Mit einer souveränen Titelverteidigung endete das diesjährige Offene
Meisterturnier des Hessischen Schachverbandes. IM Vitali Kunin von den
Freibauern Mörlenbach-Birkenau gelang es kontinuierlich seinen Vorsprung
an Wertungszahl auch in Punkte umzusetzen und landete sicher mit zwei
Punkten Vorsprung an der Spitze des Feldes. Er gab lediglich einen Punkt
gegen FM Uwe Kersten ab und gewann alle anderen Partien. Der Deutsche
Vize- Meister hat damit wieder einen Platz bei den Nationalen
Meisterschaften sicher und sein Ziel ist bescheiden gewählt, er will
sich nur um einen einzigen Platz verbessern! Herzlichen Glückwunsch
jedenfalls zum erneuten Titelgewinn und recht viel Erfolg bei der
Deutschen!
Staunen konnte man dann schon über den Zweiten in der
Abschlußtabelle, Jens Koller vom SV Oberursel. Eigentlich gar nicht
qualifiziert für das Meisterturnier, kam der Spieler aus dem
Leistungskader des Verbandes nur auf Empfehlung des zuständigen
Referenten zu einer Wildcard. Mit 5 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen
schaffte er es sich noch vor weiteren 6 Spielern in FM- Stärke zu
positionieren. Damit hat auch er schon einen Platz bei den Deutschen
Meisterschaften fast sicher, der lediglich von der Zusage des DSB
abhängt. Dritter wurde ein HEM- Urgestein, FM Horst Alber von den
Schönecker Schachfreunden. Er landete punktgleich, aber nach Wertung
hinter Koller auf Platz 3 und muss so um einen Platz bei der Deutschen
zittern; hier wird einiges an Verhandlungsgeschick erforderlich sein.
Der Leistungsportreferent des Verbandes und A-Trainer Uwe Kersten hat
dagegen die Qualifikation verpasst. 5,5 Punkte bei 4 Siegen, darunter
eine sehenswerte Partie über den Turniersieger reichten nur zu Platz 4.
Tja, so ist das wenn man seine Schüler zum Spielen mitbringt, nix als
Erscher mit de junge Leut!
FM Lisanti von Schott Mainz und Daniel Malek vom SV Oberursel teilen
sich bei 5 Punkten den 5. und 6. Platz. FM Bewersdorff, ebenfalls Schott
Mainz, wird mit seinen glatt erreichten 50% und Platz 7 wahrscheinlich
nur bedingt zufrieden sein. Wer 50% oder weniger erreicht hat, und zudem
kein Titelträger der Kategorie FM oder höher ist oder über keine
Einstiegzahl in diesem Bereich verfügt, gilt für das kommende Jahr als
Absteiger aus dem Meisterturnier.
Julian Geske
Somit hat Julian Geske vom SV 1920 Hofheim, ebenfalls eine Wildcard
aus dem Bereich Leistungssport, zwar das Maximalziel verfehlt, doch geht
der Kaderschüler mit nur einer einzigen Niederlage aus dem Turnier, und
das kann nur der Meister selbst noch vorweisen! Ansonsten remisierte das
Talent alle weiteren Partien selbst gegen schwerste Konkurrenz und
könnte bei weiterer Förderung in die Fussstapfen der Grafls und Kollers
aus der Kaderschmiede treten.
