatten viele Fans von Etienne Bacrot garantiert befürchtet, der Franzose könne beim Nanjing Pearl Spring Chess Tournament zum Punktelieferanten degradiert werden, doch nach vier Runden hat sich das Bild gewaltig gedreht. In der zweiten Runde sprang er noch Topalov so gerade von der Schippe, aber schon in der dritten Runde musste Gashimov erfahren, was passiert, wenn man Bacrot den kleinen Finger reicht. Ganz recht, er lässt nicht mehr los und will die ganze Hand. Heute hieß der Gegner Viswanathan Anand und bewies laut GM Nigel Short (im Chat zur Live-Übertragung auf dem Fritzserver) eine "masochistische" Ader, als er in der Slawischen Verteidigung als Schwarzer ein bekannt zweischneidiges Figurenopfer versuchte. Stark vereinfacht kann man sagen, dass sich der Weltmeister dennoch stets in der Remisbreite bewegte, doch als er das Unentschieden eintüten wollte, unterlief ihm nach Aussage einiger Meisterspieler wie beispielsweise GM Anish Giri eine schwere Fehlkalkulation. Mit zwei Bauern für den gegnerischen Läufer hätte er unbedingt den letzten Turm behalten müssen, statt diesen zu tauschen. Danach gab es für Bacrot einen studienartigen Gewinn, den dieser mit viel Nachdenken auch fand. Das war der erste Sieg seiner Karriere gegen Anand, und zugleich die erste Niederlage des Champions in einer klassischen Partie seit der Weltmeisterschaft in Sofia. Zwischen Veselin Topalov und Wang Yue stand ebenfalls die Slawische Verteidigung zur Diskussion, allerdings ging der Chinese aus verständlichen Gründen gegen den Vize-Weltmeister kein Risiko ein und beschränkte sich auf das Zusammenhalten seiner Stellung. Er tauschte, was das Brett her gab, bis er ein Doppelturmendspiel erzeugt hatte, welches unverlierbar war. Nach 35 Zügen war der Spuk vorüber. Die längste Partie spielten Vugar Gashimov und Magnus Carlsen. Ersterer erarbeitete sich als Weißer einen leichten Vorteil, der im Turmndspiel sogar noch wuchs, aber nicht zum ersten Mal bewies der Norweger Stehvermögen und erreichte knapp den Remishafen. Somit führt weiterhin Carlsen die Tabelle an. Gefolgt von Bacrot auf Rang 2 und Anand auf 3. In der fünften Runde trifft Carlsen mit Weiß auf Topalov, Anand hat ebenfalls Weiß gegen Gashimov, wie auch Wang Yue gegen Bacrot. Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
22.10.2010 - Das Duell der dritten Runde des Nanjing Pearl Spring Chess Tournament 2010 war ohne Zweifel das zwischen dem amtierenden Weltmeister und seinem gescheiterten Herausforderer. Allzu gut ist die zwölfte Partie des WM-Matches zwischen Viswanathan Anand und Veselin Topalov in Erinnerung, in welcher der Bulgare gegen die solide Lasker-Verteidigung des Damengambits zu viel riskierte und sehenswert von dem Inder ausgekontert wurde. Heute bot sich Topalov die Chance, diese Scharte auszuwetzen, denn Anand wählte erneut diese Verteidigung. Früh wich Topalov von der WM-Partie ab, doch wie sich zeigen sollte, konnte er seinen Gegner damit nicht überraschen - im Gegenteil, Anand hatte eigene Ideen im Koffer! Er verführte seinen Kontrahenten dazu, den König im Zentrum zu belassen und setzte diesen danach mit teils chirurgisch genauen Zügen derart unter Druck, dass dieser schließlich zusammenbrach und nach 33 Zügen das Handtuch warf. Partien mit Magnus Carlsen sind derzeit pure Zuschauermagnete, doch sein heutiges Duell gegen Wang Yue lief Gefahr, vom einstigen WM-Duell in den Schatten gestellt zu werden. Aber Carlsen verstand es auf seine Weise, Aufmerksamkeit zu erlangen, indem er gegen die Russische Verteidigung ein eher seltenes Abspiel wählte und seinen chinesischen Gegner früh verleitete, in ein schlechtes Endspiel abzuwickeln. Dieses gewann der Norweger sehr souverän und hatte dann ausgiebig Zeit, dem Weltmeister beim Siegen zuzusehen - mit dem Wissen, dass er dennoch die Führung in der Tabelle behalten würde. Eine ausgesprochen feine Leistung gelang dem einstigen Wunderkind und heutigen Familienvater Etienne Bacrot gegen Vugar Gashimov. Er schlug diesen in der längsten Partie des Tages mit ausgezeichneter Endspieltechnik und sorgte so quasi für einen perfekten Tag der Baden-Badener im fernen China, denn bekanntlich spielen Anand, Carlsen und Bacrot gemeinsam in der deutschen Bundesliga für die OSG Baden-Baden. Morgen kommt es zum Vereinsduell zwischen Bacrot und Anand, Carlsen hat Schwarz gegen Gashimov und Topalov Weiß gegen Wang Yue. Tabelle, Partien & Videos (ChessVibes)... Turnierseite
