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Aktuelles vom Hessenschach - Dominanz der Starkenburger
29.04.2005 - +++ Abschluß der Hessischen Einzelmeisterschaften Teil II+++ FM Kai Wornath in der Endrunde des Deutschlandpokals+++ Karlsruher FM gewinnt Hofheimer Schnellschach Open+++ Mannschaftskämpfe in Hessen vor dem Abschluß+++ Hessen wächst!+++ Frankfurter Stadtmeisterschaft beginnt am Montag+++

      HESSISCHE EINZELMEISTERSCHAFTEN

Die Dominanz der Spieler aus den Bezirken Bergstraße und Starkenburg pflanzte sich durch alle Spielklassen der Hessischen Meisterschaften in Offenbach fort.

     MEISTERVORTURNIER

Oliver Uwira, SK König Nied Foto: Hessischer Schachverband

Recht gut versteckt hat er sich bzw seine internationale Spielstärke, der Sieger im Turnier der Meisteranwärter, Marcus Fritsch vom Klub Fallender König in Babenhausen. Jedenfalls hatte ihn keiner so richtig auf der Rechnung, da er ohne ELO Zahl ins Turnier ging.

 Seine 7 aus 9, sechs Siege und zwei Unentschieden, nur eine Niederlage aus der Schlußrunde gegen den aktuellen Frankfurter Stadtmeister und Turnierdritten Oliver Uwira vom SK König Nied, werden ihn aber sicher über die 2200 erheben. Und in das kommende Meisterturnier von Marburg. Herzlichen Glückwunsch!

Mit ihm haben der Turnierzweite, Ulf Kuhn vom SK Gründau, Oliver Uwira und auch der Vierte, Andrei Tchernyi von Hermannia Kassel, den Platz in der Hessischen Premier League sicher.

Knapp gescheitert an diesem Cut ist der Turnierfavorit Holger Rasch vom SC Steinbach, der wie die drei vor ihm 6,5 aus 9 Partien erreichte, aber mit der schlechteren Wertung auf Platz fünf landete.

Holger Rasch, SC Steinbach
Foto: SC Frankfurt-West

Holger Rasch blieb wie Ulf Kuhn ungeschlagen! Beste Dame im Feld wurde Julia Schlein vom SC Steinbach auf Platz 10, nach Wertung beste in der Gruppe der 5,5er, und: einen Platz vor Omri Schlesinger (OK, ist 'ne Insiderinfo, muß aber trotzdem erwähnt werden:-). Die 3-fache Hessenmeisterin und WFM Mira Kierzek vom SC Fulda landete mit einer starken Leistung von 5 aus 9 auf Platz 19 und wurde damit Osthessens Topspieler(in) im gesamten Feld. 56 Teilnehmer waren leider kein Teilnehmerrekord im Meistervorturnier, aber da alle Bezirke vertreten waren, wurde ein guter Querschnitt des verbandes dargestellt. Die 4 Top- gesetzten Spieler waren zudem über der Untergrenze des Meisterturnieres einzuschätzen, sodaß sich eine gute Fortsetzung der Teilnehmerliste der Meister ergab.

     MEISTERTURNIER DER SENIOREN

Mit Milislav Panic vom SC Schachmatt Weiterstadt, yep! Starkenburg, setzte sich auch ein Spieler durch, den man nicht von Anfang an den Turniersieg zutraute. "Nur" auf Startranglistenposition 6 platziert, gelang es ihm bei 5 Siegen und 2 Remisen ungeschlagen zu bleiben. Vizemeister wurde Ferdinand Niebling vom SC Frankfurt West und Bronze ging an Leonidas Bubis vom TuS Makkabi Frankfurt, beide erreichten 5 Punkte und ließen die FMs Staller und Stimpel hinter sich. Für die Nestorenwertung konnte sich Alois Schreyer mit einem halben Buchholtzpunkt vor seinem Vorgänger, Wolfgang Kripp von der VSG Offenbach, platzieren. Schreyer war wie FM Staller und eben der Turniersieger Panic in diesem Turnier nicht zu schlagen. Herzlichen Glückwunsch allen zu ihrer Leistung in einem solch starken Feld!

