Zu den Youth Classic bitte hier klicken...
Zur DSEM Chess960 bitte hier klicken...
Zu den Youth Classic Simultans...
Zum Geburtstagsvideo Vishy Anand...
Top Turniere
TopTurniere
Auch am dritten Tag wieder Kampfschach in Wijk aan Zee
Corus Chess Tournament sieht Tiger in Front
16.01.2006 - Zehn der vierzehn Helden im A-Turnier des Corus Chess Tournaments konnten die Chess Tigers bereits im Laufe der Chess Classic-Geschichte begrüssen und bei vielen ist diese Veranstaltung bereits ein fester Bestandteil des Turnierkalenders. Ein Zeichen dafür, dass Schnellschach und traditionelle Bedenkzeiten sich nicht ausschließen. Die Besten der Besten müssen heute beide Arten des Schachspiels beherrschen, denn das Rapid Chess gewinnt zusehends an Fans. Doch in diesen Tagen misst sich ein Großteil der Weltelite im "langsamen" Schach im niederländischen Wijk aan Zee und zeigt sich erfreulich streitlustig. Wieder endeten nur drei der sieben Partien mit einem Remis. Was will das Schachherz mehr?

zum Corus Chess Turnier

Mischt oben mit - Boris Gelfand

Sicherlich war es schön für Vassily Ivanchuk an der Tabellenspitze doch heute musste er akzeptieren, dass die Nr. 1 der Chess Tigers Vishy Anand auch in Wijk aan Zee ganz nach Vorne strebt und dabei wenig Rücksicht auf die Gefühle seines sensiblen Gegenübers nehmen kann. Musste der Ukrainer denn unbedingt mit dem Läufer auf a7 nehmen, um sich diesen anschließend abklemmen zu lassen? Fortan hatte er zwar einen Bauer mehr aber als Konsequenz auch einige zusätzliche Probleme als es nach der eher ruhigen Englischen Eröffnung nötig gewesen wäre. "Chucky" verlor angesichts des immer im Raum schwebenden Verlustes des eingesperrten Läufers mehr und mehr den Überblick und sah den schwarzen Königsangriff nicht kommen. Als Vishy Tg6 mit Drohungen auf g2 spielte, war es für sichernde Züge bereits zu spät. Neben dem Qualitätsverlust hatte sein König mit Schwächen in der Bauernstellung zu kämpfen, die Anand dann auch konsequent unter Beschuss nahm. Als der Inder dann einen weiteren wichtigen Bauern entfernte, hatte Ivanchuk ein Einsehen und gab auf. Morgen wird Vishy nochmals mit den schwarzen Steinen auf Ivan Sokolov treffen und es bleibt abzuwarten, ob Letzterer zu ähnlichen Risiken bereit ist, wie sie der Ukrainer heute sicherlich bereuen wird.

Dass er offensichtlich schmerzhafte Niederlagen prima verarbeiten kann, zeigte heute Veselin Topalov. Völlig klar, dass ihm Michael Adams am gestrigen Tag einen schweren Kinnhaken versetzt hat, doch k. o. ist der Weltmeister deshalb noch längst nicht. Das bekam heute kein Geringerer als Etienne Bacrot zu spüren. Dabei hatte er mit der Russischen Verteidigung absolut die richtige Wahl gegen Topalov's 1.e4 gewählt. Der Franzose glich bequem aus und mitunter sah es sogar so aus, als wäre es Schwarz, der nach mehr streben könnte. Erst mit dem fragwürdigen Vorstoß 23...e4?! kam er etwas vom rechten Weg ab. Als kurze Zeit später ein reines Damenendspiel auf dem Brett stand, verhaspelte sich Bacrot in einer scheinbaren Attacke auf den gegnerischen Monarchen und wickelte dann zum Entsetzen vieler Kiebitze gar in ein verlorenes Bauernendspiel ab. Wieder mal zeigte Topalov seinen Kollegen das besondere Erfolgsgeheimnis eines Weltmeisters: Schwierige und remisliche Stellungen werden einfach ausgespielt! Was gegen Fritz völlig sinnlos wäre, hat ihm gegen Menschen schon zahlreiche Punkte eingebracht, die am Ende eben den feinen Unterschied ausmachen.

Doch es gab noch weitere Sieger in dieser 3. Runde. So zeigte der in Israel beheimatete Boris Gelfand, dass mit ihm immer zu rechnen ist. Erst nahm er dem gestern noch so gelobten Michael Adams einen Bauern ab und als dieser später lieber den weißen Bauer auf a2 schlug anstatt sich den gefährlicheren Kollegen auf e5 zu nehmen, war es urplötzlich um ihn geschehen. Zwar ließ Gelfand ein Matt in 7 aus, doch dafür war sein Gewinnweg so deutlich, dass Adams ebenfalls sofort die Waffen streckte.

