23.12.2006 - +++ 6. Deutsche Amateurmeisterschaft, 2. Vorrunde in Kassel (Gruppen A - F) +++ Die persönliche Weihnachtsgeschichte - Hessenschach im Schwabenländle +++ 10 Jahre Newsletter mit Schach in Hessen +++
6. Deutsche Amateurmeisterschaft, 2. Vorrunde in
Kassel
Vom 15.-17.Dezember 2006 fand zum vierten Mal in Hessen, und zum
dritten Mal in Kassel, eine Vorrunde zur Deutschen
Amateurmeisterschaft statt.
Mit Makan Rafiee vom Kasseler SK 1876 konnte sich ein Spieler aus dem
D4- Leistungskader des Hessischen Schachverbandes, der geleitet wird
von IM Stefan Reschke, nach Abschluß der 5.Runde an die Spitze seiner
Vorgruppe B platzieren. Herzlichen Glückwunsch!
Während in der A-Gruppe keiner der drei hessischen Teilnehmer den
Sprung unter die ersten Sechs schaffte, was zur Teilnahme am Finale in
Bad Soden berechtigt hätte, konnten sich in Gruppe B noch Peter Nies
als Zweiter und Ingo Peters als Fünfter, beide vom SK Gernsheim, das
Ticket für die Endrunde sichern.
In Gruppe C konnten sich Niklas Iwanziw (Sfr.Neuberg), Timo Strüning
(TuS Viktoria Großenenglis), Dr. Christoph Herda (SVW Ahnatal), Martin
Neumann (SK Gernsheim) und Andreas Fichtl (Sfr. Anderssen Wetzlar) in
dieser Reihenfolge die Plätze 2 - 6 sichern, und damit Gruppe zur
erfolgreichsten aus hessischer Sicht machen.
Rolf Reichel auf Platz Zwei und Erkan Taskor auf Platz Vier, beide von
der Niederräder TG, sicherten für ihren Verband und natürlich in
erster Linie für sich selbst in Gruppe D einen Platz in der
Finalrunde.
In der seit dieser Saison nach unten in der Spielstärke abgegrenzten
Gruppe E errangen Stephan Pfuhl (Kasseler SK), Johannes Stöckel (SV
Oberursel), Tim Höpfner (SK Baunatal) und Andreas Heun (Ladja Roßdorf)
die Plätze 3 - 6 und ebenfalls einen garantierten Finalplatz. In der neuen Gruppe F, die Spieler einer Spielstärke von unterhalb DWZ
1300 versammelt, erreichten Dr. Michael Höpfner vom SK Baunatal Platz
Drei und Henning Schein vom SC Immenhausen den sechsten Rang. Auch
diese beiden haben damit einen Platz im Bad Sodener Finale sicher.
Nach dem 1. Vorrundenturnier in Halle/Saale Ende November erlebte damit
auch Kassel einen Einbruch bei den Teilnehmerzahlen und erreicht
gerade mal noch die Hälfte der Teilnehmer des Rekordturnieres von
Hamburg aus dem letzten Jahr, wo man die Gäste zur 3. Vorrunde im
Januar erwartet.
Sorgfältig wird auf der Berichtsseite zum Turnier unter "Das war
Kassel" jeder Bezug auf diese Talsohle vermieden. Zu Recht?!
In der "Erfolgsgeschichte" auf der Leitseite konnte man zu Beginn der
sechsten Serie noch lesen, das sich diese Veranstaltung auf hohem
Level etabliert hat. Zu hoch, um das Niveau zu halten?
Einige der Top-Organisatoren sind gleichzeitig im Bundesliga-
Getümmel oder im Olympia-Tohuwabohu stark eingespannt, und gerade
letzteres als für alle neue Herausforderung trägt sicherlich auch
seinen Anteil, das der Fokus nicht mehr auf der DSAM liegt.
Schade eigentlich!
Turnierseite Ramada-Cup
Die persönliche Weihnachtsgeschichte
Was kann es schöneres geben, als am Wochenende vor dem großen Fest des
Jahres weitab von zu Hause den letzten beruflichen Aufgaben des Jahres
beizuwohnen. Wo Maschinen, Daten und Zahlen den Rhythmus vorgeben, und
sich völlig inkompatibel zu Familienfestivitäten und den notwendigen
Vorbereitungen erweisen, bleibt einzig die Hoffnung, sich durch
besonderen Einsatz wenigstens die Festtage selbst zu erhalten.
Also, auf nach Stuttgart!