     HAUPTTURNIERE

In den 4 Gruppen der Hauptturniere setzten sich mit Maximilian Müller, Frank Drill, Ingo Peters und Ingo Rutkowski jeweils die Favoriten durch. Dabei konnte sich Ingo Peters in Gruppe D nur knapp nach Wertung und 5,5 Punkten vor Dr.Mustafa von der SG Nordwest Frankfurt platzieren, die anderen 3 siegten mit jeweils 6 Punkten und einem halben Punkt souverän vor dem Nächstplatzierten. Ingo Rutkowski spielt für den SC Hattersheim, was bekanntlich im Bezirk Main/Taunus zu finden ist. Müller, Drill und Peters dagegen sind Klubkameraden beim SK Gernsheim, was dann wieder den Starkenburger Siegeshunger unterstreicht.

     BLITZTURNIERE

Drei Entscheidungen werden seit Jahren im Blitzen im Rahmen der Hessischen Einzelmeisterschaften ausgespielt. Bei den Frauen siegte Julia Schlein vom SC Steinbach vor Silvia Elpelt vom SC Eschborn vor 4 weiteren Teilnehmerinnen. Bei den Senioren mußte nach 10 Runden ein Stichkampf um den Titel entscheiden. Das Turnier und den Stichkampf schließlich auch konnte FM Dr. Reinhard Zunker im Duell gegen Prof. Rudolf Brauner, beide vom SV Hofheim, für sich entscheiden! Die traditionell letzte Entscheidung fiel dann eine Stunde vor(!) Mitternacht in einem offenen Blitzturnier. Im Finale A, das aus den drei Bestplatzierten der 4 Vorrundengruppen gebildet wurde und mit der Blitz- Hessenmeisterin Julia Schlein und dem VSGOffenbacher Wolfgang Jakel komplettiert wurde, siegte Patrick Chandler vom bayrischen Klub Sfr. Burgsinn. Bester Hesse, und damit direkt qualifiziert für die Hessische Blitz- Einzelmeisterschaft, wurde IM Stefan Reschke vom SV Oberursel. Bemerkenswert an diesem Turnier waren sicherlich die geringe Teilnehmerzahl, nur insgesamt 50, aber auch die Tatsache, das keiner(!) im Verlaufe des Turniers zurücktrat. Weitere Info: http://www.hessischer-schachverband.de/hem

     DÄHNE POKAL

Trotz eines schönen Sieges im Viertelfinale gegen FM Falko Meyer und einem Remis im Halbfinale gegen FM Roland Voigt mußte der Favorit der Endrunde, Hessens Vertreter FM Kai Wornath vom SV Griesheim (ähem, genau, Starkenburg!), ungeschlagen in den Normalpartien, aus dem Wettbewerb ausscheiden. Der eigentlich als Blitzspezialist zu handelnde FM Wornath verlor die beiden 5min- Entscheidungspartien gegen Voigt, der im Finale dann FM Kaeser unterlag. Alles zum Event: rochade/live.htm

     HOFHEIMER SCHNELLSCHACH OPEN

Nur 48 Teilnehmer fanden sich in Hofheim-Lorsbach zur dritten Auflage des Schnellschach Opens ein. Über 20 Prozent im Feld waren Titelträger der FIDE, gewonnen hat nach 11 Runden FM Vatter aus Karlsruhe (ist übrigens Baden, nicht Starkenburg). Ergebnisse unter http://www.sv1920hofheim.de

     LETZTE RUNDE MANNSCHAFTSKÄMPFE

Am kommenden Sonntag gehen die Mannschaftskämpfe in die entscheidende letzte Runde, und in fast allen Staffeln geht es noch um den Auf- aber auch den Abstieg. Obwohl die darüber liegenden Klassen die Wettkämpfe schon beendet haben, bedeutet das, wie in all den Jahren zuvor auch, nicht zwangsläufig das auch die Absteiger in die Landesverbände feststehen. Zum Beispiel könnten theoretisch noch Mannschaften zurückziehen und freiwillig vor den bereits sportlich abgestiegenen Teams den Weg in die darunterliegende Klasse antreten. Zuletzt war das in der letzten Saison der Fall, als sich Limburg in der Hessenliga halten konnte, weil Baunatal dafür freiwillig in die Verbandsliga abstieg. Ich möchte an dieser Stelle darum bitten, das möglichst unmittelbar nach Ende des Wettkampfes beim telefonischen Ergebnisdienst das Resultat bekannt gemacht wird. Es wäre schade, wenn erst am Montag Abend für alle die Ergebnisse im Internet bekannt gemacht werden könnten.

