24.01.2006 - Lange hat es gedauert - mit der Entscheidung, wie sich der Deutsche Schachbund bei der Wahl des neuen FIDE-Präsidenten verhalten solle. Das derzeitige Erscheinungsbild des Schach-Weltverbandes und deren Repräsentanten, an der Spitze angeführt vom Präsidenten Kirsan Ilyumzhinov, der auch in Personalunion Präsident der Republik Kalmückien ist, war von vielen demokratisch gesinnten Verbänden nicht unbedingt dauerhaft verdächtig gemacht worden, eine offene, faire, transparente und effektive Organisation zu sein.
Zu bekannt waren die Irrwege der FIDE in ihrem
Bemühen, ein faires Reglement zur Ermittlung des Schach-Weltmeisters zu
finden, angemessene Regelungen der wichtigen und einheitlichen Zeitregel
zu finden oder praktikable und sinnvolle Vorschriften im Bereich des
Dopings zu definieren.
Nachdem Ex-Weltmeister Anatoly Karpov seine
Kandidatur ankündigte und diese gleich mit heftiger persönlicher Kritik
an Ilyumzhinov verband, hat nun der Architekt des "Prager
Wiedervereinigungsplans" von 2002, Bessel Kok, seine Kandidatur
angekündigt. Zusammen mit dem Vertreter des Türkischen Schachverbands,
Ali Nihat Yazici, wollen sie die Reform der FIDE unter dem Motto "The
right Move for a bona fide...." in die Wege leiten.
Während Verbände und namhafte Persönlichkeiten
der Schachwelt und des öffentlichen Lebens, wie z.B. der tschechische
Präsident Vaclav Havel, die Kandidatur Bessel Kok's unterstützten, hat
es lange, sehr lange gedauert, bis sich der Deutsche Schachbund zu einer
Meinungsäußerung durchgerungen hatte. Doch jetzt, am 24. Januar 2006,
liegt sie im Wortlaut vor:
Die Mitteilung des Deutschen Schachbunds im Wortlaut:
Der Deutsche Schachbund begrüßt und unterstützt die
Kandidatur von Bessel Kok als FIDE-Präsident bei den
bevorstehenden Wahlen in Turin.
Ein funktionsfähiger und verlässlicher Weltschachbund ist
für den DSB als eine der größten und aktivsten Föderationen
wichtig. Das Ansehen des Schachsportes hat in den letzten Jahren
darunter gelitten, dass u. a. der Weltmeisterschaftszyklus ständig
geändert wurde, dass Termine der Weltmeisterschaften nicht
langfristig feststanden und die Bedenkzeiten häufig geändert
wurden, ohne dass die Generalversammlung dazu gefragt worden ist.
Der DSB wird sich weiterhin aktiv an der Arbeit der FIDE
beteiligen. Dazu zählen nicht nur die 2008 in Dresden
anstehende Schach-Olympiade oder die FIDE-Trainerakademie in
Berlin. Er ist außerdem bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Mit Bessel Kok und seinem Ticket wird die FIDE einen
Schritt in Richtung mehr Demokratie machen. Zusätzlich
würde es der DSB begrüßen, wenn sich Exweltmeister Anatoly Karpow
für das Team von Bessel Kok zur Verfügung stellen würde.
Schachmacher (I): Wie Manager Bessel Kok den
dritten Prager Fenstersturz inszenierte - Quo Vadis Kasparov
index_news.php?id=93&rubrik=5
Kasparovs Rücktritt erschüttert die Schach-
und Medienwelt
Insider Bessel Kok erläutert in einem Interview mit den Chess Tigers
die wahren Hintergründe rund um das WM-Chaos
index_news.php?id=163&rubrik=1