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Aktuelles Tagesschach 01/11 - Carlsen wieder Nr. 1 der Welt,
Anand stellt persönliche Bestmarke auf

Vallejo Pons weiterhin vorn in Reggio Emilia
Türkischer Schachverband verweigert Ausrichtung der Frauen-EM
03.01.2011 - Ein neues Jahr bedeutet auch eine neue FIDE Weltrangliste und diese führt wieder der Norweger Magnus Carlsen an. Rang 2 bekleidet der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand, der zugleich auch die höchste Zahl seiner Karriere vorzuweisen hat. Bester Deutscher bleibt Arkadij Naiditsch vor Georg Meier. Beim Torneo di Capodanno in Reggio Emilia hat auch nach sechs Runden Francisco Vallejo Pons die Nase vorn. Der Spanier führt mit einem ganzen Punkt Vorsprung vor den direkten Verfolgern Vugar Gashimov, Sergei Movsesian und Alexander Onischuk. Derweil rumort es im europäischen Schach gewaltig. Der türkische Schachverband (TCF) mit seinem Präsidenten Ali Nihat Yazici hat angekündigt, die nächste Europameisterschaft der Frauen doch nicht auszurichten. Man fühlt sich von der Spitze der European Chess Union (ECU) und Präsident Silvio Danailov im Besonderen missachtet.

Seitdem es die Live Top List von Hans Arild Runde gibt, kann ein jeder schon vor dem Erscheinen der nächsten FIDE Weltrangliste sehen, welcher der Spieler der absoluten Weltklasse welchen Platz belegen wird, dennoch ist es garantiert auch für die Spieler selbst ein besonderes Gefühl, wenn ihre Zahl nebst Platzierung "offiziell" ist. Magnus Carlsen dürfte den 01.01.2011 geradezu herbei gesehnt haben, denn nach einer zweimonatigen Zwangspause führt er mit 2814 die Weltrangliste wieder an und verweist den doppelt so alten bzw. erfahrenen Weltmeister auf den zweiten Rang. Viswanathan Anand erreicht mit 2810 jedoch die höchste Rating seiner Karriere und wird bestimmt schon beim Tata Steel Chess Tournament in Wijk aan Zee Mitte/Ende Januar einen neuerlichen Versuch unternehmen, wieder die Spitzenposition zu erobern. Doch wer sagt eigentlich, dass nicht auch Levon Aronian der nächste Führende sein könnte? Der sympathische Armenier mit deutschem Wohnsitz ist mit 2805 der dritte 2800er im Bunde und er wird ebenfalls in Wijk aan Zee aufschlagen. Auf Rang 4 folgt die russische Nummer 1 Vladimir Kramnik mit 2784, doch mit Sergey Karjakin (2776) ist ihm ein Landsmann auf den Fersen, der vor noch gar nicht allzu langer Zeit keiner war. Der gebürtige Ukrainer hat sich zwischen Kramnik und Veselin Topalov (2775) auf den fünften Rang vor gekämpft. Siebter ist Alexander Grischuk (2773), der jüngst durch den Verzicht von Carlsen zum WM-Kandidaten mutiert ist. Ihm folgen Shakhriyar Mamedyarov (2772) und Vassily Ivanchuk (2764). Zehnter ist Hikaru Nakamura (2751), der damit die beste Weltranglistenposition seiner Karriere erreicht hat.

Insgesamt gibt es aktuell 39 Spieler mit einer ELO von 2700 oder höher, und es stehen zahlreiche Spieler auf dem Sprung, die Gruppe weiter zu vergrößern. Bei den jungen Wilden dürfte mit 2686 Anish Giri der nächste sein, während sich bei den alten Hasen Aleksey Dreev anschickt, wieder im Zirkus der Besten mit zu mischen. Der Russe machte seit der letzten Abrechnung 20 Punkte und 23 Plätze gut und rangiert mit 2694 bereits auf dem 43. Platz. Einen netten Satz von 100 auf 78 machte durch seinen hervorragenden Auftritt bei der London Chess Classic auch Luke McShane, während Landsmann Nigel Short entsprechend gleich 40 Plätze verlor und "nur" noch die Nr. 89 ist.

