Alexei Shirov Grenke Rapid World Championship
Alexei Shirov - Großmeister, Elo 2749
07.-08. August 2010 - Mainz, Rheingoldhalle
 Chess960
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Chess960

Spannendes Finale: Leonid Milov (Nürnberg) gewinnt 1. Main-Taunus-Cup im Chess960

03.10.2005 - Am Ende kam es so wie es sich schon in den Spielrunden zuvor angedeutet hatte: Kein Spieler konnte sich entscheidend von den Mit-Konkurrenten absetzen, das Spitzen-Rudel war immer ganz eng zusammen. Und so musste am Ende der siebten und letzten Runde beim innovativen Chess960 Turnier in Bad Soden die Chip-Rechen-Technologie entscheiden: Mit etwas Glück bei der Auslosung, aber auch einer gehörigen Portion Können hatte am Ende GM Leonid Milov die Nase dank besserer Feinwertung vorne, punktgleich vor IM Yuri Boidman vom SC 1850 Remagen und GM Viesturs Meijers vom ESV Nickelhütte Aue, alle mit 6 Punkten aus 7 Partien.

Organisatoren, Sponsoren, Gewinner:
Sonderpreise für die Gewinner

Die Sonderpreise gewannen Julia Schlein vom SC Steinbach als beste bei den Frauen und  Ferdinand Niebling vom SC Frankfurt-West als bester Senior.

GM Zigurds Lanka (TSV Schott Mainz) gewann die Alterskategorie der Über 40, Martin Peter vom SC 1975 Paimar bei den Über 20-jährigen und Tobias Makilla vom Nachbarschaftsverein Kelkheim gewann die U20-Kategorie. Erfreulich für den ausrichtenden Verein Schachclub Bad Soden: Julien Leach gewann die U14-Preiswertung.

Apropos Paimar: Man muss nicht PISA-geschädigt sein, wenn man nicht auf Anhieb weiß, wo denn genau Paimar liegt. Für alle, die etwas Geographie-Nachhilfe brauchen: Paimar ist in die Stadt Grünsfeld eingemeindet und  liegt in der Nähe von Tauberbischofsheim, also im Main-Tauber-Kreis im nördlichen Baden-Württemberg an der Grenze zu Hessen. Der dortige Schachverein ( http://www.scpaimar.de/ ) spielt in der Landesliga, Bereichs- bzw. Bezirksklasse Heidelberg / Odenwald. 37 registrierte Spieler zählt der Verein, darunter sind nahezu alle Altersklassen vertreten.

Das punktgleiche Trio der Sieger:
Leonid "Big M" Milov (oben), IM Yuri Boidman (links) GM Viesturs Meijers (rechts)

Geheimfavorit GM Viesturs Meijers musste sich mit einem undankbaren dritten Platz zufrieden geben, punktgleich mit Turniersieger Milov und nur getrennt durch eine Winzigkeit in der Feinwertung. "Ich war ein bißchen Müde von der langen Autofahrt von Österreich nach Bad Soden - da hat mir vielleicht die Spritzigkeit und die Energie gefehlt", erläuterte der für Eisenhütte Aue spielende Großmeister. Auch seine beiden Remis-Partien haben nicht geholfen, um sich in der Turnierwertung entscheidend abzusetzen. Allerdings konnte er den Mainzer Lokalmatador FM Tillmann Vogler, der in der Turniergesamtwertung auf Platz 6 kam, entscheidend auf Distanz halten und sicherte sich somit den Gesamtsieg im German Grand Prix 2005.

Daniel Pohlke
(Schachclub Bad Soden)
auf dem Weg zu seinem Rating-Sonderpreis.

Mit dem German Grand Prix 2005 in Chess960 schloss der Förderverein Frankfurt Chess Tigers erstmalig eine Turnierserie in dieser innovativen Spielart in Deutschland erfolgreich ab.

Über 550 Teilnehmer spielten in den German-Grand-Prix Turnieren in Berlin, Offenbach, Deizisau, Mainz  (FiNet Open) und Bad Soden.

