Nachrichten Aktuelles Tagesschach 63/10 - Aronian ist Weltmeister! Kramnik spielt gegen Schachroboter Geschenk-Tipp zu Weihnachten: Todesküsse am Brett von Martin Breutigam Rhein-Main Saison Masters 2010/11 vom 04. Dezember bis 19. Februar
18.11.2010 - Der neue Weltmeister im Blitzschach lautet Levon Aronian. Der Armenier erzielte 24,5 der möglichen 38 Punkte und verwies Teimour Radjabov um einen halben Zähler auf den Silberrang. Bronze ging an Titelverteidiger Magnus Carlsen mit 23,5 Punkten. Vor der Blitz-WM kam es noch zu einer besonderen Blitzpartie. Vladimir Kramnik spielte gegen einen erstaunlich geschickten Schachroboter, wie das entsprechende Video beweist. Wer noch ein preisgünstiges und dennoch sehr schönes Weihnachtsgeschenk sucht, dem sei das Schachbuch "Todesküsse am Brett" von Martin Breutigam ans Herz gelegt. Und wer noch lieber selber herrliche Kombinationen aufs Brett zaubern möchte, aber keine Zeit für ein Turnier über mehrere Tage hat, sollte das Rhein-Main Saison Masters 2010/11 im hessischen Oberursel mitspielen. Erfahren Sie in der Folge mehr.
Weltmeister Levon Aronian
Moskau (RUS) - Zwei Runden vor dem Ende der Weltmeisterschaft im Blitzschach war die Messe eigentlich gelesen, doch auf den letzten Metern gestattete sich Levon Aronian zwei Niederlagen und konnte froh sein, dass auch die Konkurrenz in Person von Teimour Radjabov und Magnus Carlsen nicht doppelt punkten konnten. Somit hat der Armenier nach dem WM-Titel im Schnellschach und im Chess960 nun auch die höchste Krone im Blitzschach erobert. Fehlt eigentlich nur noch der Titel im langsamen Schach, und seine Chancen, 2012 gegen den amtierenden Champion Viswanathan Anand antreten zu können, stehen aktuell besser denn je! Beinahe hätte ihm Radjabov noch ein Schnippchen geschlagen, doch auch mit dem zweiten Rang zeigte sich der ehrgeizige Aserbaidschaner zufrieden und hatte trotz des Konflikts seines Heimatlandes mit Armenien lobende Worte für den Sieger übrig. "Am Ende bekommt jeder, was er verdient", philosophierte Magnus Carlsen bei der Siegerehrung als Drittplatzierter und lächelte dabei trotz der verpassten Titelverteidigung. Für den Norweger war die Blitz-WM vermutlich auf längere Zeit die letzte Chance, einen WM-Titel zu erobern, aber das ist eine andere Geschichte...
Kramnik versus Roboter Es kiebitzen z. B. Carlsen und Eljanov
Moskau (RUS) - Zur Eröffnung des Superfinals der Russischen Meisterschaft der Frauen kamen auch viele Teilnehmer des gerade beendeten Tal Memorials und zollten ihren Kolleginnen damit auch Respekt. Am Rande dieser Veranstaltung wurde Vladimir Kramnik gebeten, gegen einen besonderen Gegner anzutreten - und zwar gegen einen Schachroboter. Welcher Engine sich das Kerlchen bediente, ist nicht bekannt, aber Tatsache ist, es spielte gut genug für ein Remis. Der Roboter zog in der Blitzpartie sehr präzise, warf geschlagene Figuren in ein Kästchen neben dem Brett und bediente zudem die Uhr. Als Kramnik an einer Stelle glaubte, sein Gegner würde nach einem kleinen Spaß des Russen (er zog quasi a7-a6,5) nicht weiterspielen, reichte er dem Roboter zum Zeichen des Friedens die Hand, und was dann geschah...ach, schauen Sie doch einfach selbst, denn das ganze gibt es bereits bei YouTube. Ebenso wie ein Video, in welchem der Roboter gegen vier Gegner simultan spielt.
