TopTurniere Doppelspitze in Dortmund Svidler und Leko mit den besten Chancen
05.08.2006 - Die Meister kommen so langsam richtig in Schwung, da ist es auch schon wieder vorbei. Morgen werden wir die siebte und letzte Runde beim Sparkassen Chess-Meeting sehen und die besten Chancen auf den Gesamtsieg haben Peter Svidler und Peter Leko. Letzterer remisierte rasch gegen Boris Gelfand, während Peter Svidler seinen baldigen Herausforderer um den Chess960-Thron Levon Aronian schlagen konnte. Ein Geschenk der besonderen Art machte der Georgier Baadur Jobava seinem heutigen Gegner Vladimir Kramnik, als er ihm in schlechterer Stellung nach nur 15 Zügen die Hand zum Zeichen der Aufgabe reichte. Das sieht man auf diesem Level nun wirklich nicht alle Tage. Arkadij Naiditsch trotzte Michael Adams ein Remis ab und hätte sicher nichts dagegen, wenn ihn morgen Jobava ähnlich beschenken würde.
Das Prestige-Duell zwischen Levon Aronian und Peter Svidler entschied
der Russe nach wechselhaftem Spielverlauf für sich. Zu schwach war der
weiße Isolani auf der d-Linie. Als dieser gefallen war, gab Aronian
zuerst sich selbst und wenige Züge später auch die Partie auf. Nach den
Erfolgen der letzten Jahre und Monate wird der in Berlin lebende
Armenier dieses für ihn schlechte Turnier aber sicherlich locker
wegstecken. Das kann halt auch mal passieren, wenn man mit etwas mehr
Risiko als die anderen spielt. Chess960 Weltmeister Peter Svidler
dagegen kann nun in der letzten Runde sich mit einem Sieg über Adams
zumindest den geteilten Turniersieg sichern. Leko muss mit den schwarzen
Steiten schließlich gegen keinen Geringeren als Vladimir Kramnik ran,
der bekanntlich ebenso schwer zu besiegen ist, wie Leko selbst.
Michael Adams - Arkadij Naiditsch 1/2
Wieder mal war Arkadij Naiditschs Eröffnung nicht gerade seine beste
Leistung. Michael Adams erspielte sich aus einem Zweispringerspiel
heraus einen schönen positionellen Vorteil, doch kaum, dass sich die
Gelegenheit bot, zeigte er auch dem Briten, dass er sich aus schwierigen
Lagen zu befreien weiß. Als ihm Michael Adams nach 32 die Teilung des
Punktes anbot, war die Lage wieder völlig unklar und Naiditsch
akzeptierte die Offerte. Wenn er morgen noch den angeschlagenen Baadur
Jobava besiegen würde, dürfte er sicherlich sehr zufrieden sein mit
seinem Abschneiden beim Chess-Meeting. Adams dagegen hat noch geringe
Chancen auf den Gesamtsieg, wenn er Svidler schlagen würde und Leko
zugleich nicht gegen Kramnik gewinnen würde.
Baadur Jobava - Vladimir Kramnik 0-1
Vladimir Kramnik benötigte unbedingt einen Sieg und Baadur Jobava
schenkte ihm diesen nach nur 15 Zügen. In sicherlich schlechterer
Stellung hatte der Georgier schlicht keine Lust mehr und gab auf, was
nicht gerade von einem gesteigerten Kampfgeist zeugt und ihm sicherlich
so schnell keine weitere Einladung zu einem Event dieser Größenordnung
einbringen wird. Vladimir Kramnik könnte mit einem Sieg über Leko und
einem Unentschieden zwischen Svidler und Adams mit seinem russischen
Landsmann gleichziehen und den Turniersieg mit ihm teilen.
Peter Leko - Boris Gelfand 1/2
Peter Leko hatte heute nichts anderes im Sinn, als vor der letzten
Runde sicher zu gehen, dass er die Tabelle (mit) anführt. Dazu brauchte
es ein Remis gegen Boris Gelfand und der nahm nach 24 Zügen ohne Zögern
an. Gelfand ist damit aus dem Rennen um den Gesamtsieg, während Leko
gegen Kramnik morgen noch so mach bange Minute wird durchleben müssen,
ob er es dieses Mal zu Ende bringt oder wieder auf der Ziellinie
abgefangen wird. Für Hochspannung in der letzten Runde ist also
ausreichend gesorgt.