14.02.2015 - Unbedingter Siegeswille ist auch beim Schach fein, aber ab und zu übertreibt man es und fängt sich eine herbe Niederlage. So erging es heute Fabiano Caruana als Weißer gegen Hikaru Nakamura zum Auftakt der 4. Zürich Chess Challenge. Der Italiener erspielte sich eine bessere Stellung und wollte kurz vor der ersten Zeitkontrolle unbedingt etwas Zählbares erzwingen, aber dabei wurde er von seinem amerikanischen Gegenüber trocken ausgekontert. Spannend verliefen auch die beiden anderen Duelle. Levon Aronian griff Sergey Karjakins König an, doch dann sah der Armenier nicht mehr als Dauerschach. Dabei hätte es eine aussichtsreiche Möglichkeit gegeben. Viswanathan Anand und Vladimir Kramnik waren sich im Duell der Weltmeister ziemlich ebenbürtig. Der Inder stand zwar minimal besser, aber das reicht gegen Spieler wie Kramnik nur selten zu mehr als einem Remis - so auch heute nicht. Der Russe hat morgen Weiß gegen Nakamura, wie auch Anand gegen Aronian und Karjakin gegen Caruana. Wundern Sie sich in der Folge nicht über die beiden Tabellen, denn in Zürich gibt es für einen Sieg im Hauptturnier zwei Punkte und für ein Remis einen Punkt!
Allgemeine Informationen
Die Zurich Chess Challenge 2015 läuft vom 13. bis 19. Februar im Festsaal des Hotel Savoy Baur en Ville in Zürich.
Der Turnierschnitt beträgt 2784, was der Turnierkategorie 22 entspricht.
Gespielt wird ein einrundiges Turnier mit sechs Spielern, und die Bedenkzeit ist 120 Minuten für 40 Züge plus 60 Minuten für weitere 20 Züge. Ab Zug 61 haben die Spieler 15 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug für den Rest der Partie.
Rundenstart ist täglich um 15 Uhr. Einen Ruhetag wird es nicht geben.
Endet eine Partie vor dem 40. Zug unentschieden, wird eine Schnellschachpartie mit vertauschten Farben gespielt, wobei das Ergebnis nicht in die Gesamtwertung einfließt. (So war es zumindest im Vorjahr.)
Zu guter Letzt tragen die Spieler am Tag nach Beendigung des Turniers am 19. Februar noch ein Schnellturnier mit vertauschten Farben aus.
Alle weiteren Informationen liefert die Turnierseite.
Remis auch zwischen Levon Aronian und Sergey Karjakin
Chance auf mehr verpasst
Karjakin war natürlich zufrieden
Als Aronian erfuhr, wie er weiter auf Gewinn hätte spielen können, war er natürlich noch etwas unzufriedener
Die längste Partie lieferten Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura
Zuerst sah es prima aus für Caruana...
...aber Naka war heute im Glück
Entsprechend launig war die Analyse mit GM Yannick Pelletier und IM Werner Hug
Gestern präsentierte der Turnierfotograf(?) ein eher tristes Bild von Zürich, das konnten die Veranstalter nicht auf sich sitzen lassen und haben mit einer schönen Serie von Aufnahmen nachgelegt:
Alle Berichte zur 4. Zürich Chess Challenge 2015 auf einen Blick: