Nachrichten Kramnik erteilt Rematch eine Absage Ilyumzhinov dagegen gibt Topalov Recht
18.10.2006 - Am Montag gab Weltmeister Vladimir Kramnik nach seiner Rückkehr aus Elista eine Pressekonferenz, in der er unter anderem der Forderung Topalovs einen Korb gab, schon im März 2007 einen Rückkampf zu bestreiten. Alternativ schlägt er vor, dass der Bulgare dafür bei dem geplanten WM-Turnier 2007 in
Mexiko teilnehmen soll. Auf der Homepage von Topalov wird indes FIDE Präsident Kirsan Ilyumzhinov zitiert, der gesagt haben soll, dass Topalov laut den offiziellen Regeln das Recht auf eine Revanche habe, solange der Preisfond nicht unter 1,5 Millionen Dollar sei und die ELO nicht unter 2700.
Man spürt es deutlich, aus der Sicht der FIDE
hat in Elista nicht der richtige Spieler gewonnen. Obwohl man sich
redlich Mühe gegeben hat, Vladimir Kramnik und seinem Manager
Carsten Hensel das Match so schwierig wie nur möglich zu
gestalten, hat sich das Team Kramnik durchgesetzt. Wer jetzt eine
Zeit der Besinnung bei Topalov, Danailov und der FIDE erwartet
hatte, sieht sich im Irrtum. Vereint bastelt man bereits emsig
daran, Veselin Topalov einen raschen Rückkampf - quasi eine
"Zwischen-WM" - zu ermöglichen. Danailov kündigte an,
dass der Antrag zu diesem Match in Bearbeitung sei und in ein bis
zwei Wochen der FIDE zugehen werde.
Musste
aus seiner Sicht den falschen Spieler ehren - Kirsan Ilyumzhinov
mit Weltmeister Vladimir Kramnik
Kam die Aussage von Topalovs Manager, dass er
dafür den 3. März 2007 im Auge habe, noch überraschend, so wundert
einen bereits nicht mehr, dass Kirsan Ilyumzhinov in das gleiche
Horn bläst. Zu abgesprochen wirken die Statements, als dass man
noch einen Zweifel daran hegen kann, wem die Sympathien der FIDE
gelten. Und ist nicht allein diese fehlende Objektivität schon
verwerflich für den Weltschachverband?
Fast scheint es so, als
verstecke sich Topalov hinter seinem Manager Danailov...
Nicht zuletzt auch deshalb hat die Schachwelt
längst deutlich Position bezogen. Neben vielen Großmeistern haben
sich auch unzählige Freunde des Schachs in den ebenfalls
unzähligen Schachforen im Internet geäußert und Vladimir Kramnik
ihre Glückwünsche hinterlassen und Respekt vor seiner Leistung bekundet. Dafür bedankt
sich der Weltmeister auf seiner Homepage mit warmen Worten persönlich bei seinen Anhängern:
"Mein Team und ich möchten gerne all
meinen Fans für Ihre enorme Unterstützung während dieses
schwierigen Kampfes danken. Eure täglichen Nachrichten waren eine
gewaltige Erfahrung und gaben mir besonders in schwierigen
Momenten zusätzliches Vertrauen. Ihr, meine wertvollsten Fans,
habt sehr viel zu meinem Erfolg, der vereinigte Schachweltmeister
zu werden, beigetragen."
Egal, wie sich die weiteren Diskussionen um
die zurückliegende und die möglicherweise kommende WM gestalten,
werden Kramnik und Topalov schon bald wieder am Schachtisch sitzen
und das tun, was ihr Beruf ist - Schach spielen. Veselin Topalov
wird bereits am kommenden Freitag wieder zu den Figuren greifen und
vom 20.
bis zum 28. Oktober mit Judit Polgar, Ivan Sokolov und Shakhriyar
Mamedyarov das bekannte Essent Chess
Tournament im niederländischen Hoogeveen spielen. Ein
doppelrundiges Turnier, welches von den Meistern mit Glasfiguren
gespielt wird.
Der Weltmeister dagegen wird bei der World
Chess Challenge 2006 gegen den künstlichen Schachriesen aus
dem Hause ChessBase, Deep
Fritz, antreten, die Ehre der Menschheit gegen ihre Technik zu
verteidigen. Stattfinden wird dieser Event über 6 Partien vom 25.
November bis 05. Dezember 2006 in der
Bundeskunsthalle in
Bonn unter der Schirmherrschaft von Bundesfinanzminister Peer
Steinbrück. Schlägt Kramnik das Programm, freuen sich fröhliche 1
Million US Dollar auf den Russen.
Vladimir Kramnik bei einem Schaukampf gegen Peer Steinbrück
Doch auch für das Programm bzw. dessen
Erzeuger und Verkäufer soll sich das Match natürlich lohnen, und so
bringt die Firma ChessBase pünktlich zum Match und zum
Weihnachtsgeschäft eine neue Version ihrer Hausmarke "Fritz" auf den
Markt. Neben einer neuen Engine, welche speziell für das Duell mit
Vladimir Kramnik entwickelt wurde, lockt Fritz 10 zum Jubiläum
unter anderem auch mit neuen Serverfunktionen für das
Online-Spielen. Ab dem 01. November ist Fritz 10 erhältlich.