19.05.2011 - Die meist gestellte Frage vor der ersten Partie des Kandidatenfinals lautete: Wird Alexander Grischuk mit den weißen Steinen wieder auf ein schnelles Remis setzen oder versucht er gar mal, zu gewinnen? Der Russe spielte seine derzeitige Lieblings-Damengambitvariante mit Lf4 und die ersten Kiebitze jaulten schon auf, da präsentierte er mit 6.Tc1!? eine bisher kaum erprobte Idee und fortan war klar, dass er Boris Gelfand zumindest mal auf die Probe stellen wollte. Von der Variante offenkundig überrascht - kannte er die die Vorgängerpartie Nielsen - Beliavsky von 2004 etwa nicht? - verbrauchte der Israeli fortan viel Zeit. Erst als Gelfand mit 14...Te8 einen neuen Zug brachte, versank auch Grischuk in längeres Nachdenken und glich auf der Uhr alsbald aus. Die weitere Folge sah ein für Weiß etwas besseres Endspiel mit jeweils zwei Türmen und gleichfarbigen Läufern, in welchem Grischuk fast seine gesamte Restbedenkzeit verbrauchte, um einen Gewinnweg zu finden. Doch Gelfand verteidigte sich sehr sauber und erlaubte lediglich ein Turmendspiel mit Minusbauer. Wie so oft geriet Grischuk in horrende Zeitnot und erreichte erneut mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr die Zeitkontrolle. Alle Rechenkunst half ihm indes wenig und nach 49 Zügen war der Drops gelutscht und man reichte sich die Hände zum Remis. Die zweite Partie findet morgen um 13 Uhr statt. Selbstverständlich nimmt GM Klaus Bischoff wieder live für Sie aus dem Chess Tigers Training Center in Bad Soden auf dem Fritzserver von ChessBase jeden Zug unter die Lupe. Zwischenstand plus Partie & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
17.05.2011 - Zwei grundverschiedene Tie-Breaks konnte man gestern beim Kandidaten-Halbfinale in Kasan beobachten - jeweils mit dem Ergebnis, dass um den Einzug ins Finale geblitzt werden musste. Die Geschichte zwischen Alexander Grischuk und Vladimir Kramnik ist rasch erzählt: Mit den weißen Steinen versuchte Grischuk rein gar nichts und remisierte jeweils kurzzügig. In der ersten Schwarzpartie hatte er großen Vorteil, konnte diesen jedoch nicht verwerten und in der zweiten wandelte er hart am Abgrund, doch Kramnik ließ seine sonst so gefürchtete Technik vermissen. So endeten nach den langsamen Partien auch alle Schnellschachpartien unentschieden. Im anschließenden Blitz-Entscheid hatte Kramnik schlicht keine Chance. Er stellte als Weißer in der ersten Partie einen Bauern ein und verlor. In der zweiten Partie ließ sein Gegner mit Weiß nichts anbrennen und erreichte ungefährdet den Remishafen zum Matchsieg. Ein wahres Auf und Ab ereignete sich zwischen Boris Gelfand und Gata Kamsky. In der ersten Schnellpartie verhunzte der Amerikaner einen möglichen Sieg zum Remis, wofür sich der Israeli prompt in der zweiten Partie revanchierte und ebenfalls eine vorteilhafte Stellung verdarb bzw. eine eingestellte Figur nicht nahm. In der dritten Partie dann stellte Kamsky seinem Gegner eine richtig fiese Falle, eroberte die Dame und gewann. Nun waren sich nahezu alle Beobachter einig, dass er das Finale erreichen würde, aber sie hatten nicht mit den flatternden Nerven der Spieler gerechnet. Als Gelfand 23...Sa5? zog, war er so gut wie ausgeschieden, denn er hatte dabei eine einfache Taktik übersehen. Er war damit jedoch nicht alleine, denn auch Kamsky sah sie nicht, stellte stattdessen einen Bauern ein und verlor. Somit musste auch hier die Entscheidung im Blitzen fallen und dort hatte Kamsky offenbar keine Kraft mehr. Sang- und klanglos wurde er von Gelfand mit 0:2 abgefertigt und musste seine WM-Hoffnungen begraben. Nun dürfen sich Grischuk und Gelfand zwei Tage lang erholen bzw. ihre Vorbereitungen für das Finale betreiben, welches am Donnerstag beginnt und über sechs Partien ausgetragen wird. Hier geht es nicht mehr ums Geld - beide Spieler erhalten 90.000,- Euro -, sondern nur um die eine, die wichtigste aller Schachfragen: Wer wird der nächste Herausforderer von Weltmeister Viswanathan Anand? Endstände Halbfinale plus Partien & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
