15.02.2015 - Auch in der zweiten Runde der 4. Zürich Chess Challenge gab es nur eine entschiedene Partie. Viswanathan Anand spielte gegen Levon Aronian eine scharfe Variante im Grünfeldinder, die sein Gegner ebenfalls zu kennen glaubte. Aber an der entscheidenden Stelle stellte der Armenier entsetzt fest, dass nur sein Gegner wusste, wie die Stellung zu spielen war. Obwohl Aronian eine Mehrfigur hatte, fiel die schwarze Verteidigung zusammen wie ein Kartenhaus. Auch die beiden Remispartien zwischen Vladimir Kramnik und Hikaru Nakamura beziehungsweise Sergey Karjakin und Fabiano Caruana waren sehr gehaltvoll und endeten mit einem gerechten Ergebnis. Damit hat Anand nach Punkten mit Nakamura gleichgezogen und ziert mit dem Amerikaner die Spitze der Tabelle. In Runde 3 hat Vishy Schwarz gegen Caruana, Nakamura Weiß gegen Karjakin wie auch Aronian gegen Kramnik. Anpfiff ist wie zuvor um 15 Uhr.
Allgemeine Informationen
Die Zurich Chess Challenge 2015 läuft vom 13. bis 19. Februar im Festsaal des Hotel Savoy Baur en Ville in Zürich.
Der Turnierschnitt beträgt 2784, was der Turnierkategorie 22 entspricht.
Gespielt wird ein einrundiges Turnier mit sechs Spielern, und die Bedenkzeit ist 120 Minuten für 40 Züge plus 60 Minuten für weitere 20 Züge. Ab Zug 61 haben die Spieler 15 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug für den Rest der Partie.
Rundenstart ist täglich um 15 Uhr. Einen Ruhetag wird es nicht geben.
Endet eine Partie vor dem 40. Zug unentschieden, wird eine Schnellschachpartie mit vertauschten Farben gespielt, wobei das Ergebnis nicht in die Gesamtwertung einfließt. (So war es zumindest im Vorjahr.)
Zu guter Letzt tragen die Spieler am Tag nach Beendigung des Turniers am 19. Februar noch ein Schnellturnier mit vertauschten Farben aus.
Alle weiteren Informationen liefert die Turnierseite.
Daria und Marie-Laure Kramnik hatten ihre vier Augen auf...
...Vladimir, der es mit...
...Hikaru Nakamura tun hatte
Kurz vor dem 40. Zug wollte der Schiedsrichter voreilig das Remis besiegeln, doch Nakamura wies ihn zurecht
Schließlich wollten beide Spieler keine zusätzliche Schnellpartie spielen!
Stattdessen analysierten sie lieber das interessante Damenopfer von Nakamura
Doch DER Kracher der 2. Runde war das Duell zwischen Viswanathan Anand und Levon Aronian
Aus der Eröffnung heraus ließ der 15. Weltmeister...
...dem Armenier keine Chance
Nach 21.Td1-d6 war Schwarz trotz Mehrfigur(!) geplatzt
Vorbereitung vergessen und am Brett die Lösung nicht gefunden
Aufgabe!
Erst kürzlich, erklärte Vishy in Deutsch(!), habe er die Variante nach 20 Jahren mal wieder geprüft und herausgefunden, dass 19.d7 stark ist und Schwarz sehr genaues Spiel abverlangt. Ganz wichtig sei, wie im Diagramm gezeigt, dass Schwarz darauf 19...Sc7 mit haltbarer Stellung spielt. Aronian zog 19...Le4? und verlor, weil er seine eigene Vorbereitung vergessen hatte.
Sergey Karjakin und Fabiano Caruana gingen es sehr bedächtig an
Entsprechend spielten sie auch die längste Partie des Tages
Dieses Mal spielte der Italiener in Zeitnot viel besser als in Runde 1
Er stand mal besser, er stand mal schlechter, am Ende wurde es ein gerechtes Remis
Zwischenzeitlich nickten einige jüngere Zuschauer regelrecht ein, aber das lag bestimmt nicht an der Stellung
Kurze Nachbesprechung
Alle Berichte zur 4. Zürich Chess Challenge 2015 auf einen Blick: