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Finale der Russischen Meisterschaft weiter spannend!
Kasparov und Svidler mit Siegen
23.11.2004 - Nach seinem Sieg gegen den Turnier-Senior Tseshkovsky übernimmt nun Kasparov punktgleich mit Grischuk die Führung. Letzterer wird jedoch in der nächsten Runde seinen spielfreien Tag haben und zuschauen müssen, während die Konkurrenz punkten kann.
Wie in jeder Runde so gab es auch in der 7. Runde schnelle Remisschlüße. Zunächst schmeckte Bareev wohl der aktive Panov-Angriff im Caro-Kann von Timofeev nicht. Nach 17 Zügen war alles schon vorbei - Remis. Etwas länger hielt es Morozevich und Grischuk auf den Stühlen. Aber nach 26 Zügen war man sich im Königsfianchetto einig und beschloß lieber den Partien der anderen zu frönen. Weitaus mehr mussten Dreev und Motylev für einen halben Punkt kämpfen. Aus der Damenindischen Eröffnung heraus schien es, als hätte Motylev mit den schwarzen Steinen klaren Vorteil erzielt. Die weiße Bauernstruktur machte nicht den gesündesten Eindruck und es stellte sich eher die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, das zusammenzuhalten. Doch Zug um Zug glich Dreev aus und schickte sich sogar an, die Partie noch zu gewinnen. Mit letzter Kraft wußte Motylev dies jedoch zu verhindern und es folgte der Friedensschluß.

"Schade!", "Ich hätte es ihm so gegönnt!", "Kaspy im Glück!", so und ähnlich lauteten die Reaktionen im Internet, als Tseshkovsky mit den weißen Steinen im Scheveninger beherzt Kasparov angriff und doch verlor. Unter Qualitätsopfer zwang er seinen Gegner in eine heikle Stellung und als dieser dann mit 27...h6? endgültig fehlgriff ließ Tseshkovsky den Winner 28.Dg6! aus. Danach spielte nur noch Schwarz und münzte die Mehrqualität in einen Sieg um. Dabei profitierte Kasparov am Ende in vorteilhafter Stellung von einem taktischen Überseher seines Gegners, was ihm einige Arbeit ersparte.

(Tseshkovsky, V - Kasparov, G.)

Stark die Vorstellung von Svidler gegen Korotylev. Letzterer fand in der sizilianischen Richter-Rauser-Variante keinen aktiven Plan, während ihm der Weiße mehr und mehr einengte. Zwischenzeitlich verblieb er zwar mit dem hochgelobten Läuferpaar, doch was nützt es, wenn die Läufer im 44. Zug beinahe unberührt auf ihren Ausgangsfeldern stehen? Bis dahin hatte sich Svidler bereits optimal postiert und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Im 62 Zug stellte Korotylev alle Bemühungen ein und gab auf. Damit rangiert Svidler nun auf dem 5. Platz mit Tuchfühlung zur Spitze.

(Svidler, P. - Korotylev, A.)

Ergebnisse der 7. Runde im Überblick:

Svidler, P. (2.5/5) - Korotylev, A. (2.5/5) 1-0

Dreev, A. (3.5/6) - Motylev, A. (2/5) 1/2

Timofeev, A. (3/5) - Bareev, E. (3/6) 1/2

Morozevich, A. (1.5/5) - Grischuk, A. (4/6) 1/2

Tseshkovsky, V. (2/6) - Kasparov, G. (3.5/5) 0-1

Epishin - spielfrei

Stand nach der 7. Runde:

1. Kasparov, G. (2813) 4.5/6

2. Grischuk, A. (2704) 4.5/7

3. Dreev, A. (2698) 4.0/7

4. Timofeev, A. (2611) 3.5/6

5. Svidler, P. (2735) 3.5/6

6. Bareev, E. (2715) 3.5/7

7. Epishin, V. (2599) 2.5/6

8. Motylev, A. (2651) 2.5/6

9. Korotylev, A. (2596) 2.5/6

10. Morozevich, A. (2758) 2.0/6

11. Tseshkovsky, V. (2577) 2.0/7

Paarungen der 8. Runde:

Kasparov, G. - Svidler, P.

Epishin, V. - Dreev, A.

Korotylev, A. - Timofeev, A.

Bareev, E. - Morozevich, A.

Motylev, A. - Tseshkovsky, V.

Grischuk, A. - spielfrei

Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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