Punktgleich mit Geske landeten Ahmad Siar Wahedi, FM David Ortmann,
Ulf Kuhn und Lokalmatador Thomas Feldtmann auf den Plätzen. Außer
Ortmann, bedingt durch seinen Titel, haben sie somit alle eine direkte
Qualifikation verpasst. Der zweite Marburger im Feld, Ingmar Bennemann,
und der Qualifikant aus dem Vorvorjahr, Jörg Hamann, landeten
abgeschlagen am Tabellenende. Mit 14 Teilnehmern war das Meisterturnier
von der Masse und Spielstärke her deutlich schwächer besetzt als das
Vorjahresturnier (Offenbach: 22 Teilnehmer, Schnitt 2316), doch sind
2272 ELO als Schnitt nicht weit entfernt vom angepeilten FM Niveau.
Allgemeines Turnier A und B
Da die Messlatte als Einstieg in das Meisterturnier ansehnlich hoch
gelegt wurde, kommt den beiden Qualifikationsturnieren eine wieder
angestiegene Bedeutung zu. Während in den Jahren und Jahrzehnten zuvor
stets ein Meistervorturnier jeweils 4 Aufsteiger hervorbrachte, so sind
mit Einführung des Allgemeinen Turniers und gleichzeitigem Wegfall des
Hauptturniers 5 Aufstiegsplätze in der Turnierordnung verankert worden.
Die beiden sogenannten Allgemeinen Turniere unterscheiden sich in
Bedenkzeit und Dauer in Tagen voneinander, außerdem werden im
sogenannten B- Turnier fast ausschließlich Doppelrunden gespielt. Die
drei besten im HSV spielberechtigten Spieler qualifizieren sich aus dem
Turnier mit der größeren Zahl an Spielern mit Elozahl, beim anderen
Turnier demnach 2 Spieler. Die größere Gruppe an ELO Zahlenträgern war
im B-Turnier zu finden.
Ralf Garbe
Als Sieger natürlich immer sicher qualifiziert braucht sich ein
Erstplazierter Hesse nie seine Gedanken machen und Ralf Garbe vom SC
Nidderau hat sich ungeschlagen als alleiniger Punktbester mit 5 Siegen
und 2 Remis redlich den Aufstieg verdient. Herzlichen Glückwunsch!
Zweiter wurde nach Wertung Peter Lüchtemeier vom Kasseler SK 1876, auf
Platz 3 landete Marco Stein vom SV Alsfeld. Ebenfalls auf 5,5 Punkte kam
Klaus Montermann vom co- gastgebenden SK Marburg, erreichte aber nach
Wertung nur den vierten Platz. Im Parallelturnier setzte sich mit
Sebastian Gramlich vom SK König Nied nicht gerade der ELO Favorit durch,
doch das wird ihm ob seines überlegenen Sieges nichts ausmachen. Erst in
der siebten Runde, als ihm zumindest der Aufstieg ins Meisterturnier
kaum noch zu nehmen war, ließ er das erste Remis zu. Zuvor hatte er
alles gewonnen! Ein Sieg in der Vorschlußrunde und ein Remis in Runde 9
machten dann seinen souveränen Sieg perfekt. Herzlichen Glückwunsch! Dem
eigentlichen Favoriten auf den Gesamtsieg, Benjamin Rücker vom SK 1858
Gießen, gelang es nach durchwachsenem Beginn zum Schluß doch noch sich
für das kommende Meisterturnier zu qualifizieren. Dritter nach Wertung
wurde Julian Rubel vom SC Steinbach, dem ein Remis in der Schlußrunde zu
mehr gereicht hätte.
Seniorenturnier
Da die bekannten Namen aus den Siegerlisten der Vorjahre fehlten, war
die Gelegenheit günstig für die Nachwuchstalente im Seniorenbereich!
Jürgen Claus vom SC Steinbach packte diese Gelegenheit beim Schopfe und
nahm den Titel des Meisters der Senioren gleich mit. Herzlichen
Glückwunsch!
Dr. Friedrich Bittner
Punktleich mit ihm landeten Dr.Friedrich Bittner vom SC
Bad Soden, damit gleichzeitig bester Nestor, und Helmut Escher vom SV
Oberursel auf den Plätzen zwei und drei, und dieses Trio war am Ende nur
durch einen halben Punkt in der Zweitwertung voneinander getrennt.
