Zu den Youth Classic bitte hier klicken...
Zur DSEM Chess960 bitte hier klicken...
Zu den Youth Classic Simultans...
Zum Geburtstagsvideo Vishy Anand...
Nachrichten
Nachrichten
Kasparovs Rücktritt erschüttert die Schach- und Medienwelt
Insider Bessel Kok erläutert in einem Interview mit den Chess Tigers die wahren Hintergründe rund um das WM-Chaos
14.03.2005 - Die Ankündigung von Garry Kasparov, künftig keine professionellen Schachturniere mehr zu spielen folgte einem früheren Verzicht auf die weitere Teilnahme am WM-Modus, der im Jahre 2002 von Turnierorganisator und Schachmacher Bessel Kok orchestriert wurde. Heute nimmt Bessel Kok in einem Exklusiv-Interview mit den Chess Tigers Stellung zur aktuellen Lage im Weltschach und dem Handlungsbedarf der FIDE. (English Version of the interview is also available below)
"Garry Kasparovs Rücktritt war ein brillianter Zug, das Timing war perfekt. Auf den ersten Blick erscheint die Ankündigung als emotionaler Schritt, doch dahinter verbirgt sich eine wohl durchdachte Strategie. Kasparovs Respekt in der Öffentlichkeit und unter den Profi-Schachspieler wird dadurch immens steigen. Jetzt ist die FIDE gezwungen zu reagieren. Kasparov hatte 2 Jahre auf die FIDE gewartet, doch die Weltorganisation hatte nur ein Durcheinander produziert" fasst Kok die derzeitige Lage zusammen.

Das Interview mit Bessel Kok (Note: english text follows the german text)

Bessel Kok: Visionen einer vereinigten Schachwelt

In einer publizistisch hervorragend vorbereiteten Kampagne wurde von Bessel Kok im Mai 2002 in Prag ein "Wiedervereinigungs-Plan" präsentiert, der zum Ziel hatte, die zersplitterten Spitzenschachspieler zusammenzuführen und einen eindeutigen Weltmeister zu ermitteln. Dieser Vertrag markierte gleichzeitig den Höhepunkt von Bessel Kok's Initiative, um die Top-Großmeister, die FIDE und die Players Association wieder zu einem gemeinsamen Wettbewerbsmodus zusammen zu führen. Der Plan sah vor, eine Reihe von Qualifikations-Matches und Turnieren auszutragen, um den neuen Schachweltmeister zu krönen.

Kurz nach dem das "Prague Reunification Agreement" unterzeichnet wurde, begann das Verfahren zu stocken und die Schachwelt ist heute weiter entfernt als je zuvor, ihr selbsternanntes Ziel eines gemeinsamen Weltmeisters zu erreichen.

Bessel Kok, Initiator und Chef-Architekt des Wiedervereinigungsplans, spricht nun exklusiv mit den Chess Tigers über die Ereignisse, die zu dieser Vereinbarung führten und die Probleme, die seither entstanden sind.

Chess Tigers: Als die Weltgemeinde des Spitzenschachs sich im Jahr 2002 in Prag anläßlich des Eurotel-Turniers traf, haben Sie besonders intensiv hinter den Kulissen gearbeitet, um einen Plan vorzuschlagen. Darin sollten die unterschiedlichen Interessen der Schachwelt miteinander in Einklang gebracht werden. Ihr Plan sah vor, daß die Top-Großmeister im Dortmunder Sparkassen-Meeting antreten sollten und daß der Gewinner dieses Turniers qualifiziert wäre, das nachfolgende Match gegen den 14. Klassischen Weltmeister Kramnik zu spielen. Zusätzlich sollte Garry Kasparov, der punktstärkste Spieler der Fide-Weltrangliste einen Zweikampf gegen den FIDE-Weltmeister Ruslan Ponomariov austragen. Was waren die unterschiedlichen Interessenspunkte, die Sie mit Ihrem Plan zum Prager "Agreement" im Mai 2002 überbrücken wollten?

Bessel Kok: Die Grundidee war, dass Kramnik gegen den Sieger von Dortmund spielt und der Gewinner dieses Matches wiederum gegen den Sieger des Zweikampfs zwischen Kasparov und dem damaligen FIDE-Weltmeister Ponomariov spielen sollte. Leko gewann Dortmund und trat später gegen Kramnik wie geplant an, dieses Match endete unentschieden 7:7 und Kramnik verteidigte damit seinen Titel in Brissago 2004.

Garry Kasparov / Foto: Stefan Kassel

Kasparov bereitete sich gründlich vor, um gegen Ponomariov zu spielen, doch infolge der allseits bekannten Schwierigkeiten kam dieser Zweikampf nicht zustande. In der Zwischenzeit wurde Kasimdzhanov der Nachfolger von Ponomariov als FIDE-Weltmeister und Garry Kasparov musste sich nun auf seinen Teil des Wettkampfes vorbereiten, um den Prager Plan zu erfüllen. Wie wir alle wissen, wurde dieser Zweikampf durch die FIDE mehrmals neu geplant und angesetzt, verschoben, wiederum angekündigt und zu guter Letzt gab Garry Kasparov auf. Ich glaube, dass die Nicht-Umsetzung des Plans so gut wie nichts mit den Spielern zu tun hatte. Mit Ausnahme der Schwierigkeiten rund um das Kasparov / Ponomariov Match (von denen ich nicht genug Details kenne), wünschten sich die Spieler, die Umsetzung des Prager Plans zu erfüllen. Die Gründe für die Verzögerungen waren organisatorischer Natur bedingt durch FIDE's fehlende Unterstützung eine professionelle Management-Organisation aufzubauen, dicht gefolgt von ihrer Unfähigkeit, diese Schachzweikämpfe als Teil ihrer ureigenen Verantwortung gemäss dem Prag Agreement  durchzuführen.

Chess Tigers: Das erste Qualifikationsturnier, das Dortmund Sparkassen Turnier, wurde ohne die Teilnahme einer Reihe von Top-Grossmeistern, insbesondere Anand oder Ivanchuk, geplant. Insgesamt die Hälfte der FIDE TOP-20 Weltrangliste war von diesem Qualifikationsturnier ausgeschlossen. War dies ein Teil einer langfristigen Strategie oder gab es individuelle Umstände, die verhinderten, daß 50% der Super-GMs in Dortmund nicht an den Start gehen konnten?

Viswanathan Anand / Foto: Hartmut Metz

Bessel Kok: Nein, das war ganz gewiss keine Strategie. Wir wussten vorher, dass Anand und Ivanchuk nicht in Dortmund spielen würden. Dies war in Wirklichkeit das schwächste Glied in der Kette unseres Plans. Die Abwesenheit von Anand, den ich als Person und Schachspieler sehr bewundere und den ich persönlich seit langer Zeit kenne, und damit seine Nichtberücksichtigung im Prager Plan war für mich persönlich das höchst unangenehme Element im gesamten Plan. Aber Ich konnte keine Formel finden, um ihn einzubinden, egal wie stark er als Spieler war. Falls ich ihn einbezogen hätte, wäre die ganze Idee zusammengebrochen bevor sie überhaupt zugestimmt wurde. Es war fast wie eine Management-Entscheidung: Wir müssen es jetzt oder nie entscheiden.

Chess Tigers: Nachdem das Prager "Agreement" unterzeichnet wurde, war die Schachwelt und das Publikum auf den ersten Blick erleichtert, die Konfusion um die Schach-Weltmeisterschaft beendet zu haben. Doch kurz danach äusserten Schachspieler und Journalisten ihre Bedenken über das Verfahren und den Ausschluss vieler Spitzenspieler. Was war Ihre Sicht der Dinge damals? War dies der Preis um überhaupt eine Wiedervereinigung des Schach-Weltmeisters zu vereinbaren?

