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Wer ist Thorsten Ostermeier?
Hessens neuer Schachpräsident im exklusiven Chess Tigers-Interview

10.04.2013 - Der Hessische Schachverband hat einen neuen Chef, und die Erwartungen an ihn und sein Team sind allenthalben groß. Laute Worte und übertriebene Gesten sind nicht sein Markenzeichen, dafür überzeugt Thorsten Ostermeier mit Engagement, Kompetenz und großer Liebe zum königlichen Spiel. Amtsmüde sei sein Vorgänger Harald Balló, konnte man im Vorfeld der Wahl hören, dennoch wollte sich dieser (überraschend) dann doch nicht einfach zurückziehen und tat sich mit seiner erneuten Kandidatur keinen Gefallen. Hessens Schachvereine ließen sich nicht mehr bequatschen, zumal man den Neuen seit Jahren kennt und schätzt. Doch die Vorschusslorbeeren werden nicht lange reichen, es gibt genügend zu tun. Umso mehr freuen wir uns, dass sich der neue Präsident die Zeit zu einem Interview genommen hat - auch, wenn er als Mitglied der Chess Tigers die letzte Frage völlig falsch beantwortet.

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Mike Rosa: Herr Ostermeier, jüngst wurden Sie zum Präsidenten des Hessischen Schachverbandes gewählt. Bevor wir in das Thema einsteigen, erzählen Sie unseren Lesern doch bitte etwas über sich! Was machen Sie beruflich, wie lange spielen Sie schon Schach, und wer brachte es Ihnen bei?

Thorsten Ostermeier: Anno 1985 konnte ich mit sechs Jahren meinen Vater davon überzeugen, reif genug zum Erlernen des Schachspiels zu sein. Die Begeisterung war sofort geweckt, denn auch gänzlich ohne Erfahrung war es interessant, darüber nachzudenken, welche Züge gut sind und warum. Neben Schach beschäftigte ich mich frühzeitig mit dem C16 meines Vaters und legte so den ersten Stein für meine Karrierelaufbahn zum Senior IT Consultant.

MR: Was macht für Sie den Reiz des Schachspiels aus?

TO: Es ist stets dasselbe Spiel und doch immer wieder neu. Jeder kann es nach kurzer Einführung spielen, zugleich ist es so, dass selbst Großmeister nach jahrzehntelangem Studium noch lange nicht alles wissen. Schach wird überall auf der Welt gespielt, man braucht nicht mal miteinander reden zu können, um Freude an einer schönen Partie zu haben.

"Wenn ich nicht mehr zum Schachspielen komme, habe ich etwas falsch gemacht."

MR: Wie wird man vom Schachspieler zum Präsidenten eines Schachverbandes? Ist das Spiel selbst nicht schwer genug?

TO: Wäre ein Meistertitel die Voraussetzung für Präsidenten, hätten wir ein Problem. ;-)

Nach einer Episode von Schach für den Hausgebrauch und gegen einen kleinen Computer namens Teufelchen kam ich mit 16 Jahren mit dem Vereinsschach in Kontakt. Das fing damit an, dass ein guter Freund eben im Verein war und mir am Brett das Leben schwer machte. Also kam ich mal mit zu Schwarz-Weiß Neukölln, wo ich Schach nicht nur als Spiel sondern auch als Sport mit Training und Punktspielen kennen gelernt habe.

Um die Jahrtausendwende zog es mich aus beruflichen Gründen von Berlin nach Hessen, wo ich nach einem Zwischenstopp beim SV Erlensee zu den Sfr. Frankfurt 1921 wechselte. Als nach ein paar Jahren der Vorsitzende Joachim Kleinke unerwartet verstarb, schlug Wilhelm Weiß mich als Nachfolger vor und meine Funktionärslaufbahn begann.