Die Resonanz der Teilnehmer ist überwältigend und ein Beweis für die Akzeptanz von Chess960. Aber es ist nicht nur das Spiel am Brett "ohne die Fesseln der Eröffnungstheorie", sondern auch andere Faktoren spielen eine Rolle.

Eine spielerfreundliche und zuschauer-gerechte Zeitregel (z.B. 60 Minuten pro Spieler pro Partie plus 30 Sekunden Zeitgutschrift für jeden ausgeführten Zug) ermöglichen ein hohes Spielniveau auch in der sonst beim traditionellen Schach üblichen hektischen Zeitnotphase.

Ein mehrstufiges Sponsoren-Konzept mit nationalen und regionalen Sponsoren ermöglichen es, dynamische Preisfonds aus Sponsoren-Beiträgen und Teilnehmer-Beiträgen in beträchtlicher Höhe auszuschütten. Und letztlich sorgt eine Zusammenarbeit der Organisatoren für eine nahezu reibungslose Abwicklung der Chess960-Turniere: Die lokalen Vereine mit ihren initiativen Vorständen und Mitgliedern werden unterstützt durch die erfahrenen Mitarbeiter der Chess Tigers.

Zufriedene Mienen:
Professor Dr. Eckhard Freise (links) und Dr. Matthias Kribben, Präsident des Berliner Schachverbands (rechts)

Zwei Sieger:
GM Leonid Milov (links) und Julian Leach (rechts)

Bei der letzten Veranstaltung dieser Reihe gab es beim 1. Main-Taunus-Cup ein Novum: Drei kooperierende lokale Vereine, die Chess960 besonders fördern, arbeiteten Hand in Hand und garantieren damit auch für zukünftige Veranstaltungen ein Optimum in der Turnier-Organisationsqualität. Aus dem Rhein-Main-Bezirk waren es die Vereine Frankfurt-West, Hattersheim und der ausrichtende Schachclub Bad Soden, die tatkräftig für den reibungslosen Ablauf sorgten. Und wenn dann noch mit Bürgermeister Norbert Altenkamp ein schachbegeisterter Schirmherr der Veranstaltung gewonnen werden kann, ist die Einbindung in die Aktivitäten einer Kommune gesichert.

Und so konnten bei dieser Gelegenheit auch die innovativen jungen Vereinsvorstände, Roland Bettenbühl (Bad Soden), Markus Busche (Frankfurt-West) und Rainer Rauschenbach (Hattersheim) einen inoffiziellen Wettbewerb, also quasi den "Chairmen's Chess960 Cup" untereinander ausspielen. Ob dabei Roland Bettenbühl, Ausrichter und Tausendsassa der Organisation  zwischen Bewirtungstheke, Turniersaal, Turnierleiter-Büro und Pressevertretern hin und her pendelnd, ein Stress-Handicap gegenüber seinen Vorstandskollegen aus Frankfurt-West und Hattersheim beanspruchte, ist nicht bekannt.

Gruppenbild mit Dame:
Christa Krawczyk von der Taunus Sparkasse im Gespräch mit den Organisatoren Roland Bettenbühl (links) und Hans-Walter-Schmitt (Mitte)

Als Christa Krawczyk, die Vertreterin des Sponsors Taunus Sparkasse zur abschliessenden Siegerehrung auf die Bühne schritt, hatte sie die Gewissheit, dass das Sponsoren-Konzept der Taunus Sparkasse erfolgreich umgesetzt wird. Zuvor hatte sie im Gespräch mit den Organisatoren die Pläne der Sparkasse für die Region erläutert: "Früher hatte unsere Sparkasse  bei sehr vielen Veranstaltungen die verschiedensten Vereine unterstützt. Mal mit Plakaten oder Kugelschreiber oder anderen Dingen. Doch wir haben unser Sponsoren-Konzept neu durchdacht und uns entschieden, weniger Vereine intensiver zu unterstützten".

Ähnlich sehen es auch die anderen Sponsoren, wie z.B. der andere Haupt-Sponsor, Mainova, oder die anderen lokalen  mittelständischen Unternehmen aus der Stadt: Restaurant Altes Wirtshaus, Café BonJour, Hotel Rohrwiesen und Ristorante La Cucina trugen alle zu einem auch finanziell abgesicherten Turnier bei.


