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Sechster Titel in Serie für Baden-Baden
Stichkampf um den vierten Abstiegsplatz nötig
10.04.2011 - Mit einem klaren 7:1 gegen Delmenhorst hat die OSG Baden-Baden das halbe Dutzend in Sachen deutsche Meisterschaften vollgemacht. Das ist ein neuer Rekord in der rund 30-jährigen Geschichte der Bundesliga. Zuvor war es neben Baden-Baden nur den legendären Münchener Bayern gelungen, fünf Titel in Folge zu gewinnen. Den Rekord für die meisten Titel überhaupt - nämlich neun - halten diese zwar nach wie vor, doch das wird den Ärger über den diesjährigen Abstieg auch nicht lindern. Vizemeister darf sich zum vierten Mal hintereinander der SV Werder Bremen nennen, welcher sich im direkten Duell um Rang 2 heute gegen den SC Eppingen durchsetzen konnte. Deutlich spannender als die Titelfrage war in der letzten Runde jedoch die Abstiegsfrage. Ein Team muss noch den Weg in die 2. Liga antreten und eigentlich sollte sich das heute - laut Expertenmeinung - im Fernduell zwischen dem SC Remagen und den SF Berlin klären. Es wurde auch von Beginn an das erwartet packende Rennen, doch letztlich sollten aus den Remagenern Griesheimer werden. Details erfahren Sie im weiteren Text, nur so viel: Es wird einen Stichkampf zwischen Berlin und Griesheim um den Abstieg geben! Doch zuerst, wie es sich gehört, der Gruß an den alten und neuen Meister:

Herzlichen Glückwunsch, OSG Baden-Baden!!!

Webseite der Schachbundesliga


Runde 14 - Samstag, 09. April 2011 - 14 Uhr
OSG Baden-Baden - SV Werder Bremen 5 : 3
SC Eppingen - Delmenhorster SK 6,5 : 1,5
Hamburger SK - SG Trier 4,5 : 3,5
SF Berlin - SV Griesheim 5,5 : 2,5
SF Katernberg - SK Turm Emsdetten 3,5 : 4,5
SV Mühlheim Nord - SV Wattenscheid 4 : 4
ESV Nickelhütte Aue - SG Solingen 2,5 : 5,5
Bayern München - SC Remagen 4 : 4


Runde 15 - Sonntag, 10. April 2011 - 10 Uhr
Delmenhorster SK - OSG Baden-Baden 1 : 7
SV Werder Bremen - SC Eppingen 7 : 1
SG Trier - SF Berlin 4 : 4
SV Griesheim - Hamburger SK 3,5 : 4,5
SK Turm Emsdetten - SV Mühlheim Nord 4 : 4
SV Wattenscheid - SF Katernberg 1 : 7
SG Solingen - Bayern München 5,5 : 2,5
SC Remagen - ESV Nickelhütte Aue 5,5 : 2,5

Alle Einzelergebnisse bei Schachbundesliga.de



Top Scorer Arkadij Naiditsch

Das "Finale"
Dank eines engagierten Vereins OSG Baden-Baden und natürlich durch das Geld vom Sponsor Grenkeleasing AG können sich die Baden-Badener ein Weltklasse-Team leisten, welches erneut das Maß der Dinge dieser Saison war. Nimmt man es genau, dann waren die Bremer bereits am vierten Spieltag mit einer unerwarteten Niederlage gegen Trier entscheidend gestrauchelt und durften nur dank des 4:4 der OSG am 7. Spieltag gegen Eppingen noch auf ein Wunder hoffen. Dennoch, so wurde der 14. Spieltag nochmals zu einem echten Finale und sorgte sowohl in Baden-Baden für ein volles Haus, als auch bei den Live-Übertragungen für zahlreiche Kiebitze. Natürlich bedauerten viele Fans, dass der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand nicht am entscheidenden Duell teilnehmen konnte, aber als sich die Nachricht verbreitete, dass er an diesem Tag Vater eines Sohnes geworden war, herrschte nicht nur vollstes Verständnis, es brandete auch allenthalben Applaus auf. Das "Finale" selbst verlief nüchtern betrachtet recht einseitig, wobei die Bremer durchaus in den Bereich eines 4:4 kamen. Aber das hätte bekanntlich auch nicht gereicht, um den Titelverteidiger zu stürzen. Wer, glauben Sie, hat übrigens nicht nur bei Baden-Baden, sondern in der gesamten Liga das beste Einzelergebnis erzielt? Als einige Kenner der Schachszene im gestrigen Chat auf Schachbundesliga.de ihr Unverständnis darüber ausdrückten, dass Arkadij Naiditsch nach seinem mittelprächtigen Abschneiden bei der EM von Sven Noppes für das Finale aufgestellt wurde, widersprach niemand. Nun, die deutsche Nummer 1 erzielte mit 13,5/15 exakt 90 Prozent der möglichen Punkte! Noch Fragen?


