Zu Beginn des neuen
Jahres wurde Zweien, die sich um das Schach besonders verdient gemacht
haben, die höchste Auszeichnung des Deutschen Schachbundes verliehen:
Der Deutsche Schachpreis geht an den Schachpublizisten Dagobert
Kohlmeyer und den nicht nur in Hessen bestens bekannten
Extrem-Schachförderer Hans-Walter Schmitt.
Während beim Schachfreund Kohlmeyer auch dessen runder 60. Geburtstag
eine nicht ganz unwichtige Rolle bei der Preisvergabe spielte, wird bei
Youngster HWS dessen unermüdliches Engagement rund um die Chess Classic
zeitlos gewürdigt.
Der so Geehrte sieht sich in dieser Rolle nicht alleine unterwegs und
würde es lieber gesehen haben, wenn der Preis wie einst 2000 an die
Stadt Dortmund erneut an eine Institution vergeben worden wäre. Und
diese kann in seinen Augen nur die Chess Tigers sein!
Wie auch immer, Hans-Walter, da wir kaum alle zusammen kommen können um
den Preis gemeinsam entgegenzunehmen, bist Du der richtige, um ihn
stellvertretend für uns hochzuhalten. Herzlichen Glückwunsch!
Anmerkung der Chess Tigers-Redaktion:
Da unser Hans-Walter wohl im Rahmen der
Chess Classic Mainz 2007 geehrt werden wird, ist es sehr wohl möglich,
diesem Ereignis beizuwohnen. Die offizielle Ausschreibung der CCM7 wird
in absehbarer Zeit folgen. Wer vorab gerne mehr über Hans-Walter Schmitt
erfahren möchte, dem sei besonders die Ausgabe 2_06 des kulturellen
Schachmagazins "KARL" empfohlen. Herausgeber ist der neue Pressechef der
Chess Classic Mainz, Harry Schaack.
1.BUNDESLIGA
Aus hessischer Sicht passiert da wie bekannt nicht allzu viel, der OSC
Baden-Baden wird seinen Titel wohl sicher verteidigen können. Einmal mehr
ein Grund, endlich wieder ein hessisches Team zum Aufmischen in die
Spitzenklasse zu schicken! Mal sehen, was sich zu diesem Thema in der
2. Liga tut...
SÜD
Die wohl besten Chancen, den Sprung aus der 2.Liga zu schaffen, haben die
Mörlenbacher Freibauern, doch leider in die falsche Richtung! Die
5. Niederlage in Folge, diesmal gegen Team 2 des Deutschen
Mannschaftsmeisters, besiegelt wohl endgültig den Abstieg der
Odenwälder. Schade! →
http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=2bls
OST
Autsch! Mit 7-1 kehren die Schönecker Schachfreunde vom Wettkampf aus
Aue zurück und halten somit den Kontakt zur unmittelbaren Abstiegszone.
Würzburg steht nach dem Rückzug der Mannschaft schon als erster
Absteiger fest, aber zwei Plätze sind nunmal noch frei... →
http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=2blo
WEST
Ja hätten sie, die Hofheimer, nicht in der letzten Runde gegen
Gerresheim verloren, dann wäre das 6,5 gegen die von Ex-Weltmeister
Kasimdzhanov angeführten Godesberger ein richtig fetter doppelter
Punktgewinn mit direktem Durchmarsch an die Tabellenspitze. So bleibt
immerhin (nur) Platz 4 und die vage Hoffnung auf den Aufstieg. Auch hier
gibt es einen Aussteiger: Bergheim hat als Drittletzter schon die Nase
voll! →
http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=2blw
Lesen Sie zum Hofheimer Triumph auch den
Bericht von Dr. Erik Zude:
Hofheim ist wieder da!
Triumph
auf der ganzen Linie! Mit 6,5 zu 1,5 gegen Favorit und klaren
Aufstiegsaspiranten Bad Godesberg meldet sich der SV Hofheim zurück im
Kampf um den Einzug in die höchste deutsche Schachliga.
Nach der Schlappe gegen die abstiegsgefährdeten Gerresheimer in Runde 4
war uns zunächst unklar, ob wir nicht selbst schon gegen den Abstieg
kämpfen müssen. Nach kurzem In-uns-Gehen entschieden wir aber, die
inzwischen fast schon theoretischen Aufstiegschancen nicht vorzeitig in
den Wind zu schreiben und gegen die Tabellenführer aus Bad Godesberg in
Bestbesetzung anzutreten. Vielleicht reicht es ja für ein glückliches
4,5:3,5? Oder wenigstens ein Unentschieden? Bitte alles, nur keine
weitere klare Niederlage, diesmal gegen einen deutlich überlegenen
Gegner.
Doch heute lief alles für uns! Zwar war der Mannschaftskampf nach ca.
