Nachrichten Anand triumphiert! Wer soll den mächtigsten aller Tiger noch stoppen?
04.11.2004 - Liebste Chess Tigers Family, unser indischer Königstiger hat das bekannte Schnellschachfestival von
Bastia auf Korsika gewonnen. Die Veranstalter hatten erstmals dem
Napoleon Bonaparté ihres Schnellschachturniers das Privileg eingeräumt,
erst im Achtelfinale der letzten 16 Spieler einzusteigen.
Sein Einsatz bei den Olympischen Spielen der Schachweltgemeinde FIDE ließen kein
anderes Konzept zu, um nicht auf den bedeutendsten Schachspieler der
Gegenwart zu verzichten. Wurde er schon bei der Chess Classic in Mainz
beim Triumph über Alexei Shirov über den grünen Klee gelobt, zeigte er
neuerdings auf Mallorca - für das Team Indien spielend - große Form und
gewann erneut 5 Elo Punkte dazu. Bis vor kurzem hatte die 10 Jahre lang
unangetastete Nr.1 der Fide-Weltrangliste Garry Kimowitsch Kasparow die
Welt des Schachs dominiert. Jetzt, endlich beginnt sich die Schere in
der Weltrangliste zwischen ihm und der "Noch-Nr.1" zusehends zu
schließen.
Der "Neil Alden Armstrong" des Schnellschach, der 7-fache Triumphator der
Chess Classic hat die zeitgenössischen Größen des Sports, den 6-fachen
Formel 1 Weltmeister, Michael Schuhmacher und den 6-fachen Gewinner der
Tour de France, Lance Armstrong damit überholt und macht sich jetzt auf
den Weg zum höchsten Olymp - der Elo Punktzahl von 2900.
Dies ist kein Druckfehler sondern die Analyse eines Kenners! Die
Performance von Elo 3054 in Korsika erreichte er mit Siegen über Suvala
(Elo 2477) 1,5:0,5, Gurevich (Elo 2644) 2:0, Bacrot (Elo 2718) 2:0 und
im Finale gegen Rublevsky mit 2:0. Der sensationell hohen
Performancewerte hat er auch den gnadenlosen Veranstaltern zu verdanken
die kein Remis bei "mutual agreement" zuließen. Die Spieler mussten
also ihre Partien spielen und waren so gezwungen die Zuschauer direkt und
im Netz zu begeistern. Ihre schärfste Waffe "Das Remisangebot" entfiel
ersatzlos, ein wunderbares Ereignis für die Schach-Veranstalter und die
Fan-Gemeinde.
Wenn die Fide alle Schnellschachturniere der Welt in den letzten Jahren
für Viswanathan Anand und seine Gegner gewertet hätten, wäre längst der
bei Baden-Oos entfesselt aufspielende Superstar aus Indien die Nr.1 in
der Weltrangliste und seine Elo-Zahl würde sich bedrohlich der 2900er
Schallmauer nähern ... aber noch bestimmen die aus dem Osten kommenden
Funktionäre die Regeln und es bleibt zu vermuten, dass, wenn Vishy Anand
an Garry Kasparow in der Weltrangliste vorbeifliegt, die Elo-Regeln
grundsätzlich geändert werden und sich dann eine Formel ergibt, dass der
alternde russische Vorkämpfer oben bleiben kann und der aufrichtige
Junge aus Madras nicht den ihm gebührende Sonnenplatz auf der Ratingliste bekommt.
Nach der 3-maligen Auszeichnung zum Sportler des Jahres in Indien und
dem 3-maligen Gewinn des Schach Oscars, und niemand zweifelt an der
nächsten Oscar Vergabe für das Jahr 2004, ist die Zeit reif für einen
generellen Wechsel an der Spitze. Viswanathan Anand wäre jetzt schon die
haushohe Nr.1 der Schachwelt, wenn wir eine "All over All" Rating aus
klassischem, halbklassischen, schnellem und blitzendem Schach hätten.
Schade, dass die russische Föderation ihn nicht zu den
All-Russian-Championships eingeladen hat, die Wiederholung des
Siegeszuges von Bobby Fischer zu Zeiten des kalten Krieges in den
End-Sechzigern bis Anfang-Siebziger würde sich wahrscheinlich friedlich
wiederholen, wobei der Inder jetzt schon viel mehr für Schach geleistet
hat, als der Amerikaner je leisten konnte - "Gott sei Dank" nicht so
spektakulär, sondern auf indische Art: "bescheiden und menschlich".
Wer den charismatischsten aller Schachspieler der Welt beim Spiel - und
nicht bei der Arbeit - beobachten möchte, kann Ihn am übernächsten
Wochenende beim Triple-Bundesligastart in Baden-Oos in der GRENKELEASING
Filiale "Internationaler Club" mitten in Baden-Baden live erleben - Titel der Aufführung: "Der Königstiger in der
Manege" oder "Ein Chess Tiger zum fürchten und lieb haben".