Begrüssung: Rainer Rauschenbach (Schachclub Hattersheim), Markus Busche (Schachclub Frankfurt-West), Hans-Walter Schmitt (Frankfurt Chess Tigers) und Roland Bettenbühl (Schachclub Bad Soden) bei der Eröffnung (von links)

Ratingpreis-Gewinner: Tobias Makilla, Peter Martin, Julian Leach, Zsigurds Lanka, Julia Schlein, Rainer Raschenbach, Christa Krawczyk (Taunus Sparkasse) Ferdinand Niebling, Marcus Busche (SC Frankfurt-West) Roland Bettenbühl (Schachclub Bad Soden) Hans-Walter Schmitt (Chess Tigers) Jürgen Wienecke (ChessTigers)

Gewinner des Top-Scorer-Preises: Kurt Gutzeit, Viesturs Meijers, Jens Kipper, Michail Ivanov, Tillmann Vogler, Leonid Milov, Ryhor Isserman (von links)

 
 

Ein weiterer Erfolgsfaktor für die Akzeptanz von Chess960 zeigte sich auch in der Leistungsbreite und Altersstruktur der Teilnehmer. So vereinte der 1. Main-Taunus-Cup Spitzenspieler auf Großmeister-Niveau mit Novizen, die teilweise noch ihrer ersten Wertungszahl entgegensahen. Und das unterschiedliche Lebensalter der Teilnehmer spiegelte sich in einer Altersbandbreite von den Senioren Hermann Leipe oder Ferdinand Niebling mit über 70 Jahren bis hin zu den jüngsten Teilnehmern Gabriela Vukusic oder Matthias Tauber mit gerade einmal 7 Jahren.

 

Bürgermeister und Schirmherr des 1. Main-Taunus-Cup Norbert Altenkamp

 

Seniorenpreis für Ferdinand Niebling
(Frankfurt-West)

Valentina Bello
(Schachclub Bad Soden)

Kurt Rätsch (links) spielte in der ersten Runde gegen Gabriela Vukusic (rechts)

Frankfurter Würstchen:
Hans-Walter Schmitt (rechts) zeigt Turnierleiter Hans-Dieter Post zum wiederholten Mal eine Analyse seiner Partie gegen Claus Henrici.

Julia Schlein vom Nachbarverein SC Steinbach gewann den Rating-Sonderpreis der Frauen

Unter besonderer Beobachtung:
GM Zigurds Lanka in seiner Partie gegen FM Ryhor Issermann

Tobias Makilla (Schachfreunde Kelkheim) gewann den Ü20-Sonderpreis

Kurt Fredershausen (Schachclub Bad Soden)

Kuchenspender: Christian Hannemann und Frau als Bäckerpaar

Beugehaltung der Kuchenesser: für alle Generationen etwas Leckeres

FM Tillmann Vogler

Notationspflicht für Alle

Bürgermeister Altenkamp
Foto: Sebastian Lukas

Philipp Herzberger
(Main-Taunus-Schachbezirk)
Foto: Sebastian Lukas

Milov - Lukas (Hattersheim)
Foto: Rainer Rauschenbach
Freise - Bettenbühl
Foto: Sebastian Lukas
Zigurds Lanka (sitzend) Leonid Milov (stehend)
Foto: Sebastian Lukas
Oliver Uwira (links) - Zigurds Lanka
Foto: Sebastian Lukas
Viesturs Meijers (links) - Rainer Rauschenbach (rechts)
Foto: Sebastian Lukas
Roland Bettenbühl (links) - Markus Busche (rechts)
Foto: Sebastian Lukas
Heinzelmännchen: Die wichtigen Helfer im Hintergrund: Claudia Bettenbühl und Dieter Ruppel
Sponsorengespräche: Christa Krawczyk (Taunus Sparkasse) und Geir Smith-Meyer
Stefan Fidlschuster (links) und Julian Leach (rechts)

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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