Nur
22 Teilnehmer bedeuten wenig und das Fehlen der Spitze im Hessischen
Seniorenschach ist hauptsächlich zurückzuführen auf die in der kommenden
Woche beginnende Offene Hessische Seniorenmeisterschaft in Bad
Sooden-Allendorf.
Weit über 130 Teilnehmer sind dort schon im Feld
gemeldet und es wird sicherlich eine spannende Angelegnehit bis zum
Schluß werden.
Drei Blitzturniere werden zum Ende der Einzelmeisterschaften
ausgetragen. Bei den Blitz- Einzelmeisterschaften der Frauen siegte
Stephanie Ling von Caissa Kassel, bei den Senioren Dr.Reinhard Zunker
vom SV 1920 Hofheim nach Stichkampf gegen Gerhard Orwatsch vom SK 1848
Gießen. Im Mitternachtsblitzturnier schließlich setzte sich im A-Finale
Arnd Janoszka vom SC Steinbach durch, bei insgesamt 39 Teilnehmern.
UND ZUM ABSCHLUSS DER HEM......
Mit etwa 150 Teilnehmern war diese Hessenmeisterschaft kein
besonderer Magnet für die Hessischen Schachspieler, insbesondere nicht
für die aus dem Bezirk Lahn/Eder. Nur gut 3 Dutzend von über 900 konnten
sich zu einer Teilnahme an den Hessenmeisterschaften, ausgerichtet im
Heimatbezirk durchringen. Schade eigentlich!
Alle Informationen zu den Turnieren, Tabellen sowie in Kürze einigen
Fotos und mit größerem Abstand auch den Partienotationen, können unter
der Adresse
Ab jetzt beginnt übrigens die intensive Suche nach einem geeigneten
Ausrichter für die Hessischen Schachmeisterschaften des Jahres 2007. Wer
sich und seinen Klub für berufen fühlt, wende sich bitte schriftlich an
den Vorsitzenden des Hessischen Schachverbandes, Herrn Harald Ballo.
Helmut Prüfer verstorben
Unmittelbar nach dem Beginn der Hessischen Einzelmeisterschaften
wurde bekannt, das nur wenige Tage zuvor Helmut Prüfer, ein langjähriges
und verdientes Mitglied im Vorstand des Hessischen Schachverbandes,
verstarb.
HESSISCHE JUGENDMEISTERSCHAFTEN
Bei den Hessischen Jugendmeisterschaften, ausgetragen in Bad Homburg,
siegte bei den Mädchen in der Altersklasse U14 - U18 Nino Begeluri vom
Frankfurter TV. Bei der hauptsächlich aus Jungs bestehenden Altersklasse
U10 siegte David Bokemaer vom SC Groß-Zimmern, in der Klasse U12
Constantin Göbel vom SC Ladja Roßdorf. Bei den Jungen in der Klasse U14
siegte Christian Specht vom SC Flörsheim 1921.
In der gemeinsamen Gruppe U16/U18 gab es zwei punktgleiche Sieger,
wobei Jan Sohl vom SC Eschborn 1974 hauchdünn nach Wertung die Nase vorn
hatte. Der so geschlagene Leander Fink vom SC Langenselbold revanchierte
sich anschließend beim Einzelblitzen, wo er die Reihenfolge umkehrte.
Allen Teilnehmern und besonders den Siegern einen herzlichen
Glückwunsch! Jede Menge Infos zu diesen Meisterschaften der Hessischen
Schachjugend gibt es unter
Auch die Hessischen Schulschach Meisterschaften wurden mit ihrem
Finale am 30. März in Rüsselsheim beendet. In den Wettkampfklassen WK I
- U16 - WK II - U14 - und WK III - U12 - starteten über 180
Schulschachmannschaften Hessens im Oktober letzten Jahres mit den
Qualifikationsturnieren. Die besten 4 Mannschaften spielten dann in
Rüsselsheim ihren Meister 2006 aus. In der Mädchen Klasse WK M und in
der offenen Klasse WK O wurden die Hessenmeister in einem Tagesturnier
ausgespielt.