Bessel Kok: Wie schon oben ausgeführt, bekam ich eine Menge Kritik zu hören über den sogenannten Ausschluss, aber sehr wenige Lösungen wurden damals vorgeschlagen, anders als ein Kandidaten-Turnier für den Weltmeistertitel. Es ist ziemlich leicht, dies zu fordern und wäre eine grosse Lösung, falls alle Spieler damit einverstanden wären...

Chess Tigers: Kurz nach der Unterzeichnung des Prag-Agreements traten die ersten Schwierigkeiten hinter den Kulissen auf. Es schien, als ob Sie das Interesse an dieser Sache verloren hätten und alsbald von der Bildfläche verschwanden. FIDE verfolgte anscheinend ihren eigenen Plan und es gab eine lange Reihe von organisatorischen Problemen, das Qualifikations-Match zwischen Garry Kasparow und Ruslan Ponomariov überhaupt zustande zu bringen. Was passierte genau hinter den Kulissen?

Bessel Kok: Wir begannen eine professionelle Organisation mit führenden Persönlichkeiten aus dem Bereich der Banken, Unterhaltungsindustrie, IMG, Rechtsanwälte und dergleichen aufzubauen. Wir hatten eine Reihe von Besprechungen und arbeiteten an einem langfristigen Implementierungsplan einschliesslich einer totalen Reorganisation der damals so bezeichneten FIDE Commerce Gruppe. Aber anstatt einen Vorschlag von FIDE über die Bildung einer gemeinsamen Gruppe zu erhalten, erhielten wir nur einen Standard-Antwortbrief des FIDE-Sekretärs. Darin wurde mitgeteilt, daß FIDE "bereit" wäre, unseren Vorschlag für die Finanzierung des Kasparov-Ponomariov-Match für US-$ 1.5 Mio. in Erwägung zu ziehen.

Serge Grimaux
Foto: Vladimir Weiss

Diese Antwort war sehr enttäuschend für meine Kollegen, hatten sie doch monatelang kostenlos gearbeitet, um das Prag-Agreement zu bewerkstelligen. Konsequenterweise liess daraufhin der Enthusiasmus stark nach. In einem neuerlichen Brief der FIDE im Dezember wiederholte sie diese Erwartung. Dies machte uns allen deutlich, daß FIDE in keiner Weise eine professionelle Schachorganisation sein wollte sondern ganz einfach nur einen Sponsor suchte. Alle unsere Anstrengungen in Prag - hier seien nur Yasser Seirawan, Eric Keyzer, Serge Grimaux und viele andere erwähnt - waren darauf ausgerichtet die Wiedervereinigung des Schachweltmeisters zu erreichen. Doch für FIDE war das Prag-Agreement im Grunde genommen das Ende der Story. Ein diplomatischer Erfolg - aber ein Ende ohne Dank.

Chess Tigers: Obwohl Garry Kasparov nicht mehr der nominelle Weltmeister war, war er nach wie vor der spielstärkste Schachspieler der letzten Jahrzehnte. Was war Ihre Beziehung mit Garry Kasparov aus Ihrer besonderen Perspektive als Turnier-Veranstalter und Organisator von unterschiedlichen Organisationen wie die GMA, PCA?

Bessel Kok: Ich kenne Garry Kasparov seit 20 Jahren und man kann eine solche Beziehung nicht mit einem einzigen Satz zusammenfassen. Es wäre besser, darüber ein ganzes Buch zu schreiben. Das Einzige, was ich hierzu sagen möchte ist dass wir beide in den 20 Jahren Übereinstimmungen und gegensätzliche Auffassungen hatten, aber was auch immer sich ereignete, der gegenseitige Respekt voreinander hat nie gefehlt.

