Nachrichten Aktuelles Tagesschach 54/10 - Top-Schach zum Frühstück 14. Univé Schaaktoernooi 2010 startet bald *** European Club Cup im vollen Gange *** Jetzt anmelden für das Herbstopen in Deizisau!
19.10.2010 - Wenn in China der Tag schon zur Hälfte vorüber ist, geht bei uns die Sonne auf. Für das morgen offiziell startende Nanjing Pearl Spring Chess Tournament bedeutet das, dass wir zur Abwechslung mal kein Top Turnier nachmittags oder abends verfolgen können, sondern bereits zur besten Frühstückszeit am Rechner sitzen, um Anand, Carlsen, Topalov, Wang Yue, Gashimov und Bacrot live bei der Arbeit zu sehen. Hoffentlich führt das an den Arbeitsplätzen, die von Schachfans besetzt sind, nicht reihenweise zu Abmahnungen, weil (im Hintergrund) das Fenster mit der Live-Übertragung geöffnet ist. Gewohnter sind dagegen die Zeiten beim 14. Univé Schaaktoernooi 2010 im niederländischen Hoogeveen. Ab dem 25. Oktober spielen täglich um 14 Uhr Shirov, Vachier-Lagrave, Giri und Tiviakov in "De Kroengroep" um den Sieg. Begonnen hat bereits der European Club Cup im bulgarischen Plovdiv. Nach zwei Runden haben noch elf Teams gemeinsam die Nase vorn, und bei den Frauen sind es derer vier, die bisher alle Matches gewonnen haben. Wer weniger zuschauen und mehr selber spielen möchte, kann und sollte dies vom 29. Oktober bis 01. November beim 5. Int. Deizisauer Herbstopen tun. Das perfekte Turnier für die Ferienzeit!
Nanjing (CHN) - Sechs Top-Großmeister werden ab morgen und bis zum 30. Oktober in China beim Nanjing Pearl Spring Chess Tournament antreten. Mit am Start die aktuell ersten Drei der Weltrangliste Magnus Carlsen, Veselin Topalov und WM Viswanathan Anand, wobei sich die Reihenfolge nach derzeitigem Stand in der Art verschoben hat, dass der Weltmeister in der kommenden November-Liste der FIDE die Führung übernimmt, sein designierter norwegische Nachfolger Zweiter ist und der Vize-Weltmeister aus Bulgarien gar auf den fünften Rang zurückfällt. Das gilt natürlich nur für den Fall, dass das Turnier in Nanjing nicht mehr in die nächste Auswertung einbezogen werden kann, was wahrscheinlich ist.
Eigentlich ist es schon etwas unfair, nur über drei der sechs Teilnehmer des Turniers zu schreiben. Wer sagt, dass nicht Vugar Gashimov, Wang Yue oder auch Etienne Bacrot für eine kleine Sensation sorgen können? Der in seiner Heimat Aserbaidschan in Ungnade gefallene Gashimov musste während der Olympiade eine Zwangspause einlegen und wird möglicherweise mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auch seinen Kritikern zeigen wollen, dass man ohne ihn in Khanty-Mansiysk eine sichere Medaille verschenkt hat. Ebenfalls nicht bei der Olympiade am Start war Etienne Bacrot – wohl auch, weil der Familienvater neben dem Schachspielen noch zwei Kinder zu erziehen hat. Für Wang Yue besteht kein Zweifel, dass es das Größte wäre, im eigenen Land zu triumphieren. Er war der einzige der Sechs, der bei der Olympiade antrat und dabei sogar einen positiven Score zu verbuchen hatte. Wie wir wissen, ließen Carlsen und Topalov dort nicht nur Federn sondern auch mächtig ELO-Punkte.
In Nanjing wird ein doppelrundiges Turnier gespielt (also 10 Runden) mit der Bedenkzeit 120 Minuten/40 Züge + 60 Minuten/20 Züge + 15 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem 61. Zug. Mit einem Elo-Schnitt von 2766 wird die Kategorie 21 erreicht. Man treibt seitens der Organisation wie im vergangenen Jahr die so genannte Sofia-Regel auf die Spitze, indem man Remisangebote nur in theoretischen Remisstellungen – als eigentlich gar nicht – erlaubt. Durch die enorme Zeitverschiebung ist es bei uns noch ziemlich früh am Tag, wenn sich die Spieler ans Brett setzen. Um 8:30 Uhr unserer Zeit werden die Runden beginnen, und die letzte Runde wird gar schon um 4:00 Uhr in der Früh beginnen. Der einzige Ruhetag wird am 25.10. eingelegt. Insgesamt beträgt der Preisfonds satte 250.000,- Euro, die sich wie folgt auf die Platzierten verteilen werden: 80.000,-, 55.000,-, 40.000,-, 30.000,-, 25.000,- und 20.000,-
Bei etwaiger Punktgleichheit wird es zu der folgenden Tiebreak-Regelung kommen: 2 Partien á 10 Minuten + 3 Sekunden/Zug - Falls notwendig, dann 2 Partien 5'+3'' und falls danach immer noch kein Sieger feststeht eine Armageddon-Partie mit 6 Minuten gegen 4 Minuten, wobei der Weißspieler gewinnen muss.
