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Chess960
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„... Hardware-Vermietung ist ein innovatives Produkt – genau wie Chess960.“
Interview mit Volker Mertens, Vertriebschef der Livingston Electronic Services GmbH
04.08.2005 - Was veranlasst ein Unternehmen wie die Livingston Electronic Services sich an einem Chess960 Event zu beteiligen? Muss man dazu ein Schach-Enthusiast sein? Und welche Erwartungen verknüpft ein Unternehmen mit einem Engagement dieser Art? Wir sprechen mit Volker Mertens, Vertriebschef der Livingston in Deutschland.

zur Homepage von Livingston: www.livingston.de

Es gibt ja eine ganze Reihe von Sportarten, die für ein Sponsoring in Frage kommen. Warum hat sich Livingston gerade für Chess960 und für die Computerweltmeisterschaft entschieden?

Volker Mertens: Für uns als Technologie-orientiertes Unternehmen ist ein Event wie die Computer-WM, bei der moderne Technologie zum Einsatz kommt, natürlich besonders spannend. Uns interessiert der „Kampf der Maschinen“, also die Computer WM als Kombination aus moderner Technologie und Wettstreit. Wir sind ein schnell wachsendes Unternehmen mit einem innovativen Produkt. Deshalb suchen wir die Verbindung mit einem Sport, der – genau wie wir auch – ebenfalls wächst. Die Vermietung von IT Hardware ist ein innovatives Produkt, das noch vor wenigen Jahren hier in Deutschland ganz unbekannt war – genau wie Chess960.

Die Chess960 Weltmeisterschaft soll ja zu einem jährlichen Event werden. Wird Livingston die Veranstaltung langfristig begleiten? Oder bleibt ihr Engagement eine einmalige Angelegenheit?

Volker Mertens: Die Resonanz auf unser Angebot war ja sehr gut. Fast zwei drittel aller Teilnehmer der WM haben sich entschlossen, auf unser Angebot zurück zu greifen und werden auf unserer Hardware antreten. Natürlich beurteilen wir Sponsoring vor allem unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Und hier steht die Chess Classic Mainz und die Computer WM natürlich auch im Wettbewerb mit anderen Veranstaltungen.

Wir werden nach dem Ende der Veranstaltung genau prüfen, was das Sponsoring für uns bringt und dann unsere Entscheidung für die kommenden Jahre treffen. Hier ist also noch keine Entscheidung gefallen – weder für noch gegen ein langfristiges Engagement. Aber bis jetzt muss ich einräumen, dass die Truppe um Hans-Walter Schmitt ausgesprochen professionell unterwegs ist.

Volker Mertens und Sonja Noll

Volker Mertens (Vertrieb) und Sonja Noll (Marketing) von Livingston mit der Trophäe der Chess960 Computer WM

Einer der großen Sponsoren von Schach in Deutschland, die GrenkeLeasing AG, hat auch dadurch einen Bezug zum Schach, dass der Gründer und Vorstandschef, Wolfgang Grenke, selbst ein ausgesprochen starker Clubspieler ist. Gibt es diesen Bezug auch bei Livingston?

Volker Mertens: In unserem Falle war der Einstieg nicht die Tatsache, dass ich oder ein anderes Mitglied unseres Managements ein besonders starker Spieler ist – der bin ich trotz meines Interesses für das Spiel nämlich nicht. Ich bin auch nicht Mitglied in einem Schachclub oder Verein; mein Job lässt einfach nicht genügend Zeit für diesen Sport. Die Idee, die Chess960 Computer WM zu unterstützen, entstand, weil ich von dem Organisator der Computer WM, Mark Vogelgesang, mit einem konkreten Vorschlag angesprochen wurde. Dieser Vorschlag und das Konzept der Chess960 Computer WM hat uns einfach überzeugt.

Für eine Unternehmen wie Livingston bieten sich doch sicher viele Möglichkeiten, bei Großveranstaltungen als Hardware-Sponsor mit dabei zu sein. Warum haben Sie sich gerade für die Chess Classic und für Mainz entschieden?

Volker Mertens: Günstig für uns ist natürlich auch die Tatsache, dass sich gerade Mainz zum Mekka des Chess960 zu entwickeln scheint – und damit ist unser Hauptquartier in Darmstadt gerade mal 30 Autominuten vom Chess960-Mekka und Veranstaltungsort der WM entfernt.

Der Mann mit der Trophäe:
GM Peter Svidler hat seinen Weltmeister-Titel im Chess960 bei den Chess Classic Mainz 2004 gegen Levon Aronian (links) verteidigt.

Was ist für Sie persönlich das Highlight der Chess Classic in diesem Jahr?

Volker Mertens: Natürlich die Chess960 Computer WM und die beiden Wettkämpfe „Mensch gegen Maschine“, weil wir da als Hardware Sponsor ganz unmittelbar mit dabei sind – auch wenn es mal technische Probleme geben sollte. Abgesehen davon interessiert mich persönlich besonders, dass Boris Spassky nach Mainz kommt. Ich kann mich nämlich noch daran erinnern, wie er in Reykjavik gegen Bobby Fischer antrat – das Event in Reykjavik hat mich damals sehr beeindruckt. Ich freue mich darauf, Spassky bei der Chess Classic in Mainz einmal aus der Nähe und „in Aktion“ erleben zu können.

Was ist Ihre Prognose für die Wettkämpfe „Mensch gegen Maschine“?

Volker Mertens: Obwohl wir die Hardware für diese Wettkämpfe stellen, heißt das nicht, dass ich automatisch auf einen Sieg der Maschinen hoffe. Im Gegenteil, ich hoffe, dass sich ein ausgeglichener Kampf entwickelt und wünsche mir eigentlich einen Sieg durch die menschlichen Spieler.

Ist das nicht eine etwas allzu optimistische Prognose für diese Wettkämpfe, insbesondere nachdem sich unlängst Hydra so klar gegen den Weltklassespieler Michael Adams durchsetzen konnte?

Volker Mertens: Was mich an den Mensch-Maschine Wettkämpfen in Mainz reizt, ist, das auch hier versucht wird, neue Wege zu beschreiten. Hier wurde vereinbart, dass beide Computer ohne Endspieldatenbanken antreten – meines Wissens ein Novum in der Szene. Außerdem haben wir gemeinsam mit dem Veranstalter beschlossen, dass die Programme Shredder und The Baron auf handelsüblichen Einprozessor-Systemen antreten. Mit dem Wettkampf Hydra gegen Adams kann und soll man diese Wettkämpfe also nicht vergleichen.

Was erwarten Sie persönlich von der Chess Classic?

Volker Mertens: Ich werde selbst vor Ort sein und freue mich darauf, die Themen „Schach“, „Chess960“ und „Computerschach“ näher kennen zu lernen. Hans-Walter Schmitt hat mir zwar auch einen Platz im Simultan gegen Alexander Grischuk angeboten, aber gegen die aktuelle Nr. 11 der Welt anzutreten, das traue ich mir bei meiner aktuellen Spielstärke einfach nicht zu. Als Profi will ich natürlich nicht unvorbereitet antreten, schon gar nicht gegen einen so starken Spieler, und habe mich deshalb entschlossen, erst mal zu passen. Aber wer weiß, vielleicht bin ich ja im kommenden Jahr eher geneigt, eine Einladung zum Simultan anzunehmen...

Mark Vogelgesang

Published by Mark Vogelgesang

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