Chess Tigers: Nachdem nun Garry Kasparov seinen Rückzug vom WM-Modus und Turnierschach angekündigt hat, macht es nun wenig Sinn, den Prager Plan noch umzusetzen. FIDE hat immer wieder bewiesen, dass sie unfähig ist, die notwendigen Qualifikations-Matches aus Mangel an Finanzierung oder Sponsoren zu organisieren. Wie sehen Sie die Zukunft, wird die Schachwelt überhaupt einen Weltmeister brauchen?

Ruslan Ponomariov / Foto: Hartmut Metz

Bessel Kok: Meine Erkenntnis aus dem Prag-Agreement ist es, daß die Vereinigung zu einem einzigen Schachweltmeister noch immer möglich ist. Die Spieler wollen es. Sie wollen alle diesen Titel des unumstrittenen Schachweltmeisters erhalten. Sie haben mir vor drei Jahren in Prag diese Zuversicht vermittelt. Aber die Zustimmung der Spieler wurde von der FIDE nicht umgesetzt, Grund dafür ist FIDE's Unfähigkeit, professionelles Schach an professionelle Personen  zu delegieren, jedoch nicht der Mangel an Sponsoren. FIDE muss eine separate professionelle Management-Struktur mit ernsthaft arbeitenden Individuen schaffen, damit diese Personen das Vertrauen der Grossmeister gewinnen können. Dann ergibt sich aus diesem Prozess heraus auch wieder eine Übereinstimmung und diese Harmonie wird ihrerseits wieder Sponsoren gewinnen. Der Mangel ein Übereinstimmung ist sehr nachteilig für die Schachwelt...

Chess Tigers: Die Schachwelt erscheint uneinig hinsichtlich der Forderungen der Teilnehmer. Die Top-Spieler sollten mehr Respekt bekommen (Kramnik), die Sponsoren sollten mehr Geld bezahlen um die Teilnahme von Grossmeistern an Turnieren und Weltmeisterschaften zu finanzieren, das Publikum wird zusehends enttäuscht über den Trend zu bequem vereinbarten Remisen oder Partien, in denen die Opponennten kaum einen richtigen Kampf um dien Sieg liefern. Können diese unterschiedlichen Gegensätze überhaupt in Übereinklang kommen?

Bessel Kok: Ganz gewiss, aber nicht mit der gegenwärtigen FIDE Organisation.

Chess Tigers: Während andere Sportarten sich immer wieder erneuert haben und ihr Regelwerk angepasst haben um attraktiver für das Publikum, das Fernsehen oder die Sponsoren zu werden, verharrt Schach scheinbar immer noch innerhalb einer introvertierten geschlossenen Gruppen-Kultur. Die Änderungen begrenzten sich auf einige wenige Regelanpassungen über Zeitkontrollen. Andere Neuerungen, wie z.B. Schnellschach, Fischer Random Chess oder konsolidierte Weltranglisten werden diskutiert aber leider nicht umgesetzt. Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern, damit Schach eine attraktive Rolle für Spieler, Sponsoren und das breite Publikum bleibt?

Bessel Kok: Um ehrlich zu sein, die permanente Suche nach neuen Regeln beweisst doch nur die fehlende Erfahrung, die die FIDE-Organisation im professionellen Schach hat. Im Jahr 1985 gewannen wir Millionen-Dollar-Beträge für den World-Cup im klassichen Schach - und das bei langen Bedenkzeiten und 3-wöchigen Turnieren. Die Sponsoren verlangen nicht nach Fischer Random Chess, sie wissen ja überhaupt nicht was das ist....

Sponsoren wünschen sich einen einheitlichen Schach-Weltmeister und professionelle Grossmeister, die für Interviews und Kommentare zur Verfügung stehen und dadurch ihren Sport nach den Turnier-Runden erläutern. Schnellschach ist wichtig, aber der wirkliche Zauber des klassichen Schachs wird in der Welt der Sponsoren überleben, falls diese Events professionell organisiert und veranstaltet werden. Mein guter Freund Serge Grimaux organisierte U2, Rolling Stones, Madonna, aber auch das Prager Schachturnier Eurotel 2002. Für ihn sind das einfach verschiedene professionelle Events.