Der Abstiegskampf
In Sachen Meisterschaft war die Luft vor dem letzten Spieltag natürlich schon 'raus, doch dafür wurde der Abstiegskampf nochmals so richtig spannend. Die Tabelle ließ vermuten, dass sich der vierte Abstiegsplatz zwischen Berlin und Remagen entscheiden würde, aber dann kam es doch ganz anders. Dabei ging der Start der Runde für Remagen denkbar schlecht los. Nachdem man bereits gestern wegen Problemen mit der Anreise das 8. Brett gegen München kampflos abschenken musste und "nur" ein 4:4 erreichte, fehlten heute gleich zwei Spieler! Um den Abstieg zu verhindern sollte Sergey Fedorchuk kurzfristig aus den Niederlanden anreisen und an Brett 1 gegen Aue am besten einen vollen Punkt holen, doch der Ukrainer schaffte es nicht mehr rechtzeitig und verlor somit gegen Viesturs Meijers. Und aus "persönlichen Gründen" - wie es heißt - musste plötzlich der Niederländer Benjamin Bok die Heimreise antreten und sein Team im Stich lassen. So lag Remagen zu Beginn gleich mal mit 0:2 hinten und ließ bei Berlin berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt aufkeimen. Doch die restlichen Remagener spielten in der Folge ganz groß auf und gaben nur noch einen weiteren halben Punkt ab. Somit schien es klar, dass Berlin absteigen würde, denn für den einzigen verbliebenen Konkurrenten im Abstiegskampf, Griesheim, sah es gegen Hamburg nach einem knappen Sieg oder zumindest 4:4 aus. Doch dann ereignete sich an Brett 2 zwischen dem Griesheimer Marcin Tazbir und dem Hamburger Lubomir Ftacnik Unglaubliches:

Tazbir (Griesheim) - Ftacnik (Hamburg)
nach zuletzt 50...h4

Mit Weiß am Zug sollte sich hier nur die Frage stellen, ob dieser das gewinnen kann. Was nun geschah, lässt sich vermutlich nur mit akutem Versagen der Nerven im Abstiegskampf erklären. Wer weiß, vielleicht hatte jemand Tazbir (fälschlich) darauf aufmerksam gemacht, dass er gewinnen müsse, um den Erhalt der Klasse zu sichern, jedenfalls packte dieser eine Gewinnkombination aus, die selbst in unteren Spielklassen für völliges Unverständnis gesorgt hätte. Er spielte 51.Sb3?? und realisierte vermutlich erst nach dem umgehenden 51...Sxb3, dass nach 52.d7 Sa5 der Bauer zwar zur Dame wird, aber dann Sc6+ folgt.

In seiner Not zog Weiß den Bauern nach d8 und wählte einen Springer, doch dieses Endspiel war auch bei bestem Spiel nicht mehr zu halten und Griesheim urplötzlich im Abstiegsstrudel. Aber auch 53.Kd6 Sb7+ 54.Kc7 hätte die Partie nicht gerettet, denn nach 54...Sc5 droht das gleiche Motiv auf e6 und zudem droht natürlich einfach Sxd7. Eine Partie lief beim Stand von 4:3 für Hamburg noch, nämlich die zwischen Piotr Murdzia (Griesheim) und Allan Stig Rasmussen, und nun ließ sich auch exakt berechnen, wie es im Duell um den Abstieg stand. Doch zuerst die entscheidende Stellung:

Murdzia (Griesheim) - Rasmussen (Hamburg)
nach zuletzt 52...De7-e1+

Weiß hat eine Qualität mehr, doch Schwarz hat genügend Bauern, die Initiative und zudem keinerlei nervlichen Druck. Die Lage war wie folgt: Gewinnt Weiß, ist Griesheim gerettet und Berlin steigt ab; Gewinnt Schwarz, steigt Griesheim ab: Endet die Partie unentschieden, haben Berlin und Griesheim die gleiche Punkt- und Brettpunktzahl! Dass Engines hier sagen, dass Schwarz besser steht, ist eigentlich ohne Belang, denn diese Info hatten beide Spieler natürlich nicht. Tja, wie hätten Sie an der Stelle von Murdzia nun fortgesetzt? Spielt er 53.Tf1 und riskiert sogar die Niederlage ergo Abstieg, oder geht er mit 53.Kh2 auf das stille Remisangebot seines Gegners ein und sichert den Stichkampf? Der Pole handelte absolut menschlich und wohl auch der Stellung entsprechend mit dem Königszug und Rasmussen pendelte mit der Dame zwischen h4 und e1 das Remis herbei. Somit wird es zum Duell zwischen Berlin und Griesheim kommen. Das Datum soll laut Schachbundesliga.de gegen Ende April liegen, wobei noch ermittelt werden muss, wo der Kampf stattfindet. Eines der beiden Teams wird Gastgeber sein. Wer das ist, wird die Berliner Wertung entscheiden, welche hinter den Kulissen vermutlich gerade errechnet wird. In den nächsten Tagen wird uns die Webseite der Schachbundesliga darüber aufklären.

Bisherige Partien zum Nachspielen und Downloaden

Webseite der Schachbundesliga

Liveportal

Bundesliga-Tippspiel mit Jan Gustafsson


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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