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Aktuelles vom Hessenschach - Illusionen von Aufstieg und Abstieg
28.12.2005 - +++Mannschaftskämpfe 5.Runde +++ Hessenliga +++ Verbandsliga +++ Landesklasse +++ Wer steigt auf +++ Wer steigt ab +++ Hessische Schnellschachmeisterschaft +++
Mit der 5.Runde in den Mannschaftswettkämpfen wurde spieltechnisch das Kalenderjahr 2005 für den Hessischen Schachverband abgeschlossen. Nach dem gerade vergangenen 20.000 Kalorien Wochenende also Gelegenheit, sich die Tabellen zur Halbzeit in den Ligen anzusehen.

     HESSENLIGA

Wer kann noch ernsthaft am Aufstieg der Hofheimer zweiten Mannschaft in die Oberliga zweifeln? Die gut 60 DWZ- Punkte mehr im Schnitt deuteten schon vor der Beginn der Saison an, das es in diesem Jahr in der höchsten Spielklasse des Verbandes nur noch um den Titel "Meister der Herzen" gehen wird.

Ein Herz für Kinder: Jung-Talent Julian Geske spielt an Brett 8 der zweiten Mannschaft von SV Hofheim

Zuletzt war jedenfalls Limburg an der Reihe und konnte den Hofheimern einen ganzen Punkt in Form von zwei Remisen abklammern.

Das reichte aber nicht um die Abstiegszone zu verlassen. Eppstein gelang der große Wurf und Gastgeber Dettingen, bis dahin ein gut gehandelter Geheimtip auf einen möglichen Meistertitel, gab beide Punkte an die Gäste nach einer knappen Niederlage ab. Eppstein bleibt auf einem Abstiegsplatz, Dettingen rutscht auf Platz vier ab und ob mehr als Platz 3 am Saisonende bleiben wird, wird sich in der Februarrunde herausstellen. Mit dem SV Hofheim im Blickfeld am fernen Horizont der Spieltage holte sich Schöneck II beide Punkte in Fulda und tauschte mit denen auch gleich die Tabellenplätze.

Wenn Hofheim nicht alle Substanz in der 2.Liga läßt und Schöneck sauber bis zur Schlußrunde auch gegen vermeintlich schwächere durchpunktet, könnte es zur Traumpaarung in der letzten Runde kommen: Erster gegen Zweiten! Für Gießen sprang gegen die Gäste aus Marburg endlich der zweite Sieg in dieser Saison heraus. 5 - 3 hieß es am Ende und wenigstens der Sprung auf Platz 6 statt eines möglichen Abstiegsplatzes war der Lohn des süßen Sieges. Der neue Tabellenfünfte Bensheim erledigte seine Pflichtaufgabe gegen Tasmania Biebertal, ähem, meine natürlich die Biebertaler Schachfreunde, wenn das auch nur denkbar knapp gelang. Das wäre zum Beispiel so ein typischer Stolperstein für Schöneck.....

     VERBANDSLIGA

     NORD

So ein 8 - 0 am Brett sieht zwar sehr schön aus, doch würde Gießen II sicherlich 3,5 Punkte davon für ein einziges Remis mehr in der Runde davor zu gerne eintauschen. So bleibt zwar nach dem Kantersieg gegen Schlußlicht Wetzlar Platz 1 der Tabelle erhalten, doch rechnet jeder mit einem Wechsel an der Spitze, wenn Gießen in der 7.Runde dem Geschehen tatenlos zusehen muß. Baunatal, sicher siegreich in Arolsen, bleibt dem Tabellenführer am dichtesten auf den Fersen. Caissa Kassel, der nächste Gegner der VW- Städter, konnte ebenso sicher mit 6 - 2 die Schachfreunde Wieseck schlagen und belegt nun Rang 4. Doch auch der Dritte, der Kasseler SK, jetzt siegreich mit 5,5 in Bad Hersfeld, möchte noch von Baunatal befragt werden. Im März zur Runde 8 ist dann Gelegenheit zur Aussprache.....