16.05.2011 - Ab sofort können Sie sich die einunddreißigsten Lektionen der drei laufenden Kurse herunterladen. Im Kurs "Nachspielen, Verstehen, Anwenden" von GM Klaus Bischoff und IM Erik Zude hat unser Großmeister die Gewinnpartie von Boris Gelfand gegen Shakhriyar Mamedyarov aus der ersten Runde der noch laufenden Kandidatenmatches für Sie analysiert. Lösen Sie im Verlauf der Partie wieder zehn knifflige Aufgaben! Im Kurs "Strategie - Theorie & Praxis" von FM Uwe Kersten steht der zweite Teil zum Thema "Schwächen schaffen" an. Lösen Sie nach dem theoretischen Teil wieder sechs Aufgaben zum Thema. Im Kurs "Kombinationen der modernen Praxis" von Mike Rosa erwarten Sie die Kombis Nr. 301 bis 310. Am Ende des Jahrganges werden Sie über eine Sammlung von exakt 400 Kombinationen verfügen. In der heutigen Kombination der Woche wie der bekannte ungarische Meister Géza Maróczy spielen und den Gegner trotz deutlichem Materialnachteil matt setzen. Zur Kombination der Woche Nr. 31... Chess Tigers Universität - Überblick Chess Tigers Universität - Jahrgang 2010 Chess Tigers Universität - Probelektionen Ich will Chess Tiger werden! Mitgliederbereich
15.05.2011 - Heute leisteten sich mal Boris Gelfand und Gata Kamsky im Kandidaten-Halbfinale den Luxus, eine schnelle Partie zu spielen. Erneut verteidigte sich der Amerikaner als Schwarzer mit Grünfeld und hatte bereits nach 23 Zügen ein remisliches Doppelturmendspiel erreicht und Gelfand die Lust an weiteren Gewinnversuchen genommen. Der Israeli schien darüber beileibe nicht glücklich, wie man seinem beinahe schon drolligen Mienenspiel entnehmen konnte. Er wird sich morgen im Tie-Break immerhin mit dem amtierenden Schnellschach-Weltmeister messen müssen. 2010 hatte Kamsky das große Open der Chess Classic Mainz gewonnen und seine exzellenten Rapid-Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und weil sich Gelfand und Kamsky so zeitig einig waren, entschädigten Vladimir Kramnik und Alexander Grischuk heute die zahlreichen Zuschauer. Bis auf einen Sieger hatte die Partie alles, was man sich wünschen kann. Mal stand Kramnik besser, dann Grischuk, dann schien es, letzterer würde Opfer seiner knappen Bedenkzeit werden, dann verpasste ersterer einen aussichtsreiche Fortsetzung und zu guter Letzt hatte Kramnik zwar zwei Bauern erobert, konnte diese aber aufgrund des schwarzen Freibauers auf c2 nicht verwerten. Und so kommt es auch in diesem Duell, wie es kommen musste, zum montäglichen Tie-Break um den Einzug ins Finale. Beginn ist wieder ca. 13 Uhr und GM Klaus Bischoff wird wieder wie gewohnt für Sie live aus dem Chess Tigers Training Center in Bad Soden auf dem Fritzserver von ChessBase kommentieren. Zwischenstände plus Partien & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