In den Top 100 der Welt sind vier Deutsche vertreten. Mit 2685 und Rang 54 ist Arkadij Naiditsch weiterhin die Nummer 1 im Lande, doch Georg Meier knabbert Punkt um Punkt den Rückstand kleiner und ist mit 2667 bereits 73. in der Welt. Zurück in den Top 100 ist auch Daniel Fridman (2655) knapp vor Jan Gustafsson (2652).

Eine sehr schöne Liste, was sich sonst noch so in den Top 100 in der Welt getan hat, findet sich bei ChessVibes.com.

Top 100 - Gesamt

Top 100 - Frauen

Top 20 - Junioren




Francisco Vallejo Pons

Reggio Emilia (ITA) - Bisher sind es beim 53. Torneo di Capodanno nicht die erklärten Favoriten für Aufsehen sorgen. So führt auch nach sechs Runden weiterhin und ziemlich souverän Francisco Vallejo Pons. Mit drei Siegen und drei Unentschieden hat Paco derzeit einen vollen Punkt mehr, als die unmittelbare Konkurrenz, und es sind nur noch drei Runden zu spielen. Wenn noch jemand die Chance hat, den Spanier abzufangen, sind es Vugar Gashimov, Sergei Movsesian und Alexander Onischuk. Vassily Ivanchuk, Fabiano Caruana und David Navara haben bereits 1,5 Punkte Rückstand, und für Alexander Morozevich, Nigel Short und Schlusslicht Michele Godena scheint es nur noch um Ergebniskorrektur zu gehen.

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Die Turkish Chess Federation zählt zweifelsohne zu den aktivsten Schachverbänden in Europa, und das hat man nicht zuletzt Ali Nihat Yazici zu verdanken. Doch der impulsive Türke ist ebenfalls dafür bekannt, mit so genannten "Open Letter" um sich zu werfen, wenn ihm etwas nicht passt. So auch mal wieder vor wenigen Tagen, als Yazici seinem Frust darüber Luft machte, dass ihn der Präsident der European Chess Union, Silvio Danailov, angeblich ignoriere und ihm gesetzte Fristen nicht einhalte. Thema war die für das kommende Frühjahr geplante Europameisterschaft der Frauen im türkischen Gaziantep, zu welcher es offenkundig noch den einen oder anderen Punkt zu klären gab - beispielsweise das Datum der Ausrichtung. Denn zum ursprünglich geplanten Termin findet bereits ein Grand Prix-Turnier der Frauen in Doha statt, weshalb die FIDE ausdrücklich um die Verlegung der EM bat bzw. diese forderte. Doch dieses Problem soll sich laut Yazici nun erledigt haben, denn die TCF verzichtet beleidigt auf die Ausrichtung der EM, welche übrigens - auch laut Plakat - das Turnier für 2010(!) sein soll. Ob das einfache Absagen so mir nichts, Dir nichts möglich ist, steht auf einem anderen Blatt, Tatsache ist jedoch, dass Neu-Präsident Danailov vor seiner ersten großen Bewährungsprobe steht und das ausgerechnet im Konflikt mit dem Mann, der selbst so gerne ECU-Chef geworden wäre...

Die folgenden Links werden Ihnen helfen, sich selbst ein Bild zu machen. Generell mutet es nach wie vor sehr seltsam an, wenn jemand hergeht und ehemals nicht-öffentlichen Emailverkehr ins PDF konvertiert und online stellt, aber vielleicht ist das im Zeitalter des Internets ganz einfach normal. Ich bezweifle es.

Open Letter plus weitere Dokumente bei der TCF

Homepage ECU

Bericht bei ChessBase.com


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Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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