Einem selbst, der nicht gerade zum harten Kern einer
Weihnachtsmarkt-Sekte gehört, bleibt dann doch im Standby-Betrieb
nichts anderes übrig, als den unvermeidlichen Gang über den angeblich
größten Weihnachtsmarkt Deutschlands anzutreten. Schließlich kann es
am Folgetag auch unangenehme Nachfragen geben.
Also, auf zum weihnachtlichen Schiebebetrieb!
Für einen Teilnahmslosen gleicht der eine Stand dem anderen, oder
zumindest dem nächsten oder übernächsten, etwa in der Reihenfolge
Kerzen und so'n Zeug, dann jede Menge Geschnitztes, dann was Essbares;
und es geht wieder von vorne los. Je später der Tag, desto weniger die
Chance auch tatsächlich etwas zu ergattern.
"Dieser Rhythmus, dass jeder mit muss" reduzierte mich auf einen Rudi
Ratlos in diesem Weihnachts-Tango, und der mich Ausschau halten ließ
nach dem Platz, wo wenigstens nur halb so viele Enthusiasten unterwegs
sind.
Der Blick schweift umher, und da steht er, der Regenschirm, unter ihm
ein älterer Herr im Rollstuhl, umringt vom Nichts. Ideal, so scheint
es. Eine Insel der ruhenden Einsamkeit!
Ich umkreise den Platz einige wenige Mal, und kann den genauen Grund
nicht erkennen, warum es ausgerechnet hier so leer ist. Liegt es an
der Spendenbüchse zu seinen Füßen oder doch an den beiden
Schachbrettern, die seitlich zu seinem Gefährt stehend eigentlich
einladend wirken sollen. "Ich spiele gerne Schach und biete Training"
steht auf einem handbemalten Pappschild. Wer mag da schon Schlimmes
vermuten.
Also dann, die Hand gereicht, artig gefragt, ob denn Lust an einer
Partie bestehe und los geht's. Im Zug-um-Zug-Tempo werden ein paar
Züge aus dem Blackmar-Diemer- Repertoire gebracht und das Alt-Badische- Urgestein sichert mir einen schönen Sieg. Pfui, wie
unchristlich. Hätte ich ihn nicht gewinnen lassen können? Wobei: es
geht ja um nichts, oder?!
Also noch ein Diemer, auch deshalb, weil hier hat der Gast immer Weiß
hat! Nach 10 Zügen schon wieder eine schöne Stellung, und der Blick
geht schon mal weg vom Brett!
Erstaunlich: eine kleine Traube hat sich schon gebildet, alles Kenner
der billigsten Tricks, wie man den geflüsterten Kommentaren entnehmen
kann. Also noch ein wenig das Tempo verschärft, und der nächste Sieg
ist eingefahren. Hessen sind Heiden, lass ihn doch mal gewinnen!
"Noch eine?" und los geht's. Meister Diemer ist zu stark heute, aber
den Umstehenden nimmt der dritte Sieg immerhin die Angst, es selbst zu
wagen.
Schon kann es der nächste kaum erwarten, endlich selbst die eigene
Superkombi zu finden.
Noch schnell einen Zwickel in die Dose und bedankt für eine nette
halbe Stunde. Doch der ist schon bei Folgekundschaft, das Eisen will
geschmiedet sein, solange es heiß ist!
Das Mobiltelefon klingelt, eine höhere Macht erkundigt sich lieb nach
meinem Wohlbefinden. Ich merke, wie durchgekühlt ich bin und bibbere
meine kleine Story in das Mikro. "Du spinnst, bei der Kälte!" heißt es
am Ende dieser rührseligen Geschichte. Das stimmt, doch ich spinne
gern!
Hans-Dieter Post
10 Jahre Newsletter mit Schach in Hessen
So, das wäre dann schon die letzte Ausgabe des 10.Jahrganges vom
Newsletter Schach-in-Hessen!
Nach wie vor ist dieser Newsletter weitestgehend werbefrei und für die
Bezieher kostenlos, so dass es Sinn macht, auch das eine oder andere
Mitglied im Verein auf diesen Dienst aufmerksam machen.
Ich werde mich erst im kommenden Jahr wieder melden, wenn die
Ergebnisse der Oberliga bekannt werden.
Ich wünsche allen Schachfreunden und ihren Angehörigen ein ruhiges,
gemütliches und besinnliches Weihnachtsfest und daran anschließend
einen fröhlichen Übergang zum Neuen Jahr!