TopTurniere Svidler triumphiert beim World Cup Ivanchuk wird Dritter
19.09.2011 - In einer sehr interessanten vierten Finalpartie beim FIDE World Cup zwischen Peter Svidler und Alexander Grischuk musste letzterer unbedingt gewinnen, um den Tiebreak zu erreichen. Doch Grischuk verpasste die Gelegenheit, aus einer Igelstellung die Initiative zu übernehmen und wurde stattdessen von Svidler mittels eines Springeropfers attackiert. Um nicht zu verlieren, sah sich Grischuk gezwungen, die Stellung stark vereinfachen und erkannte nach 38. Zügen keinen Sinn mehr, weiter auf Sieg zu spielen. Damit ist Peter Svidler ohne Verlustpartie der Gewinner des World Cups und neben Grischuk für das WM-Kandidatenturnier 2012 qualifiziert. Dazu gibt es 96.000,- US-Dollar netto, während seinem unterlegenen Gegner noch immer 64.000,- bleiben. Nun musste nur noch geklärt werden, wer denn den dritten Platz für den nächsten WM-Zyklus ergattern würde. Ruslan Ponomariov musste gegen Vassily Ivanchuk siegen, um einen Tiebreak zu erzwingen. Dazu setzte er auf seine bekannten Endspielfähigkeiten und wickelte früh in ein selbiges ab. Tatsächlich konnte er etwas Vorteil erzielen, doch Ivanchuk behielt die Übersicht und die Nerven und konnte letztlich das Remis forcieren.
Zum vierten Mal 1.e4 c5 im World Cup Finale zwischen Alexander Grischuk und Peter Svidler
6.Le2!? oder doch das übliche 6.Lxd7+...
...Svidler nahm sich für diese Entscheidung reichlich Zeit
Durchaus überrascht von 6.Le2 wählte Grischuk zunächst eine sehr solide, aber laut Igel-Fan GM Klaus Bischoff, nicht ungiftige Aufstellung
Nach zuletzt 18.Le2-d3 hätte Bischoff in seinem Live-Kommentar gerne das typische 18...d5!? gesehen, doch Grischuk wählte das bescheidenere 18...Sh7 und wurde daraufhin seinerseits im Zentrum attackiert
Knapp zehn Züge später stand Svidler nach einem Springeropfer auf e6 und gefolgt 28.Tc1-c3! - mit der Idee Tg3, Dg6 und entscheidenden Angriff auf den König - bereits besser. Oder wie es Bischoff in seinem Live-Kommentar ausdrückte: "Dem Igel fehlen viele seiner Stacheln." Hier lebte Grischuk übrigens mal wieder nur noch von dem 30 Sekunden-Bonus pro Zug.
Grischuk sah sein Heil nur im Damentausch, aber dafür wurde er danach mit diesen beiden verbundenen Freibauern konfrontiert, welche die weiße Minusfigur mehr als wett machten
Danach ging alles ganz schnell, denn mehr als die Diagrammstellung konnte Schwarz nicht mehr aus der Stellung herauspressen. Hier nahm Svidler das Remisangebot und damit auch die Glückwünsche zum Sieg beim World Cup von Grischuk an
Eine letzte Unterschrift noch und ...
...ab zur Pressekonferenz
Natürlich erwies sich Grischuk als fairer Verlierer und freute sich für seinen Freund
"Ein bekannter Großmeister - den Namen wolle er nicht nennen - habe vor dem World Cup zu ihm gesagt, Svidler solle besser mal eine Pause einlegen!", wusste Grischuk zur allgemeinen Erheiterung zu berichten
Ruslan Ponomariov wählte gegen Vassily Ivanchuk eine scheinbar nicht sehr anspruchsvolle Variante im Dameninder...
Flugs waren die Damen getauscht und scheinbar der weiße Damenflügel entwertet
Doch nach und nach erspielte sich Ponomariov (zuletzt mit 22.Tca1) über die a-Linie einen kleinen aber dauerhaften Vorteil am Damenflügel
Schließlich stand nach zuletzt 45...Lf8-h6 dieses Endspiel auf dem Brett. Der weiße Vorteil ist klar, aber lässt sich das auch gewinnen?
Ivanchuk bündelte jedenfalls alle seine Kräfte und Nerven und schaffte das Remis