Nachrichten Happy Birthday, Fränk Stiefel! Der Grafiker und Karikaturist der Chess Tigers wird 45
15.02.2012 - Als Schachspieler ist Fränk Stiefel (natürlich völlig zu Unrecht) den Wenigsten ein Begriff, aber dennoch kennt ihn jeder, der schon mal eine Schachzeitung in der Hand hatte, bei der Chess Classic (sowohl in Frankfurt als auch Mainz) war oder die Chess Tigers Seite besucht hat. Möglicherweise haben Sie sogar eine echten Stiefel daheim, denn zahlreiche Logos und andere Grafiken - bis hin zu unserem springenden Tiger - hat der in Berlin lebende Diplom-Grafiker im Laufe vieler Jahre für uns entworfen, und dazu zählen auch die meisten unserer T-Shirts. Im eigenen "Stroh & Flausen Verlag" hat Stiefel zudem mehrere Bücher herausgebracht. Zu seinen Meisterwerken zählen da "Anschlusstreffer" (DAS Buch zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft) und das humoristisch-politische Werk "Herrschaften - Was Sie schon immer über den Bundestag wissen wollten". 2010 führten wir mit Fränk Stiefel ein Interview, welches wir Ihnen in der Folge nochmals zusammen mit einiger seiner besten Karikaturen präsentieren möchten. Und so bleibt uns an dieser Stelle nur noch, das Folgende zu sagen:
Von ganzem Herzen alles Liebe und Gute zum 45., lieber Fränk! Mögen Dir nie die Stifte ausgehen!
Die besten Seminare Deutschlands
Auch 2012 bietet das Chess Tigers Training Center in Bad Soden wieder für Jedermann hochwertige Seminare mit den besten Trainern und den größten Experten Deutschlands an. Am 18. & 19. Februar wird der FIDE-Trainer GM Michael Prusikin ein Seminar zum Thema Französische Verteidigung halten. Den 10. & 11. März haben wir für Sie und André Schulz reserviert. Lernen Sie von dem Chef-Redakteur aus dem Hause ChessBase persönlich den souveränen Umgang mit Chessbase & Fritz! Am 05. & 06. Mai haben wir für Sie erneut den Guru der Endspiele, GM Karsten Müller, zum Thema Endspielstrategie verpflichtet. Nach diesen beiden Tagen werden Sie Endspiele lieben!
Fränk Stiefel
Mike Rosa: Erzählen Sie uns etwas über sich! Sie leben in Berlin, haben ihre Wurzeln aber in Süddeutschland. Was zog Sie in die Hauptstadt, spielen Sie selbst Schach und wie wird man ein Schachkarikaturist?
Fränk Stiefel: Ich bin in Heilbronn geboren und habe lange in Crailsheim gelebt. Das liegt zwischen Stuttgart und Nürnberg und ist wohl hauptsächlich wegen seiner Autobahnausfahrt bekannt. Vielleicht noch wegen der Frauenfußball-Mannschaft, die lange in der Bundesliga spielte, wegen der Crailsheim Merlins, einer Zweitligabasketballmannschaft, und wegen des Fränkischen Volksfestes.
Nach Berlin gezogen bin ich 1997 nach dem Studium. Ich mochte diese Stadt schon immer. Um es mit der Berliner Band Ideal auszudrücken. „Ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin.“
Selbstbildnis des Künstlers
Schach spiele ich noch, wenn auch selten. Da ich selbständig bin, habe ich wenig Zeit, Schach zu trainieren, was sehr schade ist. Im Verein spiele ich auch noch ab und an und zwar für Oberkochen. Das liegt auch in Süddeutschland, aber manchmal fahre ich mit einem Bekannten zu den Mannschaftsspielen. Dieser hat mich während einer Party vor ein paar Jahren morgens um Halb vier überredet, dort mitzuspielen. (lacht)
Wie man Schachkarikaturist wird? Man arbeitet vor sich hin und irgendwann ruft mal jemand von einer Schachzeitung an und fragt nach. Passiert allerdings nicht so häufig. Dafür illustriere ich öfter Schachbücher oder mache Cover.
MR: Wo überall kann man Ihre Zeichnungen sehen?
FS: Zur Zeit mache ich einiges für die Schach-Zeitung. Da gestalte ich die Coverillustrationen, und zeichne Karikaturen. In deren Verlag erscheinen demnächst einige Bücher. Das Buch "1.c4" von Jonathan Carlstedt wurde sogar im Internet als Cover des Jahres gewählt. Das war natürlich ein schönes Lob. Das Buch selbst ist übrigens für "Wenigzeitinhaber" wie ich es einer bin, sehr zu empfehlen.
Ritter Joseph Henry Blackburne
Ein Schachbuch habe ich auch schon geschrieben. Da geht es um die Schachgeschichte. Wen es interessiert, der möge hier mal nachsehen: Schachverlag Kania
MR: Gibt es einen oder mehrere Schachspieler, die Sie besonders gerne karikieren?
FS: Natürlich Vishy Anand. Von dem habe ich schon sehr viele Karikaturen gemacht. Kasparov war auch ein dankbares „Opfer“.
Weltmeister Viswanathan Anand
Weihnachtskerze Garry Kasparov
Frankenstein Vassily Ivanchuk
Supergirl Natalia Zhukova
MR: Kann man sich vornehmen, zu diesem oder jenem Thema eine Zeichnung anzufertigen, oder folgen Sie lieber spontanen Geistesblitzen gefolgt vom sofortigen Griff zum Stift?
FS: Nee, spontan klappt leider nur selten. Manchmal denke ich darüber nach, wenn ich z. B. einkaufen bin. Manchmal fällt mir aber auch gleich was ein.
Artur Jussupow als Magier
MR: Ihre Karikaturen beschränken sich nicht nur allein aufs Schach. So haben Sie beispielsweise 2009 zum 60-jährigen Jubiläum des deutschen Bundestags unter dem Titel „HERRSCHAFTEN - Was Sie schon immer über den Bundestag wissen wollten“ zusammen mit Timo Kühn und Matthias Dietzel ein Buch herausgebracht, zu welchem Sie zahlreiche Zeichnungen beisteuerten.
FS: Nicht nur die Zeichnungen, das meiste habe ich auch geschrieben.
Im eigenen Stroh & Flausen Verlag habe ich zwei Bücher herausgebracht. In „Anschlusstreffer“ geht es um die deutsche Nationalmannschaft und in Herrschaften um den deutschen Bundestag. Beide Bücher sind mit vielen Karikaturen versehen. Das Politikbuch wurde sogar von Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo gelobt. Das hat mich sehr gefreut.