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Schachspieler: Die neuen Lieblinge der Redakteure
18.12.2005 - In selten wahrzunehmender Konzentration scheinen die Redakteure des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL dem elysäischen Phänomen der Schachspieler verfallen zu sein, veröffentlichen sie doch gleich zwei große Interviews mit den Grössten der Branche: Lennox und Gary.

Lennox ist zwar eingeweihten Kreisen als Hobby-Schachspieler bekannt, dem allgemeinen Sportpublikum ist der mittlerweile 40jährige Lennox Lewis eher als Champion der Königsklasse im Box-Schwergewicht bekannt - er war 14 Jahre lang Profi-Boxer, 10 davon als Weltmeister.

Im Interview mit dem Spiegel äussert sich Lewis über ein mögliches Comeback, die Krise des Schwergewichtsboxen, die Korruption dieser medienbestimmten Sportbranche und auch - ach ja, fast hätten wir den Anlass vergessen - auch über sich selbst. Da stilisiert er sich als intellektueller Boxer, der Boxen und Schach nach ähnlichen Methoden betreibt: "Boxen und Schach sind ähnlich, es geht um die Wahl der Mittel. Brauche ich einen Bauern, einen Läufer oder ein Pferd, um meinen Gegner zu schlagen? Es geht darum, den besten Zug zu finden.", erklärt Lewis.

Gary bei der Polit-Demo, Gary bei der Buch-Promotion, Gary als Schröder-Kritiker: Ja, die Rede ist von  Gary Kasparow - dem wohl grössten Schachspieler der letzten 50 Jahre, selbsternannter Oppositioneller in der russischen Politik und Gründer der Initiative "Komitee 2008: Freie Wahlen". Im Spiegel-Interview äußert er sich kritisch über die russische Firma Gasprom.

SPIEGEL ONLINE: Schröders Verteidiger in Deutschland sagen, mit Putin habe die ganze Sache nichts zu tun. Sie sagen, es handele sich um einen normalen Geschäftsdeal zwischen einem Privatmann und den Unternehmen Gasprom, E.on und BASF, die das Betreiberkonsortium der Pipeline besitzen.

Kasparow: Machen Sie Witze? Jeder weiß, dass Gasprom Putins persönliches Machtinstrument ist. Die Firma wird vom Kreml aus geleitet und wird schon deshalb nie transparent sein. Es ist nicht ganz klar, ob der Kreml Gasprom kontrolliert oder umgekehrt. Es sind dieselben Leute.

SPIEGEL ONLINE: Hat Schröder den Job als Belohnung für seinen politischen Einsatz für die Pipeline bekommen?

Kasparow: Er hat den Job bekommen, weil Putin ein Skalpjäger ist. Als ehemaliger Spion ist Putin es gewohnt, Ausländer zu kaufen. Jetzt hat er sich den Kanzler von Deutschland, der drittgrößten Industrienation der Welt, gekauft. Putin sieht das als großen persönlichen Erfolg.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,390117,00.html

Und so drängeln sich manche Prominente und Möchtegern-Promis in das Rampenlicht der Medien, das Spiel der Könige ist allemal imagefördernd. Und wenn dann einmal ein Simultan-Match "GASPROM" (Grösster Anonymer Schachspieler gegen Promi-Profi) ansteht, haben bis dato unbekannte Amateure gelegentlich die Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Medien zu gewinnen. Und ab und zu werden ihre Partien auch der interessierten  Öffentlichkeit bereitgestellt, so können Schachfreunde Partien verfolgen, die neulich vom Nobody Müller gegen den Somebody Alexander Grischuk (z.Zt. Weltranglisten-Elfter) im Ordix-Open 2005 im Rahmen der Chess Classic  Mainz gespielt wurden. (im Download-Bereich von www.chesstigers.de finden Sie die Partien des Ordix Open (Partie Nummer 4: Müller - Grischuk)

Nach ...38: Tb1b2 ergab sich obenstehende Position in der ersten Runde des ORDIX-Open in Mainz 2005. Nach 127 Zügen war die sogenannte "Schnellpartie" dann zu Ende

Mit wem würden Sie am liebsten eine Partie Schach spielen? Prominente beim Spiel der Könige...

 

Die Klitschko-Brüder als Schachspieler

Vitalij Klitschko als Boxer

Lennox Lewis

Carmen Kass:  Vogue-Model of the Year (links) und Schachspielerin in Mainz (rechts)

Prof. Dr. Sandra Hobusch als Chess960-Schachspielerin

Jens Beutel, Oberbürgermeister von Mainz

Fidel Castro: Schachspiel mit Hilfe von Kibitzen

Che Guevara: Ohne Hilfestellung beim Schachturnier

Der Mediävist als Schachspieler beim Chess960: Prof. Dr. Eckhart Freise

Innenminister Wolfgang Schäuble beim Schach: Gardéz als Folterinstrument?

Ex-Innenminister Otto Schily beim Schach


 

Michael B. Schmidt, Offenbacher, Motorsportfan, Hobby-Schachspieler und besser bekannt unter seinem Künstlernamen Smudo als Rapper bei den Fantastischen Vier hat seine Herausforderin am Brett schon gefunden. Tina Mietzner, ehemalige U16-Vize-Europameisterin und Cover-Girl des Schachfestivals Dresden 2004 wäre begeistert über eine Schachpartie gegen Smudo: "Klar würde ich gerne gegen Smudo spielen, ich gebe ihm sogar einen Offizier vor, da bin ich nicht so".

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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