Schulschach Ein Leben mit und für (Schach-) Kinder Cornelia Schmitts Fazit : „Kinder wissen heute sehr viel, aber sie können wenig“! Bei erwachsenen Schachspielern scheint das analog zu sein!
17.11.2011 - Anlässlich des 60. Geburtstages fand sich endlich die Gelegenheit ein Interview mit Cornelia Schmitt, Diplom-Sozialpädagogin, zu bekommen. Die engagierte Leiterin des Schulkinderhauses Geschwister-Scholl-Schule in Schwalbach am Taunus hat Schach in ihr pädagogisches Programm aufgenommen und dies nicht, weil ihr Mann Hans-Walter sie darum gebeten hat oder der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand sie überzeugen musste. Nein, seit gut 40 Jahren beschäftigt sie sich nun mit der Erziehung von kleinen Menschen der Altersstufen 3 bis 12 Jahre. Im Jahre 2003 startete sie noch einmal durch und übernahm die Leitung eines der von der Stadt Schwalbach neu eröffneten Schulkinderhäuser, in denen jeweils 100 Grundschulkinder ganztags pädagogisch betreut werden. Die beste Gelegenheit, ihre Jahrzehnte lange Erfahrungen konzeptionell neu anzulegen und Kinder durch vielfältig anregende Angebote und dem Einüben von sozialer Kompetenz fit fürs Leben zu machen.
Mike Rosa (MR): Hin und wieder hörte man Sie in der Vergangenheit auf die Frage: „Haben Sie Kinder?“, antworten: „ Ja, 100“. Was hat es damit auf sich?
Cornelia Schmitt (CS): Wenn schon keine eigenen Kinder, so konnte ich doch gleich mit 100 mir anvertrauten Kindern mithalten.
MR: Geben Sie uns einen Einblick in die tägliche Arbeit mit Kindern seit über 40 Jahren, sicher in unterschiedlichen Funktionen und Situationen? Beispiele für uns Laien wären schön!
CS: Kinder sind Kinder von je her, daran hat sich auch heute nichts geändert, und sie brauchen auch heute noch die gleichen Dinge, um erwachsen zu werden. In den vielen Jahren meiner Arbeit mit Kindern habe ich erlebt, dass in Abständen bestimmte Aspekte, die zum „Großwerden“ gehören, von Experten fokussiert wurden, und dann einige Jahre die pädagogische Landschaft bestimmten. Nichts davon war unwichtig. Doch letztendlich besteht Erziehung aus all den Facetten zugleich, die in den Jahren so speziell aufgegriffen wurden. Ich blieb mir bei all den „Erziehungstrends“ in gewisser Weise immer treu bei meinem Verständnis für Kinder. Natürlich habe ich dazugelernt. Die Erfahrungen, die durch die Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens, die sich in 40 Jahren vollzogen, prägten den pädagogischen Ansatz für das Schulkinderhaus. Dafür, was mir für Kinder wichtig ist, habe ich mich sowohl an der Basis als Gruppenleiterin ebenso wie in der Leitungsfunktion eingesetzt.
Im Grünen auf einer Parkbank schöpft Sie ihre Energie und findet neue Ideen für ihre tägliche Arbeit!
MR: Was hat sich verändert seit den 70er Jahren, als Sie begannen?
CS: Im Jahr 2011 ist mein Fazit: „Kinder wissen heute sehr viel, aber sie können wenig“. Ihr "Viel-Wissen" führt nicht unbedingt dazu, Lebenspraktische Dinge ausführen zu können. Kinder waren in den 70ern noch selbst auf Achse in ihrem Wohnumfeld und haben sich dort spielend und mit Freunden Lebens-Know How zugelegt. Das trifft heute so gut wie nicht mehr bei uns zu. Und in der Familie waren sie mit mehr Pflichten als heute eingebunden.
MR: Was heißt das für Ihre jetzige pädagogische Arbeit?
