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NEUES aus dem HESSENLAND 2007 #3
08.02.2007 - +++ Deutscher Schachpreis für Hans-Walter Schmitt +++ Mannschaftskämpfe Bundes- und Oberligen +++ Einzelergebnisse Hessische Ligen +++ Hessische Einzelmeisterschaften in Erlensee +++ Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft

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Deutscher Schachpreis für Hans-Walter Schmitt!!

Hans-Walter Schmitt mit Weltmeister Levon Aronian beim Chess960-Simultan der CCM6

©opyright: Chess Tigers

Zu Beginn des neuen Jahres wurde Zweien, die sich um das Schach besonders verdient gemacht haben, die höchste Auszeichnung des Deutschen Schachbundes verliehen: Der Deutsche Schachpreis geht an den Schachpublizisten Dagobert Kohlmeyer und den nicht nur in Hessen bestens bekannten Extrem-Schachförderer Hans-Walter Schmitt.

Während beim Schachfreund Kohlmeyer auch dessen runder 60. Geburtstag eine nicht ganz unwichtige Rolle bei der Preisvergabe spielte, wird bei Youngster HWS dessen unermüdliches Engagement rund um die Chess Classic zeitlos gewürdigt.

Der so Geehrte sieht sich in dieser Rolle nicht alleine unterwegs und würde es lieber gesehen haben, wenn der Preis wie einst 2000 an die Stadt Dortmund erneut an eine Institution vergeben worden wäre. Und diese kann in seinen Augen nur die Chess Tigers sein!

Wie auch immer, Hans-Walter, da wir kaum alle zusammen kommen können um den Preis gemeinsam entgegenzunehmen, bist Du der richtige, um ihn stellvertretend für uns hochzuhalten. Herzlichen Glückwunsch!

Anmerkung der Chess Tigers-Redaktion:

Da unser Hans-Walter wohl im Rahmen der Chess Classic Mainz 2007 geehrt werden wird, ist es sehr wohl möglich, diesem Ereignis beizuwohnen. Die offizielle Ausschreibung der CCM7 wird in absehbarer Zeit folgen. Wer vorab gerne mehr über Hans-Walter Schmitt erfahren möchte, dem sei besonders die Ausgabe 2_06 des kulturellen Schachmagazins "KARL" empfohlen. Herausgeber ist der neue Pressechef der Chess Classic Mainz, Harry Schaack.

→ hier geht's lang zum KARL

Mannschaftskämpfe Bundes- und Oberligen

1.BUNDESLIGA
Aus hessischer Sicht passiert da wie bekannt nicht allzu viel, der OSC Baden-Baden wird seinen Titel wohl sicher verteidigen können. Einmal mehr ein Grund, endlich wieder ein hessisches Team zum Aufmischen in die Spitzenklasse zu schicken! Mal sehen, was sich zu diesem Thema in der 2. Liga tut...

Zum OSC Baden-Baden → http://www.zugzwang.de



2.BUNDESLIGA

SÜD
Die wohl besten Chancen, den Sprung aus der 2.Liga zu schaffen, haben die Mörlenbacher Freibauern, doch leider in die falsche Richtung! Die 5. Niederlage in Folge, diesmal gegen Team 2 des Deutschen Mannschaftsmeisters, besiegelt wohl endgültig den Abstieg der Odenwälder. Schade!
→ http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=2bls

OST
Autsch! Mit 7-1 kehren die Schönecker Schachfreunde vom Wettkampf aus Aue zurück und halten somit den Kontakt zur unmittelbaren Abstiegszone. Würzburg steht nach dem Rückzug der Mannschaft schon als erster Absteiger fest, aber zwei Plätze sind nunmal noch frei...
→ http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=2blo

WEST
Ja hätten sie, die Hofheimer, nicht in der letzten Runde gegen Gerresheim verloren, dann wäre das 6,5 gegen die von Ex-Weltmeister Kasimdzhanov angeführten Godesberger ein richtig fetter doppelter Punktgewinn mit direktem Durchmarsch an die Tabellenspitze. So bleibt immerhin (nur) Platz 4 und die vage Hoffnung auf den Aufstieg. Auch hier gibt es einen Aussteiger: Bergheim hat als Drittletzter schon die Nase voll!
→ http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=2blw

Lesen Sie zum Hofheimer Triumph auch den Bericht von Dr. Erik Zude:

Hofheim ist wieder da!

Triumph auf der ganzen Linie! Mit 6,5 zu 1,5 gegen Favorit und klaren Aufstiegsaspiranten Bad Godesberg meldet sich der SV Hofheim zurück im Kampf um den Einzug in die höchste deutsche Schachliga.