14.05.2011 - Offenbar glaubt Alexander Grischuk nicht daran, den 14. Weltmeister Vladimir Kramnik in einer "normalen" Partie schlagen zu können, denn er bot seinem Gegner mit 1.e4 in der vierten Halbfinalpartie die Gelegenheit, sein supersolides Russisch an den Mann zu bringen. Die Folge waren 25 Züge und ein Remisangebot von Grischuk, welches natürlich umgehend angenommen wurde. Somit darf Kramnik in der vierten Partie nochmals mit Weiß auf Sieg und den direkten Einzug ins Finale spielen. Den gleichen Matchstand bei völlig anderem Schach haben auch Gata Kamsky und Boris Gelfand erreicht. Wieder stand der Najdorf-Sizi zur Diskussion und es entbrannte ein Feuerwerk aus taktischen Motiven und ausgelassenen Chancen, dass den zahlreichen Kiebitzen regelrecht schwindelig wurde. Den Anfang machte Kamsky, als er zunächst aussichtsreich einen Bauern opferte und dann im 29. Zug mit Dh1? das vermutlich sichere Ticket fürs Finale nicht an sich nahm. Sichtlich überrascht erspielte sich Gelfand daraufhin trotz knapper Zeit mit seinem plötzlich starken Mehr- bzw. Freibauer eine Gewinnstellung und hatte dank ihm alsbald eine Figur mehr. Da revanchierte sich der Israeli und stellte mit 38...Df5?? einfach den Mehrbesitz wieder ein. Bei der folgenden Abwicklung ins Schwerfigurenendspiel verpasste Kamsky unmittelbar nach der Zeitkontrolle wiederum eine Feinheit (41.Dd2! statt 41.Dxf2?! hätte ihm das besseres Endspiel beschert) und musste fortan das schlechtere Doppelturmendspiel verwalten. Aber sein Gegner machte es ihm nicht mehr allzu schwer, nach 54 Zügen ward der Punkt geteilt. So muss auch hier die morgige vierte Partie oder gar der Tie-Break am Montag entscheiden. Selbstverständlich ist GM Klaus Bischoff wieder live für Sie aus dem Chess Tigers Training Center in Bad Soden live auf dem Fritzserver von ChessBase für Sie beinahe hautnah dabei. Zwischenstände plus Partien & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
13.05.2011 - Auch in der zweiten Runde des Kandidaten-Halbfinales in Kasan waren Vladimir Kramnik und Alexander Grischuk die Ersten, die fertig waren. Doch dieses Mal hatten sie exakt 40 Züge und rund 5 Stunden länger gespielt als gestern, um herauszufinden, dass sie den Punkt erneut teilen mussten. Vermutlich erreichte Kramnik als Weißer mit seinem Mehrbauer eine Gewinnstellung, aber Grischuk verteidigte sich nicht zum ersten Mal unglaublich zäh und wurde wieder belohnt. Amüsant war die Lage im 52. Zug von Weiß, als zahlreiche Internet-Kiebitze damit angeben wollten, dass sie angeblich gesehen hätten, dass Kramnik mit 52.Txd6 gewinnen konnte. Als dann auch noch einige Meisterspieler (u. a. Georg Meier) behaupteten, dass dies nicht stimme, wurden Fritz & Co zitiert, die allesamt den Gewinn anzeigten. Tja, gegen die Engines ist halt kein Ankommen, stimmt's? Weit gefehlt! Was die Rechner nämlich erst vergleichsweise spät verstanden, war die Tatsache, dass Weiß am Ende der sehr langen Variante zwar eine neue Dame erhält, während der schwarze Bauer parallel nur bis auf die zweite Reihe kommt, doch da es sich dabei um den f-Bauer handelte, wäre nur eine bekannte Remisstellung entstanden. Großmeister 1, Engines 0! Die zweite Partie zwischen Boris Gelfand und Gata Kamsky verlief bis zu einem gewissen Punkt nicht minder spannend. Der Israeli setzte dem Grünfelder des Amerikaners schwer zu und erspielte sich einen klaren positionellen Vorteil. Doch wie parallel Grischuk konnte sich Kamsky dank einer Ungenauigkeit bzw. technischen Fehlers seines Gegners aus dem Würgegriff befreien und letztlich ein ausgeglichenes Turmendspiel erreichen. Somit muss die zweite Matchhälfte oder erneut der Tie-Break am Montag darüber entscheiden, wer ins Finale einzieht. Die Live-Kommentare lieferten heute GM Daniel King, IM Oliver Reeh und André Schulz aus dem Hamburger TV ChessBase-Studio. Ab morgen wird wieder GM Klaus Bischoff aus dem Chess Tigers Training Center in Bad Soden für Sie das Wort ergreifen. Zwischenstände plus Partien & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite
12.05.2011 - Die spannendere der beiden heutigen Partien der Kandidaten-Halbfinals war eindeutig die zwischen Gata Kamsky und Boris Gelfand. Diskutiert wurde die Najdorf-Variante im Sizilianer, aus welcher der Amerikaner mit einem leichten Vorteil herausging. Doch mehr war aus seinem israelischen Gegenüber nicht herauszupressen, und so ging der Friedensschluss nach 36 Zügen durchaus in Ordnung. Manch einer hatte sich gewünscht, sie hätten das Endspiel komplett ausgespielt, aber das ist im Vergleich zur anderen Partie schon Klagen auf hohem Niveau. So, wie Alexander Grischuk (mit Weiß) und Vladimir Kramnik nämlich ihre erste Partie vortrugen, macht man sich bei den Schachfans absolut keine Freunde. 16 Züge Damengambit und dann Remis - da dauerte die anschließende Pressekonferenz beinahe länger als die Partie! Leider wird in Russland auch für die Presse stoisch nur Russisch gesprochen, doch die Mimik und Gestik beider Spieler sprach auch eine verständliche Sprache. Während Kramnik wortreich und offenbar sehr gelöst ausführte, warum man so früh den Punkt teilen musste, wirkte Grischuk abwesend und nicht wirklich zufrieden. So langsam beschleichen nicht nur Experten die Sorge, dass sich am Ende ein Spieler für das WM-Match gegen Anand qualifiziert, der nicht eine einzige Partie mit langer Bedenkzeit gewonnen hat. Sowohl bei Grischuk als auch Kramnik ist das bisher der Fall. Die morgigen Partien werden übrigens ausnahmsweise nicht von GM Klaus Bischoff, sondern von GM Daniel King, IM Oliver Reeh und ChessBase-Redakteur André Schulz live kommentiert. Mehr Information plus Partien & Bildern... Offizielle Veranstaltungsseite
10.05.2011 - Ab sofort können Sie sich die dreißigsten Lektionen der drei laufenden Kurse herunterladen. Im Kurs "Nachspielen, Verstehen, Anwenden" von GM Klaus Bischoff und IM Erik Zude hat letzterer die Partie zwischen Arkadij Naiditsch und Arik Braun vom kürzlich beendeten 15. Int. Neckar-Open unter die Lupe genommen. Lösen Sie im Verlauf der Partie wieder zehn knifflige Aufgaben! Im Kurs "Strategie - Theorie & Praxis" von FM Uwe Kersten wird das "Schwächen schaffen" gelehrt. Lösen Sie nach dem theoretischen Teil wieder sechs Aufgaben zum Thema. Im Kurs "Kombinationen der modernen Praxis" von Mike Rosa erwarten Sie die Kombis Nr. 291 bis 300. Am Ende des Jahrganges werden Sie über eine Sammlung von exakt 400 Kombinationen verfügen. In der heutigen Kombination der Woche sollen Sie das schaffen, was Schwarz versäumte. Besiegen Sie Weltmeister Alexander Aljechin im Mattangriff! Zur Kombination der Woche Nr. 30... Chess Tigers Universität - Überblick Chess Tigers Universität - Jahrgang 2010 Chess Tigers Universität - Probelektionen Ich will Chess Tiger werden! Mitgliederbereich
09.05.2011 - Der Erste, der sich über den Einzug ins Halbfinale der Kandidatenmatches freuen durfte, war Boris Gelfand. Shakhriyar Mamedyarov musste unbedingt mit Schwarz gegen den Israeli gewinnen, doch nach nur 24 Zügen stellte dieser seine Bemühungen ein und bot angesichts einer klar schlechteren Stellung die Punktteilung an. Danach durfte Gata Kamsky jubeln, denn ihm gelang es gegen Veselin Topalov, eine zwischenzeitlich verlorene Stellung noch zu einem Remis umzubiegen und so ebenfalls in die nächste Runde einzuziehen. Somit wird es im Halbfinale zum Aufeinandertreffen zwischen Kamsky und Gelfand kommen. Die Frage, wie sich das zweite Halbfinale gestalten würde, musste im Tie-Break fallen. Weder Levon Aronian und Alexander Grischuk noch Vladimir Kramnik und Teimour Radjabov konnten gegeneinander in der regulären Spielzeit eine