     SÜD

Ferdinand Niebling: Brett 1 bei Frankfurt-West

Nach einem unerwarteten Remis zum Auftakt der Saison sah man schon wieder alle Felle davonschwimmen, doch der 7 - 1 Kantersieg beim Stadtrivalen aus Höchst hat nicht nur diesem zuckersüssen Beigeschmack des Derbysieges, sondern bedeutete gleichzeitig auch Platz 1 für den SC Frankfurt- West in der Verbandsliga Süd! Zwar steht den beiden Teams der erste bzw letzte Platz laut DWZ Statistik auch zu, doch kam das West- DWZ- Schwergewicht GM Eric Lobron bislang noch gar nicht zum Einsatz. Möglich wurde der Ritt an die Spitze durch Lorschs 5- 3 Heimsieg gegen die bislang führenden Neuberger. Lorsch ist dadurch zusammen mit König Nied, die Brett vorm Kopp 2 ganz knapp schlagen konnten, und eben immer noch Neuberg das lauernde Führungstrio geworden. Brett vorm Kopp rangiert nun im Mittelfeld auf Platz 5. Das Schachforum Darmstadt hat nach einem Punktverlust gegen die bislang punktlose erste Mannschaft vom SC Matt im Park die Führung der zweiten Tabellenhälfte übernommen. Offenbach 2 gefällt sicherlich der Sieg gegen Bezirksnachbarn Schöneck 3, auch wenn es dort auch sehr, sehr knapp wurde. Nun liegt man sogar ganze zwei Teampunkte vor den Schöneckern auf Platz 7 und hat noch Matt im Park um mehr für das eigene Punktekonto zu leisten. Für Matt im Park könnte es dagegen eng werden: der jetzige Platz 9 und der noch als unmittelbar geltende Kontakt zu Platz 8, und noch ein Spiel gegen die bislang punktlosen Höchster in der letzten Runde.....geht da noch was?

     LANDESKLASSE

     NORD

Auch nach dem letzten Wettkampfsonntag steht Bad Sooden-Allendorf an der Spitze der Landesklasse Nord, und der fünfte Sieg in Folge, diesmal 4.5 in Eschwege, lassen auf die Verbandsliga hoffen. Wenn auch der nächste Sieg in der kommenden Runde noch verbucht werden kann, können die Navis schon mal auf neue Ziele programmiert werden. Nächster Gegner wird im Januar der derzeitige Tabellenzweite Kasseler SK II sein, die mit einem 7 - 1 gegen die Hünfelder Schlußlichter aber auch rein gar nichts anbrennen ließen. Eschwege bleibt noch Dritter und hat noch zwei Punkte Vorsprung auf Bebra, die beim knappen Heimsieg gegen Fulda II ihren eigenen Mittelfeldplatz deutlich festigten und diese selbst in Abstiegsnot hinterliessen: Platz 8! Alsfeld schlug den Vorletzen Turm Bad Hersfeld mit 5,5 und wird weder auf- aber auch kaum noch absteigen können. Caissa Kassel II ist nach der zweiten Niederlage in Folge, diesmal 5.5 gegen den Homberger SC, den Abstiegsplätzen wieder näher gekommen. Da kommt die Fahrt nach Hünfeld zur kommenden Runde gerade recht.

     WEST

Niederbrechen läßt nicht locker und führt weiterhin alleine die Tabelle der Landesklasse West an. Nur einen einzigen Punkt ließ man in Hungen-Lich zurück und auch hier deutet nun alles auf die Verbandsliga hin. Stadtallendorf ist zwar lauernder Zweiter, jetzt konnte man sogar Idstein mit 4.5 schlagen, aber der direkte Vergleich mit Niederbrechen endete ja schon mit einem Remis. Erbach fügte Dotzheim II die nächste Niederlage zu und beendete deren Kontakt zur Tabellenspitze. Nun ist man selbst Dritter, hat noch Niederbrechen in der Schlußrunde, aber ob das reicht? Für die bislang punktelosen Teams von Hungen-Lich und Makkabi Wiesbaden wird es nicht mehr für einen Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz reichen, denn schon für Lindenholzhausen, immerhin drei Punkte mehr nach dem Sieg gegen Makkabi, ist das Mittelfeld zu weit weg und gerade die, Idstein und Marburg II, werden auch noch punkten wollen.

     OST

Bad Homburg als Tabellenerster und die Sfr.Frankfurt als Zweiter werden bislang ihren zugeteilten Rollen gemäß DWZ Statistik durchaus gerecht. Bad Homburg erklammerte sich in Bad Vilbel ein Unentschieden, während die Sfr.Frankfurt bei der FTG schon mal an der Tordifferenz arbeiteten: 6 - 2 hieß es am Ende. Über ihre Verhältnisse spielen bislang die Dietzenbacher, die nach dem Sieg gegen den Fünften Bergwinkel nun selbst Dritter sind. Obertshausen und Oberursel trennten sich Vier-vier, was für die Taunusstädter Platz 8 und den unmittelbaren Kontakt zur Abstiegszone bedeutet. Maintal hätte gegen Gelnhausen beinahe den so dringend benötigten ersten Saisonsieg eingefahren, doch so wurde bei nur 3.5 eigenen Punkten die 5.Niederlage in Serie hingenommen und der letzte Platz manifestiert. Das sieht jetzt schon ganz bitter aus!

Aufstieg und Abstieg: An der Illusion wird kräftig gearbeitet

     SÜD

Griesheim und Bad König liegen leistungsmäßig so nah beieinander, das es zu keinen vernünftigen Vorhersagen über den Staffelsieger reichen könnte. Im Fernduell mit Bad König (5.5 in Flörsheim) gewann Griesheim mit einem halben Brettpunkt mehr gegen Gersprenz, und nimmt mit hauchdünnem Vorsprung die Tabellenführung ein. TEC Darmstadt schlägt sich als Dritter nach dem Sieg in Weiterstadt weiter wacker, doch um noch an die Spitze zu kommen, müssen eben zwei Teams schwächeln; das wird nicht reichen! Ähnlich die Situation mit Hattersheim, teampunktgleicher Tabellenvierter, die sicher mit 5.5 in Breuberg gewannen. TEC und Hattersheim spielen beide noch gegen die Überflieger an der Spitze und können beide froh sein schon acht Punkte auf dem Konto zu haben. Ab Platz fünf mit Flörsheim beginnen die Abstiegssorgen. Da aus der Verbandsliga wohl ein Team in diese Klasse absteigen wird, und somit drei Absteiger mindestens feststehen, hat die Partie Gersprenz gegen Flörsheim aus der kommenden Runde für den Sieger vorentscheidenden Charakter. Bürstadt hat noch Breuberg und arbeitet nach dem Vier-vier gegen Gernsheim schon mal am rettenden Polster für die Endabrechnung.

     HESSISCHE SCHNELLSCHACHMEISTERSCHAFT verlegt

Der geschäftsführende Vorstand des Verbandes hat auf seiner letzten Sitzung die Weichen zu einer geografischen und terminlichen Verlegung der Schnellschachmeisterschaft gestellt. Da eine Kollission mit den Starkenburger Schnellschachmeisterschaften vermieden bleiben sollten, und zu anderen Zeiten keine Ausrichtung in Oberursel möglich war, beauftragte der Vorstand den langjährigen Organisator Hans-Dieter Post mit der Durchführung des Turniers für die Saison 2005/6. Diese wird nun am Wochenende des 15. und 16. Juli 2006 in Frankfurt Kalbach im Leichtathletikzentrum stattfinden. Zugleich wurde die Turnierdauer durch Reduzierung der Runden von 13 auf 11 verkürzt. Eine komplette Ausschreibung findet sich bereits unter http://www.hessischer-schachverband.de/hssm.htm

und es werden natürlich ab sofort Anmeldungen entgegen genommen!

Hans-Dieter Post

So liebe Schachfreunde, das war's dann für 2005! Dem einen oder anderen aufmerksamen Leser sind natürlich nicht die kleinen oder großen Fehler entgangen, die diese Veröffentlichungen nun mal so mit sich bringen. In der allgemeinen Hektik noch schnell etwas auf den Weg zu bringen schleicht sich halt so manche Fehleinschätzung ein. Egal wie oft man quer liest. Das ist wie mit dem Fingerfehler auf den 64 Feldern; leider unvermeidlich!

Ich hoffe, das alle die Festtage gut hinter sich gebracht haben und die eine oder andere Waage auch diesen Anschlag auf die Fettpolster überlebt hat! Ich wünsche einen Guten Rutsch und auf das 2006 für jeden das bringen möge, was man sich selbst davon erhofft, mindestens aber Gesundheit und stets nur den vorletzten Fehler am Brett!

Alles Gute, euer

Hans-Dieter Post

Published by Gerhard Kenk

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