Nach der Schlappe gegen die abstiegsgefährdeten Gerresheimer in Runde 4 war uns zunächst unklar, ob wir nicht selbst schon gegen den Abstieg kämpfen müssen. Nach kurzem In-uns-Gehen entschieden wir aber, die inzwischen fast schon theoretischen Aufstiegschancen nicht vorzeitig in den Wind zu schreiben und gegen die Tabellenführer aus Bad Godesberg in Bestbesetzung anzutreten. Vielleicht reicht es ja für ein glückliches 4,5:3,5? Oder wenigstens ein Unentschieden? Bitte alles, nur keine weitere klare Niederlage, diesmal gegen einen deutlich überlegenen Gegner.

Doch heute lief alles für uns! Zwar war der Mannschaftskampf nach ca. 1,5 Stunden noch völlig offen. Es gab zu dieser Zeit keine wirklich schlecht stehende Partie auf Hofheimer Seite. Lediglich Arno war in der Eröffnung unter Druck geraten und kämpfte immer noch wacker um den Ausgleich. Andererseits gab es einige aussichtsreiche Hofheimer Weißpartien, in denen aber noch alles passieren konnte.

Zunächst waren die Partien an den Brettern 2 und 8 zum Remis verflacht. GM Stanislav Savchenko verteidigte gegen IM Jan-Michael Sprenger mit der Najdorf-Variante. Trotz heterogener Rochaden kam es doch nur zu einem Turmendspiel, das bald remis gegeben wurde. IM Oliver Brendel konnte mit Schwarz Alexander Dranov auf Distanz halten und erreichte ebenfalls ein anscheinend problemloses Remis.

Doch schon kurz vor der Zeitkontrolle mussten die heute erfolglos agierenden Bad Godesberger ein entscheidendes Trommelfeuer hinnehmen. GM Tomas Likavsky hatte in der Najdorf-Variante einen scharfen Angriff am Damenflügel gestartet, und verblieb mit seinem König im Zentrum. Als es dann beiderseitig ans Mattsetzen ging, fehlte ihm aber das berühmte Tempo. Mein erstes Turmopfer steckte er noch routiniert weg, das zweite kam aber als Überraschung und zwang ihn zur Aufgabe.

Fast zeitgleich holte auch FM Stephan Buchal den ganzen Punkt. Seiner tiefen Vorbereitung gegen die französische Winawer-Variante von FM Bodo Schmidt musste dieser mit Improvisation am Brett begegnen. Er verteidigte sich gegen Stephans Königsangriff zäh mit einem Qualitätsopfer, doch am Ende reichte es nicht. Noch ein Punkt für Hofheim.

Nach diesen beiden Weiß-Siegen konnten wir jetzt auch noch an den schwarzen Brettern nachlegen. In einer typischen Stellung mit weißem isolierten Damenbauern hatte GM Sergey Krivoshey zwar viel Zeit benötigt, um sich gegen GM Florian Jennis Springerausfall nach g5 zu verteidigen. Danach übernahm er jedoch selbst die Initiative und entschied das Zeitnotduell für sich!

4:1 für Hofheim zur Zeitkontrolle! Das war eine kalte Dusche für Bad Godesberg und gleichzeitig die Entscheidung, da wir inzwischen auch an den übrigen Brettern insgesamt im Vorteil waren.

Angesichts des Mannschaftsstandes hatte IM Thomas Jackelen schon vor der Zeitkontrolle versucht, einem ungefähr ausgeglichenen Endspiel Gewinnchancen abzuringen. Das ging aber nach hinten los und am Ende gewann IM Arno Zude.

Beim Spitzenduell an Brett 1 hielt GM Jörg Hickl dem Exweltmeister GM Rustam Kazimdshanov tapfer die ihm bestens vertraute englische Struktur entgegen. Trotz Kazimdshanovs beständigen Versuchen, einen Angriff am Königsflügel zu inszenieren, neigte sich die Waagschale erst in der Zeitnotphase zugunsten des Exweltmeisters. Jörg verteidigte sich aber zäh und erreichte zum Schluss das Remis.

Das Sahnehäubchen setzte dann GM Gennadi Ginsburg. Er hatte sich in einer englischen Partie durch einen taktischen Trick die bessere Bauernstruktur verschafft und rang IM Hedinn Steingrimsson in einem langen Endspiel mit Dame und zwei Bauern gegen zwei Türme nieder.

Ein grandioser Erfolg für Hofheim! Wir haben verdient hoch gegen eine überlegene und bundesligareife Mannschaft gewonnen, und das nach einem so deutlichen Dämpfer in Runde 4. Das verdient einen Eintrag in die Vereinsannalen.

In der 2. Bundesliga Gruppe West wird es jetzt wieder spannend. Bad Godesberg muss vorerst den ersten Platz räumen und sich den schon in greifbarer Nähe gewesenen Aufstieg erst noch erkämpfen. Hinter Tabellenführer Porz II, die ja nicht aufsteigen können, teilen sich jetzt mit Emsdetten, Bad Godesberg, Hofheim und Plettenberg vier Mannschaften den zweiten Platz, von denen jedoch Bad Godesberg das leichteste Restprogramm hat.

Weitere Überraschungen sind vorprogrammiert und auch Hofheim darf sich wieder kleine Hoffnungen machen ...