Entscheidung herbeiführen. Auch die vier Schnellschachpartien zwischen Kramnik und Radjabov endeten allesamt friedlich, so dass es zum Blitzentscheid kam. In selbigen sollte keine Partie unentschieden enden. Erst übernahm Radjabov die Führung, doch Kramnik konnte ausgleichen. In der zweiten Blitzrunde dann hatte der Russe die besseren Nerven und siegte mit 2:0. Ausgeschieden ist dagegen der Top-Favorit in allen Umfragen, Aronian. Nachdem der Armenier in der dritten Schnellpartie eine sehr vorteilhafte Stellung zum Remis verdorben hatte, konnte Grischuk die vierte für sich entscheiden. Somit kommt es im zweiten Halbfinale zum inner-russischen Duell zwischen Kramnik und Grischuk. Nun dürfen sich die Spieler zwei Tage von den zurückliegenden Strapazen erholen, wobei die Zeit wohl eher zur Vorbereitung genutzt werden wird. Am kommenden Donnerstag starten die Halbfinals, welche GM Klaus Bischoff wieder live für Sie kommentieren wird. Mehr Information plus Partien... Offizielle Veranstaltungsseite
07.05.2011 - "Die Letzten werden die Ersten sein", kann man in einem bekannten Buch nachlesen und nach diesem Motto gingen in der dritten Runde des Viertelfinales der Kandidatenmatches Teimour Radjabov und Vladimir Kramnik zu Werke. Gestern verhinderten sie mit einem langen Endspiel einen zeitigen Feierabend in Kasan, dafür gaben sie sich heuer alle Mühe, diese Zeit wieder "'reinzuholen". In einem atemberaubenden Tempo spulten beide 33 Züge Damengambit (Lasker-Variante) herunter und teilten dann Punkt. In einer spannenden Partie trennten sich Gata Kamsky und Veselin Topalov nach rund 3,5 Stunden Spielzeit gerecht unentschieden. Für den Bulgaren bedeutet dies, dass er morgen mit den weißen Steinen zum Siegen verdammt ist. Noch schwieriger wird dagegen nur für Shakhriyar Mamedyarov, denn er unterlag heute mit Weiß einem bestens aufgelegten Boris Gelfand. Somit muss Shak morgen mit Schwarz gewinnen, was die Sache bekanntlich nicht vereinfacht. Die längste Partie des Tages lieferten sich Levon Aronian und Alexander Grischuk. Im berühmt-berüchtigten Turmendspiel mit jeweils drei Bauern am Königsflügel und einem Mehrbauer auf der a-Linie knetete der Armenier seinen Gegenüber beharrlich. Aber Grischuk kannte sich aus und konnte letztlich den Remishafen ansteuern und so das Match ausgeglichen halten. Die vierten Partien des Viertelfinales finden morgen zur gewohnten Zeit statt. Natürlich wird GM Klaus Bischoff wieder live aus dem Chess Tigers Training Center dabei sein und die Ereignisse in Worte fassen. Mehr Information plus Partien... Offizielle Veranstaltungsseite
06.05.2011 - Man kann nach Kräften spekulieren, ob Veselin Topalov zu riskant eingestellt ist gegen einen Gata Kamsky, den er in der Vergangenheit stets gut im Griff hatte, jedenfalls liegt die Vermutung nahe, dass die Neuerung 9.0-0-0 des Bulgaren im Grünfelder wenig Nachahmer finden wird. Dazu noch eine völlig abseits stehende Dame auf a3 und schon kristallisierte sich alsbald ein klarer Vorteil für Kamsky heraus, welchen der Amerikaner auch sehr souverän zum Sieg verwertete. Damit führt Kamsky zur Halbzeit mit 1,5:0,5 und hat beste Chancen auf die nächste Runde. Zuvor hatten trotz langem Grübeln Alexander Grischuk und Levon Aronian erneut den Punkt geteilt, nachdem Kommentator Klaus Bischoff den Armenier in Schwierigkeiten gesehen hatte. Doch nach 22 Zügen glaubte Grischuk nicht mehr an einen Sieg und sein Remisangebot wurde gerne angenommen. Das nächste Remis ereignete sich zwischen Boris Gelfand und Shakhriyar Mamedyarov. Zwischenzeitlich sah es zwar mal nach einem deutlichen Vorteil für den Israeli aus, doch