Als könnte ihn kein Wässerchen trüben - Sergey Karjakin

Und auch für die weibliche Teenie-Fraktion unter den Schachfans entbrannte heute sicherlich ein leidenschaftlicher Jubel. Sergey "Sweet Sixteen" Karjakin mag ein paar Groupies weniger als Tokyo Hotel haben, doch seine Leistungen auf dem Schachbrett sind nicht weniger beeindruckend, wie die Tatsache, dass eine Gruppe von Schülern Massenhysterien unter Gleichaltrigen auslösen kann. Der junge Ukrainer ist auf dem besten Weg, ein ganz Großer zu werden und auf dabei hätte ihm heute Rückkehrer Gata Kamsky ein Beinchen stellen können. Doch irgendwie fand er in der Sizilianischen Paulsen-Variante kein aktives Spiel. Erst schwächte ihn die Tatsache, dass ihm sein Gegner einen schwachen Doppelbauer auf der e-Linie verpasste und als er zusätzlich noch einen Bauer spucken musste, war nach 33 Zügen die Messe gelesen und Sergey Karjakin um einen vollen Punkt reicher.

Noch immer wehrt sich Peter Leko beharrlich dagegen, auch nur das geringste Risiko einzugehen. Zugegeben, sein heutiger Gegner mit den weißen Steinen war mit Levon Aronian ein schwerer Brocken aber die Stellung, die er nach 31 Zügen remis gab, hätte er ohne Weiteres noch etwas kneten können. Kein Wunder, dass Aronian mit der ungarischen Zugwiederholung vollauf zufrieden war.

Auf dem Weg in die Weltspitze? - Arkadij Naiditsch

Bei der Internetgemeinde stellte sich heute unter anderem die Frage, warum der Niederländer Loek van Wely sich momentan immer wieder selbst in die Klemme bringt. Recht eigenwillig wirkte seine Antwort auf den Alapin-Sizilianer von Sergey Tiviakov tatsächlich, doch so wirklich wusste der Russe nichts mit dem schwarzen König auf e7 anzufangen. Nach 25 Zügen hatte er den meisten Vorteil bei der Abwicklung in ein unklares Endspiel verspielt und begnügte sich mit der Punkteteilung.

Die Partie des Jugendweltmeisters Shakhriyar Mamedyarov gegen den Niederländer bosnischer Herkunft Ivan Sokolov endete recht unspektakulär mit einem Remis nach 26 Zügen. Sokolov wählte mit Schwarz die Slawische Verteidigung und gab thematisch einen Bauer. Da das Mehrmaterial für den Weißen lediglich in Form eines Isolanis auf der d-Linie bestand und Mamedyarov offenbar keine Lust verspürte, diesen zu verwalten, lockte er seinen Gegner mit einer Zugwiederholung, die dieser gerne akzeptierte.

Besonders die deutschen Fans dürfen in diesen Tagen in Holland jubeln. Arkadij Naiditsch teilt im B-Turnier kräftig aus und belegt seine bestechende Form. Die indische Hoffnung und ehemalige Juniorenweltmeisterin Humpy Koneru hatte dem Gewinner von Dortmund nichts entgegenzusetzen. Mit 3/3 führt der Deutsche nun alleine das Feld im B-Turnier an und hat dabei sicherlich auch schon Wijk aan Zee 2007 im Blick, denn dem Sieger wird das Recht und die Ehre zu teil, im Folgejahr bei den ganz Großen mitzuspielen. Morgen trifft er mit dem Brasilianer Giovanni Vescovi auf eine harte Nuss. Wenn er diese auch noch knackt, könnte es für die Verfolger bereits eng werden.

Tabelle nach der 3. Runde

Rang

Name Punkte Performance Differenz
1. Anand (2792) 2,5 2988 +7
2. Topalov (2801) 2 2825 +1
Ivanchuk (2729) 2 2866 +6
4. van Wely (2647) 1,5 2689 +2
Mamedyarov (2709) 1,5 2684 -1
Gelfand (2723) 1,5 2711 -1
Karjakin (2660) 1,5 2739 +3
Leko (2740) 1,5 2712 -1
Adams (2707) 1,5 2731 +1
Bacrot (2717) 1,5 2726 0
11. Tiviakov (2669) 1 2568 -4
Aronian (2752) 1 2632 -5
Kamsky (2686) 1 2606 -3
Sokolov (2689) 1 2573 -5

Remis-Statistik

Runde Weiß-Siege Schwarz-Siege Remis Remis in %
1 1 2 4 57,1
2 3 1 3 42,9
3 3 1 3 42,9
Total: 7 4 10 47,6

