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Aktuelles vom Hessenschach: Rückblick auf die Chess Classic Mainz
19.08.2005 - +++ Chess Classic Mainz +++ Unzicker Gala +++ Levon Aronian mit Turnierleistung von über 2900 +++ Bester Spieler aus Hessen: Eric Lobron +++ Anekdoten rund um's Rahmenprogramm +++ Ausblick zum Wochenende +++

     CHESS CLASSIC MAINZ 2005

GM Wolfgang Unzicker Foto: Eric van Reem

Manche bannen aus allen möglichen Positionen die skurrilsten Momentaufnahmen auf Fotopapier (oder direkt auf den Fotochip). Mitunter braucht man mehr als Glück, um besondere Momente zu erfassen.

 Meine wenigen Fotos von den Chess Classic Mainz sind schon entwickelt (ja, kein Chip, noch bin ich Old-School-Kicker), aber daß ich selbst mal einen Spasski vor die Linse kriegen könnte, oder Kortschnoi gegenüber einem Karpow?!

 Die Chess Classic in Mainz, und ganz vorne dran natürlich die Galionsfigur schlechthin, Hans-Walter Schmitt, ließen diesen besonderen Moment entstehen. Zu Ehren des achtzigjährigen Wolfgang Unzicker wurde diesem ein Wunschfeld für ein kleines Schnellturnier zusammengestellt...... zur Unzicker Gala ->
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Wie schon in den Vorjahren kam es auch in diesem Jahr wieder zur Austragung der Weltmeisterschaft im Chess960, und noch immer heißt der Titelträger Peter Svidler. Viele rechneten dem unterlegenen Zoltan Almasi die besten Chancen aus, doch erneut siegte der mehrfache Meister Russlands. Zu den Einzelheiten -> ccm5_index.php?lang=0&kat=3

Kiebitz: Aronian bei der Chess960-Computer-WM. Stefan Meyer-Kahlen (links) und Gian-Carlo Pascutto (Mitte)

Der neue Herausforderer für 2006 ist ein alter bekannter in der Top Chess960 Szene: Levon Aronian!

Mit dem traumhaften Score von 10 aus 11 und einer Turnierleistung von über 2900 gewann er überzeugend dieses mit Weltklassespielern gespickte Turnier. Zweiter wurde Ivan Sokolov, und Dritter der in Frankfurt ansässige Klaus Bischoff.

Bester Spieler des Hessischen Schachverbandes wurde Eric Lobron vom SC Frankfurt West, vor und hinter ihm in der Tabelle noch jeweils über 20 weitere Internationale Großmeister. Insgesamt nahmen 207 Spieler teil, das entsprach dem Vorjahresniveau. Und alles im Detail ->
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Sozusagen den Grand Prix der Chess Classic nahm Seriensieger Viswanathan Anand entgegen. In einem zunächst langweiligen Wettkampf, Herausforderer Grischuk lag schnell 4 zu 1 zurück, kam dann in der zweiten Turnierhälfte doch noch etwas wie Spannung auf. ->
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Grischuk empfand übrigens die Zeit alleine im Hotel so langweilig (seine hübsche Lebensgefährtin nahm ja immerhin selbst am Ordix Open teil), daß er sich kurzerhand nach aussichtslosem Stand im Duell entschloß, den Ordix Hattrick in Angriff zu nehmen. Doch auch daraus wurde schließlich nichts.... Ein neuer Stern an Caissas Himmel ließ erstmals seinen Glanz in Mainz erstrahlen und siegte nicht unverdient mit einem halben Punkt Vorsprung vor einer 545 köpfigen Meute: Teimour Radjabov aus Aserbeidschan! Aronian, der Sieger im Chess960, hatte das Double schon vor Augen, wurde aber dennoch ausgebremst und "nur" Zweiter. Bronze ging an Alexander Morozewitsch. Insgesamt beteiligten sich 6 Spieler, die eine ELO oder DWZ jenseits der 2700 hatten, 55 Großmeister und über 80 weitere Titelträger der FIDE waren am Start! Bester Hesse wurde übrigens Jörg Hickl vom SV Hofheim, und GM Eric Lobron, bislang der führende in der Ewigen Tabelle der Chess Classic, landete auf Platz 58! Mehr Informationen zum ORDIX Open ->
ccm5_index_news.php?id=469&rubrik=6&lang=0&kat=5

Volker Böhm (links) und Ralf Schäfer (rechts) sind haben die Livingston-Chess960-Computer-WM gewonnen.

Als Rahmenprogramm gab es so ganz nebenbei noch eine Computer Schach WM, jedoch nicht so ausgetreten auf Datenbankpfaden wie die üblichen Turniere dieser Art, sondern natürlich wurde Chess960 gespielt!