sein aserbaidschanischer Gegner verteidigte sich sauber - also auch hier keine kleine Vorentscheidung. Etwas länger als nötig versuchte dann noch Vladimir Kramnik, einen mikroskopischen Endspielvorteil gegen Teimour Radjabov zu etwas Brauchbarem zu verarbeiten, doch es änderte letztlich nichts am Ergebnis. Da werden sich beide Spieler nochmals Gedanken machen müssen, wie sie den Kontrahenten auszuschalten können - bisher ist man sich jedenfalls absolut ebenbürtig. Morgen stehen die dritten Partien der ersten Runde an. Mehr Information plus Partien... Offizielle Veranstaltungsseite
05.05.2011 - Ab heute wird im russischen Kasan der nächste Herausforderer von Weltmeister Viswanathan Anand ermittelt. Zum Start gab es in den vier Matches der ersten Runde zwar keine entschiedene Partien, dennoch kamen die zahlreichen Kiebitze zumeisst auf ihre Kosten. Recht schnell waren sich Teimour Radjabov und Vladimir Kramnik einig. Der Russe wählte als Schwarzer die mittlerweile berühmte Lasker-Variante des Damengambits und glich alsbald aus. Nach 24 Zügen reichte man sich die Hände. Den nächsten Friedensschluss gab es zwischen Shakhyiar Mamedyarov und Boris Gelfand, nachdem ersterer zuvor mächtig Druck ausgeübt, den Israeli aber nicht zu Fall hatte bringen können. Fast zeitgleich teilten auch Gata Kamsky und Veselin Topalov den Punkt. Der frischgebackene amerikanische Landesmeister erspielte sich eine vorteilhafte Stellung gegen den Bulgaren, doch Topalov konnte mit einem für ihn typisches Qualitätsopfer ein remisliches Endspiel herbeiführen und letztlich auch halten. Den längsten Kampf boten Levon Aronian und Alexander Grischuk. Der Armenier luchste seinem Gegner früh einen Bauern ab und machte sich Schritt für Schritt an die Verwertung, doch Grischuk bewies mal wieder seine unglaubliche Zähigkeit. Trotz Zeitnot fand er immer wieder einen Weg, seinen Gegner zu schwierigen Entscheidungen zu zwingen, bis dieser mindesten ein oder zwei Mal den aussichtsreichsten Weg verpasste. Unter dem Strich steht ein gerechtes Remis, obwohl Aronian bestimmt mit seinem Schicksal hadern und Grischuk kräftig durchschnaufen wird. Morgen geht es mit vertauschten Farben in die zweite Runde. Mehr Information plus Partien... Offizielle Veranstaltungsseite
04.05.2011 - Wenn sich der gemeine Frankfurter Sorgen macht, dann über die Eintracht im Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga, aber nicht über das Schach, denn dieses befindet sich dort zweifelsohne auf einem Allzeit-Hoch. Den größten Anteil daran hat Hans-Dieter Post als Turnierleiter des hessischen Bezirks 5, welchem es gelungen ist, sage und schreibe 179 Schachspieler zu motivieren, an der diesjährigen Auflage der Frankfurter Stadtmeisterschaft teilzunehmen. Doch nicht nur die Quantität hat neue Höhen erreicht, auch die Qualität in der Spitze hat sich enorm gesteigert. Zum ersten Mal nimmt mit Igor Khenkin ein Großmeister teil und wird von fünf Internationalen Meistern sowie elf Fidemeistern gejagt, die ihm nur zu gerne die 800,- Euro Siegprämie streitig machen möchten. Am vergangenen Montag gab Post den Startschuss zu seinem für ihn 25. Championat der Mainmetropole. Kaum ein Meisterspieler strauchelte zum Auftakt, lediglich FM Gleb Voropaev (2326) musste überraschend mit Dr. Gerald Zimmer (1944) den Punkt teilen. Pünktlich wie immer gibt es für den kommenden Montag schon die Paarungen für die zweite Runde auf der offiziellen Turnierseite. Wir haben für Sie in der Folge einige Impressionen aufbereitet. Bilder der 1. Runde... Offizielle Veranstaltungsseite Alle Frankfurter Stadtmeister auf einen Blick