CS: Spielend lernen, Anforderung und Entspannung, Bewegung und Kreativität, Ausprobieren und Erkunden sowie Miteinander und Selbständigkeit sind die Leitgedanken für die pädagogische Arbeit im Schulkinderhaus.
Die Räumlichkeiten und das Außengelände unseres Hauses sind nach den eben genannten Schwerpunkten gestaltet, so dass die Kinder Gelegenheit haben, sich in allem einzuüben. Die Erwachsenen geben ihnen dabei Zuwendung und den Leitfaden sowie Förderung und Kontrolle. Sie helfen ihnen, es selbst zu tun. Bei uns gibt es vieles, aber nicht zu viel. Wir unterstützen nicht das heute übliche Überangebot, denn oft ist weniger mehr. Etwas selbst zu können, bestärkt Kinder und ist die beste Förderung für Selbständigkeit. Das ist eine Stärke, die Kinder gerade in einer globalen Welt brauchen.
Zwei Freunde Lernen Fritz & Fertig, Folge 1
MR: Wo und wie findet jetzt Schach seinen Platz in Ihrem Haus?
CS: Schach passt sehr gut in unser Konzept. Wie ich eben sagte, bestärkt es Kinder, etwas selbst zu können. Kinder die Schach spielen, üben sich zu konzentrieren und Ausdauer aufzubringen, etwas was heute vielen Kindern sehr schwer fällt. Sie schulen ihre Denk- und Merkfähigkeit, also eine gute Unterstützung für das schulische Lernen, ebenso wie sie beim Schachspielen planen und anwenden lernen. Und, was ich sehr wichtig finde ist, dass sie gewinnen wollen und zugleich lernen, verlieren zu können. Dies ist sicher eine der schwierigsten Übungen, was ich nur zu gut von vielen Schachspielern kenne. Außerdem spielen Unterschiede in Körpergröße, Alter und Geschlecht keine Rolle, also ideal, um positive soziale Erfahrungen zu machen.
Wir setzen die Schach-Lernsoftware „Fritz & Fertig“ ein. Interessierte Kinder können täglich 15 Minuten spielen und sich darin vorarbeiten. Da das Programm selbst lehrend ist, bringt es die Kinder quasi von allein voran. Doch die Kinder sind heute oft genug allein vor dem PC. Deshalb steht der PC in meinem Büro. Ich begleite die Kinder bei ihren Fortschritten, ermutige sie und freue mich mir ihnen über jeden neuen Pokal, den sie errungen haben. Die Kinder lernen also im persönlichen Kontakt. Das alles läuft täglich von 11:30 bis 14:00 Uhr neben meiner Büroarbeit und es ist oftmals nicht gerade einfach, für beides zugleich zuständig zu sein. Es gibt mir aber Gelegenheit mit den Kindern in Kontakt zu kommen. Das ist mir nach wie vor sehr wichtig, da ich als Leiterin nur bedingt mit Kindern zusammen bin. Und weil es, wie ich es schon sagte, Kinder sind, gibt es mit ihnen immer wieder unerwartete Momente, die wesentlich erquicklicher sind, als die Büroarbeit.
"Im Jahre 2004 wurde von den Chess Tigers mit GM Artur Jussupow die Universität aufgebaut und wurde 2009 der komplette Unterbau mit den 6 Leistungsstufen mit insgesamt 240 Lektionen komplettiert.
Dass ich nach 7 Jahren den Dialog und die Geräusche von „Fritz & Fertig“ nicht über bin, zeigt, wie gut ChessBase das Programm gemacht hat.
MR: Warum nutzen Sie die Lernsoftware „Fritz & Fertig“?
CS: Das hat eine Entstehungsgeschichte. Wollen Sie diese hören?
MR: Ja, erzählen Sie bitte!
