TopTurniere WM 2012 - Leichtes Remis für Gelfand Noch zwei Partien zu spielen
24.05.2012 - Zum zweiten Mal im laufenden WM-Match eröffnete Viswanathan Anand mit 1.e4 und zum zweiten Mal erreichte er damit nicht viel. Statt Sveshnikov stand dieses Mal die Rossolimo-Variante der Sizilianischen Verteidigung zur Diskussion, und der Weltmeister wählte mit 5.b3 ein seltenes Abspiel. Doch Boris Gelfand kannte sich auch damit offensichtlich gut aus und brachte mit 8...d5 bereits frühzeitig eine starke Neuerung, nach welcher er ohne allzu große Probleme zunächst den Tausch der Damen erzwang und eine leicht schlechtere aber haltbare Stellung erhielt. Anand versuchte zwar, einen konkreten Gewinnplan zu entwickeln, doch nach 25 Zügen sah er schließlich ein, dass er heute nicht gewinnen würde. Somit steht es nach zehn Partien 5:5 bei noch zwei ausstehenden Duellen. Am Freitag ist ein weiterer Ruhetag angesetzt, bevor am Samstag Gelfand seine letzte Weißpartie (mit langer Bedenkzeit) eröffnen wird.
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Name
NAT
ELO
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
Total
Perf.
+/-
V. Anand
IND
2791
½
½
½
½
½
½
0
1
½
½
-
-
5.0
2727
-9
B. Gelfand
ISR
2727
½
½
½
½
½
½
1
0
½
½
-
-
5.0
2791
+9
V. Anand (2791) vs. Boris Gelfand (2727) WM 2012, Moskau - Partie 10 (B30 - Sizilianisch)
1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Nein, nochmals Sveshnikov kommt dem Weltmeister nicht in die Tüte. Heute ist die Rossolimo-Variante dran!
3...e6 4.Lxc6 bxc6 5.b3!? "Heute spielen wir Schach und keine ausgelutschten Theorievarianten!" lautet die klare Message an den Herausforderer. Dieser schaute seinen Gegenüber nach dem Partiezug mehrfach beinahe fragend an und spielte dann recht zügig 5...e5!?. Schwarz nimmt die Herausforderung an und betritt nahezu völlig unbekanntes Terrain. Den Bauern bekommt Schwarz leicht zurück.
5...Se7 oder 5...f6 sind häufig(er) gespielte Züge.
6.Sxe5 De7 7.Lb2
8.Sxc6? Dc7 sollte sich Weiß natürlich nicht erlauben. Nach 9.Sxa7 Txa7 hat der Anziehende zwar drei Bauern für den Springer, aber Schwarz hat das Läuferpaar und keine Schwächen und steht besser.
8...d5!N Dieser Zug ist die Verbesserung zu der einzigen Vorgängerpartie, welche Gelfand mit großer Sicherheit kannte.
9...d4 10.Sc4 Dxe4+ 11.De2 Dxe2+ 12.Kxe2 Schwarz hat das Läuferpaar, dafür ist seine Bauernstruktur am Damenflügel entwertet. Weiß wird versuchen, irgendwie an den schwachen c5–Bauern heranzukommen, während Schwarz zusehen muss, dass er sich vernünftig entwickelt und den Bauern nicht verliert.
12...Le6 13.d3 Sf6 Für diesen Zug nahm sich Gelfand überraschend viel Zeit. Hat er gar das Schlagen auf c4 erwogen? 14.Sbd2 0–0–0 Hier waren sich im englischen Kommentar Alexander Morozevich und Peter Svidler einig, dass die Stellung etwa ausgeglichen ist, aber sich etwas einfacher für Weiß spielt.
15.The1 Le7 16.Kf1 The8 17.La3 "Vielleicht ist das nicht der richtige Plan, aber ich sah nicht, was ich sonst tun soll." (Anand)
Auch nach 17.a3 Sd5 18.b4 Sb6 sah Anand keinen Vorteil für Weiß.
17...Sd5 18.Se4
Vielleicht war 18.Te5 etwas besser, aber nach 18...Sb4 19.Lxb4 cxb4 20.Tae1 sah der Weltmeister ebenfalls keinen nennenswerten Vorteil für Weiß.
18...Sb4 19.Te2 Lxc4
Nach sofort 19...f5? stünde Weiß nach weiter 20.Lxb4 cxb4 21.Sg3 Lxc4 22.Sxf5 klar besser. (Anand)
20.bxc4 f5 21.Lxb4 cxb4 Hier bot Gelfand Remis an, doch Anand lehnte ab, weil er noch etwas Hoffnung in den auf b3 auftauchenden Springer steckte.
Doch nach 22.Sd2 Ld6 23.Txe8 Txe8 24.Sb3 c5 25.a3 bot der Weltmeister seinerseits die Punktteilung an, was akzeptiert wurde. ½-½
Nur noch wenige Sekunden bis zum Start der zehnten Partie
Rossolimo wollte der Weltmeister heute mal testen
"Glaubst Du wirklich, jetzt bin ich überrascht?"
Dirk Jan ten Geuzendam, Alexander Morozevich und Peter Svidler sahen ebenfalls keinen ausreichenden Vorteil für Weiß
Heiterkeit kam bei der Pressekonferenz auf, als ein Journalist beide Spieler fragte, ob sie es gut fänden, wenn der Weltmeister wie früher bei einem Unentschieden nach den regulären Partien Champion bleiben würde...
Natürlich hätte dieser Herr in der momentanen Situation nichts dagegen!
Dieser Herr bezeichnet das "alte System" als das, was es ist, nämlich überholt
Peter Doggers von ChessVibes (daneben übrigens Hans-Walter Schmitt) wollte noch wissen, ob sich die Kontrahenten ihre Partien sofort danach nochmals anschauen, um beispielsweise verpasste Chancen zu finden. Beide gaben an, dass sie dies bestenfalls ganz grob machen, sich aber ansonsten stets nur auf die nächste Partie konzentrieren.