Zu den Youth Classic bitte hier klicken...
Zur DSEM Chess960 bitte hier klicken...
Zu den Youth Classic Simultans...
Zum Geburtstagsvideo Vishy Anand...
Nachrichten
Nachrichten
Versteckspiel
01.01.2006 - Dieser Mann braucht sich nach seinem brillanten Gewinn nicht mehr zu verstecken: Sergej Rublevsky gewann ohne Niederlage mit einem vollen Punkt Vorsprung das Superfinale der 58. russischen Meisterschaft und sein Bankkonto dürfte sich über den Zugang von 40.000 US-Dollar Siegprämie eigentlich auch freuen. Eher gemischte Gefühle wird hingegen Alexander Morozevich haben, er kam auf den geteilten zweiten Platz, einen ganzen Punkt hinter Sieger Rublevsky. Es war zwar nicht die Morgenstunde, die Morozevich zum Verhängnis wurde, sondern eher sein Nichterscheinen zu der für nachmittags um 15:00 Uhr angesetzten Partie gegen Jakovenko - ein kampfloser Sieg für Jakovenko war die Folge und "Moro" durfte sich fortan über die verpasste Gelegenheit grämen.

Sergeij Rublevsky

Die 58. Russischen Meisterschaften litten zunächst unter den Teilnehmer-Absagen von Alexander Grischuk (zur Zeit die Nummer 11 der FIDE-Weltrangliste) sowie dem erkrankten Evgeny Najer.

Grischuk trat aus Protest gegen die von den Veranstaltern kurzfristig verhängte Reduktion der Preisgelder nicht an.

 Trotz allem verblieben mit Elo-Favorit Peter Svidler (#6 der FIDE-Weltrangliste), Vladimir Kramnik (#7) sowie Alexander Morozevich (#17) noch immer ein illustres Teilnehmerfeld.

Fast könnte man das Finale der Russischen Meisterschaft mit einem Betriebsausflug der Chess Tigers-Freunde verwechseln, sind doch die Mehrzahl - genau 75% -  der Superfinal-Spieler dem Publikum der Chess Classic Mainz wohl bekannt: So brachte es Alexej Dreev auf 5 Chess Classic Teilnahmen.

Peter Svidler als Chess960-Weltmeister und der ungeschlagene Matchplay-Weltmeister Vladimir Kramnik sind fast schon Dauergast und auch Gewinner Sergeij Rublevsky war schon drei Mal zu Gast. Morozevich, Zvjaginsev, Bareev oder Motylev  sind ebenfalls durch hervorragende Spielergebnisse aufgefallen.

Alexander Morozevich

Apropos Morozevich: Er ist unter den Spielern der Weltranglistenspitze einer der wenigen, der auch Eröffnungen abseits der oft gesehenen Theorie-Autobahnen bei Großmeister-Turnieren zu spielen wagt.

So besiegte er den niederländischen Großmeister Ivan Sokolov beim Corus Chess Turnier 2005 mit einem selten praktizierten Albin-Counter-Gambit in 34 Zügen.

 Eine ähnliche Überraschung gelang ihm beim Amber Schnellschachturnier 2005 in Monace gegen keinen Geringeren als den späteren Weltmeister Veselin Topalov, in dieser Partie war schon nach 38 Zügen der Sack zu.

Vadim Zvjaginsev

Wesentlich schneller fertigte Morozevich einen der Giganten des Schachs, Viktor "Der Schreckliche" Kortchnoi ab, als er ihn 2004 in einer Morphy-Verteidigung mit der Anderssen Variante in einer Spanischen Partie in sensationellen schnellen 13 Zügen besiegte.

Morozevich scheut sich auch nicht, seine Gegner gelegentlich mit dem Larsen Angriff (1.b3), oder der Alt-Benoni-Verteidigung zu überraschen.

Nicht immer gelingen solche Überraschungsmomente, so musste sich Morozevich beim Fujitsu Siemens Giants 2000 Turnier in einer selten gezeigten Novosibirsk-Variante der Van Geet Eröffnung seinem Gegenüber nach 44 Zügen geschlagen geben. Diese Niederlage war aber eher standesgemäß, denn die schwarzen Figuren führte der damals unangefochtene weltbeste Schachspieler, Gary Kasparov (zu dieser Zeit: Elo 2851).

Peter Svidler

In der Abschlußtabelle der 58. russischen Meisterschaften tauchten mit Morozevich auf dem geteilten zweiten Platz und Peter Svidler auf Rang 6 lediglich zwei der etablierten Weltstars in der oberen Hälfte auf.

Mit dem hoffnungsvollen 23-jährigen Talent Jakovenko auf dem geteilten zweiten Platz (ein kampfloser Punkt gegen Morozevich) und mit Vadim Zvjaginsev rangierten zwei Spieler in der oberen Tabelle, die sonst nur den Insidern des russischen Schachs bekannt sind.

Der "Klassische" Weltmeister Vladimir Kramnik landete mit zwei vollen Punkten hinter dem Sieger abgeschlagen auf Rang 7 einen halben Punkt hinter ELO-Favorit Peter Svidler.  Motylev, Dreev, Khalifman, Tomashevsky und Volkov rundeten die untere Tabellenhälfte ab.

Vladimir Kramnik

Die Abschlußtabelle:

Rang

Name ELO Punkte
1 Rublevsky 2652 7.5
2 Jakovenko 2644 6.5
3 Morozevich 2707 6.5
4 Baarev 2675 6.0
5 Zvjaginsev 2659 6.0
6 Svidler 2740 6.0
7 Kramnik 2739 5.5
8 Motylev 2632 5.0
9 Dreev 2694 4.5
10 Khalifman 2635 4.5
11 Tomashevsky 2564 4.0
12 Volkov 2614 4.0

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

Dieser Artikel wurde 1954 Mal aufgerufen.


Impressum     Datenschutz
Copyright © 2026 - Chess Tigers Schach-Förderverein 1999 e.V. / CT