Nachrichten Aktuelles Tagesschach 64/10 - Kasimdzhanov und Hou Yifan schnellste Asiaten Deutsche Blitz-Einzelmeisterschaft im Dezember DSB und Spieler nähern sich einander
19.11.2010 - Seit dem 12. November finden im chinesischen Guangzhou die 16. Asian Games statt, bei welchen auch der Schachsport mit vier Veranstaltungen vertreten ist. Den Anfang machten die beiden asiatischen Schnellschachmeisterschaften. Bei den Männern sicherte sich Rustam Kasimdzhanov die Goldmedaille, bei den Frauen war es Hou Yifan. Aktuell laufen die kontinentalen Team-Meisterschaften beider Geschlechter - Favoriten sind jeweils China und Indien. In Gladbeck findet am 04. Dezember die 37. Deutsche Blitz-Einzelmeisterschaft 2010 statt. Titelverteidiger ist GM Klaus Bischoff. Am vergangenen Wochenende trafen sich das DSB-Präsidium und (einige) deutsche Top-Spieler in Frankfurt am Main, um im Besonderen die Zukunft der deutschen A-Nationalmannschaft zu besprechen. Offenbar konnte ein gemeinsamer Konsens gefunden werden. Der Vizepräsident für Finanzen Michael S. Langer berichtet.
Guangzhou (CHN) - 49 Sportarten werden bei den 16. Asian Games ausgetragen, und es ist schön zu sehen, dass die Asiaten auch den Schachsport so sehr schätzen, dass dieser ein Teil der Veranstaltung ist. Vier Wettbewerbe werden bestritten. Den Anfang machten zwei Schnellschach-Turniere, um den besten Asiaten und die beste Asiatin zu ermitteln. Bei den Männern (46 Teilnehmer) kristallisierte sich gegen Ende des neunrundigen Turniers ein Zweikampf zwischen Rustam Kasimdzhanov und Liem Quang Le heraus. Beide hatten letztlich 7,5 Punkte vorzuweisen, doch da Kasim den Vietnamesen in der siebten Runde im direkten Duell besiegt hatte, durfte sich der usbekische Edelsekundant von Weltmeister Viswanathan Anand über die Goldmedaille freuen. Bronze ging an den Chinesen Bu Xiangzhi.
Bei den Frauen (38 Teilnehmerinnen) war Hou Yifan die klare Favoritin und wurde dieser Rolle auch souverän gerecht. Die Chinesin erzielte ebenfalls 7,5 Punkte und hatte einen vollen Zähler Vorsprung auf Landsfrau Zhao Xue, die somit Silber gewann. Bronze sicherte sich die Inderin Harika Dronavalli.
Am 18. November starteten in Guangzhou die Mannschafts-Meisterschaften der Männer (17 Teams) und Frauen (12 Teams). Jeweils in 4er-Teams antretend, sind in beiden Wettbewerben jeweils vier Spieler bzw. Spielerinnen für ihr Land am Start. Die größten Medaillenchancen werden China und Indien zugesprochen, und nach zwei Runden führen diese auch in beiden Turnieren die Tabelle an, wobei sie (noch) nicht die einzig ungeschlagenen Teams sind. Sämtliche Ergebnisse, Tabellen und Statistiken finden sich bei Chess-Results.com.
Gladbeck - Am 04. Dezember findet mitten im Ruhrpott die 37. Deutsche Blitz-Einzelmeisterschaft 2010 statt. Am Start sein werden 32 Spieler, die ein Rundenturnier (also jeder gegen jeden) mit der klassischen Bedenkzeit 5+0 austragen. Titelverteidiger GM Klaus Bischoff wird es im Ratssaal des Gladbecker Rathauses mit den flinkesten Fingern der Nation zu tun bekommen, dennoch ist der Chess Tiger auch in diesem Jahr der Favorit auf den Titel, was dann sein insgesamt zwölfter wäre. Das Motto des Wahl-Frankfurters beim Blitzen ist so einfach wie auch effektiv: „Wenn man dran ist, muss man einen Zug machen!“
Frankfurt a. M. - "Am vergangenen Wochenende fand in Frankfurt am Main das bereits kurz nach der Schacholympiade vereinbarte Treffen zwischen dem gesamten Präsidium (Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker, Dr. Hans-Jürgen Weyer, Michael S. Langer, Dr. Hans-Jürgen Hochgräfe, Christian Warneke, Horst Metzing) und den Spitzenspielern des DSB statt.", kann man auf der DSB-Seite lesen, wobei unklar bleibt, welche Spitzenspieler anwesend waren. Jedenfalls sieht es so aus, als würde man sich nach dem Fiasko rund um die Schacholympiade einander annähern. Selbst der aufgrund seiner (öffentlichen) Äußerungen in Ungnade geratene Arkadij Naiditsch wurde nach seiner (nicht öffentlichen) Entschuldigung begnadigt. Hier der vollständige Bericht, den man auch beim DSB nachlesen kann.
Die Schwerpunkte dieses Gesprächs lagen sowohl in der Aufarbeitung der im Vorfeld der Schacholympiade aufgetretenen Kommunikationsstörungen als auch in der Entwicklung und Konzeption struktureller Veränderungen für die zukünftige Zusammenarbeit.
Der gesamte Gedankenaustausch war von dem gemeinsamen Ziel geprägt, bei den zukünftigen Großereignissen die spielstärkste Auswahl des DSB antreten zu lassen.
Kritische Themen wurden ohne Tabus angesprochen. Erste Ideen, wie beispielhaft
die Bildung einer Task Force zur Weiterentwicklung der A-Nationalmannschaft
die Herauslösung des gesamten Themas A-Nationalmannschaft aus der bisherigen Zuständigkeitsstruktur
der Einsatz von (zusätzlichen) Trainern, die vornehmlich die direkte Vorbereitung auf den jeweils kommenden Gegner in den Fokus ihrer Arbeit stellen
die durch die Nationalspieler selbst vorgenommene Vermarktung ab dem Jahr 2011
wurden diskutiert bzw. entwickelt.
Bereits im Februar 2011 werden die Gespräche in gleicher Runde fortgesetzt. Zusätzlich soll auch das Frauenteam die regelmäßige Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit dem Präsidium erhalten.
Eine intensive Auseinandersetzung mit der gesamten Thematik wird am 27. November auf breiter Ebene während des Hauptausschusses in Gladenbach erfolgen.
Ebenfalls besprochen wurde (im Rahmen der an das Gespräch mit den Spitzenspielern angeschlossenen Präsidiumssitzung) das gegen Arkadij Naiditsch anberaumte Sanktionsverfahren. Im Vorfeld der Sitzung hatte sich Arkadij Naiditsch beim Präsidium ob der Schärfe der von ihm vorgetragenen Angriffe gegen einzelne Vertreter des DSB entschuldigt. Er bedauerte vor allem die persönlichen Angriffe und distanzierte sich im Nachhinein hiervon. Da der DSB sich darüber im Klaren war und ist, dass große Teile der vorgetragenen Kritik, wie im Gespräch mit allen Spitzenspielern auch thematisiert, inhaltlich begründet sind, nahm das Präsidium die Entschuldigung an und stellte das Sanktionsverfahren ein.