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Chess Classic
Titelverteidiger siegen 5:3 - Prickelnde Partien zwischen Anand und Grischuk / Swidler bleibt Chess960-Weltmeister
15.08.2005 - Viswanathan Anand und Peter Swidler haben ihre Weltmeister-Titel bei den Chess Classic Mainz verteidigt. Die Siege des Inders und des Russen standen bereits nach sieben der acht Partien an. Anand setzte sich in der Schnellschach-WM nach seiner Schlussrunden-Niederlage mit 5:3 gegen den Russen Alexander Grischuk durch.

Der achte Chess-Classic-Erfolg und sechste in Serie stand bereits zur Halbzeit so gut fest, weil der  Weltranglistenerste 3,5:0,5 geführt hatte. Anand erhielt nach sieben schwarzen Jacketts diesmal ein weißes Jackett als Sieger von Organisator Hans-Walter Schmitt überreicht. „Meine Frau Aruna freute sich darauf. Damit würde ich fast wie ein indischer Filmschauspieler aussehen, glaubt sie“, berichtete Anand bei der Rede des alten und neuen Schnellschach-Weltmeisters.

Der Wettkampf mit Grischuk habe viele interessante Partien besessen. Nach dem „glücklichen 3,5:0,5 fiel bei mir allerdings die Anspannung ab, so dass Grischuk leichter ins Match zurückkommen konnte. Ich dachte nur noch daran, wie ich auf 4,5 Punkte komme“, erzählte der „Tiger von Madras“.

Vishy Anand im weißen Sieger-Jackett im Gespräch mit Alexander Grischuk

Die Entscheidung des jungen Russen, plötzlich im Ordix Open zu melden und dort Fünfter zu werden, konnte er nachvollziehen. „Bei so einem Stand fällt einem im Hotelzimmer die Decke auf den Kopf. Da will man raus und nur vergessen“, befand Anand. Grischuk „bedauerte seinen Schritt, im Ordix Open mitzuspielen, keinen Moment“. In der siebten Partie, in der es gleich drei Qualitätsopfer gab, verzichtete der 21-Jährige auf eine dreifache Zugwiederholung, weil „ein Remis oder eine Niederlage beim Gesamtstand keinen Unterschied machte“.

Die letzte Begegnung der GrenkeLeasing Championship bezeichnete der 35-jährige Sieger als „wundervoll, auch wenn ich verlor. Ich unterschätzte die weißen Chancen und konnte gedanklich nicht auf eine Remisabwicklung umstellen“.    

In der Chess960-WM, bei der die Auftaktstellung der Figuren vor jeder Partie ausgelost wird, hatte Swidler nur auf den ersten Blick keine Mühe, seinen ungarischen Herausforderer Zoltan Almasi in die Schranken zu weisen.

Das 5:3 war das klarste Ergebnis in der dreijährigen Geschichte der Chess960-WM. Dennoch waren sich Almasi und Swidler einig, dass das Ergebnis auch umgekehrt hätte ausfallen können. „Zoltan griff an, schoss aber keine Tore. Ich verwertete dagegen meine wenigen Chancen“, zog der St. Petersburger einen Vergleich mit Fußball. „Ich hatte tausend gute Züge ausgelassen und tausend Chancen verpasst. Ich bin enttäuscht“, bilanzierte Almasi. Der Herausforderer will es Levon Aronjan gleichtun und wieder 2006 das FiNet Chess960 Open gewinnen, um 2007 ein zweites Mal um die Chess960-Weltmeisterschaft zu spielen.

Der 18-jährige Teimour Radjabow hat bei den Chess Classic Mainz seine Klasse bewiesen: Der Aserbaidschaner, den viele Großmeister für einen der kommenden Weltmeister halten, gewann das Ordix Open in der Rheingoldhalle. Als einziger Schachspieler unter den 546 Teilnehmern, die einen weiteren Rekord markierten, kam Radjabow auf 9,5:1,5 Punkte. Selbst gegen den zweitplatzierten Levon Aronjan stand das Ausnahmetalent auf Gewinn, verpasste dann aber den Durchmarsch. Hinter dem Armenier Aronjan belegten in dem Weltklassefeld aus mehr als 30 Nationen Alexander Morosewitsch, Alexej Drejew, Alexander Grischuk (alle Russland), Pentela Harikrishna (Indien), Gabriel Sargissian (alle 9:2) und der beste Deutsche, der Dortmunder Arkadij Naiditsch (8,5:2,5), die Plätze.

Hartmut Metz

Published by Gerhard Kenk

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