(Dr. Erik Zude)


OBERLIGA OST Staffel B
"Tschüss Tabellenspitze!" heißt die traurige Bilanz nach dem Punktverlust in Hungen/Lich für den SV Griesheim, denn Empor Erfurt konnte sich gleichzeitig, wenn auch nur denkbar knapp mit 4,5 gegen den TuS Dotzheim durchsetzen. Brett vorm Kopp Frankfurt konnte einen wichtigen Sieg gegen den SC Steinbach feiern, und auch hier ging es äußerst knapp zu. Die Frankfurter sind nun Dritter, Steinbach auf Rang 9 abgerutscht. Hofheim 2 schlug im Heimspiel Oberursel deutlich mit 5,5-2,5 und festigte seine Position in der oberen Tabellenhälfte (Rang 4). Die Offenbacher brachten sich vom Erfurter Schachklub zwei wichtige Punkte für den Klassenerhalt mit, und sind nun Sechster hinter Dotzheim. Hungen/Lich ist Siebter, Oberursel auf Platz 8 und beide punktgleich mit Steinbach und Medizin Erfurt auf Platz 10. Dann schwitzt schon der SV Wiesbaden auf Abstiegsplatz 11 mit bisher 3 Punkten und damit 2 Punkten hinter der Vierergruppe davor. Letzter ist der Erfurter SK II. Alle Angaben zur Tabelle schließen die bereits vorgespielte 9. Runde ein.
→ http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=olob

Einzelergebnisse Hessische Ligen

Alle warten drauf, aber leider werde ich erst am Wochenende dazu kommen, die heute eingegangenen Einzelergebnisse der hessischen Staffeln auf den Internetseiten zu veröffentlichen. 'Tschuldigung, bin noch in Deutschland unterwegs!

Hessische Einzelmeisterschaften in Erlensee

So langsam gehen die ersten Meldungen zu den Hessischen Einzelmeisterschaften ein, aber Meldeschluss ist ja auch erst in der zweiten März-Hälfte. Angefangen mit Offenbach 2005 und Marburg 2006 hat es für Erlensee 2007 wieder Änderungen an der Form der Ausrichtung gegeben, die aber durchaus Sinn machen! Das nun schon im dritten Jahr offene Meisterturnier für Titelträger oder Spieler über 2300 ELO hat diesmal starke Veranstaltungskonkurrenz aus Deizisau, der angesetzten Bundesligarunde und nicht zuletzt Dresden und seiner Europameisterschaft erhalten. Na, das wird schon werden. Anders als noch bei der letzten Hessenmeisterschaft wird es nun nicht mehr nur zwei offene Turniere als Unterbau bzw Qualifikationsmöglichkeit geben, sondern in Anlehnung an die erfolgreiche Durchführung der Deutschen Amateurmeisterschaft eine Aufteilung in Spielstärkeklassen A - F. Bei 2300 - 2101 DWZ in der Klasse A angefangen geht es in 200er Schritten bis zur Klasse F, die den Spielern der Stärke 1300 DWZ und darunter vorbehalten bleibt. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: anders wie bei Massen-Open üblich fehlt der Jojo-Effekt bei der Paarungsermittlung per Schweizer System in den ersten Runden, und man spielt gegen annähernd gleich starke Gegner über die gesamte Distanz. Direkt aufsteigen werden zwar nur die Topspieler der jeweiligen Abschlusstabelle, aber in die nächst höhere Klasse kommt ja auch, wer seine Spielstärke, ausgedrückt in DWZ Punkten, über die nächste Grenze hebt. Und dazu reicht oft auch ein guter Platz hinter der Tabellenspitze! Das Startgeld ist zudem mehr als kompatibel zu den Werbesprüchen der großen Elektrofachmärkte, also jedenfalls sau-sau-sau-saubillig! Und der Sieger seiner Spielstärkeklasse wird einen hessischen Meistertitel mit nach Hause nehmen können, und auch insofern unterscheidet sich diese Turnierform von den sonst üblichen Siegern von Ratingklassen.
→ http://www.hessischer-schachverband.de/hem


Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft

Das Turniere auch von Atmosphäre leben, wissen die Teilnehmer der Frankfurter Stadtmeisterschaft nun schon seit vielen Jahren. Wie zuletzt findet diese erstmals 1899 ausgeschriebene Meisterschaft wieder am letzten Montag im April beginnend an sieben auf einander folgenden Montagen statt. Die Preise sind stabil geblieben, der Turnierleiter auch, also lasst ihn nicht zulange auf das Anmelden warten.
http://www.hessischer-schachverband.de/fsm.htm

Hans-Dieter Post




So, dann schafft mal noch schön ein bisschen, und denkt nicht zu sehr an den Mannschaftskampf am kommenden Wochenende, gebt Eurem Gegner auch mal eine Chance!

Gruß aus München!

Euer

Hans-Dieter Post

Published by Mike Rosa

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