Der neue Präsident weiß, wie man die Meister von morgen motiviert

Als Vereinsvorsitzender kam ich zwangsläufig näher mit dem Bezirk 5 in Kontakt und fing dort im Turnierausschuss an. Zu tun gab es nicht viel und zu der Zeit, als Jürgen Roser den Vorsitz übernahm, war ich bereit, mich mehr einzubringen und ließ mich zum zweiten Vorsitzenden wählen. Nach einem Jahr kandidierte Jürgen beim HSV, verlor knapp und trat daraufhin im Bezirk zurück.

Die folgenden zwei Jahre waren vom Umbau des Bezirks in einen e.V. geprägt, der Bezirk stabilisierte sich, die Beziehung zum HSV wurde wieder besser.

Zu Beginn dieser Saison erklärte Harald Balló schließlich auf einer Vorstandssitzung, er sei amtsmüde und er würde nach einem Nachfolger suchen. Zunächst habe auch ich gesucht, später kam dann die Idee und der Entschluss, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Dass es dann doch noch zu einem richtigen Wahlkampf mit Rede, Gegenrede und geheimer Abstimmung kam, war eigentlich nicht nötig, doch das Ergebnis der Wahl, die Mehrheit, die hinter mir steht, bestätigt mich in meiner Entscheidung, mich als Präsident des Landesverbandes für Schach in Hessen zu engagieren umso mehr.

Auch unter Druck behält er den Überblick

MR: Werden Sie künftig überhaupt noch zum Selberspielen kommen?

TO: Wenn ich nicht mehr zum Schachspielen komme, habe ich etwas falsch gemacht. Gerade drei Tage im Amt war ich in Korbach auf der Hessischen Einzelmeisterschaft im A-Turnier aktiv dabei. Neben einigen guten Partien war es außerhalb der Runden eine gute Gelegenheit, einiges zu besprechen.

MR: Was sind ab jetzt genau Ihre Aufgaben? Ist der Amtsantritt nur ein formaler Akt, oder muss man sich erst einarbeiten?

TO: Zunächst einmal geht es darum, in vielen persönlichen Gesprächen die Lage zu sondieren, arbeitsfähig zu werden. Ende April wird es eine Sitzung des erweiterten Präsidiums geben und kurz darauf in Berlin den Kongress des DSB.

Seit Jahren sind Ostermeier und Hans-Dieter Post ein dynamisches Duo

MR: Geben Sie uns bitte einen kleinen Einblick auf die aus Ihrer Sicht dringlichsten Baustellen im HSV, und was Sie zu tun gedenken! Als Stichworte fallen da beispielsweise die Homepage, die Öffentlichkeitsarbeit und geringe Teilnehmerzahlen bei Verbandsturnieren ein.

TO: Das sind sicherlich Punkte mit Verbesserungspotential. Doch so schlecht, wie bisweilen behauptet wird, sind wir gar nicht. Hilfreich wäre ein neuer, hoch motivierter Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Doch den haben wir nicht, und so werden es eben die Leute aus dem Präsidium, so gut es geht, mitmachen.

Mit zu den wichtigsten Dingen zählt eine offene Kommunikation - intern wie extern. Wenn die Leute vernünftig miteinander reden können, funktioniert auch der Rest in der Regel gut.

MR: Ihr Vorgänger beschäftigt sich bevorzugt mit dem Thema "Schach & Doping". Wie stehen Sie dazu?

TO: Im Geiste der Forschung ist auch diese Studie grundsätzlich zu begrüßen. Das ursprünglich erklärte Ziel, zu beweisen, dass Doping im Schachsport gar keine leistungssteigernde Wirkung hat, ist für mich zwar weder erreicht, noch erstrebenswert, dennoch hoffe ich, dass die Studie Aufschluss über die Wirkung der vertesteten Substanzen im Bezug zu Schach gibt.

Egal was dabei rauskommt, der ehrliche Turnierschachspieler wird Dopingkontrollen nicht fürchten müssen und mit der Beteiligung daran unterstreichen die Schachspieler letztendlich, dass Schach eine ernstzunehmende Sportart ist.