 Neunzehn Teilnehmer, unter anderem der bekannte Shredder, spielten um den Titel. Gewonnen hat jedoch Außenseiter "Spike", trainiert von den Programmierern Volker Böhm und Ralf Schäfer aus Mainz bzw. Wiesbaden!

Alles weitere zum Event ->
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Vielleicht hatte GM Grischuk sein Pulver schon unmittelbar vor dem Duell mit Anand verschossen, als er in Rekordzeit 40 Teilnehmer am Simultan abfertigte. Dieser Event, sonst immer der Sprenger für das danach stattfindende Dinner of Champions, endete diesmal zur Überraschung aller weit vor der angesetzten Zeit. Immerhin mußte Grischuk 3 mal aufgeben und auch 8 Remisen einstreuen.....

Außerdem noch in der Abteilung Exhibition zu finden:

* die Wettkämpfe von Peter Svidler und Zoltan Almasi gegen die Maschinen The Baron und Shredder

* und Blitzen gegen die Weltmeister, Antoanete Stefanova und Vishy Anand.

Mehr dazu ->

ccm5_index.php?lang=0&kat=7

Alles in allem eine grandiose Veranstaltung, gespickt mit Highlights, die von einem eingespielten und motivierten Team präzise durchgeführt wurde.

Ob es eine Steigerungsmöglichkeit gibt? Zurückblickend auf die letzten Jahre wird man da wohl kaum widersprechen können! Wenn man nur heute schon wüßte, was als nächstes kommen wird....

     Annekdoten.....

...gab es sicherlich viele in Mainz, doch mein persönlicher Favorit, weil unmittelbar beteiligt, ist die folgende kleine Geschichte:

Ich sitze zusammen mit dem bekannten Chefredakteur der Schachpublikation K..., Harry S. aus F. in den Katakomben der Veranstaltung. Einen Raum weiter, im Kinderclub, ist die durchaus attraktive Mittzwanzigerin und Reporterin eines regionalen Fernsehsenders verzweifelt auf der Suche nach Kindern, die sich vor dem großen Bildschirm platzieren sollen, um eben für die Kamera einen Teil der Besetzung im Zuschauerraum herzugeben. Mein Vorschlag, als Chess Tiger ist man ja schließlich zur Hilfe verpflichtet, der anwesende und stets freundliche Herr S. aus F. könnte doch ein wenig in den Stuhl sinken und von hinten betrachtet, einen guten ersten Kandidaten fürs Kinderpublikum abgeben, konterte die TV- Dame: "Oh, nein, selbst dafür sieht er viiiieeel zu alt aus!" "It's a knock out!" sang schon Peter Gabriel in seinen "Games without Frontiers"

     An diesem Wochenende......

wird der eine oder andere zum Chess Classic Chill Out nach Lorsch fahren und dort am Schnellschach Open teilnehmen. Und da die kommende Saison am 1.September ihren Anfang finden wird, hat der eine oder andere sicher noch den Wunsch nach einer Partie Schach zur Vorbereitung auf die Mannschaftskämpfe. Gelegenheit dazu ergibt sich zum einen zum letzten Wochenende hin in diesem Monat in Bauntal, wenn das 11. Internationale Open über die Bühne geht. Mehr Info gibt's unter
http://www.schach-in-nordhessen.de/turniere/schachturnier_baunatal.htm

Hans-Dieter Post

Oder, als weitere Möglichkeit, um zumindest eine Partie noch den Mannschaftskämpfen einzustreuen, ist das hessische Pokalturnier GOLDENER SPRINGER: Wie immer Qualifikation für das Hessische Meisterturnier, aber auch für den Deutschen Pokal. Und wer das "Pech" hat weiterzukommen, darf sich schon ab dem Viertelfinale auf mindestens 50 Euro Preisgeld freuen! Ein Blick in die Listen der vergangenen Jahre zeigt, das man dazu nicht unbedingt Meister der FIDE sein mußte, um an diese Fleischtöpfe zu kommen. An 4 Austragungsorten, Kassel, Alsfeld, Wetzlar und Bad Homburg, kann sich jeder Interessierte als Teilnehmer eintragen lassen; unabhängig von seiner tatsächlichen Vereinszugehörigkeit oder auch dem Wohnort. Die ersten 4 Runden werden jeweils am 1.Samstag im September, Oktober, November und Dezember ausgetragen; also kein Terminstress! Noch Fragen? Antworten gibt es schon mal unter ->
http://www.hessischer-schachverband.de/hsv/20052006/gs/50gs_00.htm

Gruß, und ein schönes Wochenende!

Euer

Hans-Dieter Post

Published by Gerhard Kenk

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