Chess960 Neuer Stern am Chess960 Himmel: Vladimir Schilow gewinnt 2.Gerling-Kreativ-Schach Turnier
11.05.2006 - Die Chess960 Saison wurde in Berlin eröffnet. Im Haus des Sports im Berliner Bezirk Charlottenburg trugen sich 46 Spieler in die Startliste ein. Die Teilnehmerzahl war gegenüber der Vorjahresveranstaltung etwas niedriger, das wurde aber durch die höhere Qualität des Teilnehmerfeldes kompensiert. 12 Titelträgern, davon 4 Großmeister und einem Median von 2187 TWZ (Turnierwertungszahl) demonstrierten ihre Begeisterung für Chess960 und ihre Begehrlichkeit auf einen Teil des Preisfonds.
Und wer erwartete, daß der
Gesamtsieger des German Grand Prix 2005 und Titelverteidiger des
letztjährigen Gerling Grand Prix auch dieses Jahr wieder die Nase vorn
hat, sah sich nicht ganz getäuscht.
Der titellose Kreuzberger Spieler Vladimir Schilow gewann souverän vor GM Viesturs Meijers aus Lettland und dem
Berliner Nachwuchsstar Atila Gajo Figura,
Dahinter fanden sich umrahmt von den
etablierten Spieler GM Sergey Kalinitschew und GM Michail Ivanov auf Platz 4 und 5 und GM Roman Slobodjan, Platz 10, die
hungrigen Berliner Spieler Ilja Schneider, Jan-Dietrich Wendt, Stefan Frübing und Michael
Schulz auf den Preisrängen ein.
Ein Kuriosum in der 1.Runde produzierten der Berliner Schachverleger Arno Nickel und der beim SC Bann spielende GM Roman Slobodjan - Remis nach dramatischen 72 Zügen. Kein Bauer und keine Figur geschlagen! Den Hinweis, dass auch beim Chess960 Figuren und Bauern geschlagen werden dürfen steckten sie mit einem verständnisvollen Nicken weg. Die Organisatoren waren zwischendurch in Sorge, dass die angesetzten Startzeiten nicht eingehalten werden können, weil die beiden Spieler ja die Möglichkeiten hatten mit zwei "Reservebauernzügen" die Partie regelgerecht bis zum 170.Zug zu spielen. Gottseidank wollten beide nicht ins Guiness Buch der Rekorde
Zufriedenheit sieht anders aus -
das konnte man am Abschneiden des hessischen Chess960-Einzelmeisters FM
Tillmann Vogler vom TSV Schott Mainz erkennen. Nahm er noch letztes Jahr in der
Grand-Prix-Gesamtwertung den zweiten Platz hinter GM Meijers ein, so
platzierte er sich zum Auftakt der 2006 Grand Prix Serie am Ende des
7-Runden-Turniers nur auf Rang 28. Für die übrigen hessischen
Teilnehmer war die Berliner Luft so la la, konnte der Hofheimer Johannes Kribben noch einen Ratingpreis in der G3 ergattern, verpasste Hans-Walter Schmitt diesen in der Gruppe höher G2 hauchdünn. Der Co-Kreator der Chess960 Lektionen in der Chess Tigers Universität neben GM Artur Jussupow, Mike Rosa verpasste in dem
starken Teilnehmerfeld seine gewohnte Top-Platzierung.
Die weiteste Anreise hatten drei Spieler vom
alternativen Schachclub Fischer Z aus Amsterdam, die ihre große
Begeisterung für Chess960 einmal mehr demonstrierten. In den Niederlanden
sind die Mitglieder von Fischer Z wichtige Protagonisten für
Chess960 und veranstalten deshalb auch die Internationalen
Niederländischen Chess960 Meisterschaft. Titelträger 2005 war GM Eric van
den Doel und Titelträger 2004 GM Yasser Seiravan – Ende Mai wird wieder in
Amsterdam gespielt.
Der Schirmherr der Veranstaltung und
Präsident des Berliner Schachverbandes, Dr. Matthias Kribben, zeigte sich
begeistert über die Kontinuität des Sponsors Gerling Lebensversicherungs-AG, die mit ihrer Unterstützung wieder einmal mehr
demonstrierten, das "neue Schach" und das damit verbundene
organisatorische Umfeld zu fördern - Vertriebsdirektur Elter sagte bereits bei der Eröffnungsrede die Unterstützung für das Jahr 2007 zu.
Und diese Begeisterung für Chess960
zeigte sich auch durch die Teilnahme von fünf Spielern, die als "vereinslos"
registriert sind, aber sich nicht in die altehrwürdigen Strukturen der
Schachvereine und Verbände einbinden wollen. Wladimir Schilow
demonstrierte mit seinem Turniersieg, daß die hohe Spielkunst auch
ausserhalb eines Schachvereins zu finden ist.
Über 3.000 Euro wurden vergeben und Dank des dynamischen
Preisfonds und der dynamischen Ratinggruppen konnte gut jeder Zweite einen
schönen Preis mit nach Hause nehmen.
Berliner Schachverleger: Arno Nickel
GM Sergey Kalinitschev
Ratingpreisgewinner: Johannes Kribben
Berliner Schachpräsident: Dr. Matthias Kribben
German Grand Prix Sieger 2005: GM Viesturs Meijers
Chess960-Neuling: GM Roman Slobodjan
Die finale Partie: Schilow - Wendt
Der Sieger: Vladimir Schilow
Chess Tigers Siegerland Chef & Turnierleiter: Timo Schönhof
Chess Tigers Universität Autor & Organisator: Mike Rosa
Chess Tigers Siegerland Trainer: Raphael Gall
Endstand nach 7 Runden
Fortschrittstabelle: Stand nach
der 7. Runde (nach Rangliste)