     ERBARMEN, DIE UNTERFRANKEN KOMMEN!

Viktoria Aschaffenburg und packende Duelle in der Fußball- Oberliga Hessen? Oh ja, FSV, Kickers, sogar die schon nicht mehr existente Spvg Bad Homburg können Liedchen in Moll davon trällern! Goldbach in den hessischen Ringerstaffeln? Auch nichts unbekanntes, und die Liste könnte man über andere Sportarten noch weiter führen. Auch im Schach sind Grenzüberschreitungen dieser Art nichts Ungewöhnliches, das hessische Viernheim tritt in Baden an, und Diez und Bad Marienberg fühlen sich in Hessen wohl (hoffe ich doch!). Nun haben die Schachfreunde Dettingen, ein Ortsteil von Karlstein, was wiederum soweit vom hessischen Seligenstadt wie Mainz von Wiesbaden entfernt ist, einen Aufnahmeantrag an den Hessischen Schachverband gestellt. Dettingen zählt zu den stärkeren bayrischen Klubs, immerhin aktuell aufgestiegen in die Oberliga. Die Jugend des Klubs ist in die Leistungskader eingegliedert, alles zusammen hat man 50 Mitglieder. Insgesamt stehen nun 3 Szenarien für eine Eingliederung zur Auswahl: 1. Da scheinbar(!) kein Absteiger aus der Oberliga Ost nach Hessen runterkommt, könnte Dettingen diesen Part übernehmen und den Platz des kommenden Meisters der Hessenliga einnehmen und alles läuft "planmäßig". Keine Stichkämpfe in der Verbandsliga usw. 2. Die Hessenliga nimmt für die kommenden 11 Mannschaften auf, inkl.Dettingen, und reduziert sich nach Ablauf der nächsten Saison definitiv(!) wieder auf 10 Teams. Bedeutet natürlich 2 Spieltage mehr im ohnehin engen Terminplan, und natürlich wird es Stichkämpfe geben in der Verbandsliga. 3. Der Aufnahmeantrag wird abgelehnt. Diese Option ist nur der Vollständigkeit halber erwähnt!

     OFFENE FRANKFURTER STADTMEISTERSCHAFT

Seit 80 Jahren zeichnet der Schachbezirk Frankfurt bzw dessen Nachfolger als Veranstalter der Frankfurter Stadtmeisterschaft verantwortlich. Vom damals aufstrebenden Frankfurter Schachklub im Jahre 1899 erstmals ausgeschriebenen "Turnier um die Meisterschaft von Frankfurt" haben sich die Grundideen zur Durchführung erhalten. Jeweils Montags Abends werden so nun wieder über 100 Teilnehmer in Frankfurt Kalbach an die Bretter gehen und den begehrten Titel in sieben Runden ausspielen. Teilnehmer, die nicht zumindest teilweise ihren Lebensmittelpunkt im Rhein-Main-Gebiet haben, könnten zwar, werden sich aber kaum zu diesem Turnier anmelden und machen somit den Sieger zum stärksten Spieler der Region. Der letzte Starkenburger gewann übrigens 2001! Am Montag (25.4.2005) wurde um 18.30 Uhr die erste Runde ausgetragen, die letzten Partien werden bis 23 Uhr beendet sein, damit jeder bis Mitternacht zu Hause ist. Außer den Hartgesottenen natürlich, die noch bei Mondschein auf der Terrasse des Restaurants spielen. So schön kann eben Schach sein! Alles zur FSM unter http://www.hessischer-schachverband.de/fsm.htm

Gruß

Euer

Hans-Dieter Post

Published by Gerhard Kenk

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