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Danailov:
Topalovs Manager und ein Internetkabel
01.12.2006 - Nach der Niederlage gegen Vladimir Kramnik bei der FIDE-WM diesen Jahres in Elista musste Veselin Topalov auch beim 10. Essent-Turnier im niederländischen Hoogeveen mit 2,5/6 geschlagen die Heimreise antreten, und nun sorgt sein Manager Silvio Danailov neuerlich dafür, dass der einst makellose Ruf seines Schützlings leiden muss. Am Mittwoch dieser Woche erschien auf der bulgarischen Internetseite www.standartnews.com ein Interview zur WM mit Danailov, in welchem er unter anderem von einem angeblichen Internetkabel in Kramniks Badezimmer und seiner Todesangst während des Matches spricht.Toiletgate Reloaded - lesen und staunen Sie!

Sie und zwei weitere Bulgaren sowie Panagiotis Nikolopoulos, der stellvertretende Schiedsrichter des Matches, und Valery Bovaev, Vorsitzender des Organisationskomitees, haben das Protokoll unterschrieben, welches die Präsenz eines Kabels für eine Internetverbindung in Kramniks Badezimmer behauptet. Wusste noch jemand von dem Kabel?

Natürlich. FIDE Präsident Kirsan Ilyumzhinov und einige Einheimische, wussten davon. Einer dieser Einheimischen war zuständig für technische Fragen. Er war nervös und rief die ganze Zeit: "Ich erhielt die Genehmigung, dieses Kabel zu installieren, von einer sehr hohen Stelle!"

Wir wurden informiert, Sie hätten niemandem von dem Kabel erzählt, weil Sie einige ernste Drohungen erhalten haben.

Ja, ich wurde bedroht. Aber da gab es noch ein anderes Problem - sie erlaubten dem bulgarischen Flugzeug nicht, in Kalmückien zu landen. Das war eine ernste Streitfrage. Während des Tiebreaks musste ich Ilyumzhinov um die Landeerlaubnis anbetteln. Besonders besorgt war ich wegen des Dopingtests. Der wurde zu einem Labor in Moskau gesendet, von welchem gesagt wurde, das es vom IOC (Internationales Olympisches Komitee) lizenziert sei, aber ich glaubte das nicht. Sie hätten zu jeder Zeit behaupten können, dass Topalovs Test positiv ist; und falls sie das getan hätten, wäre ich nicht in der Lage gewesen, etwas zu unternehmen, bevor ich die Ergebnisse erhalten hätte. Seltsam genug, unmittelbar vor Beginn des Tiebreaks sagte der Schiedsrichter, dass es einen zweiten Dopingtest nach dem Match geben würde. Das ist ein Präzedenzfall in der Geschichte des Sports. Als Kramnik gewonnen hatte, wurde der Dopingtest abgesagt. Mit anderen Worten, falls Topalov das Match gewonnen hätte, hätten sie ihn auf Doping getestet.

"Unser Leben verwandelte sich in einen Albtraum."

Sie wollten beweisen, dass Kramnik Hilfe von Außerhalb hatte, aber Sie bewahrten Stillschweigen, als Sie das Kabel fanden. Warum sagten Sie nichts?

Hätte ich jemandem davon erzählt, wäre der Skandal politisch geworden, und das Match wäre gestoppt worden. Heute ist es aus einiger Distanz einfach, darüber zu sprechen, aber ich fürchtete um mein Leben! Sie kamen zu mir und sagten: "Sei vorsichtig! Du wirst Probleme bekommen!"

Waren diese Drohungen an Sie gerichtet?

Sie sagten uns zudem: "Die Polizei wird Ihr Haus und Ihr Gepäck durchsuchen." Wenn die mal drin sind, können die dort hinterlassen, was immer Sie sich vorstellen können - Drogen und alles sonst. Die Situation war kurz davor, außer Kontrolle zu geraten. Unser Leben verwandelte sich in einen Albtraum.

Der Grund für Angst und Schrecken in Elista - ein Internetkabel

Haben die Ihnen Geld geboten?

Sie boten mir Geld an, das Match fortzusetzen, als Kramnik 3-1 führte. Die Summe war recht
beträchtlich. Sie wollten uns dazu bringen, auf den Sieg in Partie 5 zu verzichten. Wie auch immer, sie boten mir kein Geld für das Kabel.

Wer hat daran Interesse, das Geheimnis um das Kabel zu lüften?

Die Leute vom Berufungskomitee, welches nach der neunstündigen Sichtung der Videoaufnahmen die richtige Entscheidung bezüglich des Badezimmer-Skandals fällte. Erst unterstützte Ilyumzhinov sie und dann entließ er sie. Sie sind Abgeordnete der FIDE and nun läuft eine Kampagne gegen sie. Sie sind daran interessiert zu beweisen, dass sie richtig lagen.

"Es ist unzulässig, dass ein Sportevent diesen hohen Ranges durch politischen Druck und brutale Gewalt entschieden wurde."

Was passierte mit dem Kabel?

Sie sollten sich besser fragen, was ein Internetkabel in einer Toilette soll. Auf der ganzen Welt ist kein Badezimmer mit dem Internet verbunden. Und das erklärt, warum Kramnik es ungefähr fünfzig mal besucht hat während jeder Partie. Es ist unzulässig, dass ein Sportevent diesen hohen Ranges durch politischen Druck und brutale Gewalt entschieden wurde.

(Übersetzt aus dem Englischen- Original Interview hier: www.standartnews.com)

Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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