Nachrichten David Bronstein gestorben Einer der "größten Zweiten" ist gegangen
06.12.2006 - Am gestrigen Dienstag verstarb Großmeister David Bronstein in Minsk (Weißrussland). Er wurde 82 Jahre alt und zählte in seiner Blütezeit zu den besten Spielern der Welt. Mit seiner historischen ELO von 2792 erreichte er 1951 sogar Platz 1 der Weltrangliste. Es war ihm zwar nie vergönnt, den Weltmeistertitel zu erringen, doch in den Herzen aller Schachliebhaber ist er schon zu Lebzeiten als einer der Größten in die Geschichte eingegangen. Vielen wird er auch als gefürchteter Kritiker des sowjetischen Regimes in Erinnerung bleiben. Damit machte er sich das Leben zwar nicht unbedingt leichter, aber diese Prinzipientreue ruft auch zu heutigen Zeiten ein hohes Maß an Bewunderung hervor. Von Kollegen geschätzt und von Gegnern gefürchtet - so wird uns David Bronstein in Erinnerung bleiben.
David Ionovich Bronstein * 19.
Februar 1924 in Belaja Zerkow † 5. Dezember 2006 in Minsk
Bild: Hartmut Metz
Im Kandidatenturnier von 1950 gelang es ihm in der letzten Runde, den
bis dahin führenden Großmeister Boleslawski einzuholen. Der folgende
Stichkampf über 12 Partien brachte jedoch auch keinen Sieger, so dass
laut Reglement die nächste Siegpartie entscheiden musste. Nach einem
weiteren Remis gelang es Bronstein in der 14. Partie, Boleslawski mit
den schwarzen Steinen zu bezwingen.
Karikatur: Fränk Stiefel
Das brachte ihm 1951 das berühmte WM-Match gegen Weltmeister Michail Botwinnik ein. Nach 22 von 24 Partien führte Bronstein mit einem Punkt und war der Sensation zum Greifen nahe, doch er verlor die 23. Partie. Dieses Mal war ihm das Glück in der letzten Partie nicht hold - er konnte nur ein
Remis erreichen. Mit einem Endstand von 12:12 blieb Botwinnik
Weltmeister.
Mehr über das Leben des großen David Bronstein können Sie in seinem Buch
"Der Zauberlehrling" erschienen bei Edition Olms erfahren. Ein Muss
sollte zudem der 2004 veröffentlichte Artikel von Harald Fietz anlässlich
des 80. Geburtstages von Bronstein im Schachmagazin 64 (Nr. 4/ 2004, S.
105 - 107) sein, den Sie beispielsweise auch unter dem folgenden Link
finden:
Der König der originellen Schachdenker