Chess Tigers: Die Austragungsorte der vorgeschlagenen FIDE World Championships liest sich wie ein grossartiger Reiseplan: Dubai, Türkei, und Ho-Chi-Minh-City (Saigon) in Vietnam und jetzt auch Elista in Kalmückien. Bisher hat die FIDE es nicht geschafft, diese Arrangements in Übereinkunft mit allen beteiligten Partein zu organisieren. Brauch es jemand wie Bessel Kok, um seinem Ruhestand als Privatier zu entsagen und erfolgreich Gross-Ereignisse zu organisieren und somit doch noch den Prager Vereinigungs-Plan zu erfüllen?

Bessel Kok: Dies ist eine sehr sorgenvolle Entwicklung. FIDE-Events erscheinen mehr und mehr in Regionen der Welt, die eine etwas zweifelhafte Reputation haben und verschwinden somit aus den traditionellen Ländern des Schachs. Dies wird hervorgerufen durch einen Mangel an Sponsor-Interesse in den trationellen Schach-Ländern und durch die Tatsache, dass in diesen entfernten Regionen Schachereignisse eher zu politischen Prestigeprojekten ausarten.

Bessel Kok
Foto: BBC

Chess Tigers: In Ihrer Karriere als Vorstand und Chief Executive Officer von grossen nationalen und internationalen Konzernen haben sie sich auch immer ausgezeichnet als Organisator und Schachmacher von ausserordentlich erfolgreichen internationalen Schach-Turnieren. Was war Ihre Motivation, um finanzstarke Sponsoren zu gewinnen und um Grossmeister für Ihre Teilnahme zu belohnen? Ging es wirklich um Schach, Geld, Ego oder Macht?
 

Bessel Kok: Es ist eine Mischung von allen Faktoren. Liebe zum Schachspiel, Ehrgeiz zum Erreichen eines erfolgreichen Events und eine ordentliche Portion Ego. Das einzige, was hierbei fehlt ist das Geld. Ich hatte niemals Geld damit verdient, erfolgreiche Schach-Events zu organisieren. Das ist der Preis, den ich bezahlte, damit die anderen Faktoren nicht zu kurz kamen.

Chess Tigers: Herr Kok, vielen Dank für das Interview.

Das Interview mit Bessel Kok führte Gerhard Kenk von den Chess Tigers e.V.

Weiterführende Links: Schachmacher Bessel Kok

English Text: Interview with Bessel Kok

Bessel Kok: Visions of a united Chess World

A much publicised agreement to unify the world chess championship was a signed in Prague in May 2002 and it marked the highlight of Bessel Kok’s efforts to get top grandmasters, the FIDE and the Player’s Association together. The plan’s objective was to organize a series of qualifying matches and tournaments in order to crown the new chess world champion. Shortly after the “Prague Reunification Agreement” was signed, the process stalled and the chess world today is far from reaching its self-acclaimed goal to crown a unified world champion.

Bessel Kok, the mastermind behind the “Prague Reunification Agreement”, speaks about the events leading to the agreement and the problems encountered since.

Chess Tigers:

When the chess world met in Prague in 2002 to hold the Eurotel-Tournament, you have worked extremely hard behind the scenes to put forward a plan to harmonize  the diverse interests of the chess world.  Your agreement spelled out in a nutshell that the Top-Grandmasters would compete in the Dortmund Sparkassen-Tournament, the winner   would be qualified to participate in the ensuing matches against FIDE world champion Kramnik. In addition, Garry Kasparov, the top-ranking player, would be matched against Ruslan Ponomariov. What were the diverting points of interest that you attempted to overcome in the built-up to the “Prague Agreement” in May 2002?