1,5 Stunden noch völlig offen. Es gab zu dieser Zeit keine wirklich
schlecht stehende Partie auf Hofheimer Seite. Lediglich Arno war in der
Eröffnung unter Druck geraten und kämpfte immer noch wacker um den
Ausgleich. Andererseits gab es einige aussichtsreiche Hofheimer
Weißpartien, in denen aber noch alles passieren konnte.
Zunächst waren die Partien an den Brettern 2 und 8 zum Remis verflacht.
GM Stanislav Savchenko verteidigte gegen IM Jan-Michael Sprenger mit der
Najdorf-Variante. Trotz heterogener Rochaden kam es doch nur zu einem
Turmendspiel, das bald remis gegeben wurde. IM Oliver Brendel konnte mit
Schwarz Alexander Dranov auf Distanz halten und erreichte ebenfalls ein
anscheinend problemloses Remis.
Doch schon kurz vor der Zeitkontrolle mussten die heute erfolglos
agierenden Bad Godesberger ein entscheidendes Trommelfeuer hinnehmen. GM
Tomas Likavsky hatte in der Najdorf-Variante einen scharfen Angriff am
Damenflügel gestartet, und verblieb mit seinem König im Zentrum. Als es
dann beiderseitig ans Mattsetzen ging, fehlte ihm aber das berühmte
Tempo. Mein erstes Turmopfer steckte er noch routiniert weg, das zweite
kam aber als Überraschung und zwang ihn zur Aufgabe.
Fast zeitgleich holte auch FM Stephan Buchal den ganzen Punkt. Seiner
tiefen Vorbereitung gegen die französische Winawer-Variante von FM Bodo
Schmidt musste dieser mit Improvisation am Brett begegnen. Er
verteidigte sich gegen Stephans Königsangriff zäh mit einem
Qualitätsopfer, doch am Ende reichte es nicht. Noch ein Punkt für
Hofheim.
Nach diesen beiden Weiß-Siegen konnten wir jetzt auch noch an den
schwarzen Brettern nachlegen. In einer typischen Stellung mit weißem
isolierten Damenbauern hatte GM Sergey Krivoshey zwar viel Zeit
benötigt, um sich gegen GM Florian Jennis Springerausfall nach g5 zu
verteidigen. Danach übernahm er jedoch selbst die Initiative und
entschied das Zeitnotduell für sich!
4:1 für Hofheim zur Zeitkontrolle! Das war eine kalte Dusche für Bad
Godesberg und gleichzeitig die Entscheidung, da wir inzwischen auch an
den übrigen Brettern insgesamt im Vorteil waren.
Angesichts des Mannschaftsstandes hatte IM Thomas Jackelen schon vor der
Zeitkontrolle versucht, einem ungefähr ausgeglichenen Endspiel
Gewinnchancen abzuringen. Das ging aber nach hinten los und am Ende
gewann IM Arno Zude.
Beim Spitzenduell an Brett 1 hielt GM Jörg Hickl dem Exweltmeister GM
Rustam Kazimdshanov tapfer die ihm bestens vertraute englische Struktur
entgegen. Trotz Kazimdshanovs beständigen Versuchen, einen Angriff am
Königsflügel zu inszenieren, neigte sich die Waagschale erst in der
Zeitnotphase zugunsten des Exweltmeisters. Jörg verteidigte sich aber
zäh und erreichte zum Schluss das Remis.
Das Sahnehäubchen setzte dann GM Gennadi Ginsburg. Er hatte sich in
einer englischen Partie durch einen taktischen Trick die bessere
Bauernstruktur verschafft und rang IM Hedinn Steingrimsson in einem
langen Endspiel mit Dame und zwei Bauern gegen zwei Türme nieder.
Ein grandioser Erfolg für Hofheim! Wir haben verdient hoch gegen eine
überlegene und bundesligareife Mannschaft gewonnen, und das nach einem
so deutlichen Dämpfer in Runde 4. Das verdient einen Eintrag in die
Vereinsannalen.
In der 2. Bundesliga Gruppe West wird es jetzt wieder spannend. Bad
Godesberg muss vorerst den ersten Platz räumen und sich den schon in
greifbarer Nähe gewesenen Aufstieg erst noch erkämpfen. Hinter
Tabellenführer Porz II, die ja nicht aufsteigen können, teilen sich
jetzt mit Emsdetten, Bad Godesberg, Hofheim und Plettenberg vier
Mannschaften den zweiten Platz, von denen jedoch Bad Godesberg das
leichteste Restprogramm hat.
Weitere Überraschungen sind vorprogrammiert und auch Hofheim darf sich
wieder kleine Hoffnungen machen ...