Es nahm seinen Ursprung 1995, als ich meinen Mann zum Kandidatenfinale zwischen Anand und Kamsky auf Gran Canaria begleitete und ich erstmals interessiert dem Kampf zusah und damit als völliger Schachlaie annähernd verstand, was Schach so interessant macht. So kam mir der Gedanke, Kinder an das Spiel heranzuführen. Aber wie? Schließlich war ich nicht in der Lage, es ihnen beizubringen. Von Helmut Pfleger erfuhr ich, dass es eine ältere Fernsehserie für Kinder zum Erlernen des Schachspiels vom WDR gab. Er stellte mir die Videos zur Verfügung, doch nachdem ich sie angesehen hatte, konnte ich mir nicht so recht vorstellen, dass die zur Vermittlung eingesetzten Handpuppen so richtig up to date waren. Das bedauerte ich und hielt nach Anleitungsbüchern Ausschau.
Das beste Lernprogramm für Kinder!
Davon gab es zwar einige aber auch diese versetzten mich nicht in die Lage, den Kindern Schach beizubringen. Ich hatte zwar ein Schachbrett im Büro stehen und zeigte den Kindergartenkindern mittels einer Geschichte die Grundaufstellung, worauf sie dann sehr kreativ die Schachfiguren ausprobierten und am liebsten Hochzeit mit ihnen spielten, was einem echten Schachspieler sicher gegraust hätte. Aber weiter kam ich nicht. Und auch der Versuch eines engagierten Schachspielers führte nicht zum Ziel.
Dann endlich, 2002, brachte mir mein Mann „Fritz & Fertig“. Nachdem ich es durchgespielt hatte, wusste ich, genau das hatte ich gesucht und endlich war es da! Doch wie konnte ich die Software bei so vielen Kindern einsetzen? Nachdem engagierte Mitarbeiterinnen, damals noch im städtischen Hort, nach zwei Versuchen nicht weiter kamen, stellte ich den PC in mein Büro. Damit wurde Fritz & Fertig „exklusiv“, denn das gab es nur bei Conni im Büro. So probierte ich aus, wie weit Kinder mit einer täglichen Spielzeit von 15 Minuten dabei kamen. Es klappte besser als ich dachte und somit war „Fritz & Fertig“ Programm, wie Ratte Fred sagen würde.
Die Hort-Leiterin Schmitt mit den ersten 4 Kindern, die die Prüfung zum "Multiplikator" Fritz & Fertig schafften. Sie durften jetzt fortan den anderen Kindern zeigen, wie das Schachlernen mit Fritz & Fertig funktioniert.
MR: Wie ging es dann weiter?
Nachdem die ersten Kinder es geschafft hatten, 12 Pokale zu erspielen, kam mein Mann auf die Idee, mit ihnen eine Schachprüfung zu machen. Ich erinnere mich noch gut daran. Das war ein großes Ereignis im Hort. Nachdem er den Kindern Fragen gestellt hatte, spielte er gegen 4 Kinder ein Simultan. Es gab viele Zuschauer und alle waren ganz Mucksmäuschen still vor lauter Erfurcht. Ein wirklich einmaliges Erlebnis war das. Das ermunterte natürlich weitere Kinder, so dass an der zweiten Prüfung gleich 7 Kinder teilnahmen.
Dann wurde das Schulkinderhaus eröffnet und „Fritz & Fertig“ lag erst mal brach. Nach eineinhalb Jahren hatten wir endlich einen zweiten PC und wir konnten erneut starten. Seit dieser Zeit gehört Schach zu unserem festen Angebot - ebenso wie die Schachprüfung.
Ein Teil der Prüfung war dann das praktische Spielen in einem Simultan gegen einen richtigen Schachspieler wie Hans-Walter Schmitt. Große Erfurcht zeichnete sich in den Gesichtern der Prüflinge zu Beginn ihrer ersten richtigen Partie ab und es war mucksmäuschenstill, auch bei den zuschauenden Kindern.
MR: Und führt ihr Mann immer noch die Schachprüfungen durch?