Paarungen

Runde 1 - Samstag, 14. Januar 2006

L. van Wely - I. Sokolov 1/2
S. Mamedyarov - E. Bacrot 1/2
S. Tiviakov - M. Adams 1/2
V. Topalov - G. Kamsky 1-0
B. Gelfand - P. Leko 1/2
S. Karjakin - V. Anand 0-1
L. Aronian - V. Ivanchuk 0-1

Runde 2 - Sonntag, 15. Januar 2006

I. Sokolov - V. Ivanchuk 0-1
V. Anand - L. Aronian 1/2
P. Leko - S. Karjakin 1/2
G. Kamsky - B. Gelfand 1-0
M. Adams - V. Topalov 1-0
E. Bacrot - S. Tiviakov 1-0
L. van Wely - S. Mamedyarov 1/2

Runde 3 - Montag, 16. Januar 2006

S. Mamedyarov - I. Sokolov 1/2
S. Tiviakov - L. van Wely 1/2
V. Topalov - E. Bacrot 1-0
B. Gelfand - M. Adams 1-0
S. Karjakin - G. Kamsky 1-0
L. Aronian - P. Leko 1/2
V. Ivanchuk - V. Anand 0-1

Runde 4 - Dienstag, 17. Januar 2006

I. Sokolov - V. Anand
P. Leko - V. Ivanchuk
G. Kamsky - L. Aronian
M. Adams - S. Karjakin
E. Bacrot - B. Gelfand
L. van Wely - V. Topalov
S. Mamedyarov - S. Tiviakov

Runde 5 - Donnerstag, 19. Januar 2006

S. Tiviakov - I. Sokolov
V. Topalov - S. Mamedyarov
B. Gelfand - L. van Wely
S. Karjakin - E. Bacrot
L. Aronian - M. Adams
V. Ivanchuk - G. Kamsky
V. Anand - P. Leko

Runde 6 - Freitag, 20. Januar 2006

I. Sokolov - P. Leko
G. Kamsky - V. Anand
M. Adams - V. Ivanchuk
E. Bacrot - L. Aronian
L. van Wely - S. Karjakin
S. Mamedyarov - B. Gelfand
S. Tiviakov - V. Topalov

Runde 7 - Samstag, 21. Januar 2006

V. Topalov - I. Sokolov
B. Gelfand - S. Tiviakov
S. Karjakin - S. Mamedyarov
L. Aronian - L. van Wely
V. Ivanchuk - E. Bacrot
V. Anand - M. Adams
P. Leko - G. Kamsky

Runde 8 - Sonntag, 22. Januar 2006

I. Sokolov - G. Kamsky
M. Adams - P. Leko
E. Bacrot - V. Anand
L. van Wely - V. Ivanchuk
S. Mamedyarov - L. Aronian
S. Tiviakov - S. Karjakin
V. Topalov - B. Gelfand

Runde 9 - Dienstag, 24. Januar 2006

B. Gelfand - I. Sokolov
S. Karjakin - V. Topalov
L. Aronian - S. Tiviakov
V. Ivanchuk - S. Mamedyarov
V. Anand - L. van Wely
P. Leko - E. Bacrot
G. Kamsky - M. Adams

Runde 10 - Mittwoch, 25. Januar 2006

I. Sokolov - M. Adams
E. Bacrot - G. Kamsky
L. van Wely - P. Leko
S. Mamedyarov - V. Anand
S. Tiviakov - V. Ivanchuk
V. Topalov - L. Aronian
B. Gelfand - S. Karjakin

Runde 11 - Freitag, 27. Januar 2006

S. Karjakin - I. Sokolov
L. Aronian - B. Gelfand
V. Ivanchuk - V. Topalov
V. Anand - S. Tiviakov
P. Leko - S. Mamedyarov
G. Kamsky - L. van Wely
M. Adams - E. Bacrot

Runde 12 - Samstag, 28. Januar 2006

I. Sokolov - E. Bacrot
L. van Wely - M. Adams
S. Mamedyarov - G. Kamsky
S. Tiviakov - P. Leko
V. Topalov - V. Anand
B. Gelfand - V. Ivanchuk
S. Karjakin - L. Aronian

Runde 13 - Sonntag, 29. Januar 2006

L. Aronian - I. Sokolov
V. Ivanchuk - S. Karjakin
V. Anand - B. Gelfand
P. Leko - V. Topalov
G. Kamsky - S. Tiviakov
M. Adams - S. Mamedyarov
E. Bacrot - L. van Wely

Mike Rosa

Published by Mike Rosa

Dieser Artikel wurde 1839 Mal aufgerufen.


Impressum     Datenschutz
Copyright © 2026 - Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. / CT