Die Weihnachtszeit kommt mit Riesenschritten näher, und wie in jedem Jahr stellt sich die Frage, was man den Lieben, die dem königlichen Spiel zugetan sind, schenken soll. Wir haben heute eine ganz besondere Empfehlung für Sie, die da lautet Todesküsse am Brett. Die Rede ist von dem in diesem Jahr erschienenen Buch von IM Martin Breutigam. Der bekannte Schachjournalist hat zusammen mit dem Verlag Die Werkstatt exakt 140 Kombinationen der Schachgenies von heute in insgesamt 160 Seiten untergebracht. Aufsteigend von 2006 bis heute(!) zeigt der Bremer nicht nur wunderbare Taktiken, er hat zu jeder Stellung auch eine kleine, oftmals sehr amüsante Geschichte parat, die teils auch das eine oder andere kleine Geheimnis der Protagonisten enthält. Todesküsse am Brett ist kein Lehrbuch im klassischen Sinne, sondern eine tolle Lektüre, wenn man viel Schach, fast noch mehr Unterhaltung und noch viel mehr Spaß haben möchte. Doch unterschätzen Sie keinesfalls den möglichen Lerneffekt, den dieses Buch auch auf Sie haben kann! Der amtierende Weltmeister Viswanathan Anand verriet, dass er besonders vor Turnieren oder Wettkämpfen abends mindestens fünf Schachrätsel löst. Das Pauken von Theorie ist auch auf höchstem Level eben nicht das Allheilmittel zu Erfolg.
Mit 9,90 Euro ist dieses Schachbuch nicht nur perfekt für lange Winterabende geeignet, es ist im Vergleich auch sehr günstig. Der angegebene Link, unter welchem man das Buch bestellen kann, scheint aktuell nicht zu funktionieren, weshalb wir Ihnen die Bestellung über unseren Prime Partner Schach Niggemann empfehlen. Als Chess Tiger können Sie sich auch gerne per Email an unseren Schatzmeister Jürgen Wienecke wenden und dabei die 10 Prozent Rabatt nutzen. (ISBN 978-3-89533-743-7)
Oberursel - Am 04. Dezember startet im hessischen Oberursel (Nähe Frankfurt a. M.) das Rhein-Main Saison Masters 2010/11, welches sich im Vergleich zu anderen Open durch einige Besonderheiten auszeichnet. Die insgesamt neun Runden werden nämlich nicht hintereinander gespielt, sondern im Zeitraum bis zum 19. Februar 2011 jeweils samstags morgens. Die Bedenkzeit beträgt 100 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie. Zudem erhält man von Beginn an 30 Sekunden pro Zug. Rundenstart ist jeweils um 10 Uhr, wobei zur korrekten Registrierung am ersten Spieltag bereits um 9:30 Uhr Anwesenheitspflicht besteht. Selbstverständlich wird das Turnier sowohl nach DWZ als auch nach ELO ausgewertet. Veranstalter ist der SC Königliche Trakhener Oberursel und gespielt wird in der Burgwiesenhalle in Oberursel-Bommersheim. Eine weitere Besonderheit ist die Startgeldregelung, welche sich aus den insgesamt fünf Ratinggruppen ergibt. So zahlen Spieler mit einer Rating von 0 bis 1699 40,- Euro, von 1700 bis 1899 30,- Euro und von 1900 bis 2600 25,- Euro. Also (endlich) mal ein Turnier, bei welchem auch die Meisterspieler etwas investieren müssen, wenn sie etwas von dem gut gefüllten Preistopf abhaben möchten! Turnierleiter Edgar Wienand bittet um Voranmeldung per Überweisung des Startgeldes bis zum 26.11.2010 und steht auch sonst für jegliche Anfragen zur Verfügung. Alle nötigen Informationen entnehmen Sie der offiziellen Ausschreibung.