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Kampf pur beim GM Turnier Hockenheim / Willingen
12.06.2006 - Es begann mit einer Auftaktniederlage und endete mit zwei sicherheitsbetonten Remis. Doch dazwischen tobte purer Kampf: Der 25-jährige Rainer Buhmann siegt beim Großmeisterturnier in Hockenheim und Willingen mit sechs Punkten aus neun Runden. Und das ist kein Erstlingswerk für den aus Hockenheim stammenden Informatiker. Sein Co-Sieg beim Werther Mephisto Schloss Open 2006, gute Platzierungen bei den Haslocher Schachtagen, beim Chessfestival Baden-Baden oder beim Neckaropen von Deizisau 2003. Er spielte berufsbedingt in den letzten Jahren seltener, doch beweist wieder einmal spielerisch hohes Niveau. Verdient holt er sich so seine zweite von drei notwendigen Großmeisternormen.

www.schach.com/hockenheim

IM Rainer Buhmann mit GM-Norm klarer Sieger

Und auch diesmal läßt Marathonläufer Buhmann Weltklassespieler hinter sich. Der Ukrainer Vollprofi Oleg Romanishin hat mit vier Auftaktremis in Hockenheim einen schweren Start, findet erst in Willingen zurück zu seinem gewohnten Spiel und letztlich zu einem ditten Platz.

Von keinem Geringerem als Exweltmeister Anatoli Karpow empfohlen: Der Weltranglisten-Fünfzehnte der Junioren Evgeny Tomashevsky geht als Favorit ins Rennen und führt nach den ersten vier Runden souverän das Feld mit 3/4 an. Doch in Willingen gelingt ihm wenig. Mit letztlich 50% findet er sich im Endklassement im Mittelfeld wieder. Auch der für Heidelberg spielende Großmeister Vyacheslav Ikonnikov startet gut, doch bricht er in Willingen ein. Mit zwei Punkten aus den letzten fünf Runden gelingt ihm im zweiten Teil parallel zu den deutschen Jugendmeisterschaften ausgetragendem Großmeisterturnier nicht mehr viel.

Fabian Döttling beim Chess960. Als neuer Kommentator bei der Chess Classic Mainz 2006 eröffnet er sich ein neues Betätigungsfeld.

Der 26jährige Heidelberger Student Fabian Döttling ist der einzige, der mit Buhmann mitziehen kann.

Der Großmeister und angehende Pädagoge schlägt Buhmann in der Auftaktrunde, kann aber die eine oder andere gute Partie, wie etwa gegen Romanishin, nicht in Punkte umsetzen und bleibt auch in der Schlussabrechnung auf dem zweiten Rang.

Die deutschen Nachwuchsspieler des Junioren Olympia Teams (JOM) Arik Braun und Georg Meier haben keine gute Zeit. JOM-Spitzenspieler Braun spielt attraktives Schach, doch gelingen tut ihm hier nichts. Sein neunter Platz enttäuscht ihn wohl am meisten. Georg Meier platziert sich mit 4,5/9 im Mittelfeld. Doch freuen kann er sich nur über den beim FIDE Kongreß am letzten Sonntag endlich verliehenden Titel des Internationalen Meister. Der Mergentheimer Alexander Gasthofer schlägt Ikonnikov und hält die Turnierfürsten Romanishin, Tomashevsky, Buhmann und Döttling auf Distanz. Doch sonst gelingen ihm keine außergewöhnlichen Taten. Die Normenträume der jungen Spieler sind zum Teil schon einige Spieltage vor Schluß zerschlagen.

Dennoch ist Dieter Auer zufrieden. "Es war eines der stärksten deutschen Großmeisterturniere in diesem Jahr. Und natürlich bin ich auch zufrieden, daß der Hockeimer Bub Rainer Buhmann gewinnen konnte," lacht der Chef der veranstaltenden Karpow Schachakademie Hockenheim (KSA). Für Ende August plant die Akademie eine Trainingswoche mit Kaderspielern aus Frankreich und Deutschland. Anfang Dezember trainiert Exweltmeister Karpow voraussichtlich zum zweiten Mal in diesem Jahr die deutsche JOM-Elite.

Axel Fritz

Diesmal im Hockenheimer ACHAT-Hotel dem neuen Partner der KSA. Hockenheim auf dem Weg zu einer Schachhochburg in Deutschland?

Der bislang beim amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister OSC Baden-Baden spielende Buhmann wechselt zurück in die Heimat. Er wird ab der kommenden Saison für den Viertligisten SV Hockenheim spielen.

www.schach.com/hockenheim
 

Axel Fritz

Published by Gerhard Kenk

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