Nachrichten Schachbundesliga, Runde 10 - Souveräne Favoriten Totgesagte leben länger: München stemmt sich gegen Abstieg
26.02.2011 - Die zehnte Runde der laufenden Saison der Schachbundesliga brachte keine Bewegung in die Spitze der Tabelle. Im hessischen Griesheim hatte Baden-Baden den Gastgeber beim 6:2 ebenso sicher im Griff, wie zeitgleich beim 5,5:2,5 die Bremer im eigenen Stadion die Mühlheimer. Und auch der Reisepartner des amtierenden Meisters, Eppingen, gab sich gegen Trier keine nennenswerte Blöße und siegte auch dank Elisabeth Pähtz letztlich klar mit 5,5:2,5. Minimale, aber wahrscheinlich völlig unrealistische, Chancen auf den Titel wahrte sich auch Solingen, welches die Hamburger knapp mit 4,5:3,5 schlug. Einen wahren Befreiungsschlag vollführte Remagen beim 7:1 gegen Berlin. War man zuvor noch 14. und akut in Abstiegsgefahr, spülte sich das Team auf 11. Rang vor. Ein sicherlich unerwartetes Lebenszeichen gab es von den Münchener Bayern. Mit 4,5:3,5 bezwang man Wattenscheid und plötzlich ist sogar der Klassenerhalt wieder ein Thema. Die Freude darüber dürfte bei Präsident Uli Hoeneß allerdings mäßig ausfallen, musste sich sein FCB parallel im Fußball doch eine Klatsche gegen die Dortmunder gefallen lassen. Wie man hört, will Hoeneß für die Basketballabteilung der Bayern den NBA-Star Dirk Nowitzki für ein nettes Sümmchen anheuern. Vielleicht sollte man ihm mal stecken, dass er schon für einen Bruchteil dessen auch dem Schachsport einen Dienst erweisen könnte. Aber wahrscheinlich müsste man dafür im Regelwerk des Schachs irgendwie noch einen Ball und ein Netz einbauen. Neben allen Ergebnissen und der aktuellen Tabelle finden Sie in der Folge noch einige exklusive Schnappschüsse Ihres Autors aus dem Bürgerhaus St. Stephan in Griesheim.
Impressionen aus Griesheim von Chess Tiger on Tour Mike Rosa
Etienne Bacrot schlug am Spitzenbrett den einzigen Großmeister in Reihen der Griesheimer, Aleksander Mista
Peter Heine Nielsen sah sich an Brett 2 nach nur 21 Zügen gezwungen, seinem Gegner IM Marcel Tazbir die Punktteilung anzubieten, bevor es - nach seinen eigenen Worten - zu spät wäre...
Dabei waren ihm im Nachhinein zwei Dinge besonders unangenehm: Erstens hatte er "vergessen", seinen Käpitän Sven Noppes zu fragen und dann wusste er nicht, ob er den Regeln entsprechend überhaupt so früh Remis anbieten durfte.
"Für mich ist das ein klares 0:0!", wusste Hans-Walter Schmitt im Beisein von Eric van Reem Salz in die Wunde des WM-Sekundanten zu streuen
"Du musst die Jungs richtig im Griff haben, Sven!"
"Und wenn nötig, dann auch mal kräftig durchschütteln!"
Derweil fuhr Arkadij Naiditsch an Brett 3...
...im Duell mit IM Piotr Murdzia einen sicheren Sieg ein
An Brett 4 musste sich Liviu-Dieter Nisipeanu gegen IM Miroslaw Grabarczyk mit einem Remis begnügen
Ebenso wie Georg Meier...
...in seiner Partie gegen IM Bogdan Grabarczyk
Dagegen hatte der dritte deutsche Nationalspieler der OSG, Jan Gustafsson,...
...gegen FM Krzysztof Bulski keine nennenswerte Probleme
An Brett 7 musste Fabian Döttling damit leben, dass sich...
...der junge Hesse FM Julian Geske sauber zum Remis verteidigte
Am 8. Brett hatte sich Philipp Schlosser warm angezogen...
...doch der titellose Stefan Walter verlor besonders aufgrund seines schlechten Zeitmanagements