CS: Ja. Er ist mir auch hierbei treu geblieben (lacht). Als im Schulkinderhaus die erste Prüfung anstand, stellte sich die Frage, wie es danach weitergehen soll - außer, dass die Kinder miteinander Schach spielen. Mein Mann schlug vor, wöchentlich einmal ein Turnier auszutragen, mit Uhr und Auswertung. Das die Kinder dabei eineinhalb Stunden durchhalten würden, konnte ich mir nicht vorstellen, aber Probieren geht über Studieren. Es funktionierte! Inzwischen haben wir vor Kurzem zum 150. Schachturnier einen besonderen Schachnachmittag veranstaltet.
MR: Spielen denn alle Kinder am Turnier mit?
CS: Nach der Schachprüfung schnuppern die meisten erst mal, was bei dem Turnier abgeht. Für die neu hinzukommenden Kinder ist es nicht ganz einfach, den Mut nicht zu verlieren, wenn sie gegen die schon geübten Spieler spielen und erst mal verlieren. Aber viele wollen auch mal gewinnen und bleiben dabei. Die Schachprüfung berechtigt aber auch, die zweite „Fritz & Fertig“-CD zu spielen, auf die dann die zweite Schachprüfung folgt, nach der wiederum die dritte CD in Angriff genommen werden kann. Da es inzwischen auch „Fritz & Fertig 4“ gibt, ist der Anreiz, immer weiter zu kommen, sehr groß. Wir wollen jedoch auch, dass die Kinder Schach miteinander spielen, wie andere Spiele, die wir anbieten.
MR: Hat es denn auch schon Kinder gegeben, bei denen sich eine Begabung für Schach zeigte
CS: Seit 2005 bildete sich immer für eine längere Zeitdauer eine feste Spielergruppe. Dabei war jeweils auch ein „Starspieler“. Da die Kinder beim Wechsel in die 5. Klasse das Schulkinderhaus verlassen, beendet dies auch leider meist für sie das Schach spielen. Nachdem mein Mann im letzten Jahr das Chess Tigers Training Center eröffnete, haben gleich drei Kinder die Möglichkeit zum Training genutzt. Die Gruppe ist inzwischen auf 8 Kinder angewachsen und seit Kurzem spielen sie auch bei offiziellen Turnieren mit, wie bei der Main-Taunus-Meisterschaft und den Mannschaftskämpfen für den SC Bad Soden.
Ein Ausweis wurde eingeführt. Darauf ist verzeichnet wo das Kind beim Fritz & Fertig spielen steht und welche Lektionen der Chess Tigers Universität gemacht wurden. Das Durchlauf-Programm für den Zeitraum der Grundschule war komplett und am 13.November 2011 wurde der "Prototyp" Leo Max Deppe der neue U12-Bezirksmeister in der Main-Taunus-Schachvereinigung.
MR. Wie finden die Eltern das Schachangebot?
CS: Die Eltern begrüßen es sehr. Sie sind stolz auf ihr Kind, wenn es die Urkunde der Schachprüfung mit nach Hause bringt. Und mittlerweile haben sie sich auch darauf eingestellt, dass sie ihr Kind nicht während des Schachturniers abholen können. Wir haben inzwischen ein zweites Schulkinderhaus und zwei Dependancen, in denen es dieses Angebot nicht gibt. Deshalb haben vereinzelt Eltern schon nachgefragt, ob ihr Kind nicht in unser Haus wechseln kann. Das zeigt, dass Schach einen hohen Stellenwert für Eltern hat. Wir arbeiten intensiv mit der Grundschule zusammen. Das hat dazu geführt, dass mein Mann seit diesem Sommer eine Schach AG mit vier Gruppen anbietet, so dass Kinder auch die Möglichkeit haben, in der Schule das Schachspielen zu lernen.
MR: Sie wissen sicher mehr als viele andere Menschen, wie das große Schach funktioniert von unten bis oben: Chess Classic in Frankfurt-West, Bad Soden und Mainz, Chess Tigers Universität, Training Center, Weltmeisterschaften in Neu Delhi, Mexiko, Bonn, Sofia und demnächst in Moskau. Welchen Einfluss nimmt das auf Sie bei der Anwendung von Schach im Schulkinderhaus?