02.05.2011 - Ab sofort können Sie sich die neunundzwanzigsten Lektionen der drei laufenden Kurse herunterladen. Im Kurs "Nachspielen, Verstehen, Anwenden" von GM Klaus Bischoff und IM Erik Zude hat sich unser Großmeister der Partie Igor Kurnosov und Markus Ragger aus der Österreichischen Liga angenommen. Lösen Sie im Verlauf der Partie wieder zehn knifflige Aufgaben! Im Kurs "Strategie - Theorie & Praxis" von FM Uwe Kersten ist der zweite Teil zum Thema "Beengte Stellungen / Eingesperrte Figuren" an der Reihe. Lösen Sie nach dem theoretischen Teil wieder sechs Aufgaben zum Thema. Im Kurs "Kombinationen der modernen Praxis" von Mike Rosa erwarten Sie die Kombis Nr. 281 bis 290. Am Ende des Jahrganges werden Sie über eine Sammlung von exakt 400 Kombinationen verfügen. In der heutigen Kombination der Woche reisen wir zurück ins 19. Jahrhundert und finden heraus, wie Adolf Anderssen als Weißer Johannes Herrmann Zukertort fünfzügig matt setzte. Zur Kombination der Woche Nr. 29... Chess Tigers Universität - Überblick Chess Tigers Universität - Jahrgang 2010 Chess Tigers Universität - Probelektionen Ich will Chess Tiger werden! Mitgliederbereich
28.04.2011 - Gäbe es in diesem Jahr eine Chess Classic, sie befände sich just in ihrer heißesten Vorbereitungsphase. Doch bekannte Umstände, welche wir in dem Bericht "Ende einer Ära" ausführlich dargelegt haben, führten dazu, dass der Welt größtes und stärkstes Schnellschach- und Chess960-Event nicht mehr stattfinden wird. Grund genug, den Erfinder und Organisator der Chess Classic, Hans-Walter Schmitt, persönlich zu Wort zu bitten und ihm einige Interna zu entlocken. In dem folgenden, ausführlichen Interview erklärt sich der Vorsitzende der Chess Tigers so offen wie nie zuvor, lässt die Historie der Chess Classic anhand markanter Ereignisse Revue passieren und spricht über sein aktuelles Projekt - dem Chess Tigers Training Center - welches für den Bad Sodener längst zur Berufung geworden ist. Zum Interview...
Nachrichten Bravo, Arkadij Naiditsch! Deutschlands Nummer 1 gewinnt Neckar-Open und klettert wieder über 2700
25.04.2011 - Mit 8,5/9 hat Arkadij Naiditsch äußerst souverän das 15. Int. Neckar-Open im schönen Deizisau gewonnen. In der achten Runde hatte er gegen David Baramidze noch einem schnellen Remis zugestimmt, doch in der Schlussrunde wollte er wohl unbedingt sicherstellen, dass er nach Punkten und nicht "nur" nach Wertung siegen würde und spielte gegen seinen Gegner Falko Bindrich bis zum letzten Blutstropfen auf Sieg. Dieser erlaubte sich den Luxus, fast 5 Minuten zu spät am Spitzenbrett zu erscheinen - wohl in der Annahme, ein leichtes Remis geschenkt zu bekommen - und wurde vielleicht auch dafür bitter bestraft. Somit müsste Naiditsch in der bald erscheinenden Mai-Liste der FIDE erneut die ELO-Marke von 2700 überschreiten, sofern dieses Turnier und die Bundesliga noch mit verarbeitet werden sollten. Aber auch die Leistungen der Deutschen Arik Braun, David Baramidze und Niclas Huschenbeth sind aller Ehren wert, denn diese belegen in dieser Reihenfolge die Plätze hinter "ihrer" Nummer 1. Es folgt der Endstand und der Bericht von Georgios Souleidis mit Bildern vom Pressechef und Christian Bossert nebst Partien. Hier geht's lang... Offizielle Veranstaltungsseite
