Nachrichten Aktuelles Tagesschach 65/10 - Polgar schlägt Topalov Hessen gewinnt Ländermeisterschaft der Jugend IM Solonar führt bei Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft
23.11.2010 - Sie kam, sah und siegte! Judit Polgar hat das Schnellschachturnier Quadrangular beim Ajedrez Unam 2010 in Mexico City gewonnen - und das in beeindruckender Manier. Erst musste Vassily Ivanchuk dran glauben, danach nahm sie sich im Finale Veselin Topalov vor und ließ der bulgarischen Nr. 5 der Weltrangliste nicht den Hauch einer Chance. Eine Meldung vom Nachwuchs gibt es: Hessen ist Deutscher Meister - und zwar im Jugendschach! Bei den Deutschen Jugend-Ländermeisterschaften siegte das favorisierte Team vor Niedersachsen und Württemberg. Bei der Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft hat IM Stefan Solonar durch seinen Sieg im Spitzenduell gegen IM Erik Zude die alleinige Führung übernommen und damit den Titel so gut wie in der Tasche.
Judit Polgar
Mexico City (MEX) - Vom 19. bis 21. November fand in der mexikanischen Hauptstadt zum ersten Mal das Schachfestival Ajedrez Unam 2010 statt. Die Hauptveranstaltung war das so genannte Quadrangular - ein K.O.-Schnellturnier mit vier Spielern. Am Start waren Veselin Topalov, Vassily Ivanchuk, Judit Polgar und der Mexikaner Manuel Leon-Hoyos. Es wurden zunächst zwei Halbfinals und dann das Finale gespielt. Im ersten Halbfinale konnte Polgar mit 2,5 zu 1,5 gegen Chucky gewinnen, und Topalov ließ Leon-Hoyos mit 3,5 zu 0,5 über die Klinge springen. Im Finale - ebenfalls über vier Partien - rieben sich nicht wenige Schachfans verwundert die Augen, denn Mama Judit fegte den Vize-Weltmeister mit 3,5 zu 0,5 förmlich vom Brett. Leider wurden sehr viele der Partien nicht korrekt erfasst, und Peter Doggers von Chess.Vibes.com hat völlig Recht, wenn er in seinem Bericht von einer Schande spricht, dass es nach rund 15 Jahren Online-Schach bei (neuen) Turnieren noch immer Probleme bei der Live-Übertragung beziehungsweise dem zumindest nachträglichen Korrigieren der Partien gibt. Es behauptet ja niemand, dass das einfach ist, aber es geht, wie zig andere Turniere - nicht zuletzt die Chess Classic Mainz - mehrfach bewiesen haben. Das schmälert natürlich in keiner Weise die grandiose Leistung von Judit Polgar. Noch immer hat die beste Frau aller Zeiten eine riesige Fan-Gemeinde, die darauf hofft, dass die Ungarin nochmals durchstartet und ihren männlichen Kollegen in der Weltspitze das Fürchten lehrt.
Stuttgart - Vom 16. bis 21. November fanden die jährlichen Deutschen Jugend-Ländermeisterschaften statt. Jede Mannschaft bestand aus acht Spielern, darunter mindestens drei Spielerinnen. In jeder Mannschaft mussten je 1x die Altersklassen U12w, U16w, U20w, U12, U14, U16, U18 und U20 eingesetzt werden. Es wurden sieben Runden gespielt, an deren Ende das Team Hessen 1 mit sechs Siegen und einer Niederlage die Nase vorn hatte. In der dritten Runde hatte man sich noch den letztlich zweitplatzierten Niedersachsen beugen müssen, aber danach gab sich die hessische Jugend keine Blöße mehr und siegte teilweise haushoch. Fleißigster Punktesammler des Siegerteams war mit beeindruckenden 6,5/7 Jan-Christian Schröder, der unter anderem von Chess Tiger Trainer IM Erik Zude trainiert wird. Doch auch FM Hagen Poetsch, FM Julian Geske, WIM Melanie Ohme, Markus Hahn, My Linh Tran, Tim Höpfner und Clara Victoria Graf zeigten allesamt überdurchschnittliche Leistungen und haben sich den Meistertitel mehr als verdient. Dritter wurde das Team Württemberg 1.
Bad Soden a. Ts. - Die Würfel um den Sieg bei der Offenen Frankfurter Chess960 Stadtmeisterschaft 2010 scheinen gefallen. Im Spitzenduell konnte IM Stefan Solonar Turnierfavorit IM Erik Zude schlagen und eine Runde vor dem Ende mit 4/4 die alleinige Führung übernehmen. Somit genügt Solonar in der Schlussrunde am kommenden Montag ein Remis zum Titel. Leider musste die Begegnung zwischen IM Stefan Reschke und FM Igor Zuyev kampflos für letzteren gewertet werden, da ersterer aus gesundheitlichen Gründen und mangelnder Zeit zum Nachspielen absagen musste. Verlegt werden musste die Begegnung zwischen Andreas Haasler und Ralf Seickel. Man will sich am Mittwoch zum Nachspielen treffen. Spannender als das Titelrennen sind die Kämpfe um die Preise in den Ratingklassen. In der ersten Gruppe konnte Mike Rosa mit einem Sieg gegen Mitkonkurrent Ferdinand Niebling die Führung verteidigen, doch mit einem halben Zähler Rückstand ist Hans-Walter Schmitt noch in Schlagdistanz. Die zweite Gruppe wird von Gerolf Dietz angeführt, aber Thorsten Ostermeier hat sicherlich noch nicht aufgesteckt. In Gruppe gab es von Beginn an nur einen Zweikampf - im Augenblick führt Simon Kletzermann vor Thomas Meisegeier. Und in der vierten und letzten Ratingklasse hat Stephan Hartmann die besten Aussichten.
Die Paarungen der letzten Runde und die Partien der vierten Runde erhalten Sie, sobald die Nachholpartie beendet und erfasst wurde.
Gespielt werden im Chess Tigers Training Center in Bad Soden am Taunus 5 Runden Schweizer System mit der Bedenkzeit 90 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug für die gesamte Partie. Der Preisfonds beläuft sich auf stolze 1.000,- Euro und wird vom hessischen Bezirk 5 (Frankfurt) gestellt.