Bessel Kok:  The idea was that Kramnik would play the winner of Dortmund and the winner of that match would play the winner of Kasparov against the Fide Champion (Ponomariov), Leko won Dortmund and played Kramnik according to the plan (and lost).

Garry Kasparov Foto: Stefan Kassel

Kasparov was prepared to play Ponomariov but because of well known troubles  this match did not take place. In the meantime Kasimdzhanov succeeded Ponomariov as Fide Champion and Garry had to get ready for a new opponent to fulfil “his leg” of the agreement. As you are aware this match was planned several times by Fide, postponed, reannounced and finally Garry gave up. I believe that the non-implementation had little to do with the players. With exceptions of the troubles around the Kasparov/Ponomariov match (of which I do not know enough details), the players wished to fulfil the Prague agreement. The reasons for the delay were organisational: FIDE’s lack of support to build a professional management organisation (see later) followed by their inability to stage the matches being their part of the agreement.

Chess Tigers: The first qualifying tournament, the Dortmund Sparkassen tournament, was planned but  a number of top Grandmasters, such as Anand or Ivanchuk, in total half of the players listed on the FIDE Top-20 ranking table, were excluded. Was this part of a long-term strategy or were there individual circumstances, which prevented 50% of the Super-GM from participating in Dortmund?

Viswanathan Anand / Foto: Hartmut Metz

Bessel Kok: No, of course this was not a strategy. We knew that Anand and Ivanchuk were not going to play in Dortmund. This was the weakest link in our plan. The absence of Anand (who I admire as a person and a Chessplayer and who I know personally for a long time) in the reunification plan was for me personally the most unpleasant element of the whole plan. But I could not find a formula to fit him in, how strong as a player he was…If I would have included him, the idea would have collapsed before it was agreed.. It was like a Management decision: We have to solve it now or never…

Chess Tigers: Following the signing of the “Prague Agreement” the chess world and the public at large at first seems to be relieved of the confusion surrounding the world chess championship process. Shortly thereafter, players and journalists voiced concern about the process and the exclusion of many Top-ranked Grandmasters. What was your view then? Was this the price of getting the reunification agreed?

Bessel Kok: See above. I got a lot of criticism about the so called exclusion, but very few solutions other than have a candidate tournament for the World title. Easy to say and a great solution if all players agree….

Chess Tigers: Shortly after the Prague Agreement was signed, difficulties arose behind the scenes. You seem to have lost interest and dropped out of the picture, FIDE apparently followed their own agenda and there were numerous organisational problems in staging the qualifying match between Garry Kasparow and Ruslan Ponomariov. What exactly happened behind the scenes?

Bessel Kok: We started to build a professional organization with leading people of the banking industry, entertainment, IMG, attorneys etc. We had several meetings and were working on a long term implementation plan including a total reorganisation of what was then called FIDE Commerce. In stead of receiving proposals of Fide to form a mutual group we received a standard letter of a Fide Secretary telling us that FIDE “was willing” to receive our proposal for the match Kasparov - Ponomariov at 1.5 million $…

Serge Grimaux
Foto: Vladimir Weiss

This was very badly received by my colleagues who had worked (free of charge) for months on the Prague agreement and the enthusiasm faded. A new letter of FIDE in December stating that they were still willing to receive our offer, made clear to all of us that FIDE did not want a professional chess organisation but simply a sponsor…All our efforts in Prague (think of Yasser Seirawan, Eric Keyzer, Serge Grimaux and others) were well used to adopt the reunification but for FIDE basically was the end of story. A diplomatic success with no thanks as an end..

Chess Tigers: Even though Garry Kasparov was not the nominal FIDE word champion anymore, he was and still is the strongest chess player of the last decades. What was your relationship with Garry Kasparov from your position as tournament director and organiser of various associations (GMA, PCA)?

Bessel Kok: I know Garry personally for 20 years and you can summarize a relationship like that with a simple answer. It is better to write a book about it. The only thing I want to say is that we had 20 years of agreements, disagreements but whatever happened what never disappeared was one thing: mutual respect...