Hoogeveen (NED) - Nicht ganz so weit hat man es, wenn man parallel zu Nanjing persönlich ein hochkarätiges Turnier besuchen möchte. Vom 22. bis 30. Oktober findet in den Niederlanden das 14. Univé Schaaktoernooi 2010 statt. Traditionell werden ein GM-Turnier und diverse Open ausgetragen. Ersteres nennt sich "De Kroongroep" und wird doppelrundig mit vier Spielern bestückt sein. Alexei Shirov (2749), Maxime Vachier-Lagrave (2721), Anish Giri (2677) und Sergei Tiviakov (2637) bringen es zusammen auf einen Schnitt von 2696 und die Kategorie 18, wobei besonders letzterer eine höhere Kategorie verhindert. Dieses Turnier beginnt am 25. Oktober und wird in einem Rutsch durchgespielt - also ohne Ruhetag. Bereits am 22. Oktober beginnen die Open in Hoogeveen. Das Univé Open ist auf 90 Spieler mit einer Rating von mindestens 2100 begrenzt. Generell macht es doch leicht den Eindruck, als wäre man seitens der Veranstalter eher an einheimischen Teilnehmern interessiert, denn die Ausschreibung ist ausschließlich in Niederländisch gehalten, was sich in heutigen Zeiten kein Turnier leisten kann, welches möglichst viele Gäste einladen möchte. Die Bedenkzeit beträgt in sämtlichen Turnieren 90 Minuten/40 Züge + 30 Minuten + 30 Sekunden/Zug ab dem erstem Zug. De Kroongroep startet täglich um 14 Uhr, lediglich die letzte Runde beginnt bereits um 12 Uhr.
Plovdiv (BUL) - Seit dem 16. und noch bis zum 24. Oktober findet in Bulgariens zweitgrößter Stadt nach Sofia der European Club Cup 2010 der Frauen und Männer statt, wobei man bei letzteren heuer ja eher von "Open" spricht, weil dort auch Frauen teilnehmen dürfen. Also, in dem "Open" sind insgesamt 49 Teams mit zusammen 344 Spielern am Start. Mit dabei auch zahlreiche Spitzenspieler wie Levon Aronian, Alexander Grischuk, Vassily Ivanchuk, Shakhriyar Mamedyarov, Pavel Eljanov, Boris Gelfand, Alexei Shirov, Teimour Radjabov, um nur einige zu nennen. Aus Deutschland sind drei Teams vor Ort vertreten, wobei die OSG Baden-Baden im Vergleich zu Werder Bremen und der SG Solingen wohl noch die besten Medaillenchancen haben dürfte. Allerdings sind die Mannen von Kapitän Sven Noppes in der Startrangliste nur Fünfter hinter den Teams SOCAR Azerbaijan, St. Petersburg Chess Club, ShSM-64 Moscow und Economist-SGSEU-1. Gespielt wird 6 gegen 6, und nach zwei Runden liegen noch elf Teams mit weißer Weste in Führung - mittendrin auch die Baden-Badener, die zusammen ganz genau keine Partie verloren haben. Das könnte sich jedoch in der dritten Runde ändern, denn dort trifft man nun mit ShSM-64 Moscow auf einen Titelaspiranten. Auf der Webseite der OSG berichtet Sven Noppes täglich und auch Jan Gustafsson ist mit seiner Kolumne wieder in Wort und Bild dabei.
Bei den Frauen sind 14 Teams mit 64 Teilnehmerinnen am Start, von denen Humpy Koneru, Hou Yifan und Antoaneta Stefanova die Elo-Spitze stellen. Favorit auf Gold ist das Team Cercle d'Echecs de Monte Carlo, wobei sich schon einige Stimmen (wenn auch leise) fragten, in welcher Liga im Fürstentum Monaco dieses Team sonst spielt!?? Ein deutsches Team ist mit USV Volksbank Halle auch in Plovdiv, doch mehr als eine Platzierung im Mittelfeld darf man von den Damen wohl nicht erwarten.
Nachwuchsspieler auf der Bühne sind keine Seltenheit in Deizisau!
Deizisau - Nicht mal eine Woche, nachdem Sven Noppes mit seinem Team aus Plovdiv zurück sein wird, steht für ihn auch gleich schon das nächste Großereignis an. Vom 29. Oktober bis zum 01. November findet in seiner Heimatstadt das 5. Int. Deizisauer Herbstopen statt. Gespielt werden 7 Runden Schweizer System mit der Bedenkzeit 90 Minuten für die Partie pro Spieler + 30 Sekunden pro Zug. Wie auch beim weltbekannten Neckar-Open an gleicher Stätte gibt es insgesamt drei Turniere (A-, B- und C-Open), so dass für jede Spielstärke realistische Chancen auf einen Preis bestehen. Bei einem Preisfonds von exakt 4.250,- Euro verdient man sich sicherlich keine goldene Nase, doch das war auch nie der Sinn der Veranstaltung, welche ins Leben gerufen wurde, (Zitat Noppes) "damit Schulkindern aus Württemberg in den Herbstferien
eine Möglichkeit haben, ihrem Schachsport nachzugehen." Dass sich dies im Vorjahr zu einem Event mit über 240 Teilnehmern erhoben hat, liegt nicht zuletzt an tollen Ruf, den Deizisauer Turniere nun mal nicht nur hierzulande haben. Für Ihr Startgeld erwartet Sie auch in diesem Jahr wieder ein phantastisches Team und ausgezeichnete Spielbedingungen, zu welchen auch die Chess Tigers mit ihrem großen Arsenal an hochwertigem Spielmaterial nebst Digitaluhren ihren Teil beitragen werden. Also, am besten sogleich anmelden!