25.04.2011 - Ab sofort können Sie sich die achtundzwanzigsten Lektionen der drei laufenden Kurse herunterladen. Im Kurs "Nachspielen, Verstehen, Anwenden" von GM Klaus Bischoff und IM Erik Zude hat letzterer die EM-Partie zwischen Liviu-Dieter Nisipeanu und dem WM-Sekundanten Radoslaw Wojtaszek gründlich durchleuchtet. Lösen Sie im Verlauf der Partie wieder zehn knifflige Aufgaben! Im Kurs "Strategie - Theorie & Praxis" von FM Uwe Kersten geht es um das Thema "Beengte Stellungen / Eingesperrte Figuren". Lösen Sie nach dem theoretischen Teil wieder sechs Aufgaben zum Thema. Im Kurs "Kombinationen der modernen Praxis" von Mike Rosa erwarten Sie die Kombis Nr. 271 bis 280. Am Ende des Jahrganges werden Sie über eine Sammlung von exakt 400 Kombinationen verfügen. In der aktuellen Lektion finden Sie ausschließlich Stellungen aus dem just beendeten 15. Int. Neckar-Open. Die heutige Kombination der Woche ereignete sich vor genau 80 Jahren. Übertreffen Sie den legendären Efim Bogoljubow und setzen Sie den mit Weiß spielenden Sultan matt! Zur Kombination der Woche Nr. 28... Chess Tigers Universität - Überblick Chess Tigers Universität - Jahrgang 2010 Chess Tigers Universität - Probelektionen Ich will Chess Tiger werden! Mitgliederbereich
24.04.2011 - Das hat auch das größte und stärkste Open auf deutschem Boden noch nicht allzu oft erlebt. Gleich drei einheimische Spieler belegen die ersten drei Plätze beim 15. Int. Neckar-Open und das nach bereits 7 gespielten Runden. Mit makelloser Weste führt Arkadij Naiditsch, nachdem er gegen den Israeli Alon Greenfeld seinen siebten Sieg in Serie hinlegte. Rang 2 hält nach wie vor David Baramidze nach seinem Sieg gegen Grzegorz Gajewski aus Polen. Arik Braun ist der Dritte im Bunde. Er verlor nur gegen Naiditsch und konnte ansonsten alle seine Partien gewinnen - zuletzt gegen IM Luca Shytaj aus Italien. In der vorletzten Runde kommt es am Ostermontag zum Duell zwischen Naiditsch und Baramidze. Sollte Ersterer siegen, ist ihm der Turniersieg nicht mehr zu nehmen. Endgültig ausgeschieden aus dem Titelrennen ist mit Etienne Bacrot die Nr. 1 der Setzliste. Der Franzose leistete sich in komplizierter Stellung gegen IM Oleg Spirin aus Russland einen kapitalen Einsteller und verlor. Es folgt der aktuelle Tabellenstand und der Bericht von Georgios Souleidis mit Bildern vom Pressechef und Christian Bossert. Hier geht's lang... Offizielle Veranstaltungsseite Zum Liveportal
24.04.2011 - Just in diesem Moment läuft beim 15. Int. Neckar-Open die 7. Runde. An Brett 1 thront Arkadij Naiditsch und scheint auch nicht gewillt, diesen Platz wieder herzugeben. In der gestrigen Nachmittagsrunde stellte sich ihm der amtierende deutsche Meister in Person von Niclas Huschenbeth und in den heutigen Morgenstunden war mit Arik Braun der Meister von 2009 bei ihm am ersten Tisch zu Gast. Beide hatten kaum Chancen und prallten an der deutschen Nummer 1 ab. Somit führt Naiditsch aktuell mit 6/6 und hat die besten Chancen, sich selbst ein nettes Oster-Geschenk zu machen. Zur Stunde spielt er mit Weiß gegen den Israeli Alon Greenfeld. Tabelle Top 15 & Bilder... Offizielle Veranstaltungsseite Zum Liveportal
23.04.2011 - In der 4. Runde des 15. Int. Neckar-Opens mussten die Favoriten kräftig Federn lassen. Die größte Überraschung gelang Twan Burg. Der holländische IM bezwang den Top-Favoriten auf den Turniersieg, Etienne Bacrot. Burg gelang es, seinen prominenten Gegner in einer sizilianischen Partie gehörig unter Druck zu setzen. Bacrot verteidigte sich im Laufe der Partie unsauber und musste kurz nach der ersten Zeitkontrolle die Waffen strecken.
In der Folge können Sie die entscheidende Partiephase nachvollziehen und zudem sehen, wie unser deutscher Großmeister Arik Braun Caissa und Fortuna zugleich auf seiner Seite hatte. In der 5. Runde spielt übrigens der amtierende deutsche Meister Niclas Huschenbeth gegen die deutsche Nummer 1 Arkadij Naiditsch! Zum Bericht... Offizielle Veranstaltungsseite Zum Liveportal