Nationalspielerin Melanie Ohme vom deutschen Vize-Frauenmeister
SF Friedberg und Ostermeier bei den Schachtagen im Frankfurter Hessen-Center

MR: Ein leidiges Thema ist aktuell auch das Betrügen beim Schach. Sollte und kann man dem auf Verbandsebene irgendwie entgegenwirken?

TO: Schwierig, es wäre ein unverhältnismäßig großer Eingriff in die Privatsphäre, wollte man beispielsweise das Mitführen von Smartphones in das Turnierareal effektiv unterbinden.

MR: Als Bezirksvorsitzender waren Sie auch in den Sparten Jugend- und Frauenschach aktiv. Bei den jüngst von Ihnen organisierten Schachtagen im Frankfurter "Hessen-Center" konnten Sie beides beispielsweise sehr gut verbinden. In diesen Bereichen sind die Hessen im Bundesvergleich generell schon recht gut aufgestellt, oder?

TO: Das sind beides Bereiche, in denen sich der HSV nicht verstecken braucht. Von der hervorragenden Arbeit der Hessischen Schachjugend konnte ich mich auf dem diesjährigen zentralen Lager in Bad Homburg schon selbst überzeugen, mit knapp 250 Teilnehmern ist es eine mehr als gelungene Veranstaltung.

Im Frauenschach haben wir im HSV trotz eines vielfältigen Turnierangebots noch mit relativ geringen Teilnehmerzahlen zu kämpfen. Hier sind die Schachspielerinnen gefragt, das Angebot verstärkt anzunehmen, oder, falls es an uns liegt, einen dezenten Hinweis zu geben, was wir denn besser machen können, um die Attraktivität der Turniere zu steigern.

MR: In Sachen Chess960 spielt Ihr Bezirk Frankfurt seit Jahren die Vorreiterrolle, Sie selbst organisieren und spielen gerne Chess960 Turniere. Was reizt Sie an dem einst von Bobby Fischer erdachten Schach?

TO: Man ist gezwungen, selber zu denken - vom ersten Zug an. Es ergeben sich erfrischend andere Stellungsbilder und letztendlich ist es ganz normales Schach mit allen Vorzügen des Spiels, nur eben ohne den Zwang, sich ab einem gewissen Niveau intensiv mit der Eröffnungstheorie befassen zu müssen.

Für Wenigzeitinhaber wie Ostermeier ist Chess960
eine prima Ergänzung zum traditionellen Schach

MR: Können Sie sich irgendwann mal auch eine Hessische Chess960 Meisterschaft vorstellen?

TO: Früher oder später wird das kommen. Unser Turnierleiter für Einzelwettkämpfe ist durchaus offen für Chess960.

MR: Sie sind in ihrem Verein, in ihrem Bezirk und nun auch an der Spitze Ihres Verbandes tätig. Was macht Thorsten Ostermeier, wenn er sich mal nicht mit Schach beschäftigt oder arbeitet? Gibt es diese Zeiten überhaupt noch?

TO: Im Moment sind sie rar, im Sommer wird es wohl wieder mehr davon geben. Wenn das Wetter passt, bin ich gerne mit dem Fahrrad draußen oder beteilige mich an einer nicht umsonst als Rasenschach bezeichneten Partie Fußball. Für Tischtennis, Badminton und Tennis bin ich auch zu haben, und wenn sonst nichts los ist, darf es auch mal ein Film oder ein gutes Buch sein.

MR: Seit Kurzem steht fest, dass Viswanathan Anand seinen WM-Titel gegen Magnus Carlsen verteidigen wird. Wer gewinnt das WM-Match?

TO: Wenn der nach ELO stärkste Schachspieler gegen den Weltmeister antritt wird das bestimmt spannend. Mein Tipp ist ein knapper Sieg für Carlsen.

Vielen Dank für das Gespräch!



Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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