CS: Seit 1994 bin ich mit Schach in all seinen Facetten immer näher in Berührung gekommen durch meinen Einsatz bei der jährlichen Chess Classic, bei Besuchen von großen Turnieren und Weltmeisterschaften. Und natürlich durch Viswanathan Anand. Mit den Jahren ist es so ganz selbstverständlich und familiär geworden, dass er und seine Frau einige Male im Jahr unsere Nachbarn sind. Ich sagte mir manchmal, er ist doch der Weltmeister, aber er ist ganz natürlich und ist bei uns einfach er selbst. Deshalb hat das alles nichts am Schach im Schulkinderhaus geändert. Manchmal, wenn Kinder sagen, dass sie nicht mehr zu üben brauchen, weil sie doch schon Schach spielen können, dann antworte ich ihnen, dass selbst der Weltmeister jeden Tag viele Stunden trainiert. Allerdings wäre es schon ein Highlight, wenn er mal ins Schulkinderhaus zu Besuch käme.
MR: Was schätzen Sie besonders am Schach und müsste etwas aus Ihrer Sicht verbessert werden?
CS: Schach ist ein universal verbindendes Spiel zwischen allen Altersgruppen, Frauen und Männern, unterschiedlichen Kulturen und es bindet auch behinderte Menschen mit ein. Außerdem ist es ein fast kostenfreies Spiel. Es ist deshalb sehr förderungswürdig. Ich habe Schach hauptsächlich in Turnier- und in Weltklasseformat kennen gelernt. Ich hatte mit Spielern zu tun, deren Beruf das Schachspiel ist. Das lenkt leicht den Blick nur auf diese Kategorie des Schachspiels. Doch sind es ja wenige Spieler, die von den vielen Millionen Schach spielenden Menschen auf dieser Erde diesen Weg gehen. Wenn Schachspielen als geschätztes Spiel zwischen Menschen, als Freude und Entspannung genutzt wird, finde ich das eine Bereicherung für jeden. Wer es zu seinem Hobby macht und im Verein und Turnier spielt ,steigt tiefer in die Systematik ein und versucht, sich meist zu verbessern, um öfter eine Partie gewinnen zu können. Dazu ist ja zum Beispiel die Chess Tigers Universität ein gutes Angebot. Soweit ich das beurteilen kann, Sie wissen ja, ich spiele kein Schach, gibt es für diese Leistungskategorie in den letzten Jahren ein steigendes Trainingsangebot, sodass sich jeder, wenn er will, etwas für ihn Passendes aussuchen kann, um seine Leistung zu verbessern. Das diese Angebote angenommen werden lässt hoffen, das sich der typische Schachspieler, der denkt, er kann sich allein trainieren, indem er Schachliteratur und –Programme studiert, langsam verändert.
Sie fragten, ob etwas verbessert werden müsste... Nun, die Förderung, um hochrangige Spieler hervorzubringen, ist sicher etwas, was man verbessern kann und muss, wenn die Absicht, oben mitzumischen und einen Weltmeistertitel anzustreben auch für Deutschland ein Ziel ist. Und warum sollte es das nicht sein? Wir können sicher neben Fußball, Tennis und Formel 1 noch andere Weltmeistertitel verkraften. Lange Zeit waren die Russen die Schachmacht. Immer hieß es, ja, das ist doch klar, die fördern das ja auch systematisch von der Schule an. Das hört sich ein bisschen wie eine Ausrede an. Ich frage mich, was uns oder andere Länder hindert, es ebenso zu machen? Braucht man dazu einen kommunistisch organisierten Staat? So wie es aussieht, könnte ich es dahingehend interpretieren, dass man gar keinen Weltmeister produzieren will. Ich glaube nicht, dass es zur noch effektiveren Förderung von Schachtalenten an Geld fehlt. Es gibt durchaus an Schach interessierte Geldgeber. Man muss sie sich natürlich holen! Und da bin ich beim Zweiten, was verbessert werden muss - das Image des Schachs.
