Nachrichten Sakk párosmérközes: Die unendliche Leichtigkeit des Schnellschachs
06.06.2005 - Ein attraktives Schnellschach-Match zwischen Peter Leko (Ungarn) und Michael Adams (England) ging gerade in Miskolc, der drittgrössten Stadt Ungarns im Nordosten des Landes, zu Ende. Wer nach der überraschenden 3:0 Führung des Engländers Adams keinen Pfifferling auf den derzeit stärksten ungarischen Super-GM (Rang 4 in der aktuellen FIDE-Rangliste) geben würde, sah sich dann im weiteren Verlauf eines besseren belehrt.
Peter Leko und Frau Sofia
Erinnerungen an dramatische Fußball-Champions-League Endspiele
wie Liverpool gegen AC Mailand kamen auf, eine 3:0 Führung war
schon ein beachtlicher Vorsprung für Adams.
Doch dann kam die überraschende Wende und der ungarische
National-Held konnte durch drei aufeinanderfolgende Siege den
Ausgleich im Challenge-Match schaffen.
Nach dieser überraschenden Wende gaben sich beide Kontrahenten
keine Blöße mehr, mit zwei Remisen in den beiden letzten Spielen
endete das Match zum 4:4 Endstand.
Runde
Leko
Adams
1
0
1
2
0
1
3
0
1
4
1
0
5
1
0
6
1
0
7
0.5
0.5
8
0.5
0.5
Endstand
4
4
Doch spätestens jetzt endet jeder Vergleich mit dem Fußball
oder anderen Publikums-Sportarten: Elfmeter-Schiessen, Tie-Break,
Sudden-Death Shoot-out sind den Sport-Fans nur zu geläufig und
gelten als Turbo-Lader eines spannenden Finales
Die Schachwelt hat hier immer noch ihre hausgemachten
Schwierigkeiten, die Spielformate den Publikumsbedürfnissen
anzupassen. Und wenn dann auch noch ein Super-GM auch bei langweiligen Remisen "mehr Respekt vom
Publikum" fordert, offenbart sich
(noch) eine große Kluft zwischen Akteuren, Publikum und Sponsoren.