(Dr. Erik Zude)
OBERLIGA OST Staffel B
"Tschüss Tabellenspitze!" heißt die traurige Bilanz nach dem Punktverlust
in Hungen/Lich für den SV Griesheim, denn Empor Erfurt konnte sich
gleichzeitig, wenn auch nur denkbar knapp mit 4,5 gegen den TuS Dotzheim
durchsetzen. Brett vorm Kopp Frankfurt konnte einen wichtigen Sieg gegen
den SC Steinbach feiern, und auch hier ging es äußerst knapp zu. Die
Frankfurter sind nun Dritter, Steinbach auf Rang 9 abgerutscht.
Hofheim 2 schlug im Heimspiel Oberursel deutlich mit 5,5-2,5 und
festigte seine Position in der oberen Tabellenhälfte (Rang 4). Die
Offenbacher brachten sich vom Erfurter Schachklub zwei wichtige Punkte
für den Klassenerhalt mit, und sind nun Sechster hinter Dotzheim.
Hungen/Lich ist Siebter, Oberursel auf Platz 8 und beide punktgleich
mit Steinbach und Medizin Erfurt auf Platz 10.
Dann schwitzt schon der SV Wiesbaden auf Abstiegsplatz 11 mit bisher 3
Punkten und damit 2 Punkten hinter der Vierergruppe davor.
Letzter ist der Erfurter SK II. Alle Angaben zur
Tabelle schließen die bereits vorgespielte 9. Runde ein. →
http://www.schachbund.de/SchachBL/bedh.php?liga=olob
Einzelergebnisse Hessische Ligen
Alle warten drauf, aber leider werde
ich erst am Wochenende dazu kommen, die heute eingegangenen
Einzelergebnisse der hessischen Staffeln auf den Internetseiten zu
veröffentlichen. 'Tschuldigung, bin noch in Deutschland unterwegs!
Hessische Einzelmeisterschaften in Erlensee
So
langsam gehen die ersten Meldungen zu den Hessischen
Einzelmeisterschaften ein, aber Meldeschluss ist ja auch erst in der
zweiten März-Hälfte. Angefangen mit Offenbach 2005 und Marburg 2006
hat es für Erlensee 2007 wieder Änderungen an der Form der Ausrichtung
gegeben, die aber durchaus Sinn machen! Das nun schon im dritten Jahr
offene Meisterturnier für Titelträger oder Spieler über 2300 ELO hat
diesmal starke Veranstaltungskonkurrenz aus Deizisau, der angesetzten
Bundesligarunde und nicht zuletzt Dresden und seiner
Europameisterschaft erhalten. Na, das wird schon werden. Anders als
noch bei der letzten Hessenmeisterschaft wird es nun nicht mehr nur
zwei offene Turniere als Unterbau bzw Qualifikationsmöglichkeit geben,
sondern in Anlehnung an die erfolgreiche Durchführung der Deutschen
Amateurmeisterschaft eine Aufteilung in Spielstärkeklassen A - F. Bei
2300 - 2101 DWZ in der Klasse A angefangen geht es in 200er Schritten
bis zur Klasse F, die den Spielern der Stärke 1300 DWZ und darunter
vorbehalten bleibt. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: anders wie
bei Massen-Open üblich fehlt der Jojo-Effekt bei der
Paarungsermittlung per Schweizer System in den ersten Runden, und man
spielt gegen annähernd gleich starke Gegner über die gesamte Distanz.
Direkt aufsteigen werden zwar nur die Topspieler der jeweiligen
Abschlusstabelle, aber in die nächst höhere Klasse kommt ja auch, wer
seine Spielstärke, ausgedrückt in DWZ Punkten, über die nächste Grenze
hebt. Und dazu reicht oft auch ein guter Platz hinter der
Tabellenspitze! Das Startgeld ist zudem mehr als kompatibel zu den
Werbesprüchen der großen Elektrofachmärkte, also jedenfalls
sau-sau-sau-saubillig! Und der Sieger seiner Spielstärkeklasse wird
einen hessischen Meistertitel mit nach Hause nehmen können, und auch
insofern unterscheidet sich diese Turnierform von den sonst üblichen
Siegern von Ratingklassen. →
http://www.hessischer-schachverband.de/hem
Offene Frankfurter Stadtmeisterschaft
Das
Turniere auch von Atmosphäre leben, wissen die Teilnehmer der
Frankfurter Stadtmeisterschaft nun schon seit vielen Jahren. Wie
zuletzt findet diese erstmals 1899 ausgeschriebene Meisterschaft
wieder am letzten Montag im April beginnend an sieben auf einander
folgenden Montagen statt. Die Preise sind stabil geblieben, der
Turnierleiter auch, also lasst ihn nicht zulange auf das Anmelden
warten.
So, dann schafft mal noch schön ein bisschen, und denkt nicht zu sehr
an den Mannschaftskampf am kommenden Wochenende, gebt Eurem Gegner
auch mal eine Chance!