Warum ist es nicht so interessant, dass es einen festen Platz, wie andere Sportarten auch, im Fernsehen hat? Selbst Weltmeister waren und sind nur sporadisch im Fernsehen zu sehen. Manchmal denke ich, das trotz vieler Verbesserungen in den letzten 20 Jahren, Schach immer noch zu sehr das „Spiel im Hinterzimmer“ und nur unter sich geblieben ist. Wenn Schach die Attraktivität wie „Fritz & Fertig“ für Kinder erlangen kann, sind wir auf dem richtigen Weg. Ich hoffe, dass ich das noch erleben kann.
Zuschauen oder selbst Turniere spielen, die Statistik verbessern und eine möglichst hohe SKH-TWZ erreichen, ist genauso wichtig, wie hin und wieder ...
... eine freie Partie vor kleinem Publikum zu spielen!
MR: Wie lange werden Sie noch für Kinder aktiv sein?
CS: Das offizielle Ende wird mit dem Eintritt in die Berentung sein. Das ist zwar nicht morgen, aber immerhin in Sichtweite. Wenn die Büroarbeit mir oft meinen Absichten, etwas mit den Kindern zu tun, in die Quere kommt, dann sage ich: „Wenn ich hier nicht mehr Leiterin bin, werde ich als Honorarkraft all das mit Kindern machen, was ich jetzt nicht tun kann.“
MR: Heißt das, Sie werden dann auch Schach weiter fördern?
CS: Ich werde versuchen, meine Mitarbeiter darauf vorzubereiten, das Schach auch ohne mich „Programm“ bleibt. Ich bin rundum so gut mit Schach versorgt, das es mich nicht unbedingt dürstet, noch mehr damit zu machen. Ich habe ja schließlich einen Schacheuphorischen- und aktiven Mann. Den kann ich immerhin noch beraten (lacht). Und dann gibt es schließlich auch Anands Sprössling Akhil. Den kann ich dann super pädagogisch fördern. Vielleicht lese ich ja auch alle Schachromane noch einmal, die ich im Laufe der Jahre angesammelt habe. Sie sehen, ich werde sicher ausreichend ausgelastet sein. Im Übrigen gehen wir noch diese Woche in die "SCHACHNOVELLE" von Stefan Zweig ins Fritz Rémond Theater im Frankfurter Zoo - mein Mann hat mir schon ein kleines Vorgeschenk gemacht.
MR: Vielen Dank für das interessante Gespräch!
Einfach besser trainieren!
Schach lernen und die Spielstärke stetig und bequem am heimischen PC steigern dies bietet Ihnen die Chess Tigers Universität und baut ihr Angebot beständig aus. Vom Grundschulkind bis zum ambitionierten Turnierspieler, wir decken mit unseren erfahrenen Lehrern kostengünstig die gesamte Breite des Schachtrainings ab mit über 40 Kursen und mehr als 1.600 Lektionen. Und so geht's: Chess Tigers Universität - Überblick
Wieder 6 kleine Schachspieler mehr steigern die Gesamtzahl auf 131!
Am 15.November 2011 wurde die letzte Gruppe mit 6 Kinder nach bestandener Prüfung in den Kreis der Schachspieler aufgenommen. Dabei sind Julius & Florian erst seit Ende August in der Schule! Das Schulkinderhaus, Geschwister-Scholl-Schule, auch als "Das Original" der Stadt Schwalbach bekannt, kann durchaus als "das" Schach-Erfolgsprojekt in der Ganztagsbetreuung betrachtet werden. Erfolg und Nachhaltigkeit im Lernprozess mit Schach bei Grundschulkindern könnte als Modellcharakter Schule machen nach 6 Jahren Probezeit.