Chess Tigers: Now that Garry Kasparov has announced his withdrawal from the world championship agreement, there seems to be no point to follow through. FIDE  have proven time and again its inability to organise the required qualifying matches due to lack of financing and sponsors. How do you see the future, will the world need a world champion at all?

Ruslan Ponomariov / Foto: Hartmut Metz

Bessel Kok:  My lesson of Prague is : Unification is still possible. The players want it. They all want to regain this so called undisputed title. They gave me confidence three years ago in Prague. But their agreement was not implemented by FIDE, because of it’s inability to delegate professional chess to professional people (not lack of sponsors). FIDE must adopt a separate professional Management Structure with serious individuals who can gain the trust of the Grandmasters. Then you can find harmony and harmony will bring sponsors. The lack of unity is very costly for the world of Chess...

Chess Tigers: The chess world seems to be divided in view of the requests of the participants. The Top Players should be paid more respect (Kramnik), the sponsors should pay more money to finance Grandmaster’s participation at  tournaments and world championship matches, the public is growingly disappointed about the tendency of pre-arranged draws or games where the opponents hardly put up a good fight to  win. Can these diverse positions ever be reconciled?

Bessel Kok: Yes, but not with the current FIDE organisation

Chess Tigers: While other lines of sport have emerged over time to adopt their rules to become more suitable to the public, to television or sponsors. Chess still appears to be an introvert closed-shop culture. The rate of change has been limited to a few rule changes about time limits. Other inventions (speed chess, Chess960 or Fischer Random Chess) or overall comprehensive rating systems are discussed but far from being adopted. What has to be changed in your opinion to make chess a more attractive proposition to players, sponsors and the public alike?

Bessel Kok: To be honest, this constant search of new rules proves again the lack of experience of the FIDE organisation in professional Chess. In 1985 we raised millions of dollars in the World Cup with the most classical chess you could imagine and tournaments of 3 weeks! Sponsors do not ask for Fischer Random Chess, they do not even know what it is…Sponsors want a united professional Chess World with professional Grandmasters being available for interview comments, explaining their sport after the rounds. Speed Chess is important but the real magic of Classical Chess will survive in the sponsor world if the event is brought professionally. My friend Serge Grimaux organized U2, Rolling Stones, Madonna but also Eurotel 2002. For him it is just a professional event!

Chess Tigers:

The locations of the proposed next FIDE World Championships read like a travel itinerary: Dubai, Turkey, Ho Chi Minh City (Saigon) in Vietnam and most recently Elista in Kalmykia. So far, FIDE has not managed to pull together any arrangements agreeable to all parties to organise the next World Championship. Will it need Bessel Kok to come out of retirement and successfully organise this big event and complete your grand plan of the “Prague Reunification Agreement”?

Bessel Kok: This is a worrying evolution. FIDE events appear to move more and more to areas with what I would call a “dubious reputation” and disappear from the traditional chess countries. This is due to the lack of sponsor interest in the traditional Chess countries (see above) and the fact that in these remote areas Chess events are more used as political prestige projects.

Bessel Kok
Foto: BBC

Chess Tigers: In your career as business manager of large national and international corporations, you have also excelled as an organiser of outstanding international chess tournaments. What was your motivation to attract financially potent sponsors and reward the Grandmasters for their participation? Is it all about chess, money, ego or power?

Bessel Kok: It is a mix of all. Love for the game, ambition to pull off something successful and a healthy portion of ego. The only thing which is lacking in the above elements is moneymaking. I never made money in organizing Chess events. It is the price to pay for the remaining three elements!:

Mr. Kok, thank you very much for this interview.

The interview with Bessel Kok was done by Gerhard Kenk, Chess Tigers e.V.

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

Dieser Artikel wurde 2730 Mal aufgerufen.


Impressum     Datenschutz
Copyright © 2026 - Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. / CT