Die gute Jugendarbeit des Raunheimer Schachvereins zeigte sich wie im
letzten Jahr in dem guten Abschneiden der von ihm betreuten Schach AG
der Max Planck Schule - Rüsselsheim. In allen der 5 möglichen WK`s wurde
ein Medaillenplatz erreicht.
von Bernd Kronenburg, SV Nauheim
DWZ AUSWERTUNG der Mannschaftskämpfe
Der Turnierleiter für Mannschaften des Verbandes, Andreas Filmann,
hat die Ergebnisse der Mannschaftswettkämpfe soweit notwendig
korrigiert, erfasst und dem DWZ Referenten zur weiteren Verarbeitung
überlasssen. Ein möglicher Stichkampf würde dann separat ausgewertet
werden. Seit gestern sind nun die Daten auf den DSB Seiten im Internet
abrufbar. Da auch die Hessischen Einzelmeisterschaften abgegeben wurden,
sind momentan für Teilnehmer beider Turniere die jeweiligen
Ausgangszahlen gleich. Bitte beachten: Alle DWZ Referenten der
Landesverbände, Unterverbände und Bezirke schicken Ihre Erfassungen
laufend und ohne Zeitverzug an den DSB.
Dort werden diese Uploads in einem Ordner "Neue Turniere"
zwischengeparkt und vorab veröffentlicht. Etwa alle 7 Tage findet ein
Berechnungslauf statt, bei dem das älteste dieser "Neuen Turniere" als
Startpunkt für eine Neuberechnung aller(!) bis zu diesem Zeitpunkt
vorliegenden Turniere verwendet wird. Dann erst finden Sie diese
Turniere auch als Eintrag in Ihrer Karteikarte, vorher nicht! Das heißt
aber auch: solange dieser Eintrag fehlt, stimmt der Index und die
gewählte Ausgangszahl (noch) nicht.
Die Vorabveröffentlichung in "Neue Turniere" soll helfen, Fehler bei
der Zuordnung von Ergebnissen und Spielern zu vermeiden (Blick in Ihre
Scorecard). Die Überprüfung der Karteikarte dient dann eher der
Beanstandung von Rechenfehlern, oder fehlenden Turnieren im Allgemeinen
(sofern nicht in "Neue Turniere" vorhanden).
ORGANISATORISCHE VERÄNDERUNGEN IM BEZIRK NORDHESSEN
Bei der Jahreshauptversammlung des Bezirkes Nordhessen wurden die
Vorstandsämter wie folgt besetzt:
1.Vorsitzender: Jürgen Kehr
2.Vorsitzender: Torsten Fankhaenel
Schriftführer : Gerd Geißer
Schatzmeister : Ulrich Kohl ( wie bisher )
TLfMannschaft : Gerd Falkhof( wie bisher )
TLfEinzel : Rainer Weyers ( wie bisher )
Jugendwartin : Dagmar Schumacher ( wie bisher )
Seniorenschach: Wolfgang Schmieder
DWZ-Referent : Thomas Körber ( wie bisher )
Frauenschach und Öffentlichkeitsarbeit sind zur Zeit nicht besetzt
FRANKFURTER STADTMEISTERSCHAFT
Hans-Dieter Post
Mit gut 100 Voranmeldungen werden die Frankfurter
Stadtmeisterschaften am kommenden Montag wieder in die erste Runde
gehen. Mit IM Sven Telljohann von den Schönecker Schachfreunden hat ein
weiterer bekannter Spitzenspieler aus dem Rhein-Main-Gebiet seinen
Willen zur Erweiterung der Trophäensammlung kundgetan.
Der Meldeschluß
ist längst nicht vorüber, noch unmittelbar vor Beginn der ersten Runde
kann sich jeder zur Teilnahme entschließen. Die Ausschreibung und die
stets aktuell Teilnehmerliste findet sich unter