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MTel Masters I / Sprechverbot zeigt bisher keine Wirkung!
MTel Masters in Sofia, Bulgarien, mit hoher Remisquote von 83,33%
14.05.2005 - Die Anstrengungen der Organisators Silvio Danilov - gleichzeitig Manager der teilnehmenden Spieler Topalov und Ponomariov - scheinen an der Macht der Großmeister abzuperlen wie Wassertropfen an einer sauberen Glasscheibe. Die Spieler zeigen eindrucksvoll, dass das Remis sehr oft dem Wunsch und Verständnis der Spieler entspricht, aber auch darüberhinaus das absolute technische Können gleichwertiger Spieler wiederspiegelt. Ist vor Jahresfrist schon das Dortmunder Championsleague-Format gescheitert, scheint diesmal auch das Six-player-double-round-robin-Format nichts an der Tatsache zu ändern, dass das natürliche Ergebnis zwischen gleichwertigen Spielern ein Remis ist!

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Sind hier die absoluten Weltklassespieler dabei ihre eigenen Einkommensmöglichkeiten endscheidend zu veringern? Kein interessierter Mensch möchte diese technisch sauberen und fehlerlosen, hervorragend präparierten Spiele mit den logischen Ergebnissen am Ende sehen! Stürzen die wohlpräparierten Superschachspieler ihre wichtigste Domäne, das 7-Stunden-Klassik-Schach endgültig in den Abgrund? Fragen über Fragen, die für die Zukunft des Spitzenschachs entscheidend werden können.

Das illustre Teilnehmerfeld, Kategorie 20 mit einem Elo-Schnitt von 2747, mit der Nr.1, Nr.2, Nr.4, Nr.6, Nr.7 und Nr.19 der aktuellen Weltrangliste der Fide lässt an Wünschen nichts in Sofia offen, aber die Remisquote ist mit 83,33% nach den ersten zwei Runden höher als die in Linares ohne die Sprechverbotregel!

Anand Topalov Kramnik Adams Polgar, J. Ponomariov
INDIEN BULGARIEN RUSSLAND ENGLAND UNGARN UKRAINE
Elo 2785 Elo 2778 Elo 2753 Elo 2737 Elo 2732 Elo 2695

Jeden Tag werden wir in folgender Gestaltung die Tabelle führen, damit Sie auf einen Blick sehen können, wer führt und wer wieviele Unentschieden fabriziert mit welcher durchschnittlichen Zügezahl!

Der erste Tag war noch voller Dramatik und Anand gegen Topalov war wirklich ein Thriller, Weltmeister Kramnik gegen Ex-Weltmeister Ponomariov war Technik pur ohne jegliche Highlights, genauso wie Adams gegen Judit Polgar mit einigen Highlights in einer langen Partie. In der zweiten Runde zeigten Kramnik gegen Anand und Topalov gegen Adams, wie man auch schneller - mit weniger Zügen - zum Remis kommen kann. Nur der junge Ponomariov gegen die Lady im Feld, Judit Polgar, wissen noch nicht wie das mit dem Remis funktioniert und quälen sich in einem remis-Endspiel bei jeweils einem Turm und 3 gegen 4 Bauern auf einem Flügel. Der Verbrauch der doppelten Bedenkzeit war nötig - sie hätten aber auch eine dreimalige Stellungswiederholung ca. 30 Züge früher fabrizieren können.

Die Spieler müssen irgendwie in der zweiten Runde schon damit beginnen Kraft zu sparen ob dieser leidigen Regel, die nichts, aber auch garnichts an den Ergebnissen verändern wird, außer das die Zuschauer länger befriedigt werden können mit der filigranen Technik in der Russischen Verteidigung oder der Sizilianischen Verteidigung, Marke Najdorf, Rossilimo oder Sveshnikov - für die Zuschauer nichts Neues: "No risk no fun"!

Aber man darf nicht zu früh den Stab brechen, denn die Spieler könnten sich auch auf etwas Besseres besinnen und die Kritiker Lügen strafen, indem sie riskante Eröffnungen spielen und damit Gefahr laufen ausgekontert zu werden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Organisatoren und die Spieler diese Regel endlich einmal ausprobieren. Hier gehört den Organisatoren und dem Sponsor allerhöchsten Dank und Anerkennung.

Kramnik Anand Topalov Adams Polgar, J. Ponomariov
1,5 Punkte 1,0 Punkte 1,0 Punkte 1,0 Punkte 1,0 Punkte 0,5 Punkte
+ 1 / = 1 / - 0 + 0 / = 2 / - 0 + 0 / = 2 / - 0 + 0 / = 2 / - 0 + 0 / = 2 / - 0 + 0 / = 1 / - 1
Züge 46,0 60,32, Züge 45,5 60,31, Züge 43,0 60,26, Züge 51,5 78,25, Züge 78,0 78,78, Züge 68,5 59,78,

Morgen geht es weiter mit den Paarungen Anand-Ponomariov, Adams-Kramnik und Polgar-Topalov. Wir gehen von zwei Remis aus und einem Gewinn von unserem Königstiger Vishy Anand gegen Ruslan Ponomariov. Wir werden sehen...

Hans-Walter Schmitt

Published by Hans-Walter Schmitt

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