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Happy Birthday, Vishy!
Indiens Superstar wird 37
11.12.2006 - Anand Viswanathan (* 11. Dezember 1969) ist ein besonderer Mann, von dem manch einer liebend gern eine dicke Scheibe für sich selbst abschneiden möchte. Was ihm einst als Schwäche angedichtet wurde, hat sich im Laufe der Zeit als eine seiner größten Qualitäten erwiesen - seine Freundlichkeit und Offenheit. Vishy Anand aus der indischen Metropole Chennai (früher Madras) ist nicht nur eines der größten Schachgenies der Geschichte, er weiß auch, abseits der 64 Felder mit seiner liebenswerten Art und seinem eloquenten Auftreten zu überzeugen. Heute feiert er seinen 37. Geburtstag, und die Chess Tigers gratulieren dem mächtigsten Tiger der Welt dazu von ganzem Herzen.

Über 2000 Partien von Vishy Anand als CBV
Homepage Vishy Anand

Happy Birthday, Anand Viswanathan!

Bild: Chess Tigers

Will man alle Erfolge und Ehrungen von Anand aufzählen und angemessen würdigen, könnte man auch gleich ein Buch über ihn schreiben. Selbst für jemanden, der wie ich schon lange ein großer Fan des Inders ist, liest sich dessen Vita noch immer wie ein Märchen aus 1000 und einer Nacht. Mit 6 Jahren lernte Vishy die Schachregeln von seiner Mutter und spätestens seitdem er Zuschauer bei dem historischen WM-Match von 1978 zwischen Anatoli Karpov und Viktor Korchnoi war, hatte ihn der Zauber des royalen Spiels endgültig in seinen Bann gezogen. Fünf Jahre später gewann er seine ersten bedeutenden nationalen Jugendtitel und nur ein Jahr später war er bereits Asiens bester Jugendlicher, was er im nächsten Jahr direkt wiederholte. 1985 erhielt er als jüngster Asiat der Geschichte den Titel "Internationaler Meister". Doch noch lange der Rekorde nicht überdrüssig gewann der junge Anand 1986 zum ersten Mal die indische Landesmeisterschaft der Erwachsenen, wurde ein Jahr später Jugendweltmeister und sicherte sich so den Großmeistertitel.

Vishy gegen Teimour Radjabov bei der Chess Classic Mainz 2006

Bild: Chess Tigers

Rasch sorgte er auch in der internationalen Meisterriege für Furore und spätestens ab 1990 galt er als baldiger Kandidat für den höchsten Titel, den sich ein Sportler erarbeiten kann - den Weltmeistertitel. 1995 dann schaute die Welt gebannt nach New York, wo sich Weltmeister Garri Kasparow und sein Herausforderer Anand Viswanathan um die Schachkrone stritten. Doch es sollte noch nicht sein - Vishy verlor mit 7,5 : 10,5 gegen einen Kasparow in Topform. 1997 erhielt er die nächste Chance in einem Match gegen FIDE-Weltmeister Karpov, doch Letzterer hatte gegenüber dem Inder einen beträchtlichen Vorteil, denn im Gegensatz zu seinem Herausforderer musste er sich zuvor nicht durch ein Kräfte zehrendes KO-Turnier kämpfen. Nach der regulären Spielzeit stand es 3 : 3 und im anschließenden Schnellschachfinale, fehlte Anand schlicht die Power, um Karpov vom Thron zu schubsen. Daraufhin änderte die FIDE (mal wieder) ihre Regeln, doch das nutzte Anand natürlich herzlich wenig. Im Jahr 2000 sollte endlich die Zeit gekommen sein. Wieder kämpfte er sich durch das harte KO-Turnier und traf im Finale um den WM-Titel auf den "Hexer von Riga" Alexei Shirov. Und dieses Mal gab es für den "Tiger von Madras" kein Halten mehr. Mit 3,5 : 0,5 fegte Vishy seinen Gegner regelrecht vom Brett und wurde der erste Weltmeister des neuen Millenniums.

Seit 1996 glücklich verheiratet - Vishy und Aruna

Bild: Chess Tigers

Seit dem hat er zahlreiche Turniere gewonnen und dafür unter anderem die höchste Auszeichnung erhalten, die Indien zu vergeben hat, den Padma Bhushan. Der Padma Bhushan ist der dritthöchste indische Zivilorden nach dem Bharat Ratna und dem Padma Vibhushan. Er wird seit 1954 jährlich am 26. Januar - dem „Tag der Republik“ - vom indischen Präsidenten an Personen vergeben, die sich in hohem Maße auf wissenschaftlichem, politischem, kulturellem oder anderen Gebieten um die Nation verdient gemacht haben. In das Jahr 2006 startete Anand mit einem Turniersieg (geteilt mit Veselin Topalov) beim Corus Chess Tournament in Wijk aan Zee, und ausklingen ließ er es mit einem eindrucksvollen Sieg beim Blitzturnier anlässlich des Tal Memorials. Das nächste Mal werden wir Vishy beim Corus 2007 sehen.

Anand ist übrigens nicht nur vierfacher Gewinner des Schach-Oscars und neunfacher Sieger bei den jährlichen Chess Classic in Mainz, er ist auch ein Chess Tiger, worauf wir natürlich besonders stolz sind.

Wir wünschen Dir alles erdenklich Gute für das neue Lebensjahr, Vishy.
Für uns bist und bleibst Du die Nr. 1!

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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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