21.10.2010 - Duelle zwischen Viswanathan Anand und Magnus Carlsen sind immer ein besonderes Happening, und die beiden Top-GMs verstehen sich darauf, dies auch auf dem Brett zu zelebrieren. In der zweiten Runde des Nanjing Pearl Spring Chess Tournament begegnete man sich nun erneut, und obwohl es keinen Sieger gab, sorgte die Partie bei den zahlreichen Kiebitzen weltweit zumindest für hochgezogene Augenbrauen. Die beiden Kontrahenten feuerten sich derart schnell insgesamt 44 Züge um die Ohren, das man meinen konnte, sie hätten heute noch einen wichtigeren Termin. Während der Weltmeister wenigstens knapp 18 Minuten seiner 2 Stunden Grundbedenkzeit investierte, brachte es Carlsen plus 5 Minuten auf der Uhr, als man sich zum Remis die Hände reichte. Liebe Kinder, bitte nicht nachmachen, das ist sehr gefährlich! Deutlich bedächtiger gingen im Vergleich Etienne Bacrot und Veselin Topalov zu Werke, wobei der Bulgare gegen den erneut sehr ausgiebig nachdenkenden Franzosen eine viel versprechende Angriffsstellung zum Remis verflachen ließ. Ein ähnliches Bild bot sich auch zwischen Wang Yue und Vugar Gashimov. Der Chinese setzte seinem Gegner arg zu, aber auch er konnte daraus nichts machen und musste urplötzlich im Turmendspiel sogar noch um den halben Punkt bangen. In der dritten Runde wird es zum ersten Aufeinandertreffen nach der WM zwischen Anand und Topalov kommen, wobei der Champion die schwarzen Steine führen wird. Carlsen trifft mit Weiß auf Wang Yue und Gashimov spielt gegen Bacrot ebenfalls zum ersten Mal im laufenden Wettbewerb die weißen Figuren. Ergebnisse, Tabelle & Partien... Turnierseite
21.10.2010 - Was machen Sie an den Montagen im November dieses Jahres jeweils so um 18:45 Uhr? Also wir hätten da so von Schachliebhaber zu Schachliebhaber ein tolles Angebot für Sie. Spielen Sie doch einfach mal wieder Schach! Wie bitte, Sie haben keine Zeit, sich auf ein Turnier vorzubereiten, Ihr Eröffnungswissen aufzufrischen und gar neue Varianten einzustudieren? Mit Verlaub, die ansonsten sehr gute Ausrede lassen wir dieses Mal einfach nicht gelten! An den besagten Tagen werden wir im Chess Tigers Training Center nämlich alle Eröffnungsbücher ausschalten und mit der Offenen Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft mit langer Bedenkzeit Schachgeschichte schreiben. Der November hat in diesem Jahr fünf Montage und ebenso viele Runden wird das Turnier dauern, welches im Schweizer System ausgetragen wird. So modern wie das neue Schach wird auch die Bedenkzeit sein. Gespielt wird mit 90 Minuten plus 30 Sekunden für jeden ausgeführten Zug. Die jeweilige Startposition wird erst unmittelbar vor jeder Runde ausgelost. Das Startgeld beträgt 25,- Euro, wenn man sich am besten per Überweisung des selbigen bis zum 21. Oktober voranmeldet. Danach erhöht es sich auf 35,- Euro. GM und IM nehmen kostenlos teil, FM und Jugendliche zahlen generell 10,- Euro. Ankündigung und Ausschreibung... Turnierseite
20.10.2010 - Im Vorjahr hat Magnus Carlsen in Nanjing zum ersten Mal die Schallmauer von 2800 Elo-Punkten überschritten und in diesem Jahr setzt er beim 3. Nanjing Pearl Spring Chess Tournament dort fort, wo er aufgehört hat - er siegt. Gleich zum Auftakt überrannte er Etienne Bacrot, welcher allerdings sehr verschwenderisch mit seiner Bedenkzeit umging. In schwieriger Lage fand der Franzose nicht die beste Verteidigung und verlor letztlich die Dame. Weniger aufregend verlief das Duell zwischen Weltmeister Viswanathan Anand und Lokalmatador Wang Yue. Nach 32 Zügen einigte man sich auf die Punktteilung. Auf 55 Züge brachten es Veselin Topalov und Vugar Gashimov, doch das Ergebnis was das gleiche. Der bulgarische Vize-Weltmeister erreichte zwar ein etwas besseres Endspiel, doch Gashimov verteidigte sich ausgezeichnet. Morgen kommt es nach Bilbao erneut zum Duell zwischen Anand und Carlsen, in welchem es nicht nur um einen Punkt sondern auch um die Führung in der Weltrangliste gehen wird. Topalov trifft mit Schwarz auf den heutigen Verlierer Bacrot, und Wang Yue hat Weiß gegen Gashimov. Ergebnisse, Tabelle & Partien... Turnierseite