Nachrichten Fünf Todesfälle in einem Monat erschüttern niederländische Schachwelt!
13.01.2005 - Bald geht es wieder los in Wijk aan Zee: die größte Schachparty der Welt fängt morgen, den 15.01. an und wird nicht nur die Schachfans in den Niederlanden im Atem halten. Allerdings wird diesmal die Freude am Schach bei den vielen Schachfans in den Niederlanden getrübt sein. Innerhalb eines Monats verstarben fünf bekannte Persönlichkeiten, die viel für die Entwicklung des Schachs in unserem Nachbarland bedeutet haben.
Am 4. Dezember 2004 verstarb Henny Vijgeboom, 81 Jahre alt, in Holland
durch seine Artikel über die KNSB Liga in den siebziger und achtziger
Jahre in Schakend Nederland bekannt. Er schrieb Artikel über Schach in
mehreren Tageszeitungen in Rotterdam. Außerdem war er
Mannschaftsführer von Charlois Rotterdam mit dem er zweimal
niederländischer Meister mit der Mannschaft wurde.
Am 19. Dezember verstarb Micha Leuw, 36 Jahre alt. Während seines Urlaubs in Thailand ging er Schnorcheln, kehrte aber nicht mehr zurück. Leuw war Vereinsmeister von Caissa Amsterdam und organisierte viele Turniere für den Verein.
Einen Tag später, am 20. Dezember, verstarb Roy Dieks, 48 Jahre alt. Er war niederländischer Jugendmeister 1971 1974 und 1975 und erreicht einen zweiten Platz bei der Jugend WM 1975 hinter Tony Miles, der leider auch schon nicht mehr lebt. Dieks war ein sehr talentierter Spieler, hatte aber große psychologische Probleme und konnte sein Talent nicht entfalten. Er war ein Blitzschach Spezialist und spielte auch seine "langsamen" Partien extrem schnell. Dieks spielte noch bis kurz vor seinem Tod aktiv und erfolgreich im Verein "Euwe" in Amsterdam.
Am 7. Januar 2005 verstarb Menashe Goldberg, 65 Jahre alt. Er gründete das berühmte Schachcafe "Gambit" in Amsterdam. Goldberg wurde in Tel Aviv geboren und kam 1967 nach Amsterdam. Sein Traum wurde wahr, als er 1981 sein Schachcafe "Gambit" im Volksviertel Jordaan eröffnen konnte. Aniko Kiss schrieb letztes Jahr auf der ChessBase Site einen Artikel über Goldberg und sein Cafe. Auch ihr Autor hat schon viele schöne Stunden im Gambit erlebt.
Einen Tag später, am 8. Januar verstarb Rob Brunia, 57 Jahre alt. Brunia wurde weltweit durch die "Stufenmethode" bekannt, eine Schachlehrmethode die er mit Cor van Wijgerden entwickelte. Seit vielen Jahren lernen niederländische Schulkinder nach dem so genannten Stappen- (Stufen-) Schach. Zahlreiche niederländische Schach-Großmeister haben auf diesem Weg zum "Königlichen Spiel" gefunden. Brunia trainierte allerdings auch viele niederländische Spitzenspieler wie Erik van den Doel, Daniel Stellwagen, Dennis de Vreugt und Erwin l ´ Ami. In den letzten 25 Jahren hat er fast alle niederländischen Großmeister trainiert und ist somit mitverantwortlich für das hohe Schachniveau in den Niederlanden. Brunia lebte nicht gesund, er nahm sich Tag und Nacht Zeit für das Schachspiel und schlief selten mehr als drei Stunden. Samstag verstarb er an den Folgen einer Gehirnblutung.